Verbot von Konversionstherapien lange überfällig?
Laut Medienberichten möchte Bundesgesundheitsminister Spahn die Konversionstherapien für Homosexuelle verbieten lassen. Unter Konversionstherapie versteht man, dass Homosexuelle "geheilt" werden sollen und ihre sexuelle Orientierung als krankhaft verstanden wird. Ich wusste nicht mal, dass diese Art von Therapie im Deutschland des 21. Jahrhunderts noch großartig verbreitet sind.
Was haltet ihr von dieser Aussage? Findet ihr, dass so ein Verbot von Konversionstherapien schon lange überfällig sind? Oder findet ihr das übertrieben und wenig nachvollziehbar? Lohnt sich so ein Verbot überhaupt noch? Wie oft werden solche Therapien überhaupt noch eingesetzt?
Und Spahn ist jetzt der große Held, oder wie?
Die Grünen haben längst einen Verbotsantrag gestellt. Aber das christliche Weltbild möchte halt Homosexualität als behandelbare Störung sehen. Seine eigene Partei hat das blockiert. Und jetzt, wo ein Beschluss des Europaparlaments für Druck auf Deutschland sorgt, stellt sich Spahn als Retter der Schwulen und Lesben hin?
Ich begrüße so eine Änderung sehr, aber wäre ich betroffen, käme ich mir verarscht vor. Denn von einem Homosexuellen würde ich mehr Einsatz für die eigene Sache erwarten. Schließlich hat er sonst zu jedem Thema eine Meinung. Nur wenn es sein Ressort betrifft, kommt wenig.
Meiner Ansicht nach ist ein Verbot völlig unnötig und nur rein ideologisch begründet. Sie ist nicht gesundheitsschädlich und solche Therapien kann jeder abbrechen wann er will. Über Sinn und Unsinn von medizinischen Maßnahmen lässt sich trefflich streiten. Da machen Krebspatienten aus Verzweiflung noch ganz andere Dinge.
Ich finde so etwas muss auf jeden Fall verboten sein und bin einigermaßen darüber geschockt, dass das überhaupt möglich ist. Es kommt ja sicherlich auf die Therapie an, aber wenn man den Menschen seelisch und körperlich zu sehr unter Druck setzt ist das nichts, was in Ordnung geht. Vor allem ist das auch falscher Druck von außen, der einen vielleicht dazu bringt so etwas zu machen. Wir sollten auch nach außen hin zeigen, dass es vollkommen okay ist schwul oder lesbisch zu sein und man solche Therapien mit keinem Erfolg nicht toleriert, aber die Menschen und deren Art der Liebe.
Es ist eine ergebnisoffene Therapie, die nicht gegen den Willen des Patienten durchgeführt wird. Das werden sowieso nur Patienten machen, die sich nicht sicher sind. Die Patienten werden nicht etwa mit Elektroschocks konditioniert. Außerdem werden Therapien dann einfach unter anderem Namen geführt und dann tatsächlich von der Kasse bezahlt.
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