Was war euer größter Fauxpas im Vorstellungsgespräch?

vom 26.04.2020, 22:50 Uhr

Mein Bruder hatte letztes Jahr sein Studium beendet und war dann in einer Nachbarstadt zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Da es sommerliche Temperaturen hatte lies er zum Auto fahren seine kurze Jeans und ein Fußballtrikot an und wollte seine Kleidung fürs Gespräch dann im Auto vor Ort erst anziehen.

Nach einer Stunde Fahrt kam er dort an und stellte dann erschrocken fest, dass er tatsächlich die Sachen zu Hause liegen hatte lassen. Es blieb ihm also entweder die Entscheidung das Gespräch abzusagen oder mit dieser unkonventionellen Kleidung das Gespräch wahrzunehmen. Da er den Job in der Entwicklungsabteilung eines Automobilherstellers unbedingt haben wollte entschied er sich dafür auf Risiko zu gehen und sich einfach trotzdem vorzustellen.

Dem Personalleiter gefiel seine offene und ehrliche Art so gut dass er ihn letztendlich tatsächlich eingestellt hat. Ist euch auch schon einmal ein unangenehmer Fauxpas in Bezug aufs Vorstellungsgespräch passiert? Konntet ihr euch erklären? Hat es trotzdem mit dem Job geklappt?

» EngelmitHerz » Beiträge: 2256 » Talkpoints: 35,30 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe Gott sei Dank noch keine peinliche Situation in einem Vorstellungsgespräch gehabt, aber manchmal unangenehme. Einmal wurde ein Vorstellungsgespräch auf Englisch geführt, ohne dass mir das vorher gesagt wurde. Ich bin da nicht mit einem tollen Gefühl herausgegangen, aber es war nicht peinlich. Ich hätte die Stelle sogar bekommen, habe aber abgelehnt, weil sie mit vielen Dienstreisen verbunden gewesen wäre.

Eine andere unangenehme Situation habe ich erlebt, als ich einen Arbeitsvertrag unterschreiben wollte und einen Füller nahm, der beim Chef lag. Er nahm ihn mir sofort aus der Hand und gab mir einen anderen. Das Stück war wohl für mich zu edel. Aber peinlich war mir das nicht, sondern ich vermute sogar, dass es ihm ein bisschen peinlich war.

» blümchen » Beiträge: 1297 » Talkpoints: 35,34 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Rückblickend betrachtet bin ich bei Vorstellungsgesprächen anscheinend viel zu unlocker und neurotisch. Jobs (angeboten) bekommen habe ich bisher vorwiegend bei Gesprächen, bei denen ich mir von Vornherein wenig Chancen ausgerechnet bzw. schon ein anderes Angebot in Aussicht hatte, und die ich mehr oder weniger pro forma noch mitgenommen habe.

Klassische Fauxpas im Sinne von: Kaffee verschüttet, über die Türschwelle gestolpert, Chefin und Praktikantin verwechselt sind mir dabei aber meines Wissens nicht passiert. Ich war einfach (zu) formell, korrekt und stocksteif. Aber auch so waren manche Vorstellungsgespräche reichlich unangenehm.

Beispielsweise hatte ich eins, das eher einem DSDS-Casting oder einer mündlichen Prüfung gleichgekommen ist, mit drei "Juroren" hinter ihren Tischchen aufgereiht in einem leeren Seminarraum. Gegenüber stand einsam das Bewerber-Tischchen. Und anstelle eines "Gesprächs" auf Augenhöhe hat man mir Aufgaben erteilt, mich zur Bearbeitung in den Nebenraum gescheucht und dann die Ergebnisse vortragen lassen wie ein Schulmädchen. Da dachte ich mir schon, dass ich da gar nicht arbeiten möchte, wenn die Mitarbeiter so von oben herab herumgescheucht werden. Und prompt bin ich immerhin in den "Recall" gerutscht und hätte das Ganze noch mal auf Englisch machen sollen. Da habe ich aber abgesagt.

» Gerbera » Beiträge: 9084 » Talkpoints: 0,43 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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