Ist die Teilkrankschreibung eine sinnvolle Neuregelung?
Die Bundesregierung möchte im Rahmen der Gesundheitsreform eine Teilkrankschreibung einführen, welche voraussichtlich dann im Jahr 2027 umgesetzt wird. Zuletzt gab es in Deutschland extrem hohe Krankenstände von 19,5 Tagen pro Arbeitnehmer. Mit dieser Option der Teilkrankschreibung soll so nun verhindert werden, dass bei leichteren Erkrankungen bzw. möglicher Teilarbeitsfähigkeit der Arbeitnehmer komplett ausfällt.
Diese Option der Teilkrankschreibung bedeutet nun also, dass der Arzt statt voller Krankschreibung nun auch die Möglichkeit hat einen Patienten zu 25, 50 oder 75 Prozent krankzuschreiben. Diese Neuregelung ist vor allem für Langzeitkranke gedacht. Sie soll dem Arbeitnehmer den Wiedereinstieg erleichtern, indem man für seine geleistete Arbeit den anteiligen Lohn bekommt und der Rest durch Teilkrankengeld aufgestockt wird.
Bisher gibt es ein ähnliches Modell für den Wiedereinstieg nach längerer Krankheit, nämlich die stufenweise Wiedereingliederung. Unterschied zur Teilkrankschreibung ist, dass eine Wiedereingliederung auf freiwilliger Basis bei Langzeitkranken gemacht wird, die bereits Krankengeld erhalten, gemacht wird und man in dieser Zeit weiter rechtlich zu 100 % als arbeitsunfähig gilt. Man versucht es quasi nur zu arbeiten, könnte aber auch wieder aufhören. Die neue Teilkrankschreibung ist dagegen eine ärztliche Festlegung. Diese Art der Krankschreibung könnte theoretisch schon viel früher als nach sechs Wochen Krankheit vom Arzt verordnet werden, angedacht ist aktuell ab ca. 4 Wochen, um lange Ausfallzeiten zu vermeiden. Die neue Teilkrankschreibung soll für alle Krankheitsbilder einsetzbar sein, währen die Wiedereingliederung in der Regel nur bei schweren Erkrankungen wie Operationen, Krebs oder Burnout Anwendung fand.
Ich sehe in der Option einer Teilkrankschreibung grundsätzlich schon den Vorteil, dass der Übergang zurück in den Arbeitsalltag wahrscheinlich leichter fällt, aber auch die Gefahr, dass man sich zu früh wieder belastet oder der Arbeitgeber zu viel Erwartungsdruck aufbaut.
Was haltet ihr von der Teilkrankschreibung, ist das eine faire Chance für einen sanften Wiedereinstieg? Befürchtet ihr, dass Arbeitgeber Druck ausüben könnten, wenn man „nur noch zu 50%“ krankgeschrieben ist? Glaubt ihr, dass die Hausärzte sich die Zeit nehmen für eine realistische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit? War das freiwillige Modell der Wiedereingliederung die bessere Regelung?
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