Mit dem Rauchen aufhören - wie unterstützen?

vom 13.02.2009, 14:34 Uhr

Mein Freund raucht seit dem er 13 war und das so ca. 1 Schachtel am Tag. Nun hat er beschlossen, dass er einmal versuchen will mit dem Rauchen aufzuhören. Er hat sich als Unterstützung dafür solche Nikotin- Kaugummis gekauft.

Heute hat er mir dann eine Sms geschrieben, dass er bisher nur 2 Zigaretten geraucht hat. Ich freue mich und bin stolz auf ihn. Allerdings ist er wohl durch den Zigaretten- Entzug richtig aggressiv. Er macht mich wegen ganz blöder Dinge fürchterlich zur Schnecke und ich nehme mir sowas dann zu Herzen. Ich versuche schon darüber zu stehen, da ich mir denke, dass es von seiner Raucherentwöhnung kommt. Allerdings ist das auich nicht so einfach.

Ich muss dazu sagen, dass ich Nichtraucher bin und auch immer schon war. Daher bin ich keine Gefahr für ihn, dass er wieder anfängt. Allerdings würde ich ihn gerne unterstützen, dass er es schafft die Zigaretten ganz weg zu lassen und dann auch ein Leben als Nichtraucher führen kann.

Habt ihr eine Idee wie ich ihn noch unterstützen könnte? Ich versuche ihm schon gut zu zureden und ihm Mut zu machen. Ich erzähle ihm dann, was er sich von dem Geld, was er dann spart alles kaufen könnte. Aber ich würde gerne noch mehr für ihn tun.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Das kann man pauschal nicht so sehr sagen. Ich persönlich bin als Ex-Raucherin, der Meinung, dass das schlimmste nicht der Nikotinentzug ist, sondern die Gewohnheit und damit verbundene Entspannung und Gesellichkeit.

Raucher, rauchen im Alltag z.B. in der Pause um sich eine Entspannungsphase von der Arbeit zu gönnen. Was soll man denn nun in seiner Pause machen. Entspannen ohne Zigarette, geht zu Beginn nicht und das muss man durchhalten. Noch schlimmer ist es, wenn man immer und überall geraucht hat. Also beim Fernseh schauen, im Büro etc. Dann würde ich langsam aufhören. Also z.b. in der Arbeit nur nach draußen gehen und in der Pause rauchen, nicht mehr im Büro. Dann hat man erstmal was, auf was man hin arbeiten kann. Zu Hause auch immer vor die Tür gehen. Dann raucht er auch ohne, dass er darauf achten muss weniger, vor allem jetzt im Winter.

So habe ich meinen Konsum erstmal auf 10 Kippen runter gedrosselt. Und dann nachdem das Alltag war (1-2 Wochen) und ich möglichst viele Gelegenheiten, bei denen ich sonst eine Zigarette an hatte, abgewöhnt habe, habe ich den zweiten Schritt gemacht. Von heute auf morgen, ganz weg damit. Und dann kann man nicht helfen. Nur ablenken kannst du ihn. Aber die erste Woche habe ich wir in Trance verbracht. Ich habe daher an meinem Geburtstag aufgehört, da wusste ich, dass ich in der Firma viel Trubel habe und auch zu Hause und dadurch etwas abgelenkt werde.

Aber das Entscheidende ich der eigene Wille und dass man sich immer wieder klar macht, in 14 Tagen habe ich es überstanden. Ich muss einfach nur den Tag rum bekommen. Früh ins Bett, wenn ich es abends nicht mehr aushalte und zu Beginn z.B. Orte meiden, wo man vorher mit den Kollegen geraucht hat. Ich habe z.B. die ersten beiden Tage auch keine Pause auf Arbeit gemacht, weil es mich sonst noch verrückter gemacht hätte. Also auch wenn du mal was negatives an dem Kopf geworfen bekommst, zwinge ihn sich mit dir abzulenken. Und nimm dir das nicht zu Herzen. Aber rede nicht über das aufhören, es sei denn er fängt an. Manchmal hat man es zwei Stunden ganz vergessen und dann ist es nicht so gut, wenn man wieder zurück geholt wird. Das ist wirklich ein Entzug.

» Naffi » Beiträge: 948 » Talkpoints: -1,22 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich habe zwar nie aufgehört :D aber ich denke, ich würde dann auch mehr rummotzen. Ich denke auch, dass du nicht mit ihm übers Aufhören sprechen solltest, wenn er nicht von selbst davon anfängt. Vor allem würde ich ihm nicht erzählen, was er alles von dem Geld kaufen kann. Wenn es ums Geld ginge, hätte er vermutlich nie angefangen. Außerdem hilft es ihm im Moment wohl wenig, wenn du (als Nichtraucher) ihm Mut zusprichst, da du seine Situation ja eher weniger verstehen kannst.

Das einzige, was ich an deiner Stelle machen würde, ist ihn abzulenken. Man muss beim Aufhören irgendwelche "Ersatzbefriedigungen" finden, z.B. statt der Zigarette nach dem Essen einen Kaffee trinken, oder statt der Zigarette in der Pause etwas essen, woran man ziemlich lang kauen muss (Karotten fallen mir jetzt mal spontan ein).

Eine Bekannte, die schon vor Jahren aufgehört hat, hat mir erzählt, dass folgendes helfen soll, wenn das Verlangen nach einer Zigarette ganz stark wird: rausgehen an die frische Luft und ganz schnell und tief einatmen; wenn man das eine Weile macht, bekommt man eine Art Schwindelgefühl wie bei den ersten Zigaretten damals, was für den Moment helfen soll.

