Wann und für wen lohnt sich eine private Unfallversicherung?
Als normaler Arbeitnehmer ist man doch eigentlich sowieso gesetzlich unfallversichert, aber trotzdem kenne ich Leute, die obendrein noch eine private Unfallversicherung abgeschlossen haben. Ist das denn eigentlich sinnvoll und wenn ja, wann und für welche Personengruppe denn eigentlich? Seid ihr privat unfallversichert und was war denn euer hauptsächlicher Beweggrund, solch eine Versicherung abzuschließen?
Die gesetzliche Unfallversicherung kommt nur zum Tragen, wenn man dienstlich verunfallt, bzw. auf dem Weg zur Arbeitsstätte, sowie bei Berufskrankheiten. Sie ist auch nicht zwingend für jeden Menschen als Pflichtversicherung vorgesehen, da gibt es einige Ausnahmen.
Jegliches private Risiko wird dabei nicht abgedeckt, somit auch nicht der Umweg zum Bäcker, den man vielleicht morgens auf dem Weg zur Arbeit macht.
Wer sich also für Unfälle in seiner Freizeit absichern möchte oder aber nicht als Pflichtversicherter gilt und trotzdem das Unfallrisiko versichern möchte, muss die mit einer privaten Unfallversicherung tun.
Wie Squeeky bereits geschrieben hat sind durch die gesetzliche Unfallversicherung, die ausschließlich durch den Arbeitgeber bezahlt wird, nur Unfälle während der Arbeitszeit oder auf dem direkten Weg abgesichert.
Da die meisten Unfälle aber im Haushalt oder im privaten Umfeld passieren, ist die private Unfallversicherung neben der Haftpflichtversicherung eine der wichtigsten Versicherungen die man unbedingt haben sollte, vor allem weil sie sehr wenig kostet im Vergleich zu der Leistung die im Falle eines Unfalls mit Folgen von der Versicherung geleistet wird.
Neben der Versicherungssumme der Unfallversicherung und der Progressivität, einem Prozentsatz für die Maximalleistung und einer Leistungseinstufung, ist auch eine Rentenleistung ab einem gewissen Grad der Invalidität sehr wichtig. Kann man aufgrund einer Unfallfolge nicht mehr arbeiten, so bekommt man die gesetzliche Erwerbsminderungsrente die sich nach dem Rentenanspruch für die Altersrente richtet. Dieser ist aber besonders in jungen Jahren sehr gering und so hat man nach einem Unfall eine ordentliche Einkommenslücke und oft auch mehr Ausgaben die sich aus den Folgen des Unfalls ergeben.
Das lässt sich recht schwer pauschal sagen. Grundsätzlich ist man als Angestellter ja nur bei Dienstgeschäften über die Berufsgenossenschaft abgesichert bzw. bei einigen Anstellungsverhältnissen über die Unfallkasse. Damit fallen aber schon mal alle Selbständigen raus, sofern sie sich nicht freiwillig versichern. Das tun natürlich viele um Kosten zu sparen nicht.
Für alle anderen gilt die Frage, wie hoch das Risiko ist, außerhalb der Arbeit zu verunfallen. Das Problem mit der Erwerbsminderungsrente ist ja zum Bespiel, dass man für diese ein regelrechter Krüppel sein muss, da hier grundsätzlich in andere Berufe verwiesen werden kann. Natürlich kann man noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, aber diese versucht ja eher die Einkommenslücke zu schließen, wenn das Einkommen weg fällt. Aber was ist mit Wohnungsumbau oder zum Beispiel Fahrzeugumbau, wenn alles rollstuhlgerecht werden muss?
Die entscheidende Frage lautet also, wie hoch ist das Risiko privat einen Unfall zu erleiden, der nicht stemmbare Kosten nach sich zieht. Das hängt dann natürlich vor allem von den Lebensgewohnheiten ab. Wer zum Beispiel viel risikoreiche Freizeitbeschäftigungen nachgeht, der hat natürlich ein wesentlich höheres Risiko. Da muss man dann aber auch schauen, ob sich alle privaten Risiken wirklich absichern lassen. Wenn man sich zum Beispiel überlegt, dass man viele Risikosportarten betreibt, der Versicherer genau die aber ausschließt, bringt das auch wieder nichts.
Was man auch bedenken sollte sind zum Beispiel die Frage der Sinnhaftigkeit in Abhängigkeit vom Alter. So werden ja gerne und bei jeder Gelegenheit Versicherungen für Kinder angeboten. Dabei sind diese rein statistisch betrachtet, rausgeschmissenes Geld. Kinder verunfallen fast nie so, dass sie einen dauerhaften Leistungsanspruch erwirken würden. In fast allen Fällen regenerieren Kinder entweder zu 100 Prozent oder sterben bei den Unfällen. Erwachsene dagegen haben zum Beispiel ein wesentlich höheres "Risiko" Unfälle schwer geschädigt zu überstehen.
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