Wie war der Politik-Unterricht eurer Schulzeit?

vom 19.06.2017, 07:43 Uhr

Wir hatten kürzlich im Freundeskreis das Diskussionsthema, wie man das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Politik wecken und fördern könnte. Dabei kamen wir eben auch darauf zu sprechen, wie der Schulunterricht in Politik damals gewesen ist und auch empfunden worden ist. Ich persönlich fand Politik in der Schule immer total ätzend und langweilig.

Ich fand einfach, dass zu wenig Praxis vorzufinden war. Es wurde gelernt, wie die Staatsorgane heißen und wie sie funktionieren. Mit regionaler Politik wurde sich kaum beschäftigt. So hatten wir damals zwar gelernt, wie die Landtagsabgeordneten unserer Region heißen oder welche Kandidaten sich aufgestellt haben. Aber was diese konkret vor haben und erreichen wollen, war eher nebensächlich. Auch sonst wurden keine politischen Themen direkt aus Berlin thematisiert. Die Landespolitik war auch nie Thema.

Wir bekamen zwar die Gelegenheit, mit den Abgeordneten unserer Region zu sprechen, aber das hatte wenig Effekt. Denn diese kamen dann im SoWi-Unterricht in die Schule und wir durften ihnen Fragen stellen und mit ihnen diskutieren. Das Ende vom Lied war jedoch, dass auf keine unserer Fragen wirklich eingegangen ist und die Politiker immer ausgewichen sind und von Sachen gesprochen haben, die ihnen viel angenehmer waren, die die Frage aber nicht beantwortet haben. Wie war euer Politik-Unterricht zu Schulzeiten? Was hätte man da besser machen können oder hättet ihr keine Änderungen gewünscht? Sollte man die regionale Politik im Unterricht stärker thematisieren?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich fand es super. Klar ist viel trockener Stoff mit dabei, aber damit man einmal versteht und begreift wie das alles funktioniert gehört das mit dazu, dass man weiß wie das mit den Sitzen im Bundestag funktioniert, was ein Mandat ist und was ein Übergangsmandat ist. Auch das regionale wurde mit durchleuchtet und immer wieder auf den Themenplan gerufen.

Somit war es immer lebendig, es wurde diskutiert was Sinnvoll ist und was nicht, darüber debattiert wie es zu den Entscheidungen gekommen ist, Rollenspiele abgehalten als wenn man selbst ein Abgeordneter ist und solche Dinge. Immer zu dem trockenen Stoff und aktuelle Themen wurden auch aufgegriffen soweit es machbar war und den zeitlichen Rahmen nicht gesprengt hat.

Man könnte Tage dort aufwenden, es waren aber nur zwei Stunden in der Woche vorgesehen und da musste alles untergebracht werden. Für weitere interessierte, gab es dann noch die Politik AG in der vieles noch vertieft wurde was der Unterricht nicht hatte und dieser war immer gut gefüllt und besucht, dass manche sogar nicht mehr rein konnten wenn sie sich zu spät auf die Liste eingetragen haben.

Benutzeravatar

» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


In meiner Schulzeit wurde das nur wenig oder einseitig behandelt. Wie heute auch wird immer das eigene System hochgelobt und geadelt und nicht das, was früher einmal war oder später vielleicht noch kommen wird. Politikunterricht sollte meiner Meinung nach abwechslungsreicher sein. Schüler sollen auch einen neutralen Blick darauf bekommen können, wie Politik in anderen Ländern der Welt stattfindet und ausgeführt wird.

» Excelsior » Beiträge: 513 » Talkpoints: 0,23 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^