Vater besucht statt totem Sohn den Abschlussball

vom 10.06.2018, 21:17 Uhr

In Amerika hat ja der Abschlussball noch mal eine ganz andere Position als in Deutschland. Den meisten amerikanischen Schülern ist diese Veranstaltung enorm wichtig. So auch Carter Brown, der seine feste Freundin Kaylee zum Abschlussball ausführen wollte. Beide Teenager freuten sich schon sehr auf das Highlight ihrer Schullaufbahn. Aber einen Monat bevor die Sause stattfinden sollte, verunglückte der junge Mann tödlich. Für seine Freundin brach eine Welt zusammen und sie wollte den Abschlussball erst gar nicht mehr besuchen.

Dann bot der Vater von Carter dem Mädchen an, statt seines verstorbenen Sohnes mit ihr zum Abschlussball zu gehen. Was für beide eine wichtige Erfahrung war und beiden und auch der Mutter gut tat. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Ich finde die Geschichte rührend, aber darauf ist die Geschichte ja auch ausgelegt. Ich fragte mich aber, ob ich wohl mit dem Vater eines verstorbenen Partners eine wichtige Veranstaltung besuchen würde. Also eine Veranstaltung die für meinen Partner und mich wichtig gewesen wäre. Würdet ihr mit einem Elternteil als Ersatz für den verstorbenen Partner eine solche Veranstaltung besuchen?

» XL » Beiträge: 681 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Es kommt sicherlich auf die Umstände drauf an. Wenn ich wüsste, dass es meinem Kind besonders wichtig gewesen wäre, den Abschlussball zu besuchen oder er nicht gewollt hätte, dass seine Freundin diesem fernbleibt, weil sie keine Begleitung hat, würde ich das wohl auch machen. Es kostet einen selbst ja nicht viel und anscheinend hat es in dem beschriebenen Fall allen gut getan und geholfen. Dann spricht für mich auch nichts dagegen. Wobei man natürlich auch weiß, dass den Sohn eben niemand wirklich ersetzen kann.

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» Nelchen » Beiträge: 27048 » Talkpoints: 0,54 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


In Amerika scheint das ja wirklich einen sehr hohen Stellenwert zu haben. Ich glaube ehrlich gesagt, dass mir absolut egal wäre wie sich das Mädchen fühlt und das sie keinen Tanzpartner mehr hat, wenn es mein Sohn gewesen wäre. Sicherlich wäre es ihm dann auch wichtig gewesen seinen Abschlussball zu erleben, aber ich bin ja kein Ersatz und ich denke auch nicht, dass man dann damit ein gutes Gefühl haben würde.

Ich denke, dass man dann auch erstmal Zeit zum Verarbeiten für sich braucht. Ich hätte das nicht gemacht, finde aber, dass er das für das Mädchen und letztendlich in Gedenken an seinen Sohn gemacht hat. Dazu gehört auch einiges, da man dann auch erstmal sein Tief überwinden muss, sich aufraffen muss.

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» Ramones » Beiträge: 35740 » Talkpoints: 13,85 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Für mich ist das Betroffenheitskitsch pur, weswegen es die Geschichte wohl auch in die Medien und bis zu uns rüber geschafft hat. "Prom Night" kennen wir auch hierzulande aus diversen Kinofilmen und von daher weiß das Publikum zumindest in der Theorie, welche Bedeutung dieser Tag angeblich für die us-amerikanischen Teenager hat, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, dass sich viele diesem ganzen Quatsch auch verweigern.

Bei solchen Anekdoten frage ich mich ehrlich gesagt auch immer, wer auf die Idee gekommen ist, aus einer Tragödie Profit zu schlagen und den ganzen Schmonz der "Bunten" und ähnlichen Medien als Tränendrüsendrücker zu verkaufen. Vielleicht wäre es den Beteiligten ja lieber gewesen, diese Art, mit dem Verlust eines jungen Menschen umzugehen, in aller Stille abzuhalten und seiner auf diese Art zu gedenken? Ich bin hier einfach zu zynisch, um mich an Second-Hand-Betroffenheit hochzuziehen und sentimental zu werden.

» Gerbera » Beiträge: 6330 » Talkpoints: 3,61 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



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