Wie definiert Ihr gesundes Essen?

vom 12.12.2018, 23:06 Uhr

Ich höre von verschiedenen Leuten immer ganz unterschiedliche Meinungen dazu, was für sie gesundes Essen sei. Die einen gucken auf den Fettgehalt. Gesund ist alles, was mager ist, alles Fette ist ungesund und gehört verbannt. Andere verdammen alles mit Kohlehydraten. Für andere ist vegan dann ultra-gesund und sie kaufen haufenweise diese Ersatzprodukte wie Soja-Bolognese oder Tofu-Würstchen.

Für einige ist Vollwertiges das Non-Plus-Ultra, es gibt vieles nur in der Vollkorn-Variante. Meine Mutter ist früher von einem Extrem ins andere gefallen. Seit mein Vater schwer krank ist, versucht sie dann alles zu kombinieren. Das Ergebnis ist, dass mein Vater kaum noch Abwechslung auf dem Teller hat, denn fast jedes Lebensmittel hat auch einen negativen Aspekt, und überall kommen Brokkoli-Sprossen drauf, weil die ja das Krebsrisiko senken!

Ich habe mich relativ schnell von diesen strengen Dogmas gelöst. Für mich gehört zu gesundem Essen auch, dass es vielseitig und ausgewogen ist. Und ich gucke beim veganen Essen etwa auch darauf, was auf der Zutatenliste steht. Und bei mir kommt es auch darauf an, dass es lecker ist und schmeckt! Wenn man es nur in sich hineinzwingt, weil es angeblich gesund ist, bleibt für mich die Lebensqualität auf der Strecke, die aber nach meinem Empfinden zur Gesundheit dazu gehört. Auch genießen können ist gesund nach meiner Meinung.

Wie definiert Ihr für Euch gesundes Essen? Gibt es etwa Avocados bei Euch trotz des hohen Fettgehaltes? Und wie ist es mit Bananen mit ihrem hohen Kohlehydratanteil? Woran orientiert Ihr Euch?

» rasenderrolli » Beiträge: 968 » Talkpoints: 0,59 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Für mich persönlich gibt es keine einzelne gesunde Mahlzeit oder ein einzelnes gesundes Nahrungsmittel. Denn auch wenn man sich überspitzt gesagt nur von Mandarinen oder Äpfeln ernährt kann man eine einseitige Ernährung und damit Mangelerscheinungen verursachen, wenn man nicht aufpasst. Für mich ist eine Ernährung dann gesund, wenn man sich so ernährt, dass man keine künstlichen Zusastzstoffe wie Vitaminpillen oder andere Nahrungsergänzungsmittel braucht. Daher kann ich Veganer nicht wirklich als gesund bezeichnen, wenn sie täglich ihre Vitaminpillen schlucken müssen.

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» Täubchen » Beiträge: 32689 » Talkpoints: 0,74 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ganz einfach - möglichst abwechslungsreich, bunt und unverarbeitet. Es gibt bei mir keine Lebensmittel, die ich konsequent meide, von Allergien natürlich abgesehen. Ich essen jeden Tag Obst und Gemüse, mag also bunte Gerichte, und ich koche wenn immer das möglich ist frisch. Ab und zu Fast Food oder ein Fertiggericht finde ich aber nicht tragisch.

Ich finde es auch oft etwas kurios wenn ich höre, was so als "gesund" bezeichnet wird. Hoch verarbeitete Lebensmittel mit katastrophalem Salzgehalt, gesättigten Fetten und jeder Menge Zusatzstoffe zum Beispiel, die aber vegan sind. Oder Lebensmittel, bei denen durch zig Zusätze ein niedrigerer Kaloriengehalt erreicht wurde.

Avocados und Bananen kaufe ich deshalb nicht so häufig, weil ich versuche regional und saisonal einzukaufen. Das hat aber mit gesundem Essen nichts zu tun. Ich finde es für die Umwelt nicht so sinnvoll wenn ich eine Avocado vom anderen Ende der Welt einfliegen lassen wenn auch direkt um die Ecke leckeres Gemüse wächst. Aber da ich dogmatisch essen ablehne werde ich hin und wieder schwach.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22999 » Talkpoints: 163,81 » Auszeichnung für 22000 Beiträge



Stoffwechsel können bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich sein. Manche brauchen ab und zu etwas Säuerliches, andere eher Süßes und wiederum andere Fettes. Man sollte herausfinden, wie der eigene Körper funktioniert und was ihm gut tut. Leider geht das natürliche Gefühl dafür bei nicht wenigen Leuten durch ständige Diäten verloren. Ernährungsratschläge ändern sich von Jahr zu Jahr. Also sollte man sich danach gar nicht richten. Einmal heißt es, Kaffee sei ungesund, dann ist er wieder gut, Olivenöl sei gesund, dann heißt es, Olivenöl fördere die Arterienverkalkung und so weiter und so fort.

