Wann habt ihr euch selbst schon enttäuscht und wieso?

vom 16.03.2020, 18:07 Uhr

Ich habe oft recht hohe Erwartungen an mich. Ich würde sagen, dass ich ein sehr ehrgeiziger Mensch bin und oft sehr hohe Ziele habe. Natürlich kann ich diese auch nicht immer erreichen, was ja völlig normal ist. Manchmal sind diese Ziele auch so hoch, dass sie quasi unerreichbar sind. Trotzdem bin ich dann oft enttäuscht von mir selbst, wenn ich diese Ziele nicht erreiche.

Seid ihr auch öfter mal enttäuscht von euch selbst? Könnt ihr da konkrete Situationen ausmachen? Setzt ihr euch auch oft zu hohe langfristige Ziele oder passiert es euch eher mal im Alltag, dass ihr enttäuscht seid, dass ihr nicht so reagiert habt, wie ihr es im Nachhinein gerne getan hättet?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ich erwarte auch immer recht viel von mir und bin dann selbst von mir enttäuscht, wenn ich meine eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnte, warum auch immer das nicht möglich war. Ob nun etwas dazwischen gekommen ist oder ich die Ziele einfach zu hoch gesteckt habe, ändert an dem Gefühl erst einmal nichts, die Enttäuschung ist dann erst einmal da.

» Barbara Ann » Beiträge: 28516 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich war früher sehr oft von mir enttäuscht, weil ich mir dauerhaft einfach im Weg gestanden habe. Ich war super schüchtern und konnte nicht wirklich da raus. Das hat lange gedauert und bis ich dann wirklich aus mir raus konnte, habe ich mich sehr enttäuscht. Ich habe dann gewisse Dinge einfach nicht gemacht, die ich sicherlich gerne gemacht hätte oder mich nicht getraut mit Leuten zu reden, die ich gerne kennengelernt hätte. Ich habe mich selber als nicht gut genug gesehen und daher auch meine eigenen Leistungen schlecht geredet. Aus heutiger Sicht ist das absolut schlimm, aber mittlerweile ist alles anders und ich enttäusche mich nicht mehr und mache das was ich will.

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» Ramones » Beiträge: 45458 » Talkpoints: 69,88 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Hin und wieder, würde ich sagen. Ist es nicht eine ganz normale Alltagserfahrung, dass irgend etwas schiefgeht und man hinterher dasteht und sich sagen muss: Super Leistung, Gerbera, damit hast du genau niemandem geholfen und es ist schade um die Kartoffeln?

Beispiele gäbe es da sicher genügend, von kleineren Misserfolgen an der Koch- und Backfront über vergeigte Prüfungen aller Art (nach denen heute absolut kein Hahn mehr kräht) oder irgendwelche Konflikte und Streitereien, die dir hinterher leid tun, weil du sinnlos über die Gefühle anderer getrampelt bist.

Aber andererseits nützt es ja auch nichts, sich hinterher im Selbstmitleid zu suhlen und sich noch zusätzlich Vorwürfe zu machen, weil man ja so hohe Ansprüche an sich hat und so ehrgeizig ist, dass man ihnen nicht immer gerecht werden kann. Für mich klingt dies schon reichlich eitel und egozentrisch. Anstelle sich darüber Gedanken zu machen, was man vielleicht bei anderen angerichtet haben könnte, weil man sich mal wieder blöd angestellt hat, wird so vor allem das eigene Ego gepflegt und ängstlich auf Schäden überprüft.

» Gerbera » Beiträge: 9805 » Talkpoints: 2,27 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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