Wann dürfen sich Eltern in das Leben ihrer Kinder einmischen

vom 06.05.2019, 06:47 Uhr

Ich persönlich bin der Ansicht, dass Eltern sich nicht in das Leben ihrer Kinder einmischen dürfen, sobald diese eben erwachsen geworden sind. Leider gibt es immer wieder Eltern, die das nicht so eng sehen und sich ständig bei ihren Kindern einmischen, egal um was es dabei geht. Meine Eltern sind da glücklicherweise nicht so, weil ich schon früh die Grenzen abgesteckt habe. Ich kenne aber genug andere Beispiele, wo das eben nicht der Fall ist. Wann dürfen sich Eltern eurer Meinung nach in das Leben ihrer Kinder einmischen? Wo zieht ihr persönlich die Grenze und warum?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,06 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich denke, dass es oftmals für Eltern schwer ist, sich eben nicht mehr einzumischen, auch wenn das Kind erwachsen ist. Immerhin möchten Eltern nur das Beste für ihr Kind und es vor einigen Dingen auch beschützen. Bei meinen Eltern ist es so, dass sie sich nicht mehr einmischen und ich darüber auch wirklich froh bin. Ich finde eine Einmischung in Ordnung, wenn man als Kind gezielt um einen Rat bittet in Ordnung. Ansonsten würde ich das eher nicht gut heizen und da sicherlich auch etwas sagen, wenn das öfter vorkommen würde.

Wenn allerdings das Leben des Kindes auf dem Spiel steht, dann sollten und müssen sich Eltern sicherlich einmischen, egal wie alt das Kind in dem Fall ist. Das ist dann aber auch sicherlich eine Ausnahmesituation.

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» Nelchen » Beiträge: 32246 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich denke, dass es von beiden Seiten abhängt, wer sich wo "einmischen" darf. Wenn beispielsweise Oma und Opa regelmäßig zum Kinderhüten eingeteilt werden, ist es schwerer zu sagen, dass diese zwar Dienstleistungen erbringen, aber davon abgesehen sich nicht einmischen dürfen. Oder wenn man gerne die finanzielle Unterstützung der Eltern annimmt, um sich beispielsweise eine Immobilie zu kaufen, kann man sich auch weniger beschweren, wenn die Eltern sich auch dafür interessieren, was mit ihrer geschenkten Barschaft passiert. Familienverhältnisse sind in meinen Augen zudem immer schwieriger, weil Emotionen aller Art im Spiel sind.

Wenn man nicht möchte, dass sich die Eltern einmischen, muss man sie meiner Meinung nach auf Distanz halten. Also nicht alles erzählen, sich finanziell loskoppeln, nicht um Rat fragen und Hilfeleistungen von ihrer Seite minimieren. Das ist aber aus den oben erwähnten emotionalen Gründen auch so eine Sache. Ich selber bin von Natur aus ein verschlossener und distanzierter Mensch, weswegen sich niemand in mein Privatleben einmischen kann.

» Gerbera » Beiträge: 8548 » Talkpoints: 0,58 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Klar, wenn du mit 18 Jahren zu Hause ausziehst und von da an dein Leben selber finanzierst und auch sonst alles selber geregelt bekommst kannst du natürlich mit solchen Forderungen ankommen und ich finde, dass die Eltern das dann auch akzeptieren müssen.

Bei mir war es aber so, dass ich nach dem Abitur studiert habe und von meinen Eltern dabei unterstützt wurde, also musste ich es auch akzeptieren, dass sie sich "einmischen" bzw., dass sie sich eben einfach für mein Leben interessieren und eine Meinung haben.

Ich fand das aber auch nie schlimm und ich hatte auch nie das Gefühl "Grenzen abstecken" zu müssen. Ich bin mit meinen Eltern immer gut klar gekommen und sie kennen mich gut genug um zu wissen, was ich akzeptiere und was nicht.

Ich habe Leute, die mit "Grenzen abstecken" und solchem Kram ankamen sobald sie 18 waren immer als ziemlich unreif empfunden. Wie Kinder, die trotzig mit dem Fuß aufstampfen und behaupten erwachsen zu sein, statt wie Erwachsene, die sich mit anderen Erwachsenen auf gleichem Niveau begegnen, sich unterhalten und die Sache klären.

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» Cloudy24 » Beiträge: 24194 » Talkpoints: 150,61 » Auszeichnung für 24000 Beiträge


In meinem Fall heißt es nicht, dass ich mich nicht mehr in das Leben meiner nun zwanzigjährigen Tochter seit der Volljährigkeit einmischen darf. In meinem Fall heißt es, dass ich mich zum Glück nicht einmischen muss, da sie wirtschaftlich selbständig ist. Natürlich würde ich sie gern heute noch wiegen und verwöhnen. :wink:

Aber das ist ja nicht der Sinn des Lebens. Da wir auch noch etliche hundert Kilometer getrennt voneinander leben, fällt das Loslassen und "Sich-nicht-einmischen" nicht schwer. Ich bin jetzt Mitte fünfzig und glücklich und zufrieden, dass ich mich in das Leben meiner Tochter nicht mehr einmischen muss. Das trägt auch zu unserem entspannten lockeren Verhältnis bei.

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» Quasselfee » Beiträge: 1879 » Talkpoints: 107,21 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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