Lehrer müssen Unterrichtsmittel nicht selbst bezahlen

vom 26.09.2007, 16:48 Uhr

Das OVG Münster entschied nun, dass Lehrer nicht dazu verpflichtet werden dürfen, etwaige Unterrichtsmittel oder Lehrmittel selbst zu bezahlen und die Kosten hierfür selbst zu tragen (Az 6 B 1880/06).

Damit folgte man der Klage eines Lehrers, welche von der Verwaltung seiner Schule dazu aufgefordert wurde, benötigte Lehrmittel für den Englischunterricht selbst anzuschaffen und die Kosten hierfür auch selbst übernehmen zu müssen. Die Schulkonferenz lehnte es zuvor ab, dem Lehrer die Kosten hierfür zu erstatten.

Laut dem OVG fehle für eine solche Anordnung seitens des Arbeitsgebers, in dem Fall die Schul bzw. Schulverwaltung, jegliche rechtliche Grundlage – falls Lehrer zuvor bereits Lehrmittel selbst bezahlten ist dies auch keine Rechtfertigung für ein Gewohnheitsrecht, welches hier nicht bestehe. Die steuerliche Absetzbarkeit als mögliche Werbungskosten rechtfertigen den Einkauf auf eigene Kosten ebenfalls nicht. Ein Beamter oder Lehrer erhalte sein Gehalt nicht, um damit benötigte Arbeitsmittel zur korrekten Ausübung seiner Tätigkeit anzuschaffen.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ja also ich finde die Entscheidung des Gerichtes vollkommen richtig.
Der Beruf des Lehrers wird immer unaktraktiver gemacht. Die Lehrer müssen für weniger Geld, mehr arbeiten, haben seit Jahren keine Gehaltserhöhungen bekommen, sondern im Gegenteil wurde das Gehalt drastisch gekürzt und dann sollen sie die Schulbücher die sie benötigen selbst bezahlen? Ne, also ich finde es gut, dass dieser Lehrer geklagt hat und Recht bekam.

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Toll für den Lehrer. Aber warum werden dann Shcüler verpflichtet ihre Lehrbücher jedes Jahr neu zu kaufen? Ich finde das genauso ein Unding. Dann sollte es halt einfach Klassensätze an Schulbüchern geben die zu Unterrichtsbeginn ausgeteilt werden und anschließend wieder eingesammelt werden können. Das würde vor allem sozial schwachen Familien zu Gute kommen. Denn die Schulbuchpreise heutzutage sind ja auch jenseits von Gut und Böse. Und irgendiwe kann ich es auch nicht einsehen das die Schüler so viel Geld für Bücher ausgeben sollen die dann nur 1 Jahr lang genutzt werden. Genauso die Arbeitshefte zu den Büchern die mittlerweile auch nicht selten 15 Euro und mehr kosten. Das wäre doch mal ein sinnvoller Ansatz.

mit freundlichen Grüßen

der Matze

» mfalk » Beiträge: 135 » Talkpoints: -1,06 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ja aber für die Lehrer ist es ja ihr Beruf und da brauchen sie doch die Bücher. Das wär doch das gleiche wie wenn der Bauarbeiter seinen Presslufthammer kaufe müsste. Abgesehen davon muss er ja trotzdem das meiste selber zahlen, so z.B. Computer, Papier oder Hefte.

Klar hast du Recht, dass es eine Zumutung ist, dass die Eltern die Bücher jedes Jahr kaufen müssen. Aber es gibt halt einen Selbstbeteilungsbetrag. Der kann von Land zu Land anders sein. Aber das bedeutet nunmal, dass ein gewisser Anteil der Bücher selbst gekauft werden muss und der andere Teil von der Schule gestellt wird. An der Uni wird das dann noch schlimmer, da musst du dann komplett alles selber zahlen. Da sind dann leicht 100 Euro pro Semester weg (nur an Büchern).

Aber dass die Schüler Bücher kaufen müssen ist ja geltenes Recht und steht so im Gesetz. Dass Lehrer die Bücher kaufen sollten, ist jedoch in der Form illegal. Deshalb hat der Lehrer ja geklagt, weil es gegen das Gesetz verstößt. Will man also erreichen dass Bücher auch für Schüler gestellt werden, müsste man sich direkt ans Kultusministerium oder den Landtag wenden und nicht an ein Gericht.

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Naja, kein Schüler muss diese selbst bezahlen, wenn man weiß wie.

In einer öffentlichen Schule, abgesehen von Arbeitsheften, werden die Bücher ja meist gestellt und ausgeliehen, also war immer so an den Schulen in verschiedenen Bundesländern wo ich war, das typisch deutsche Ausleihsystem.

Obwohl ich schon Forderungen von Elternverbänden mitbekam, wonach Bücher auch selber gekauft werden und dafür ermäßigt angeboten werden sollen - ich bin das erste Schuljahr noch in der DDR zur Schule gegangen und dort musste man z. B. die Schulbücher alle kaufen, jedoch hat da ein ganzer Satz Schulbücher für alle Fächer vielleicht 4 oder 6 (Ost) Mark gekostet, also fast nichts gemessen am Monatseinkommen der Eltern, wa rnatürlich stark subventioniert, damit sich alle Bildung leisten können, vom "Arbeiterkind bis zur Intelligenzia".

Wenn man ein Azubi ist, muss man seine Lehrmittel gar nicht selbst bezahlen, denn die Kosten hierfür muss der Betrieb übernehmen, soweit ich das noch weiß.

Und da kann ich Jack R nur zustimmen, in der Schule geht es noch, ich hab für alle meine Unibücher bestimmt schon 1.000 oder 1.300 Euro zahlen drüfen, auch wenn viele aus zweiter Hand waren.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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