2,1 Mrd. Steuerbescheid für Kioskbesitzerin

vom 25.07.2007, 16:31 Uhr

Letzten Oktober sollte eine Müncher Kioskbesitzerin an das Finanzamt 2,1 Milliarden Euro Umsatzsteuer zahlen. Wie sich jetzt wohl jeder denken kann, muss das ein Fehler sein, weil wohl niemals ein Kioskbesitzer so viel Geld erwirtschaftet innerhalb eines Monats, sodass er Milliardenbeträge an den Fiskus zahlen müsste.
Es war ein Fehler der dem zustädnigen Finanzamt unterlaufen war. Die Frau meldetet sich beim Finanzamt und wollte, dass das klargestellt wird. Aber die haben keine vernünftige Auskunft gegeben, sodass die Frau einen Steuerberater einschaltete. Dieser hat dann die richtige Summe der zu zahlenden Steuern berechnet, nämlich 108 €.
Schließlich ist dem Finanzamt der Fehler aufgefallen und sie hat die Forderung zurückgezogen.

Aber damit nicht genug.

Der Steuerberater hat ja noch Anspruch auf sein Honorar. Das Honorar ist gesetzlich festgesetzt und nun stehen im 600.000 € zu. Denn ein Steuerberaterhonorar berechnet sich nach dem Streitwert und da dieser ja extrem hoch ist, fällt das Honorar auch sehr hoch aus.

Nun muss sich ein Gericht damit beschäftigen denn der Freistaat Bayern wird jetzt auf die 600000 Euro verklagt, da diese hohe Summe ja nur durch einen Fehler der Behörde entstanden ist.

Also da fragt man sich doch wirklich wie soetwas passieren kann. Jeder vernünftige Mensch muss doch erkennen dass 2,1 Mrd € eine viel zu hohe Summe ist als das sie richtig sein könnte.[/i]

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Na dann kann man ja nur hoffen, daß das durchkommt um dem FA mal eine saftige Lektion zu erteilen - ich fände es außerordentlich belustigend, auch wenn die Zeche dann wieder alle Steuerzahler zahlen müssen.

» Midgaardslang » Beiträge: 4263 » Talkpoints: 4,83 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


hi,
das erinnert mich an die Bank, die die über 70-jährige als verstorben markiert hatten, obwohl diese noch lebte :wink: ich verstehe auch nicht, dass sowas nicht auffällt beziehungsweise überhaupt so ein Fehler auftaucht.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Kioskbesitzer das Honorar nicht tragen muss, da ja das Finanzamt in dem Fall Schuld war..

grüße

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» s0fTwArE » Beiträge: 503 » Talkpoints: -1,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Das Finanzamt selbst trägt eigentlich keine Schuld an diesem Desaster! Denn der zuständige Finanbeamte übermittelt seine Daten an eine andere Stelle bzw. einen Großrechner, der dann für das Versenden der Unterlagen zuständig ist. Dies bedeutet, daß der Finanzbeamte den Bescheid gar nicht gesehen hat, als dieser rausgeschickt worden ist. Trotzdem muß man sich die Frage stellen, wie dieser Fehler passieren konnte. Es kommt zwar oft vor, daß gerade bei diesen Übertragungen Fehler auftreten, aber dieses kann man ja vorher durch die richtige Softwareauswahl ausschließen. Denn wir wissen ja, daß der Staat nicht immer das leichteste und beste Programm kauft, sondern das, was bestimmten oberen Personen am besten gefällt!

Aber wie schon gesagt wurde, am Ende sind wir so oder so die Dummen :( Könnten sie es einem Beamten nachweisen, daß er den Fehler begangen hätte, würde dessen Versicherung ja dafür eintreten und der Steuerzahler würde der Zahlung entgehen, aber das hier ist mal wieder ein eindeutiger Softwarefehler und deshalb dürfen wir am Ende blechen.

» volkswirt » Beiträge: 133 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Hallo!

Wenn das Finanzamt nicht Schuld sein soll, wer dann sonst? Die Kioskbesitzerin etwa, weil das Finanzamt nicht in der Lage war, den Steuerbescheid auf Nachfrage hin vernünftig zu überprüfen, und sie einen Steuerberater einschaltete, der dem Finanzamt den Fehler dick markiert unter die Nase halten muss, damit es endlich mal jemand kapiert?

Ich denke schon, dass der Fehler vom Finanzamt ausging, dessen Brief die Kioskbesitzerin erhalten hatte. Auch wenn die Software daran Schuld war, dann kann das Finanzamt höchstens noch den Software-Hersteller auf Schadensersatz verklagen oder so... Ansonsten kann der Staat ja noch ein paar "Steuerbescheid-Überprüfer" einstellen, die jeden Brief auf Unstimmigkeiten überprüfen. So hat man dann ganz nebenbei noch einige hundert neue Arbeitsplätze geschaffen! :wink: Aber ich denke, wenn die Kioskbesitzerin schon beim Finanzamt nachfragt, dann wird selbst der dümmste Finanzbeamte merken, dass das mit den 2,1 Milliarden Euro an Steuern nicht stimmen kann. Dann müsste die Frau ja mehr als 13 Milliarden Euro mit einem Kiosk eingenommen haben!

Naja, der einzige, der seine Freude daran haben wird, ist der Steuerberater. Denn wer verdient denn schon an einem Tag (ich denke, viel länger wird er dafür nicht gebraucht haben...) mehr als eine halbe Million Euro? :lol:

Gruß,
yakumo

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» yakumo56 » Beiträge: 434 » Talkpoints: -0,07 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Das Schlimme ist ja wirklich, daß die Kiosk-Besitzerin gar nichts davon hat! Sie sieht keinen Cent und der Steuerberater und die Anwälte lachen sich kaputt. Denn für das Schreiben eines Briefes soviel Geld verlangen zu können ist auch schon eine Unverschämtheit. Man sollte einfach die Gebühren überprüfen und sie normalen Umständen anpassen.

» volkswirt » Beiträge: 133 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache: Man muss nicht sofort einen Steuerberater hinzuziehen. Insbesondere, wenn der Fall so offensichtlich "daneben" liegt. Im Regelfall tut's da auch ein selbst aufgesetzter Brief. Und dass Steuerberater - genauso wie Anwälte - ihr Honorar am Streitwert bemessen, sollte sich auch rumgesprochen haben.

» bsm123 » Beiträge: 1255 » Talkpoints: 13,65 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ja erst hat die Frau das auch selber in die Hand genommen aber ihr Finanzamt hat sich trotzdem nicht drum gekümmert.
Und das Honorar wird ja wahrscheinlich der Freistaat Bayern zahlen müssen. Aber darum gehts ja jetzt in dem Gerichtsprozess.

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Hi ihr alle miteinander..

Lustige Geschichte.. zumindest wenn man sie sich so als aussenstehender anschaut.. Aber für die / den Betroffenen ist diese Situation wahrscheinlich weniger komisch gewesen.
Meinem Vater sind schonmal einfach aus heiterem Himmel 10000€ vom Konto abgebucht worden, das war auch ein riesiger Schock.
Zwar hat sich bei diesem Fall sehr schnell herraus gestellt das ein Fehler vorliegt aber trotzdem hatten wir und vor allem mein Vater eine ganz schöne rennerei wegen einem Fehler den er eigentlich nicht verschuldet hat.

So long.. Ich hoffe für die Frau das die ganz Angelegenheit bald gegessen ist damit sie wieder zur Ruhe kommen kann.

Viele liebe Grüße schickt euch
Tobias

» T0b1 » Beiträge: 116 » Talkpoints: 4,62 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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