Funktioniert Baufinanzierung auch ohne Eigenkapital?

vom 01.11.2008, 17:26 Uhr

cooper75 hat geschrieben:Klehmchen, sicher funktioniert eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Aber du solltest die Risiken nicht kleinreden.

Das tue ich doch gar nicht. Zeig mir mal wo ich das gemacht habe. Ich habe nur versucht mit der Mär aufzuräumen, dass man erstmal Geld ansparen muss und damit angeblich günstiger fährt. Und lass dir gesagt sein, dass die Immobilienpreis in meiner Gegend noch weit ab liegen von Boomstädten wie Berlin, München, Hamburg oder sonst welchen Städten, sondern mitteldeutsches "Ödland" widerspiegeln.

Hier wird so getan als könnte man mit 10, 20 oder mehr Prozent Eigenanteil wahnsinnig viel Geld sparen. Bei den aktuellen Zinsen ist das aber eben nicht so. Hier sparst du selbst über 20 oder 30 Jahre so gut wie nie mehr als 10.000 Euro. Und nun schau dir mal Immobilienpreise, Hausbaukosten oder auch Grundstückspreise und deren Entwicklung an. Die steigen viel schneller an.

In kaum einer Gegend Deutschlands dürftest du mit Warten und Geld ansparen unter dem Strich billiger fahren. Das ist einfach Mumpitz. Wie schon gesagt wir reden hier über Zinsunterschiede von im Schnitt nachher 1-1,5 Prozent zwischen Vollfinanzieren und 50% Eigenanteil. Mehr ist das heute nicht. Du kriegst heute eine Vollfinanzierung für 2 Prozent Zinsen, meine Eltern haben vor 20 Jahren noch für nicht mal 50 Prozentfinanzierung 5-6 Prozent bezahlt. Um das mal einzuordnen.

Krankheit, Arbeitslosigkeit oder auch Tod kannst du doch nicht über Eigenanteile absichern. Was bringt es dir, wenn dir 50 Prozent vom Haus gehören, du aber den auf Kante genähten Kredit über die anderen 50 Prozent mit einem Einkommen nicht mehr abbezahlen kannst? Das bringt dir gar nichts, du bist das Haus trotzdem los. Gut mit Glück bist du auch deine Schulden los. Aber am Ende stehst du da wo da mal vor dem Hausbau oder -kauf standest. So kann man kein Haus finanzieren, egal mit welchem Eigenanteil.

Solche Risiken gehören abgesichert, egal wie viel Eigenanteil du aufbringst. Das heißt du brauchst eine Absicherung für den Tod zum Beispiel mit einer Lebensversicherung, du brauchst eine ordentlich angepasste Berufsunfähigkeitsversicherung, die nahezu auf dem Niveau deines Lohnes liegt und dann braucht man eine berufliche Perspektive, die Arbeitslosigkeit unwahrscheinlich macht oder zumindest schnell einen neuen Job finden lässt.

Und genau bei diesen Punkten werden in meinen Augen eben viele Finanzierungen unseriös. Da gibt es dann eine BU, wo es nicht mal die Hälfte des letzten Lohnes gibt, für den Tod wird gar nicht abgesichert, weil die 50 Euro im Monat nicht mehr über sind und dann hat man am besten noch einen Job im Kohlebergbau, den es in 10 Jahren nirgendwo mehr in Deutschland gibt.

» Klehmchen » Beiträge: 5032 » Talkpoints: 831,70 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^