Völlige Antriebslosigkeit

vom 19.09.2008, 22:43 Uhr

Kennt ihr diese totale Antriebslosigkeit, wenn man nur zu Hause sitzt, den Fernseher anmacht, wild durch die Kanäle zappt, den Computer anmacht, lustlos herumsurft, und so weiter? Draußen ist schönes Wetter und man möchte rausgehen, aber irgendwie fehlt der Antrieb dazu? Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Seit drei Tagen bin ich völlig ohne jegliche Motivation, irgendwas zu unternehmen oder zu tun.

Es ist, als wäre ich geistig wie „gelähmt“. Ich kann nicht einmal mehr meine Gedanken ordnen, weil alles total durcheinander ist. Ich bin ganz unruhig und nervös, kann aber nichts dagegen mache. Woran es liegen könnte, weiß ich nicht. Ich hatte kein traumatisches Erlebnis, Streits, Stress oder was sonst noch vielleicht dafür verantwortlich sein könnte. Schließlich bin ich derzeit arbeitslos und nicht gerade unter Druck, wenn ihr versteht.

Könnt ihr mir wohl Tipps geben, wie ich diese Antriebslosigkeit überwinden kann? So kann es doch nicht weitergehen!

» Trinkhalm » Beiträge: 155 » Talkpoints: 0,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ja, diese Lähmung und alle anderen Beschwerden die Du äußerst, kenne ich nur zu gut. Es hat lange gedauert, bis ich etwas sinnvolles dagegen unternommen habe. Zuerst habe ich Alkohol getrunken, um mich besser zu fühlen. Was unter Anderem dazu führte, dass ich immer dünnhäutiger und zunehmend weniger belastbar wurde. Ich konnte mich kaum noch konzentrieren, weder Haushalt bewältigen oder einkaufen, geschweige denn, mir etwas zu essen zu machen.

Ich kann Dir nur raten, zu versuchen diese "Lähmungserscheinungen" zu überwinden. Wenn Du es nicht alleine schaffen kannst, dann mit professioneller Hilfe.

Gebe gerne weiterführende Tipps, wenn Du welche brauchst.

» talk_to_me » Beiträge: 5 » Talkpoints: 2,50 »


Diese Antriebslosigkeit war bei mir vor paar Monaten auch eine Phase, die allerdings nach paar Tagen wieder weg ging. Ich weiß ja nicht, wie schlimm sie sich auf dein Leben auswirkt, aber es kann sein, dass es bei dir ebenfalls nur eine Phase, und kein Dauerzustand ist. Bei mir ist es eigentlich immer so gewesen, dass ich nach einigen Tagen, im schlimmsten Fall, einigen Wochen, automatisch wieder neue Kraft und Energie bekommen habe, und dadurch auch meine Motivation, irgendwas zu tun, oder zu erreichen gestiegen ist.

Dir würde ich einfach raten, dass du vielleicht mal einen Spaziergang an der frischen Luft machst, und dir nochmal versuchst, klar zu werden, was du eigentlich ändern oder erreichen möchtest. Vielleicht schaffst du es so, deine Gedanken zu ordnen, und dir Ziele setzt, die dann ein Ansporn für dich sind.
Falls dies nicht helfen sollte, wende dich an Freunde, die dir helfen könnten, indem ihr z.B. etwas zusammen unternehmt.

Falls auch dies keine Änderungen bewirken sollte, kannst du ja mal überlegen, dir therapeutische Hilfe zu suchen, wenn diese Antriebslosigkeit für dich wirklich ein großes Problem darstellt, und du sie alleine nicht überwältigen kannst.

» BeautifulSunshine » Beiträge: 120 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Für mich klingt das nach einer Depression oder "zumindest" einer depressiven Verstimmung, wenn die Beschwerden etwas leichter sein sollten und keine zu große Niedergeschlagenheit vorherrscht.

In diesem Fall und wenn der Zustand sich verschlimmert oder einfach gar kein Ende nimmt, wäre sogar medizinische Behandlung sinnvoll. Entweder durch eine Gesprächstherapie oder vielleicht auch nur erst einmal durch beruhigende Medikamente auf pflanzlicher Basis. Die sollten gegen Nervosität helfen.

Hast du denn auch Einschlaf- oder Durchschlaf-Probleme? Da sollen diese Medikamente auch hilfreich sein.

