Totes Tamagotchi zu traurig für Kinder?

vom 28.08.2017, 20:39 Uhr

Vor ein paar Jahren sind die Tamagotchis ja wieder aufgetaucht. Ich hatte als Kind auch eines und ich weiß noch, dass es damals gar nicht so einfach war, die Dinger auf Dauer am Leben zu erhalten, gerade wenn man in die Schule geht - und da wurden die Teile schnell verboten.

Eine Freundin hatte damals ebenfalls eines und kein Tamagotchi hat länger als drei Tage gelebt, obgleich sie sich wirklich Mühe gegeben hat alles richtig zu machen. Irgendwann war sie total fertig und hat sogar geweint, als sich wieder ein Tamagotchi verabschiedet hat. Ihre Mutter war sehr genervt und froh, als der Trend endlich wieder verschwand. für sie war das in Sachen Spielzeuge eines der größten Fehlkäufe überhaupt.

Findet ihr, dass Tamagotchis in dieser Hinsicht eine Überforderung für kleinere Kinder darstellen? Zwar sind das nur Pixel-Tierchen auf einem kleinen Bildschirm, aber ein Kind schließt solche Dinge ja anders ins Herz als ein Erwachsener und der Tod des virtuellen Schützlings kann wohl ganz schön mitnehmen. Denkt ihr, dass es keine gute Idee ist, das Spiel durch ein totes Tamagotchi enden zu lassen?

» Schneeblume » Beiträge: 3096 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich, warum man die Kinder heutzutage dermaßen in Watte packt und ihnen nicht zutraut mit etwas fertig zu werden. Man muss doch nur dem Kind erklären, dass es ein Spielzeug ist und kein echtes Lebewesen. Meine Kinder hatten auch so ein Teil und ich weiß nicht, wie oft dieses Ding tot war und wieder aufgeweckt wurde. Auch dieser Furby und was es sonst noch gibt. Traut doch den Kindern einfach mal zu, dass sie auch mit sowas fertig werden, wenn man ihnen es als Erwachsener auch erklärt.

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» Diamante » Beiträge: 41833 » Talkpoints: 41,98 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Ich sehe es wie Diamante und sehe es auch eher so, dass man die Kinder immer mehr in Watte packt und von der Realität fern hält. Was will man damit erreichen? Sei es nun, dass den Kindern erzählt wird, dass die Wurst am Baum wächst und nicht vom Tier kommt, damit sie das auch weiter essen.

Nicht lachen, habe ich schon erlebt wie das einem Kind erzählt worden ist, weil man es nicht mit dem Thema Tod konfrontieren wollte und das Kind war da schon 8 Jahre alt. Haustiere wurden ausgetauscht wenn eines Tod lag und im Endeffekt lebt der Fisch im Kinderzimmer schon Ewig, auch wenn es sicherlich schon der 4. seither ist.

Hier ist es nur ein Spielzeug, man kann es erneut beleben und von vorne anfangen. Nichts schlimmes, auch wenn es traurig ist wegen der Zeit und Mühe und wenn man sein Kinderherz daran verloren hatte. Ich war auch mal traurig bzw. eher wütend auf mich selbst als meines starb, aber nur weil es eine besondere Entwicklung war die selten passiert und das dann die Grätsche gemacht hat, weil ich es vergessen hatte zu bespielen einige Stunden. Aber auch nicht schlimm, auf ein neues und nach ca 20 weiteren Versuchen hatte ich wieder diese Form die dann ein paar Tage länger gehalten hat, bis die Batterie fertig war und das Spielzeug nicht mehr benutzt wurde.

Aber wenn ein Kind schon flennt wegen jedem toten Pixel dann würde ich auch nicht das Kind weiter damit spielen lassen, sondern es weg packen und warten bis es älter ist und damit umgehen kann sowie auch das Gespräch zu dem Thema suchen. Es ist nur ein Spielzeug und auch wenn man Emotionen daran setzt und eher von der weichen Sorte ist die nah am Wasser gebaut ist, kann man dem Kind klar machen, dass es dann vielleicht nicht das richtige Spielzeug für das Kind ist und stattdessen eine Alternative finden.

