Richard Strauss, Musik des frühen 20. Jahrhunderts

vom 10.01.2009, 11:13 Uhr

Ein Nachfolger von Richard Wagner auf dem Gebiet der Musikdramatik war Richard Strauss. Richard Strauss wurde 1864 in München geboren. Er wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Sein Vater war Hornist bei der bayrischen Hofkapelle. Von Bekannten seines Vaters, die ebenfalls im Musikbusiness tätig waren, erhielt er den ersten musikalischen Unterricht. Hans von Bülow, ein bekannter Kapellmeister, erkannte seine Fähigkeiten und holte ihn nach Meiningen in Thüringen wo er Bülows Nachfolger wurde als Leiter der dortigen Hofkapelle.

1889 arbeitete er am Weimarer Hoftheater und kehrte 1894 wieder nach München zurück. 1898 wurde er Hofkapellmeister und später auch Generalmusikdirektor der Lindenoper in Berlin. Dieses Amt gab er 1910 wieder ab um mehr Zeit zum Komponieren zu haben. Seine letzte große Aufgabe dieser Art war mit Franz Schalk die Leitung der Wiener Staatsoper von 1919- 1924. Während dieser Zeit und auch danach pendelte Strauss meistens zwischen seinem Wohnort Garmisch- Partenkirchen und Wien hin und her. Hier starb er auch 85-jährig 1949.

Richard Strauss gilt als einer der großen Vertreter der spät bürgerlichen deutschen Musikkultur. Neben seiner Opern schuf er auch viele sinfonische Werke und Lieder. Bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhundert stand das sinfonische Werk im Vordergrund. Seinen ersten bekannten Opern waren „Salome“ und „Elektra“ beides Werke mit geschichtlichen Hintergrund bei „Salome“ die Bibel und bei „Elektra“ die griechische Mythologie, sie entstanden 1905 und 1909. Musikalisch zeigt sich Strauss hier als Anhänger der neuen modernen Musikgattung dem Expressionismus, sie ist gekennzeichnet durch eine harte und aggressive Musik,in der Partitur gibt es viele Dissonanzen, sie ist unruhig und irgend wie abgehackt.

Nach dieser doch etwas schweren Kost war Strauss der Meinung es wäre Zeit für eine komische Oper also bat er seinen Lieblingslibrettisten Hugo von Hofmannstal um ein entsprechendes Libretto. So entstand „Der Rosenkavalier“, mit ihm wandte er sich wieder der Melodie und Harmonik der bürgerlichen Musikkultur zu. Er wurde 1911 in Dresden uraufgeführt und war von Anfang ein großer Erfolg. Es ist ein Sittengemälde zur Zeit Maria Theresias in Stile Mozarts. Da die Menschen ahnten das es bald Krieg geben würde, machte man lieber die Augen zu und träumte von Wiener Walzerseligkeit.

Strauss macht das Komponieren heiterer Opern viel freunde, so das auch einige seiner nächsten Opern eine helle und leichte Grundstimmung hatten so zum Beispiel „Arabella“ sie spielt wie der „Rosenkavalier“ auch in Wien und Strauss nannte sie eine lyrische Komödie, es geht um die wahre Liebe und um den schwierigen Weg sie zu finden und mittendrin wieder viel Walzerseligkeit. Sie wurde 1933 in Dresden aufgeführt, alle großen Opern von Richard Strauss wurden entweder in Dresden ober in Wien zum ersten Mal dem Publikum gezeigt. Seiner Oper „Die Frau ohne Schatten“ zeigt den Humanisten Strauss, soll man das Leben eines anderen opfern um seines dadurch zu retten, ist die zentrale Frage der Oper. Mit „Der schweigsamen Frau“ zeigt er sich als Meister der Buffooper im Stile Rossinis.

Richard Strauss war ein sehr vielseitiger Komponist und schaffte es die „alte“ Musik mit der neuen modernen Musik zu verbinden und so immer neue Klangfarben für seine Werke zu finden.

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» hooker » Beiträge: 7221 » Talkpoints: 5,86 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Richard Strauss gehört seit langem zu meinen Lieblingskomponisten, insbesondere was das Genre Oper betrifft. Absolut faszinierend finde ich beispielsweise die ziemlich kalte und harte Oper "Elektra" mit ihrer aggressiven Handlung, der man im Theater mangels Pause auch nicht zwischendurch entkommen kann. Es herrscht eine düstere, feindselige Stimmung, der die Personen ausgeliefert sind, und die am Ende in zwei Morden mündet. Die Musik von Richard Strauss ist oft dissonant und scharf, zwischendurch aber auch mal wieder einschmeichelnd-süßlich, bis hin zu Stellen, in denen das Orchester nur noch vor sich hin knurrt und brodelt.

Besonders faszinierend finde ich die Szene, in der Elektra und ihre Mutter aufeinander treffen, die sich abgrundtief hassen. Die Musik wirkt meistens vordergründig ruhig, besteht aber stellenweise nur noch aus düsteren Klängen und Gegrummel, wie kurz vor einem Gewitter. Zwischendurch bricht daraus gelegentlich ein schriller aggressiver Moment aus dem Klanggebrummel heraus. Mir bleibt vor Anspannung immer fast das Herz stehen, wenn ich diese Szene im Theater sehe.

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» lascar » Beiträge: 1695 » Talkpoints: 382,83 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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