Dieses ganze Problem kenne ich leider zu gut. In Behandlung begeben wollte ich mich aber nicht. Das liegt wohl am meisten daran, dass ich die meisten Psychologen etwas kritisch betrachte, weil viele neue Probleme aufwühlen wollen, die man eigentlich gar nicht hat und auch nicht haben möchte. Hin geht man mit Antriebslosigkeit, und wieder heraus kommt man dann mit Antriebslosigkeit, Verwahrlosung als Kind und Minderwertigkeitskomplexen. ;)

Nein, mal ernsthaft: Mir persönlich hat es geholfen, mich einfach mal zu zwingen, ein größeres Projekt anzufangen. Das sollte etwas sein, was einen dann auch beschäftigt und geistig so unter Beschlag nimmt, dass man die Zeit vergisst. So hat man dann doch stundenlang etwas getan und nicht nur blöd herumgesessen. Und vielleicht ist man auch noch nicht ganz fertig geworden und hat eine neue Herausforderung gefunden. Dann hat man noch etwas, woran man die folgenden Tage konzentriert arbeiten kann. In meinem Fall eignen sich da künstlerische Arbeiten besonders gut für, aber jeder hat ja andere Interessen. Du müsstest deine erst einmal finden und dann versuchen, einen Anfang damit zu finden. Ich glaube, dann wird es dir mit der Zeit besser gehen.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich kenne das, was du beschreibst auch sehr gut. Bei mir geht es jetzt aber seit einem halben Jahr oder sogar noch länger so. Und ich bin auch jetzt erst damit zu einem Arzt gegangen. Vorher dachte ich immer, dass es wieder weggehen würde und ich einfach nur die Zeit abwarten müsste. Mir war es auch unangenehm und sogar peinlich damit zum Arzt zu gehen. Aber dann habe ich meinen Mut zusammen genommen. Denn ich hab selbst gemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann.

Nun habe ich für Januar einen Termin bei einem Neurologen und Psychiater. Da mein Hausarzt auch Depressionen oder depressive Verstimmungen vermutet hat. Ich hoffe, dass mir der Neurologe helfen kann. Man sollte auch nicht vergessen, dass es sich bei Depressionen um eine richtige Krankheit handelt. Ich bin froh, dass ich den ersten Schritt gemacht habe und zum Arzt gegangen bin.

An deiner Stelle würde ich mir auch ein Herz fassen und damit mal zu einem Arzt gehen. Der kann dir am ehsten sagen, was du machen kannst. Und ich muss sagen, dass es gar nicht schlimm war und mich der Arzt auch gleich Ernst genommen hat.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Solltest du wirklich nicht mehr hochkommen, würde ich an deiner Stelle mal einen Arzt aufsuchen. Das kann ganz einfache Ursachen haben, wie eine Schilddrüsenerkrankung oder eben auch eine Depression und das muss dann aber alles auch behandelt werden und deswegen muss man zum Arzt. Bei einer einfachen Antriebslosigkeit sollte man sich aber einfach jeden Tag etwas vornehmen und es dann auch machen. Das muss ja nichts kosten, man kann ja einfach mal einen Spaziergang planen oder ein Besuch am See.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich denke, dass es mehr oder weniger normal ist, so eine Phase in seinem Leben zu haben. Dabei geht es mir auch selbst immer wieder so, dass ich so eine Phase habe, in der ich absolut antriebslos bin. Von meinem Freund, von meinen Eltern und auch von einigen meiner Freunde weiß ich jedoch, dass es ihnen manchmal genauso geht. Jedoch ist es bei mir auch immer wieder so, dass diese Phase nach einiger Zeit auch wieder vorbei geht und von daher denke ich nicht, dass es sich um etwas wirklich Ernsthaftes handelt, wegen was man zum Arzt gehen müsste. Immerhin dauert die Phase bei mir auch nicht allzu lange an und geht auch wieder von selbst weg und von daher komme ich auch mehr oder weniger gut damit klar.

Besonders in den Ferien ist es bei mir so, dass ich absolut antriebslos bin. Dabei nehme ich mir während dem Semester immer vor, meine freie Zeit so richtig gut auszunutzen, indem ich fast immer draußen bin und sehr viel unternehme. Wenn es dann so weit ist, kann ich mich manchmal einfach nicht dazu bringen, nach draußen zu gehen und irgendetwas zu tun, da ich einfach viel zu müde und schlapp dazu bin. Zudem habe ich dann oftmals auch keine richtige Lust darauf, nach draußen zu gehen, weil es mir viel angenehmer erscheint, einfach im Bett zu liegen und Filme zu schauen. Dabei ärgere ich mich dann immer nach den Ferien über mich selbst, weil ich kaum etwas geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe.