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» Studia » Beiträge: 1182 » Talkpoints: 2,44 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich weiß gar nicht, ob es so gut ist, wenn man jemanden beim Rauchen abgewöhnen unterstützen will. Natürlich hilft es wenn man in Gegenwart von so jemandem nicht raucht und nicht drauf besteht in die Raucherkneipe zu gehen, seine Kleider raushängt, wenn sie nach Rauch riechen und so weiter - aber wenn man selber nicht raucht das Thema ständig durch "gut zureden" wieder auf den Tisch zu bringen halte ich für kontraproduktiv.

Die körperliche Abhängigkeit ist natürlich ein Aspekt mit dem man zu kämpfen hat, aber ein viel größeres Problem ist die psychische Abhängigkeit und die Gewohnheit. Als ich aufgehört habe zu Rauchen ist mir das zum Beispiel meistens erst in der Mittagspause wirklich bewusst geworden, dass ich gerne eine Zigarette hätte, während ich den ganzen Morgen über beschäftigt war und so nicht an Zigaretten denken musste. Wenn aber während dieser Zeit jemand zum "gut zureden" in mein Büro gekommen wäre hätte ich nach diesem Gespräch mit Sicherheit daran gedacht, dass ich jetzt gerne eine Zigarettenpause machen würde.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Die beste Unterstützung ist für einen Raucher, wenn man ihn nicht ständig an Zigaretten erinnert und ihn einfach ablenkt, denke ich. Als ich mit dem Rauchen aufgehört habe, habe ich keine direkte Unterstützung gehabt, sondern manche Menschen haben mir einfach geholfen, in dem ich etwas mit ihnen unternommen habe oder auch mit ihnen telefoniert habe. In dieser Zeit habe ich mich vom Rauchen auch ablenken lassen, was mir jetzt auch langfristig geholfen hat. Du kannst dich mit deinem Partner in die Küche stellen und ihr kocht zusammen ein leckeres Gericht, anschließend könnt ihr ein Film schauen oder ihr geht zusammen zum Beispiel neue Dekoration für die Wohnung kaufen.

Zur Not könntest du ihm zum Beispiel auch ein Sparschwein schenken, in dem er das Geld aufbewahrt, welches er eigentlich sonst für das Rauchen ausgeben würde. Am Ende des Monats könnte er sich etwas schönes gönnen, wie zum Beispiel eine neue Jacke, Turnschuhe oder meinetwegen auch ein Computerspiel oder viele tolle Bücher, ich kenne ja nicht die Interessen von deinem Partner. Du kannst ihn unterstützen, wenn du ihm zeigst, dass du auch stolz auf ihn bist, aber mehr kannst du eigentlich auch nicht machen, auch wenn das sehr schade ist und man in dieser Situation gerne mehr helfen würde.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9239 » Talkpoints: 26,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Du solltest Ablenkung für ihn schaffen. Vielleicht könnt ihr gemeinsam Sport machen oder ihr legt euch ein Ziel vor Augen. Beispielsweise kann er ja gemeinsam mit dir immer einen gewissen Betrag weglegen für jede Woche oder jeden Monat und davon könnt ihr dann gemeinsam etwas machen. Ansonsten musst du einfach mit den Launen auskommen, weil er ja von seiner Sucht erst mal entwöhnt werden muss und das ist eben auch eine sehr körperliche Sache, die oftmals mit schlechter Laune verbunden ist.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Rauchen ist Kopfsache und solange er das vom Kopf her nicht zu 100% möchte, wird er es auch nicht schaffen, damit ganz aufzuhören. Ich glaube, da nützt deine Unterstützung nicht viel. Sie hilft dann, wenn er soweit ist und komplett aufhören möchte. Vielleicht solltet ihr ein Sparschwein aufstellen, um zu sehen, wie viel Geld er spart, seitdem er mit dem Rauchen aufgehört hat.

» Angi_Panschi » Beiträge: 67 » Talkpoints: 16,18 »



Ich denke, dass es deinen Freund richtig motivieren würde, wenn er ein Ziel vor Augen hätte. Wenn du ihm nun immer sagst, dass ihr viel sparen könnt, wenn er mit dem Rauchen aufhört, dann dürfte das nicht so viel bringen, da er ja trotzdem nicht direkt etwas davon hat. Viel besser wäre es, dass ihr das Geld, was er an Zigaretten gespart hat, immer einmal die Woche gemeinsam in ein Sparschwein wirft. Was mit dem Geld gemacht wird, wenn das Sparschwein voll ist, könnt ihr euch ja gemeinsam überlegen.

Wenn dein Freund wirklich viel raucht, dann könntet ihr euch sogar einen gemeinsamen Urlaub leisten, wenn er wirklich schafft, aufzuhören und ihr das Geld wirklich regelmäßig in ein Sparschwein wirft. Bereits nach wenigen Monaten wäre da auf jeden Fall eine Reise im Budget und ich denke, dass euch das beiden sehr gefallen würde. Wenn ihr euch das gemeinsam überlegt, ist dein Freund womöglich richtig motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören, da er sich dann so sehr auf den Urlaub freut.

Ansonsten solltest du deinen Freund viel ablenken und nicht ständig nur über dieses Thema reden. Wichtig wäre außerdem auch, dass ihr immer Bonbons, Lutscher und Kaugummis im Haus habt. Wenn der Drang nämlich richtig schlimm wird, eine Zigarette zu rauchen, hilft es manchen ganz gut, ein Bonbon zu lutschen oder ein Kaugummi zu kauen. So hat der Mund eine Beschäftigung und manchmal wird man eben auch dadurch abgelenkt.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge


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