Wann zu hohe Ansprüche an sich selbst haben?

vom 12.02.2019, 22:16 Uhr

Ich habe oft hohe Ansprüche an mir selbst, da ich mir eigentlich ganz gerne hohe Ziele setze. Ich würde schon sagen, dass ich motiviert und ehrgeizig bin, wobei es mir hilft, wenn ich auch hohe Ansprüche habe, die ich zu erfüllen versuche. Natürlich klappt das nicht immer, aber das ist mir lieber, als wenn ich mir sehr geringe Ziele setze, da ich dann auch einfach nicht so motiviert bin.

Habt ihr öfter mal hohe Ansprüche an euch selbst? Wenn ja, in welchen Bereichen ist das so? Oder achtet ihr eher immer darauf, euch eure Ziele nicht so hoch zu stecken, damit ihr sie auch auf jeden Fall erreichen könnt? Bei sehr hohen Zielen oder großen Ansprüchen ist man ja doch öfter mal enttäuscht von sich selbst.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 30357 » Talkpoints: 118,04 » Auszeichnung für 30000 Beiträge



Ich habe sehr oft, sehr hohe Ansprüche an mich selbst. Doch leider meistens so hoch, dass der Erfolg kaum machbar ist und ich dann vorzeitig resigniere. Leider bin ich sehr perfektionistisch und manchmal mache ich Dinge einfach nicht zu Ende, wenn ich merke, dass sie meinen Vorstellungen nicht genügen.

Ich lerne aber gerade, dass auch das unperfekte seinen Reiz hat und manchmal besonders Charmant ist. Hierbei spreche ich jetzt zum Beispiel von künstlerischen Tätigkeiten. Ich finde es gut, wenn man hohe Ansprüche an sich selbst stellt, aber sie sollten nicht utopisch sein.

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» PinkPirate » Beiträge: 632 » Talkpoints: 6,88 » Auszeichnung für 500 Beiträge


"Perfektionismus" ist für mich etwas, womit man beim Vorstellungsgespräch scheinbar bescheiden eine Schwäche zugibt, und zugleich dann doch damit prahlt, wie hohe Ansprüche an die eigene Leistung man doch habe. Für mich selbst habe ich mich davon schon länger verabschiedet. Als ich noch jünger war, habe ich auch geglaubt, alles "perfekt" oder gar nicht machen zu müssen, aber im Laufe der Jahre sind mir doch die ganzen Nachteile an dieser Haltung aufgefallen.

Sehr oft, gerade im Job, fällt es meiner Erfahrung nach nicht auf oder interessiert schlicht nicht, ob ich mit 80 Prozent an Einsatz und Engagement eine solide Leistung abgeliefert habe oder mich abgerackert, verkünstelt und an unwichtigen Details gefeilt habe, um das Ergebnis mit völlig unverhältnismäßigem Aufwand auf 88 Prozent hochzufiedeln. Dafür tätschelt mir keiner die Ohren.

Und auch bei meinen Hobbys und sonstigen Tätigkeiten bin ich mittlerweile bei der Erkenntnis, dass der Spruch: Erledigt ist besser als perfekt doch irgendwo stimmt. Gerade beim Sport tue ich mir wirklich schwer, weswegen ich mir abgewöhnt habe, allzu sehr auf die Ergebnisse zu schielen, weil Bewegung grundsätzlich gut für die Gesundheit ist, egal ob man seine Leistung rasant steigert oder im Schneckentempo dahinkraucht. Und wenn ich etwas Kunsthandwerkliches anfertige oder schreibe oder male macht es mir auch mehr Spaß, wenn ich nicht immer darauf schiele, was daran alles schlecht ist und besser gemacht werden könnte.

» Gerbera » Beiträge: 7334 » Talkpoints: 0,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich halte zu hohe Ansprüche für kontraproduktiv. Meiner Ansicht nach führt das nur zu einem Burnout, wenn man nicht aufpasst. Daher habe ich mir natürlich Ziele gesetzt, aber es reicht mir im Prinzip auch schon, wenn ich durchschnittliche Leistungen erbringen muss, um das Ziel zu erreichen. Ich peitsche mich also nicht zu überdurchschnittlichen und übermenschlichen Leistungen an, wenn ich weiß, dass ich auch mit weniger Aufwand und Einsatz meine Ziele genauso gut erreichen kann. Man muss eben immer für sich selbst abwägen, ob sich das überhaupt lohnt, sich übermäßig anzustrengen oder nicht.

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» Täubchen » Beiträge: 29293 » Talkpoints: 3,15 » Auszeichnung für 29000 Beiträge



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