Ich denke, dass es nicht gut ist, zu viel freie Zeit zu haben, da man einfach faul und lustlos dabei wird. Das ist auch bei meinem Freund so. Während dem Semester schaffe ich somit wesentlich mehr, als in den Ferien, obwohl ich in den Ferien mehr als doppelt so viel freie Zeit habe. Von daher habe ich bemerkt, dass es mir gut tut, auch in den Ferien feste Termine und Verpflichtungen zu haben, so dass ich auch regelmäßig gezwungen bin, aus dem Haus zu gehen. Und wenn ich mich dann ohnehin fertig gemacht habe und aus dem Haus gegangen bin, fällt es mir auch viel leichter, am gleichen Tag noch etwas zu unternehmen, da ich dann auch viel motivierter bin. Von daher versuche ich, auch in den Ferien feste Pflichten einzuplanen.

Womöglich würde es dir auch sehr gut tun, wenn du feste Verpflichtungen hättest. Somit wärst du dazu gezwungen, wieder regelmäßig etwas zu tun und ich denke, dass du dadurch auch wieder viel mehr Motivation erlangen könntest. Somit könntest du dich beispielsweise auch in einem Verein anmelden, wo du auch regelmäßig hingehen würdest.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Wenn es sich nur um ein temporäres Problem handelt dann hilft bei mir immer viel frische Luft oder ein kleiner Spaziergang um diese Antriebslosigkeit in den Griff zu bekommen. Auch ein paar kleine sportliche Aktivitäten wie Kniebeuge oder Liegestütze, optimalerweise mit frischer Luft gekoppelt, können da Abhilfe schaffen. Sollte es sich aber um ein generelles Problem bei dir handeln dann könnte das auch medizinische Ursachen haben. Es gibt ein paar Krankheitsbilder wo sich solche Symptome häufig zeigen, davon sind beginnende Depressionen noch die bekannteste Ursache.

Natürlich kann auch alles viel harmloser sein. Vielleicht ist auch nur dein Vitamin B-12 Haushalt im Keller? Normalerweise nimmt man mit einer normalen Kost auch genügend dieser Vitamine auf, aber es gibt auch Menschen wo diese Funktion im Körper gestört ist oder die generell zu wenige Nahrungsmittel mit diesem entsprechenden Vitamin aufnimmt. Jeder Allgemeinmediziner kann diese Werte nach einer Blutentnahme und anschließender Laborauswertung entsprechend interpretieren. Das Vitamin B-12 ist für viele Funktionen im Körper zuständig, wenn es fehlt dann greifen die ganzen Funktionen und Abläufe nicht mehr richtig so dass es zum Beispiel ganz typisch zu dieser offensichtlichen Antriebslosigkeit kommt. Auf der Tablettenflasche die ich habe steht dass unter anderem auch dass dieses Vitamin für die Funktion des Immunsystems, für die Unterstützung psychologischer Funktionen und einer normalen Nervenfunktion erforderlich ist. Weiterhin für die Bildung roter Blutkörperchen, der Verringerung von Ermüdung und Erschöpfung und der Bildung eines normalen Homocysteinspiegels. Ich denke das passt alles.

Selbst wenn man sich jetzt keiner Schuld bewusst ist und man meint dass man sich schon seit Jahren so ernährt hat so dass sich diese Symptome doch eigentlich schon längst gezeigt haben müssen dann ist man einem fatalem Irrtum aufgesessen. Dieses Vitamin wird im Körper gespeichert und zwar über eine relativ lange Zeit. Man bekommt es bei der Geburt mit und es dauert Jahre bis das Depot wirklich wieder gelehrt ist. Es wird ja zwischendurch immer wieder aufgefüllt. Leider füllt sich das Depot im Körper auch nur wieder ganz langsam so dass diese unangenehmen Nebenwirkungen auch nicht so schnell wieder verschwinden.

Relativ schnell werden sicherlich die Vitaminkuren helfen die der Arzt anbietet. Hier bekommt man alle 14 Tage bis vier Wochen eine Vitaminspritze. Dadurch gelingt es schneller in den Blutkreislauf und es wird auch durch die subcutane Verabreichung und die sehr hohe Dosis relativ viel davon im Körper wieder aufgenommen. Das ist nämlich leider so dass der Körper leider nicht die gesamten Vitamine im Körper einfängt sondern nur einen Bruchteil davon. Nicht umsonst sind auch die Vitaminpräparate äußerst hoch dosiert. Bei den Präparaten in Tablettenform sollte man darauf achten dass man welche auswählt die Methylcobalamin enthalten. Dieser Zusatzstoff bewirkt dass der Körper dieses Vitamin leichter und in höherer Konzentration aufnehmen kann. Wer das alles nicht mag der kann auch seine Ernährung umstellen und mehr Fleisch und Leber essen.

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» hooker » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 50,84 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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