Was versteht man unter Mankogeld im Einzelhandel?

vom 21.07.2017, 10:12 Uhr

Ich habe neulich einen Artikel gelesen, wo es um Arbeitsrecht ging. Da wurde von einem Mankogeld im Einzelhandel gesprochen. Leider konnte ich den Artikel nicht zu Ende lesen, weil ich im Wartezimmer beim Arzt saß und dann dran kam. Aber es ging wohl darum, dass, wenn die Kasse nicht stimmt ein Mankogeld dazu genommen werden muss, um es wieder auszugleichen.

Aber ich habe nicht gelesen, wie das mit dem Mankogeld gemacht wird. Bekommt das der Arbeitnehmer und muss damit ausgleichen oder ist das eine Extrakasse, die eingerichtet wird, damit Unregelmäßigkeiten ausgeglichen werden können? Ich habe selbst mal im Einzelhandel gearbeitet, aber da gab es so ein Mankogeld nicht.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Bei Mankogeld handelt sich um einen Geldbetrag, den ein Arbeitgeber seinem Kassenpersonal zusätzlich zahlt. Erhält ein Kassierer dieses Geld, so ist er dann aber verpflichtet Kassendifferenzen davon auszugleichen. Dabei darf aber nicht von ihm verlangt werden, dass er mehr in die Kasse einzahlt, als er Mankogeld erhalten hat. Bekommt er also im Monat 20 Euro, so braucht er davon auch nur Differenzen bis 20 Euro pro Monat ausgleichen.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Kommt denn ein Arbeitgeber dann nicht besser weg, wenn er die Differenz immer selber in die Kasse gibt? Denn oft würde er ja dann die 20 Euro im Monat zahlen, auch wenn die Kasse stimmt oder nur Centbeträge fehlen. Wie würde das denn gehandhabt werden, wenn beispielsweise 20 Euro zu viel in der Kasse sind?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Nein, der Arbeitgeber kommt nicht besser weg, wenn er kein Mankogeld zahlt. Denn das Geld gibt es zusätzlich zum Lohn, ein gewisser Betrag, ich meine 16 Euro monatlich, ist sogar steuerfrei. Damit steigt der Anreiz, dass die Kasse stimmt. Denn nun hat jeder Kassierer etwas davon, wenn er keine Fehlbeträge produziert.

Gerade bei den miesen Gehältern im Einzelhandel ist das ein hoher Anreiz. Außerdem verbessert es das Betriebsklima, weil der Verdacht, dass ein Mitarbeiter in die Kasse gegriffen hat, entfällt. Gibt es kein Mankogeld, hat der Arbeitgeber bei Fehlbeträgen große Schwierigkeiten mindestens mittlere Fahrlässigkeit nachzuweisen und das Geld vom Arbeitnehmer zu fordern. Der ganze Stress fällt weg.

» cooper75 » Beiträge: 12294 » Talkpoints: 656,52 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Wenn 20 Euro zu viel in der Kasse sind, muss der Kassierer die auch abrechnen und darf sie nicht behalten. So dürfen ja auch Trinkgelder nicht einbehalten werden, die landen genau so in der Kasse wie alles andere Geld auch. Ich denke aber schon, dass es nicht immer zu Fehlbeträgen kommt. Und wenn ein Angestellter 50 Euro Mankogeld im Monat bekommt, ist der Anreiz dann schon groß, keine Fehlbeträge entstehen zu lassen

Wie schon geschrieben, ist das Mankogeld ein materieller Anreiz für den Angestellten und er darf das Geld bzw. den Ausgleichsbetrag behalten. Entsteht ein höheres Manko, als der Kassierer in Form von Mankogeld erhält, muss er den Betrag nicht über die Höhe des Mankogeldes ausgleichen.

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» Quasselfee » Beiträge: 2110 » Talkpoints: 20,07 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Nein, der Arbeitgeber kommt nicht besser weg, wenn er kein Mankogeld zahlt. Denn das Geld gibt es zusätzlich zum Lohn, ein gewisser Betrag, ich meine 16 Euro monatlich, ist sogar steuerfrei. Damit steigt der Anreiz, dass die Kasse stimmt. Denn nun hat jeder Kassierer etwas davon, wenn er keine Fehlbeträge produziert.

Du hast Recht mit den 16 Euro die es Steuerfrei gibt und diesen Betrag hatte ich auch in meiner Zeit auf dem Gehalt als Mankogeld mit oben drauf. Hat die Kasse gepasst, dann hattest du als Arbeitnehmer etwas davon und wenn nicht, dann hast du diese 16 Euro davon ausgleichen müssen. Insgesamt hat damit aber auch die Kasse meistens bei den meisten gestimmt, da sie auch bestrebt waren diese 16 Euro im Monat mitzunehmen, was dem damaligen Stundenlohn von etwa 5 Stunden entsprochen hatte in diesem Supermarkt.

Mehr als 16 Euro gab es dabei nicht, wegen der Steuern die darauf fällig waren und dann auch die Arbeitgeberanteile die das ganze wieder teurer gemacht hätten. Ohnehin war das ein kleiner Supermarkt und selten war es im Monat pro Nase auch mehr als 10 Euro die nicht gepasst haben, dass der Arbeitgeber gar nicht über höhere Summen nachgedacht hat, hätte er vielleicht wenn jeden Monat mehrere hundert Euro pro Nase gefehlt hätten, aber nicht so.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


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