Abgesehen davon, dass ich möglichst wenig stark verarbeitete Lebensmittel kaufe, esse ich das, was mir offensichtlich gut bekommt. Wichtig ist mir auch, dass das Essen ausgewogen ist. Es muss für mich auch gar nicht besonders abwechslungsreich sein. Im Alltag esse ich eigentlich fast immer dasselbe, je nach Saison.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Mein einziges Dogma beim Essen lautet Abwechslung. Ich persönlich denke, dass bei ausreichend großer Abwechslung sich mehr oder weniger automatisch eine relativ gesunde Ernährung einstellt. Ich schließe also nichts von vornherein aus, wobei sich meine Vorlieben eher an sauer, würzig und herzhaft orientieren, aber weniger an Süßem. Aus diesem Grund esse ich weniger Obst und mehr Gemüse. Was Fett betrifft, denke ich inzwischen, dass es weniger ungesund ist als gedacht. Deswegen achte ich nicht allzu sehr auf fettreduziertes Essen. Stattdessen versuche ich eher, Kohlenhydrate und Zucker einzusparen.

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» lascar » Beiträge: 1508 » Talkpoints: 359,06 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich bin auch ein Anhänger der "ausgewogenen Mischkost", wie es so schön heißt und ich habe auch ein Problem damit, Ernährung quasi zur Ersatzreligion zu erheben, mit "Sündigen" und Brav sein und irgendwelchen Gurus und Geboten, verglichen mit denen die Verhaltensvorschriften für manche Gläubige geradezu lax und durchlässig sind.

Ich finde auch, dass die Ökobilanz der Lebensmittel eine Rolle spielen sollte, sprich, dass so mancher Verbraucher geradezu als Heuchler daher kommt, wenn er oder sie irgendwelche "Superfoods" aus Indonesien importieren muss, weil die ja so gesund sind und alle mögliche Krankheiten verhindern. Aber dass dafür der Regenwald noch mehr gerodet wird oder die Landwirte einen Hungerlohn für ihr ach so naturbelassenes Getreide oder irgendwelche bescheuerten Beeren bekommen, interessiert nicht.

Auch Ersatzprodukte aller Art zählen für mich nicht unbedingt zu gesundem Essen, weil sie oft sehr stark verarbeitet sind. Ich bin daher eher der Meinung, dass man sich bestimmte Lebensmittel eben verkneifen muss, wenn man sie nicht verträgt oder aus ethischen Gründen ablehnt. Aber dann irgendwelche aus allen möglichen Inhaltsstoffen zusammengemixten und mit diesem und jenem aus dem Chemielabor haltbar, attraktiv und geschmacklich akzeptabel gemachten Kunstprodukte zu essen erscheint mir schon reichlich absurd, auch wenn es rein von der menschlichen Biologie her vielleicht durchaus essbar oder sogar "gesund" ist.

» Gerbera » Beiträge: 7952 » Talkpoints: 0,98 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Von veganen Ersatzprodukten halte ich persönlich auch nichts. Es erscheint mir relativ sinnlos, solche Produkte essen zu wollen, weil sie mir weder gesund noch wirklich umweltschonend erscheinen. Deren Herstellung geschieht ja häufig in hochindustriellen Prozessen, und es muss einiges an Zutaten reingemischt werden, um einen fleischähnlichen Geschmack zu erzielen.

Leider wird es meinem Eindruck nach immer schwieriger, vegane Ersatzprodukte von normalen Lebensmitteln zu unterscheiden. Insbesondere Wurst- und Hackfleischprodukte und deren Ersatzvarianten sehen sich häufig täuschend ähnlich in den Regalen. Meine Mutter hat mal neulich aus Versehen ein solches Leberwurst-Imitat gekauft, und sie mochte es überhaupt nicht.