Und Schule war auch kein Ding, alle 1,5 Stunden war Pause und die haben das auch mal solange ohne füttern, sauber machen und spielen überlebt. Meines war mit in der Schule und hat immer gelebt wenn es in den Pausen gemacht wurde und da war es auch nicht verboten, nur im Unterricht musste es in der Tasche bleiben. Aber Pause war kein Ding und solange sich daran gehalten wurde, durfte es auch verwendet werden.

Erst wenn so etwas aus dem Rahmen springt und alle mitten im Unterricht daran spielen, wird so etwas verboten. Auch das ist ein Verhalten was man an seine Kinder geben kann, bei manchen haben sogar die Mütter Zuhause das Ding weiter beduddelt wenn die Kinder in der Schule waren, fand ich ebenfalls merkwürdig.

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» Sorae » Beiträge: 19465 » Talkpoints: 5,84 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Ich hatte als Kind auch ein Tamagotchi und habe es geliebt. Ich weiß noch ganz genau, dass ich es einmal meinem Vater gegeben hatte, damit er darauf aufpassen konnte, als ich mal an einem Tag keine Zeit hatte, mich um das Tier zu kümmern. Ich weiß noch, dass mein Vater irgendetwas falsch gemacht hatte, so dass es dann schon verstorben war, als er mir das Tamagotchi wieder überreicht hat.

Für mich ist damals auf jeden Fall eine Welt zusammengebrochen, da ich das Tamagotchi schon recht lange hatte und mich immer gut um mein Tier gekümmert habe. Ich wollte dann auch kein neues Tamagotchi mehr haben, da ich so traurig darüber war. Ich war da auch mächtig sauer auf meine Eltern.

Prinzipiell finde ich Tamagotchis aber nach wie vor cool. Auch wenn das Tier stirbt, ist es nicht so schlimm. Das gehört ja auch zum realen Leben und damit müssen sich auch Kinder mal auseinandersetzen. Ich denke, dass es aber schon helfen kann, Kindern beizubringen, wie man Verantwortung für etwas übernimmt und wie es ist, wenn jemand, beziehungsweise etwas stirbt.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31829 » Talkpoints: 175,86 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Ich hatte als Kind ebenfalls so ein Tamagotchi gehabt, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich irgendwie besonders traurig gefühlt hätte, weil das Tamagotchi gestorben war. Dann wurde halt neu gestartet und das ganze Thema ging wieder von vorne los. Ich finde es höchst zweifelhaft, wenn man Kinder so viel in Watte packt, sodass sie nicht lernen, mit negativen Ereignissen umzugehen und eine gewisse Frustrationstoleranz entwickeln.

Das fängt ja schon damit an, dass die Erwachsenen teilweise absichtlich verlieren, damit die Kinder immer bei Spielen gewinnen, hinterher drehen die Kinder aber durch, wenn sie dann tatsächlich mal verlieren und entwickeln sich zu schlechten Verlierern. Dasselbe, wenn es um Todesfälle angeht. Woher kommt der Zwang die Kinder in Watte zu packen?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich hatte auch ein Tamagotchi. Die Dinger waren doch damals mal mega. Ich hatte einen Dinosaurier und einen Hund. Natürlich war man manchmal auch etwas geknickt, wenn das Tamagotchi tot war, aber eher, weil man darin arbeitet gesteckt hat. Doch das ist auch in Wahrheit so.

Egal wie gut ich meinen Hund pflegen werde, er stirbt irgendwann. Das muss man im Leben nun einmal verstehen und deswegen finde ich, dass ein Tamagotchi vollkommen problemlos genutzt werden kann. Es ist ja nicht in echt tot, sondern nur eine Computererscheinung.

Doch das ist wirklich nicht der Rede wert. Wir reden hier von einem Gegenstand und keinem echten Lebewesen, wo jede Trauer des Kindes nachvollziehbar wäre. Diese sollte natürlich auch nicht dauerhaft übertrieben sein, aber man kann auch als Eltern dazu führen, dass Kinder wirklich nicht verlieren können, den tot nicht verarbeiten können und mehr.

Ich denke einfach, dass man es manchmal auch übertreiben können. Das ist wie mit Eltern, die Computer-Kampfsportspiele verbieten, weil das Kind sich sonst gerne prügeln würde oder auf Karate Kid macht. Es ist ja auch nicht so, dass durch Call of Duty ein Kind mit dem Gewehr draußen rumballert.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4743 » Talkpoints: 49,85 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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