Welche fettarmen Lebensmittel als ungesund betrachten?

vom 23.01.2019, 14:50 Uhr

In einem Ernährungsratgeber steht geschrieben, dass zum Beispiel fettarme Erdnussbutter als ungesund eingestuft wird, da dort in größerem Umfang Zucker und Stärke hinzugefügt würden, um für den nötigen Geschmack zu sorgen. Bevorzugt ihr stets fettarme Lebensmittel und worauf achtet ihr denn da beim Kauf? Welche fettarmen Lebensmittel fallen euch denn noch ein, die man durchaus auch als ungesund einstufen könnte?

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» friedchen » Beiträge: 599 » Talkpoints: 333,68 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Was ist das eigentlich für ein bescheuerter "Ernährungsratgeber", den du da am laufenden Band zitierst? Jeder, der ein bisschen Ahnung von Ernährung hat, wird dir sagen, dass es keine ungesunden Lebensmittel gibt (von verdorbenen Sachen natürlich abgesehen), weil du nicht einzelne Lebensmittel betrachten musst sondern die Zusammensetzung deiner Mahlzeiten über den ganzen Tag oder sogar die ganze Woche hinweg.

Ja, es ist bekannt, dass die Industrie das Fett in verarbeiteten Lebensmitteln durch irgendwas ersetzen muss und ja, es ist bekannt, dass das häufig solche Sachen wie Zucker oder Salz sind. Denn Fett ist ein Geschmacksträger, genau wie Zucker und Salz. Wenn der eine Geschmacksträger wegfällt braucht man eben von den anderen mehr damit das Produkt weiterhin schmeckt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22020 » Talkpoints: 71,58 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


Ich betrachte keine Lebensmittel als ungesund. Die Dosis macht das Gift. Wer sich abwechslungsreich und in passender Menge ernährt, muss sich wohl kaum fürchten. Ansonsten halte ich mich an regional, saisonal und wenig verarbeitet. Extra fettarm oder zuckerarm kaufe ich nicht. Solche Dinge gibt es im Normalzustand und dann eben nicht zu viel.

Dass ein Joghurt mit 0,1 Prozent Fett essigsauer ist und dann mehr Zucker braucht, das ist doch logisch. Und dass mehr vom Geschmacksträger Fett hilft, fehlenden Zucker auszugleichen, das ist auch kein Geheimnis. Wenn man das, was den guten Geschmack ausmacht, reduziert, muss man eben an anderen Stellschrauben drehen.

» cooper75 » Beiträge: 11075 » Talkpoints: 351,76 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Das "fettreduzierte" Fertig- und sonstwie hoch verarbeiteten Lebensmittel nicht zwangsläufig gesund sein müssen, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen, weil das Fett dann eben durch anderes Zeug ersetzt wird, welches nicht unmittelbar für den menschlichen Konsum gedacht ist. Aber ich finde, dass es durchaus auch andere fettarme Lebensmittel gibt, die nicht zwangsläufig "gesund" sind.

Ich bin beispielsweise der Meinung, dass ganz normaler grüner Salat oder auch handelsübliche Gurken nicht zwangsläufig "gesund" sein müssen, weil sie je nach Lagerung und Saison etwa so viele Vitamine oder was auch immer enthalten wie die Papiertüten, in denen sie verpackt sind. Transport und Lagerung tun empfindlichen Obst- und Gemüsesorten nicht immer besonders gut, und oft genug sind beim Endverbraucher gerade mal Ballaststoffe und Wasser übrig, während Geschmack und Gesundheit lang auf der Strecke geblieben sind.

Deswegen sind diese Produkte zwar noch lange nicht "schädlich", aber nur weil etwas grün und fettarm ist, bedeutet das in meinen Augen nicht, dass mein Körper damit mehr anfangen kann als etwa mit Heu und Stroh.

» Gerbera » Beiträge: 7477 » Talkpoints: 11,87 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Häufig werden ja Lebensmittel als "fettarm" oder "zuckerarm" angepriesen und von ahnungslosen Kunden, die eine Diät machen, großzügig eingekauft, weil diese sich dadurch erhoffen, größere Mengen ohne Reue essen zu können. Schaut man aber auf die Nährwerte, dann zeigt sich bei einem Großteil der Produkte keine relevante Kalorienersparnis zum Vollwert-Produkt, da eben an anderer Stelle gehaltvolle Zutaten erhöht werden.

Im Endeffekt kann man meiner Meinung nach sowieso das Prädikat "gesund" oder "ungesund" gar nicht an einem einzelnen Bestandteil wie Fett oder Zucker festmachen und auch nicht auf singuläre Lebensmittel anwenden, ohne die gesamte Ernährung im übergreifenden Kontext zu betrachten. Der Ersatz des Vollfett-Käses durch eine fettarme Variante allein macht ein Ernährungsmodell weder besser noch schlechter. Es kann natürlich sein, dass die Low-Fat-Produkte mit mehr Geschmacksverstärkern und künstlichen Zusätzen aufgefüttert werden, um den Geschmacksverlust durch den Mangel am Hauptträger auszugleichen, aber auch das macht einen nicht gleich krank.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5652 » Talkpoints: 987,29 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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