Fidschi - umgangssprachliche Bezeichnung oder Beleidigung?

vom 11.05.2014, 18:21 Uhr

Wie einige User hier ja sicher schon wissen, bin ich halbasiatischer Abstammung. Der deutsche Teil meiner Vorfahren stammt ursprünglich aus Ostpreußen, lebte dann nach dem Zweiten Weltkrieg für gut ein Jahrzehnt in Sachsen und zog vor Beginn des Mauerbaus, Ende der 1950er Jahre, nach Südwestdeutschland. Das mal vorweg, also ich kenne mich mit einigen Gewohnheiten aus der DDR daher nicht aus. Weshalb ich auch meine Frage hier stellen möchte.

Und zwar ist mir aufgefallen, dass einige Leute aus der ehemaligen DDR die Bezeichnung "Fidschi" verwenden, wenn sie über Asiaten sprechen. Da heißt es dann, sie seien "beim Fidschi" essen gewesen, oder hätten in einem "Fidschi-Laden" etwas gekauft. Auch, wenn es direkt um asiatische Einzelpersonen geht, kann man dann beispielsweise hören "Gestern im Bus haben sich zwei Fidschis lautstark gestritten".

Ich muss ehrlich sagen, mich irritiert das ziemlich. Für meine Ohren klingt "Fidschi" nicht gerade freundlich, eher herablassend, vielleicht sogar beleidigend. Aber sicher, wie es gemeint ist, bin ich mir eben nicht. Ein Freund, der selber in der DDR aufgewachsen ist, sagte mir mal, ich solle mir da nicht so einen Kopf machen, "Fidschi" sei in der DDR eine ganz wertungslose, umgangssprachliche Bezeichnung für die vietnamesischen Einwanderer gewesen. Böse gemeint sei das nicht, nur Umgangssprache.

Aber stimmt das wirklich? War "Fidschi" wirklich bloß Umgangsprache, oder hat es eine negative Konnotation? Wie würdet Ihr das begründen? Und, wo wir schon dabei sind: Woher kommt die Bezeichnung "Fidschi" für alle Asiaten eigentlich? Ich kenne natürlich die Fidschi-Inseln, aber die haben mit Asien als Gesamtheit ja ziemlich wenig zu tun.

Auch, wenn ich meine, dass man sich eigentlich seit Mauerfall hätte angewöhnen können, von Asiaten statt von "Fidschis" zu sprechen, ich weiß ja, dass gerade alte Leute oftmals Probleme haben, sich an Dinge umzugewöhnen. Einige wollen das auch gar nicht. Also in so einem Fall würde ich schon eher ein Auge zudrücken, wenn sie von "Fidschis" sprechen, und es keineswegs böse gemeint ist. Aber mich interessiert es eben doch, ob es neutral gemeint ist, oder ob man doch herablassend denkt, wenn ich diese Wortwahl höre. Beurteilen kann ich das bisher einfach noch nicht.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich komme nicht aus der Ostzone und habe den Begriff auch noch nie gehört. Für mich klingt er aber schon recht diskriminierend, weil er anscheinend alle Mitbürger und Gäste von vage asiatischem Äußeren in einen Topf wirft und mit einer Bezeichnung bedenkt, die mit ihrer Herkunft gar nichts zu tun hat. Es gibt zwar einen Inselstaat im Südpazifik, der so heißt, aber das werden Menschen, die "zum Fidschi" essen gehen, wohl kaum wissen.

Auch die Argumentation, dass "früher" jeder dieses Wort verwendet hat und es keiner böse gemeint hat, zieht bei mir nicht. "Früher" konnte man auch ungestraft Neger, Kanake oder Spaghettifresser sagen, und ich bin wirklich froh, dass diese Zeiten des beiläufigen Alltagsrassismus zumindest in manchen Gesellschaftskreisen ansatzweise überwunden sind. Wer in meiner Gegenwart von Asiaten pauschal als "Fidschis" spricht, kann sicher sein, dass ich der Person in Zukunft aus dem Weg gehe.

Ich bezeichne ja auch nicht alle Einwohner der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone pauschal als Ossis. Die würden sich schön bedanken. Aber "Fidschi" ist ok, weil man den Leuten ihre nicht deutsche Herkunft ansieht? Ich finde nicht.

» Gerbera » Beiträge: 7039 » Talkpoints: 3,53 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Gerbera hat geschrieben:Ich bezeichne ja auch nicht alle Einwohner der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone pauschal als Ossis. Die würden sich schön bedanken. Aber "Fidschi" ist ok, weil man den Leuten ihre nicht deutsche Herkunft ansieht? Ich finde nicht.

Es gibt hier wahnsinnig viele, die sich selber als "Ossis" bezeichnen und darauf auch stolz sind. Meinen Einschätzungen nach trifft das übrigens wohl auch auf die meisten derer zu, die von "Fidschis" sprechen. Was jetzt aber auch nicht heißen soll, dass alle stolzen Ostdeutschen diese Wortwahl hätten!

