Wart ihr schon Zeuge von Ghosting im Berufsleben?

vom 16.01.2019, 10:37 Uhr

Es gibt schon einige Diskussionsthemen in diesem Forum, die das Ghosting im Privatleben, also besonders beim Dating angehen. Es soll auch häufiger vorkommen, dass im Berufsleben "geghosted" wird. Das kann sich zum Beispiel so äußern, dass die Person nach einer Bewerbung nicht mehr reagiert und zum Beispiel auch nicht zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch erscheint. Oder die Person kommt einfach nicht mehr zur Arbeit irgendwann.

Wart ihr persönlich schon Zeuge vom Ghosting im Berufsleben? Oder noch nicht? Wart ihr vielleicht selbst schon ein "Ghost" und seid verschwunden? Wie kam es dazu? Findet ihr so ein Verhalten nachvollziehbar oder geht das für euch gar nicht?

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» Täubchen » Beiträge: 31062 » Talkpoints: 0,47 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Ich hatte schon mal einen Job, bei dem recht viele neue Leute eingestellt wurden und dann wenig beigebracht wurde und man sich viel selber erarbeiten musste. Dazu kam dann noch, dass man da einige Tage am Stück arbeiten sollte und das auch über das Wochenende. Einigen hat das nicht so recht gepasst und die sind dann beispielsweise in der Pause einfach nach Hause gegangen oder ganz weggeblieben. Das war natürlich alles andere als schön.

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» Ramones » Beiträge: 38896 » Talkpoints: 30,48 » Auszeichnung für 38000 Beiträge


Das Wort ist mal wieder ein dümmlicher, durch nichts zu rechtfertigender Anglizismus. Aber "unentschuldigtes Fernbleiben" kommt am Arbeitsplatz bestimmt auch öfter vor. Wenn man in Sachen Bewerbungen und Arbeitsbedingungen nicht so verwöhnt ist und sich schon einiges hat bieten lassen müssen, um überhaupt einen Job an Land zu ziehen, stumpft man irgendwann ab und von daher habe ich ein gewisses Verständnis dafür, wenn manche Leute irgendwann keinen Bock mehr auf das Getue haben.

Wenn man sich irgendwo bewirbt, nicht einmal eine Eingangsbestätigung per Mail bekommt und bei einem Anruf mit Müh und Not erfährt, dass die Stelle schon seit drei Monaten wieder besetzt ist, handelt es sich ja auch um "Ghosting", und da zuckt keiner mit der Wimper, wenn einen die Arbeitgeber einfach am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Wenn einem das ein Dutzend Mal passiert ist, würde ich mir auch irgendwann nicht mehr die Mühe machen, liebevoll von Hand Termine abzusagen, sondern auch einfach fernbleiben. Ich bin ja nur eine Nummer.

Und je nach Sparte kommt es auch, wie schon erwähnt, vor, dass ein Dutzend Leute vorgeladen wird und es von Vornherein klar ist, dass maximal ein Bewerber eventuell auf Zeit behalten wird. Aber "Probearbeiten" dürfen natürlich alle. Da finde ich es auch durchaus verständlich, wenn manche da einfach heimgehen und es woanders weiter versuchen, wo man sie nicht gratis ausnutzt. Dass sich da etwas "herumspricht" ist ja auch ausgeschlossen. Beispielsweise im Bereich Zeitarbeit merken sich maximal die unmittelbaren Kollegen deinen Namen, weil du sowieso von heute auf morgen wieder verschwinden kannst.

» Gerbera » Beiträge: 7650 » Talkpoints: 6,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ja ich habe es selbst auch schon einmal gemacht. Ich hatte damals mich bei einem Unternehmen beworben und wurde daraufhin auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Das Vorstellungsgespräch lief nicht so gut. Es wurden viele dumme Fragen gestellt. Was mich dann auch irgendwann aufgeregt hat. Insgesamt hat dieses nun anderthalb Stunden gedauert. Danach E-Mail bekommen das sie mich gerne einstellen würden und nur auf meine Rückmeldung warten. Ich habe mich aber daraufhin nicht mehr bei denen gemeldet. Im Endeffekt bekam ich eine "böse" E-Mail von dem Unternehmen, das sie wen anders einstellen und warum ich mich nicht mehr gemeldet habe etc..

» escopablo » Beiträge: 69 » Talkpoints: 15,23 »



Dieses Phänomen scheint ja noch gar nicht so alt zu sein wenn ich das richtig gelesen habe. Es scheint wohl ein Art Gegenreaktion zu sein, zudem ganzen Bewerbungs-Wahnsinn, den man normalerweise durchmachen muss, bis dass man mal einen Job oder auch nur die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhält.

Natürlich ist das nicht sehr angenehm für den Arbeitgeber, aber ich kann es dann doch aus der Sicht der Bewerber gut nachvollziehen. Vor einiger Zeit war es noch so, dass gute Stellen rar waren und so musste man einen Haufen Bewerbungen schreiben um überhaupt mal ein Vorstellungsgespräch zu erhalten. Heute sieht der Arbeitsmarkt wesentlich besser aus. Schlagwort Fachkräftemangel. Ich habe mich auch vor kurzem bewerben müssen und obwohl ich als Techniker eine recht gefragte Fachkraft bin, musste auch ich einige Bewerbungen schreiben. Auf die meisten habe ich natürlich eine Absage bekommen, einige Wenige haben mich dann auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, aber von doch recht vielen hört man irgendwie gar nichts. Weder dass die Bewerbung eingegangen noch irgendetwas anderes. Manche sende eine E-Mail, dass die Bewerbung eingegangen ist und dann hört man auch nichts mehr.

Mittlerweile scheint sich ja dann der Spieß wohl umzudrehen. Für mich eine logische Konsequenz aus dem was dann vereinzelte Arbeitgeber in der Vergangenheit gemacht haben. Früher haben die nicht geantwortet, heute sind es die Arbeitnehmer. Ich habe auch schon einer Firma gehabt, die mich 2 mal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen haben, um mir dann eine Absage zu erteilen. Die haben auch dumme Fragen gestellt was dann auch echt genervt hat. Ich habe damals den Job wechseln wollen und war also noch angestellt. Also musste ich mir für die Termine frei nehmen nur um eine Absage zu bekommen. Von daher habe ich auch vollstes Verständnis dafür, dass man grade auch bei solchen Firmen den Spieß mal umdreht.

» Kodi » Beiträge: 276 » Talkpoints: 12,74 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich habe so etwas nur einmal bei einer Praktikantin mitbekommen, die sich auch noch freiwillig in ihren Ferien bei uns die Berufe angeschaut hat. Einige Tage lang kam sie zur Arbeit und eines Tages blieb sie einfach fern und ging auch nicht ans Telefon, als wir versuchten, sie zu erreichen. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl, aber da es "nur" eine Praktikantin war, war es nicht so schlimm. Trotzdem finde ich, dass man immer auch absagen kann, wenn etwas ist und dass ein einfaches Fernbleiben unfair ist.

» Barbara Ann » Beiträge: 26688 » Talkpoints: 14,50 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


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