Was passiert bei Tod des Tiers mit der Tierpatenschaft?

vom 30.10.2022, 18:05 Uhr

Gestern war ich auf einem Geburtstag eingeladen, bei dem das Geburtstagskind unter anderem eine Tierpatenschaft für ein Tier in einer Tierauffangstation in Chile geschenkt bekommen hat. Die Beschenkte hat zwar höflich Freude gezeigt, aber ich war mir nicht so sicher, ob die Freude über das Geschenk echt war. Ich fand das Geschenk auch nicht so passend für jemanden, der meiner Einschätzung nach so eine Patenschaft nicht von sich aus übernommen hätte, sondern lieber einmalig etwas spendet.

Sie fragte dann unter anderem, was denn passiert, wenn das Tier stirbt. Die Schenkerin wusste das anscheinend auch nicht so genau. Habt ihr eine Tierpatenschaft übernommen? So etwas gibt es ja auch für hiesige Zoos. Hat man eine besondere Beziehung zu dem Tier? Wird das Geld wirklich nur für dieses Tier beziehungsweise die Tierart ausgegeben? Was passiert, wenn das Tier stirbt? Kann man dann ein anderes Tier auswählen?

» blümchen » Beiträge: 4733 » Talkpoints: 70,34 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich weiß es auch nicht, aber ich habe Patenschaften, die mit Spenden verbunden sind, immer als symbolischen Akt angesehen. Es ist ja bekannt, dass den Leuten das Geld lockerer sitzt, wenn sie konkrete Bezugspunkte haben, sprich wenn Parvati aus Indien in die Schule gehen kann, und nicht abstrakte Konzepte wie "Bildungsförderung" beworben werden. Bei Menschen sehe ich dieses Konzept der "Patenschaft" recht kritisch, weil es doch ein postkoloniales "Geschmäckle" hat, wenn die Familie Ratavindra ausgerechnet meinem weißen, privilegierten Hintern ihren neuen Hühnerstall zu verdanken hat oder ähnliches.

Bei Tieren habe ich es nie so verstanden, dass für den bestimmten Jahresbeitrag tatsächlich auch Heu für die Elefantendame Tanja gekauft wurde, sondern es war eben eine allgemeine Spende an den Zoo oder was auch immer, an die ein konkretes Gesicht geknüpft wurde, in dem Fall an das eines Elefanten. Viele Leute haben ja auch "Lieblingstiere", die sie besonders faszinierend finden, und sind eher bereit, den Geldbeutel gefühlt für einen bestimmten Tiger aufzumachen als dafür, dass das Raubtierhaus ganz profan neue Fliesen bekommt.

Von daher weiß ich auch nicht, wie sinnvoll und effizient es ist, Zeit und Ressourcen dafür aufzubringen, den SpenderInnen persönlich mitzuteilen, dass akkurat "ihr" Patenhund die Nierenentzündung leider nicht abschütteln konnte, und dass sie praktisch für einen toten Hund spenden. Ich dachte immer, dass derlei Patenschaften quasi unabhängig von Alter und Gesundheitszustand des "Symboltiers" für einen bestimmten Zeitraum geschlossen werden.

» Gerbera » Beiträge: 10684 » Talkpoints: 3,49 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


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