Wobei ich natürlich auch allgemein nicht weiß, wie das mit der Wortwahl in den gesamten "Neuen Bundesländern" ist. Es kann natürlich sein, dass diese etwas rauhe Umgangssprache typisch für Berlin und Brandenburg ist, aber in anderen ehemaligen DDR-Bundesländern eher nicht vorkommt. Ehrlich gesagt erscheint mir hier in der Region die Umgangssprache allgemein oftmals etwas "radikal". Aber man spricht ja nicht umsonst von "Berliner Schnauze".

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



In dem Teil Thüringens, in dem ich geboren wurde, war es durchaus üblich einen solchen Menschen als Fidschi zu bezeichnen. Irgendwann galt es dann aber schon als Beleidigung, weil man in der Gesellschaft auch lernte nicht alle über einen Kamm zu scheren. Fidschi gilt mittlerweile auch in Ostdeutschland als Beleidigung.

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» Ramones » Beiträge: 37057 » Talkpoints: 11,15 » Auszeichnung für 37000 Beiträge



Danke für Eure Antworten, das finde ich interessant. Besonders, wenn ich mal überlege, von wem ich diese Wortwahl bisher so gehört habe. An die letzten drei Male erinnere ich mich sogar noch sehr gut:

Einmal war es eine ältere Frau, schon so um die 70 Jahre alt, schätze ich mal. Dann habe ich das Wort auch mal von einem mittelalten Mann gehört. Welche Bildung diese Leute genossen haben, weiß ich natürlich nicht, weil ich sie nicht kannte. Also auch über den Beruf der Personen kann ich beispielsweise nichts sagen, auch nichts über ihre soziale Stellung.

Was mich dann aber eben doch einmal erschreckt hatte, und weswegen ich letztendlich den Thread hier eröffnete, war so ein Erlebnis mit drei jungen Erwachsenen. Das waren definitiv drei Studenten, die gerade auf dem Weg von der Fakultät hier in der Nähe zurück nach Hause waren. Hier gibt es nur medizinische Einrichtungen, also waren das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Studenten eines medizinischen Studienganges. Also eigentlich gebildete Menschen, könnte man denken.

Sie standen jedenfalls gerade am Bahnhof, unterhielten sich über ihr Studium, und dann wollte eine von den drei Personen, es waren übrigens zwei Männer und eine Frau, und vom Alter her hätte ich sie auf Studienanfänger geschätzt, etwas trinken. Am Bahnhof befindet sich ein chinesischer Imbiss. Einer der Studenten schlug daraufhin vor: "Frag doch ma den Fidschi, ob der was hat!" Das hätte ich von Leuten, die vielleicht knapp 19 Jahre alt sind, heutzutage wirklich nicht mehr erwartet.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ja, Fidschi hat etwas Abwertendes und es handelt sich um ein typisch ostdeutsches Wort. Mir rutscht es auch noch manchmal heraus weil ich es umgangssprachlich für sehr lange Zeit nicht anders gekannt habe. Meine Eltern die so um die 70 sind gebrauchen eigentlich nichts anderes, aber das hat für sie nichts zu sagen weil sie auch immer noch D-Mark sagen und sich absolut nicht umgewöhnen können. Für sie bedeutet es auch nichts Negatives und meistens höre ich davon wenn sie vom Markt gekommen sind. Ich würde es ihnen und all ihrer ostdeutschen Altersgenossen aus diesem Grunde wirklich nicht anlasten wollen wenn sie sich so gegenüber anderen äußern. Bei jungen Leuten wäre ich da auch schon etwas kritischer weil sie diese Zeit eigentlich nicht mehr kennen dürften und es damit schon eher unpassend ist.

Wobei ich sagen muss dass die ganzen Vietnamesen in der ehemaligen DDR einen ausgezeichneten Ruf besaßen. Sie waren äußerst fleißig und geschäftstüchtig und in ihrer Freizeit nähten sie für kleines Geld schöne Sachen. Hier tat es vielen Leid dass sie nach dem Zusammenbruch der DDR abgeschoben wurden weil sie wirklich geschätzt wurden. Sie wohnten oft etwas abgeschottet unter nicht wirklich guten Bedingungen und sie standen ständig unter Aufsicht. Wer von den Frauen schwanger wurde musste abtreiben oder nach Hause, das wusste auch jeder. Wenige wussten vielleicht auch dass es hier in speziellen Heimen Kinder gab die quasi in Vietnam von der Straße weggefangen wurden um hier aufzuwachsen und eine Ausbildung zu machen. Die wurden völlig isoliert und ohne Kontakt zur Bevölkerung gehalten und auch für sie galt ein hartes Regime.

Woher der Name kommt? Ich weiß es nicht. Ich gehe davon aus dem mangels Reise- und Informationsfreiheit der allseits gebildete DDR-Bürger nicht wirklich wusste dass auf den Fidschi-Inseln kaum Asiaten lebten. Es wird wohl so wie immer gewesen sein, das Wort Vietnamese ist zu lang um es ständig auszusprechen und so schaffte man sich einen Kunstbegriff den alle gut fanden und der dann auch in aller Munde war. Ich hatte einmal Gelegenheit so ein Wohnheim zu besuchen und da sprachen die deutschen Mitarbeiter auch nur von ihren Fidschis.

