Wie habt ihr Tiefpunkte im Leben überwinden können?

vom 27.08.2016, 14:55 Uhr

Ich hatte in meinem Leben schon einige Tiefpunkte, wobei ich diese aber immer selbst und ohne fremde Hilfe überwunden habe. Ich bin generell jemand, der negative Ereignisse oft lieber mit sich selbst ausmacht, wobei ich auch nicht immer wüsste, wie andere mir in dieser Hinsicht unbedingt helfen könnten.

Bei mir war es eher so, dass es irgendwann einfach plötzlich "Klick" gemacht hatte, so dass sich meine Einstellung mit der Sache verändert hat. Wie habt ihr Tiefpunkte in eurem Leben überwinden können? War das bei euch auch eher so, wie bei mir, dass ihr diese allein überwunden habt oder haben euch Tiere, Freunde oder Hobbys dabei geholfen?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Tiefpunkte hat wohl jeder in seinem Leben und diese sind auch unterschiedlich schwer. So macht es doch einen Unterschied ob es nur eine Phase ist die sich von alleine wieder gibt wie z.B. Stress auf der Arbeit durch momentane Mehrarbeit, dass das private Leben zu kurz kommt. Mit der Zeit reguliert sich das von alleine ohne das jemand großartig eingreifen muss.

Als andere Tiefpunkte sehe ich z.B. den Jobverlust an, aber auch dort kann man mit entsprechender Eigeninitiative und Hilfe von Außen wieder an einen neuen Job gelangen. Manche werden durch diese "Niederlage" jedoch in ein solch tiefes Loch geschubst, dass sie einfach nicht mehr in der Lage sind sich in dieser Situation selbst zu helfen und versumpfen dann einfach im Selbstmitleid.

Ich bin generell kein Mensch der sich im Selbstmitleid wälzt. Das habe ich noch nie und werde ich auch nie. Wenn also entsprechend etwas schief gegangen ist in meinem Leben, dann heißt es für mich "aufstehen, Krone richten weitergehen". Es bringt nichts, wenn man vergangenen Sachen nachtrauert und dadurch nicht mehr aus den Pötten kommt. Daher versuche ich so schnell wie Möglich direkt weiterzumachen. Wird mir der Job gekündigt, dann sitze ich nicht Tagelang auf dem Sofa und weine sondern setze mich direkt Zuhause hin, checke die Stellenangebote und schreibe Bewerbungen.

Reicht das Geld nicht aus, weil eine Trennung stattgefunden hat dann betrachte ich das Nüchtern und rechne mir aus was fehlt. Entsprechend werden dann weitere Maßnahmen ergriffen wie z.B. ein weiterer Job, Beantragung von Fördergeldern usw. Wirklich weinen deswegen mache ich nicht und auch nicht absitzen und warten. Denn ich finde, jeder kann es schaffen seine Tiefpunkte zu überwinden, ob nun komplett alleine oder mit Hilfe. Aber der erste Schritt dafür muss von einem selbst kommen.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Ich denke, dass jeder mal Tiefpunkte hat und man sich davon nicht umwerfen lassen sollte. Menschen, die eher dazu neigen depressiv zu werden fallen mit solchen Tiefpunkten vielleicht eher in ein Loch, aber das sollte man nicht mitmachen und versuchen zu kämpfen, sich selber zu überwinden in dieser Traurigkeit.

Für mich gibt es auch keine tiefe Trauer, wenn irgendein Tiefpunkt kommt. Ich mache einfach weiter. Es gab auch in meinem Leben schon mehrfach solche Punkte. Ein besonders großer war als mein Opa gestorben ist, aber auch da muss das Leben weitergehen. Hilfe von außen habe ich nicht gebraucht, aber darüber reden hilft schon auch ein bisschen. Ich versuche daraus immer gestärkt herauszugehen und dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen.

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» Ramones » Beiträge: 46693 » Talkpoints: 11,45 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Ich habe in meinem Leben schon etliche Höhen und Tiefen, wie es so schön heißt, mitgemacht, und mir ist bisher noch kein Patentrezept zur Überwindung von "Tiefpunkten" untergekommen.

Tiefpunkte sind ja sowieso relativ. Wenn dir noch nichts Schlimmeres als eine schlechte Note als "Tiefpunkt" untergekommen ist, reagierst du anders als andere Leute, die im gleichen Alter schon ihre Eltern pflegen müssen oder was auch immer. Vieles, was man als Tiefpunkt ansehen kann, habe ich quasi mein ganzes Leben lang eher als "Schluckauf" angesehen. Und da brauche ich keine schlaue Strategie zur Überwindung, sondern ich mache eben die damit verbundenen Gefühle durch und rapple mich schon wieder auf.

Nicht zu unterschätzen sind dagegen handfeste Schicksalsschläge. Auch hier finde ich es verfehlt und anmaßend, davon auszugehen, dass alle Betroffenen einfach an ihrer Einstellung arbeiten müssen, den "Schalter im Kopf" umlegen, und noch etwas "Positives" daran zu finden, dass ein Familienmitglied einen unheilbaren Hirntumor oder tödlichen Autounfall hat oder man selber berufsunfähig wird, das ersehnte Wunschkind nicht stattfindet oder - ganz banal - die Rente nicht mal für genügend Essen reicht.

Und wer die guten Tipps und Ratschläge von "Geh doch mal an die frische Luft" über "Reiß dich zusammen!" hin zu "Dann such dir eben noch einen dritten Job" dann nicht beherzigt, ist schwach und selber schuld. Dieses Menschenbild, dass jeder auf sich gestellt sich immer möglichst pronto und mit einem Lächeln aus jeder Notlage selber freistrampeln kann,soll und muss, teile ich einfach nicht.

» Gerbera » Beiträge: 10571 » Talkpoints: 4,12 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



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