Tasereinsatz getestet

vom 09.10.2007, 00:39 Uhr

Tasereinsatz oder nicht?

Diese Frage beschäftigt schon seit einiger Zeit Kritiker als auch Befürworter dieser Waffe.
Aufgeworfen wurde diese Diskussion unter anderem durch einen Vorfall beim G8-Gipfel in Genua 2001.
Der 23 Jahre alte Carlo Giuliani gehörte dort zu den Demonstranten. Er ging mit einem Feuerlöscher auf einen Polizisten los und wurde daraufhin erschossen-

Durch Todesfälle dieser Art wurde in der Öffentlichkeit, aber auch besonders unter den Polizisten der Ruf nach alternativen, ungefährlicheren Waffen laut, eine mögliche Antwort ist der Taser - dieser verschießt Drähte mit Widerhaken, welche wiederrum 50000 Volt in den Körper der Beschossenen fließen lassen und machen diese dadurch handlungsunfähig.

Amnesty International bemängelt allerdings, dass seit 2001 über 270 Menschen durch Tasereinsatz zu Tode gekommen seien, dass die vergleichsweise Harmlosigkeit dieser Waffe zu unverhältnismäßig hohem Einsatz dieser Waffe verführe und dass bisherige Untersuchungen nicht aussagekräftig genug sind, da sie nur an Tieren und gesunden Menschen durchgeführt würden, nicht aber im Polizeialltag und bei drogensüchtigen oder psychisch kranken Menschen.

Nun wurden aber erstmals Studien veröffentlicht, die schon aus dem Polizeitalltag stammen, wie Studienleiter Bozeman von der Wake-Forest Universität berichtet.
In tausend Fällen mussten nur drei Menschen ins Krankenhaus, bei einem davon ist der Zusammenhang mit dem Taser noch nichtmal gesichert und niemand starb. In allen anderen Fällen beschränkten sich die Verletzungen wenn überhaupt auf blaue Flecken und Kratzer.

Die Differenz zu den Zahlen von Amnesty kann laut Bozeman viele Ursachen haben und muss seiner Studie nicht widersprechen:
Seit 2001 nutzen auch viele Privatleute schon den Taser, außerdem sind 11.000 bis 18.000 Strafverfolgungsbehörden der USA schon mit den Tasern ausgerüstet, sodass es in Ausnahmen zu Todesfällen gekommen sein könne, diese stünden aber in keinem Verhältnis zu den Verletzten und Toten beim Polizeigebrauch von Schusswaffen.

» Saturn1985 » Beiträge: 446 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ach Saturn, ein zweischneidiges Schwert welches Du da wieder hervorkramst :wink:.

Auf der einen Seite spricht viel gegen den Taser, denn er ist "sicherer" als eine Schusswaffe, da er eben zu weniger tödlichen Zwischenfällen führt, als die bisherigen Mittel der Polizei. Natürlich benötigen Polizisten dennoch eine Schusswaffe, denn ein Taser kann auch nicht alles.

Zudem kann man diesen auch "abwehren" durch vorbereitende Maßnahmen wie einen Körperpanzer unter der Kleidung.

Schmerzlos ist ein Taser auf keinen Fall, also wer auch immer die Geschosse abbekommt, da leidet man schon ordentlich, und eine harmlosere Waffe kann auch öfter eingesetzt werden, da die Hemmschwelle natürlich niedriger ist. Mit Polizeigewalt stehe ich zudem auf Kriegsfuß.

Ich frage mich, auch wenn das etwas provokant klingt, was aus den "guten alten" Gummigeschossen geworden ist, die ja die Vorteile einer Schusswaffe und die eines "bremsenden" Geschosses verbinden, auch wenn diese natürlich nicht völlig ungefährlich sind. Zudem gibt es ja noch Reizgase, die zwar auch nicht ungefährlich, aber dafür massenwirksam eingesetzt werden können, man denke an den alten Tränengas Beschuss oder an den Einsatz von Pfefferspray oder "Gascocktails" mit den Wirkstoffen dieses.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Subbotnik hat geschrieben:Auf der einen Seite spricht viel gegen den Taser, denn er ist "sicherer" als eine Schusswaffe, da er eben zu weniger tödlichen Zwischenfällen führt, als die bisherigen Mittel der Polizei. Natürlich benötigen Polizisten dennoch eine Schusswaffe, denn ein Taser kann auch nicht alles.


Es spricht also gegen den Taser, dass er sicherer ist als eine Schusswaffe? :wink: Puuuh, was spricht denn dann noch für ihn? Spaß, wohl nur ein Verschreiber.
Gegen Polizeigewalt bin ich generell auch, aber zumindest will ich lieber von einem Taser getroffen werden, als von einer Kugel.

Der Schutzpanzer ist natürlich ein gutes Argument, greift aber nicht ganz, da das gleiche auch für die "normale" Schusswaffe möglich ist.
Außerdem werden solche Schutzpanzer wohl nur von "organisierteren" Kriminellen eingesetzt werden, und bei Banküberfällen oder Geiselnahmen wird die Schusswaffe sicherlich nach wie vor genutzt werden.
Die Polizisten müssen eben abschätzen können, wann welche Waffe angebracht ist.

» Saturn1985 » Beiträge: 446 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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