Zu viel nachdenken, was dagegen machen?

vom 11.04.2021, 15:40 Uhr

Nachdenken ist an sich ja nichts Schlechtes, aber manchmal kann es einfach sehr störend sein. Wenn man sich zum Beispiel in eine Panikattacke denkt oder nicht einschlafen kann, depressive Verstimmungen dadurch bekommt oder was auch immer, dann ist das Nachdenken eben nicht mehr so toll. Ich habe es schon ein paar Mal gehabt, dass ich nachts einfach nicht schlafen konnte, weil ich nachgedacht habe und auch wenn ich das gar nicht wollte, kam ich dann davon nicht mehr los. Kennt ihr das auch und was macht ihr dann?

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» Ramones » Beiträge: 45042 » Talkpoints: 18,84 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Vom Nachdenken allein bekommt man keine depressiven Verstimmungen, sondern da kommen schon etliche andere Faktoren zusammen. Generell halte ich Nachdenken für etwas Schönes und mache es auch gern. Man sollte es nur nicht mit unproduktivem und sinnlosen Grübeln verwechseln.

Mir hat Meditation dabei geholfen zu verstehen, dass unser Gehirn einfach gar nicht anders kann als Gedanken abzusondern, weil es seine evolutionsmäßige Aufgabe ist. So wie die Leber entgiftet oder die Milz ihr Milzding macht, ist das Hirnkastl pausenlos am Analysieren, Bewerten, Kommentieren und Interpretieren und wenn es nichts Konkretes zum Bearbeiten hat, tuckert es im Leerlauf so vor sich hin. Dass man in diesem Fall auch in ein geistiges Fahrwasser rutschen kann, das nicht so angenehm und produktiv ist, ergibt sich ganz logisch.

Aber mit ein bisschen Übung kann man lernen, wahrzunehmen, wie die eigenen Denkprozesse vor sich hin rattern und sie aktiv in bestimmte Bahnen lenken, wenn sie abdriften. Es ist vor allem wichtig zu wissen, dass Gedanken oft gar nichts mit der Realität zu tun haben, sondern einfach nur im Gehirn entstehen und wieder vergehen, wenn sie keine größere Beachtung finden.

» Gerbera » Beiträge: 9660 » Talkpoints: 4,40 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich kenne das sehr gut aus extremen Stresszeiten, in denen ich sowohl Probleme mit einem meiner Söhne hatte, der eine psychische Krankheit entwickelte, als auch beruflich Probleme lösen und Termine einhalten musste und meinen Schlaf eigentlich gebraucht hätte. Etwas geholfen hat Autogenes Training, aber nicht immer. Oft war es hilfreich, mir nachts Dinge aufzuschreiben, wenn sich die Gedanken im Kreis gedreht haben. Es war so eine Art To-do-Liste. Irgendwie sind die Gedanken dadurch vom Gehirn aufs Papier gewandert und es war egal, ob ich mir die Liste am nächsten Tag überhaupt angeschaut habe.

» blümchen » Beiträge: 2771 » Talkpoints: 14,08 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich bezeichne mich auch als extremen Kopfmenschen. Ich mache mir über alles und jeden Gedanken. Immer wieder versuche ich, mir nicht alles so sehr zu Herzen zu nehmen und nicht zu viel in Dinge hinein zu interpretieren, aber gelingen tut mir das nicht immer. Ich musste lernen, dass ich nicht allen und jedem gefallen kann und mein Alltag nicht perfekt laufen muss um glücklich zu sein. Und trotzdem zerbreche ich mir oft den Kopf was besser laufen könnte.

Besonders extrem wird es dann wenn "echte" Probleme auftauchen und ich tatsächlich eine Lösung brauche. Meist fängt mein Gehirn auch an zu rattern, wenn ich abends im Bett liege. Meine Lösung ist es deshalb inzwischen erst dann ins Bett zu gehen wenn ich tatsächlich so müde bin, dass ich gar nicht anders kann als sofort einzuschlafen. Das bedeutet aber auch, dass ich teilweise nur 4-5 Std. Schlaf bekomme bis ich wieder aufstehen muss. Das ist auch nicht besonders gesund, weil ausgeschlafen bin ich dadurch natürlich meistens nicht.

Für mich ist das "Nachdenken" tatsächlich ein Problem für das ich noch keine optimale Lösung gefunden habe.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2615 » Talkpoints: 66,54 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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