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» lascar » Beiträge: 1508 » Talkpoints: 359,06 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Mir geht es ähnlich wie meinen Vorrednern und ich definiere gesundes Essen nicht anhand von reinen Zahlenwerten für den Zucker-, Fett-, Protein- oder Kaloriengehalt und schon gar nicht anhand einzelner Gerichte oder Nahrungsbestandteile. Eine gesunde Ernährung sollte für mich abwechslungsreich, ausgewogen und reich an den wichtigen Grundnährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen in ausreichender Menge sein, sodass keine Supplementierung mit einzelnen Stoffen notwendig ist. Ob die Zusammensetzung dabei omnivor, vegetarisch, vegan oder anderweitig speziell ist, spielt keine Rolle. Selber bin ich ein Allesesser, aber ich behaupte nicht, dass das gesünder oder weniger gesund als eine andere Ernährungsweise ist.

Auch finde ich, dass es völlig übertrieben ist, jede Abweichung von dem gesellschaftlich anerkannten Ideal von gesunder Nahrung sofort zu verteufeln und als "Sünde", "Kalorienbombe" oder "pures Fett" zu betiteln. Wer sich an 6 Tagen in der Woche durchschnittlich ernährt, der darf durchaus auch einmal ordentlich zulangen und Kuchen, Pommes mit Mayo, ein paar Cocktails oder was auch immer er sonst so mag genießen, ohne sich dafür rechtfertigen oder verurteilen zu müssen.

Solange es nicht die Regel wird, dass eine Hauptmahlzeit alleine 2000 Kalorien umfasst, spricht nichts dagegen, sich das gelegentlich mal zu gönnen. Für mich ist ein Ausflug zum Fast Food Tempel oder ein Abend auf dem Weihnachtsmarkt mit Bratapfel, gebrannten Mandeln und Crêpe also keineswegs sofort ein Widerspruch zu einer gesunden Ernährungsweise, sondern gehört irgendwo auch mit dazu. Denn wer es mit dem Gesundheitsaspekt allzu penibel nimmt, der ernährt sich meiner Meinung nach auch nicht "normal".

» MaximumEntropy » Beiträge: 6055 » Talkpoints: 985,48 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Ich kann mich meinen Vorschreibern auch nur anschließen. Ich würde eine abwechslungsreicheiche Mischkost als gesund bezeichnen, wo möglichst wenig verarbeitete Produkte drin vorkommen und wo insgesamt wenig von diesen Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern drin sind. Ich versuche dabei, zumindest in der Hauptmahlzeit am Tag Gemüse als Hauptkomponente zu haben, Fleisch höchstens mal als Beilage, aber auch oft ganz ohne Fleisch.

Und ich versuche, immer mal wieder Vollkornprodukte zu verwenden. Es gibt also etwa Kürbiskernbrot mit Vollkornmehl als Standard-Brot hier, wobei aber auch Weißbrot nicht verdammt wird. Wenn einer von uns es mal wieder essen möchte, gibt es auch das. Und auch wenn ich kein Freund von Vollkornnudeln bin, haben wir die doch im Hause und ab und zu gibt es sie. Es gibt hier also auch auf gar keinen Fall streng nach einem Dogma eingeteiltes Essen.

Da ich eine Histamin-Intoleranz habe, muss ich noch einmal besonders darauf achten, was ich esse, denn vieles hat einen für mich zu hohen Histamin-Gehalt und sollte von mir deswegen gemieden werden. Würde ich mich streng nach den Regeln ernähren, dürfte ich jedoch nur noch wenig essen und es würde mir auch kaum schmecken. Es wäre mir auch zu einseitig. Ich versuche deshalb trotz der Intoleranz die "verbotenen" Lebensmitteln einzubauen, aber eben unter meiner Intoleranzgrenze zu bleiben.

Was andere Leute als gesund ansehen, ist für mich aufgrund der Intoleranz und außerdem auch noch einer Reihe von Allergien absolut ungesund. Wenn etwa jemand mit der alten Regel kommt, dass man jeden Tag einen Apfel essen soll und unbedingt viele Möhren, die ja gut für die Augen sind, dann würde ich mich nur noch blutig kratzen und auf der Toilette hängen. Die Frage des gesunden Essens ist für mich daher auch immer eine sehr individuelle Frage. Für den Nachbarssohn mit Niereninsuffizienz sind wieder ganz andere Dinge gesund.

» SonjaB » Beiträge: 1626 » Talkpoints: 7,69 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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