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» hooker » Beiträge: 7181 » Talkpoints: 21,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich bin kein Ossi und erst nach der Wende in die Gegend Berlin/Brandenburg gezogen. Mittlerweile wohne ich da schon ein paar Jahre. Ich habe mich also in die Berliner Schnauze schon ziemlich reingehört. Auf jeden Fall kann ich bestätigen, dass ich das Wort "Fidschi" hier öfter höre. Es ist trotz politisch korrekter Sprache erstaunlich hartnäckig beständig. Ich verstehe es nicht so recht warum. Vielleicht wirklich, weil die meisten Vietnamesen in der DDR einen recht hohen Status im Ansehen hatten im Vergleich zu den Migranten anderer sozialistischer Länder.

Wobei ich auch nicht sagen könnte, dass es immer und von allen Sprechern despektierlich verwendet wird. Häufig hört man das Wort so in Zusammenhang wenn man irgendwo in einem Betrieb einkaufen oder essen geht, der von einem Asiaten geleitet wird. Da ist es vielleicht einfach so eine Art Faulheit sich näher damit auseinander zu setzen, woher die Betreiber nun kommen. Und wenn man da nicht sonderlich interessiert ist, ist es sicherlich auch nicht so einfach an der Sprache heraus zu hören, aus welchem Land jemand kommt. Und bei uns in der Stadt gibt es zum Beispiel auch ein China Restaurant, das von Vietnamesen geführt wird. Da sagen die Leute dann auch, sie gingen zum Chinesen, obwohl es eigentlich gar nicht zutrifft. In dem Fall würde ich das einfach als Desinteresse verbuchen. Oder einfach als unreflektiertes Verwenden wie eine Art Markennamen, so als ob man sagt man geht zu Aldi oder zu Lidl, geht man zum Fidschi, also zu irgend einem asiatischen Geschäft, das von der Masse der asiatischen Geschäfte kaum abgrenzbar ist, wenn man nicht genauer hin sieht.

Häufig habe ich den Begriff auch schon gehört, wenn sich langjährige Junggesellen aus Asienreisen plötzlich eine Frau mitbringen. Da sagt hier so mancher, dass sich dieser Mann eine Fidschi im Katalog gekauft hat. Ja, da ist das ziemlich eindeutig despektierlich gebraucht. Aber ich bin mir da gar nicht so sicher, ob der negative Touch da wirklich so sehr auf die Frau in dem Fall bezogen ist. Das despektierliche ist denke ich eher gegenüber den Mann gemeint, der laut öffentlicher Lesart unerklärlicherweise nicht in der Lage war, im heimischen Teich eine Braut zu finden. Letztlich geht das dann zwar auch wieder gegen die Frau, aber da weiß ich nicht, ob das alle Sprecher in dem Fall so reflektieren. In dem Zusammenhang wird auch manchmal die eindeutig despektierliche Verkleinerungsform Fidschiline gebraucht. Ein furchtbares Wort. Soll wohl so ähnlich wie Frauchen andeuten, dass man hier an einer Beziehung auf Augenhöhe zweifelt oder eine Scheinehe vermutet.

Ich würde das auch immer am Sprecher fest machen. Wie der oder die so eingestellt ist. Wenn jemand, der einen ziemlich kulturell vielfältigen Freundeskreis hat von einem Fidschi spricht, dann kann das durchaus mit einem freundlichen Augenzwinkern gemeint sein und niemand hat einen Grund, das krumm zu nehmen. Aber gerade in der Region hier gibt es eine ganze Menge Leute, die mehr oder weniger rassistische Ansichten haben. Die würden zwar längst noch nicht rechtsradikale Parteien wählen, sind aber dem Fremden generell gegenüber vorsichtig und reserviert. Wenn so jemand von einem Fidschi spricht, dann würde ich das auf jeden Fall als despektierlich begreifen.

Zudem wollte ich noch folgendes anmerken: Bildungsgrad und rassistische Denkstrukturen schließen sich nicht gegenseitig aus. Ich habe auch schon eine ganze Reihe Hochschullehrer an unterschiedlichen Universitäten gehört, die durchaus unappetitliches Zeug über Migranten geäußert haben. Leider. Von daher kann es durchaus sein, dass die genannten Medizinstudenten möglicherweise tatsächlich rassistische Einstellungen haben. Es muss aber nicht. Gerade sehr junge Leute sind möglicherweise vor lauter cool herum tun gar nicht sich selbst darüber im Klaren, dass sie möglicherweise von jemanden gehört werden könnten, die das verletzend finden.

Ein Beispiel mit einem anderen Wort: Ich kenne auch einige Akademiker, die sich weigern Schokoküsse statt Negerküsse zu der Süßigkeit zu sagen. Einfach weil das Tradition ist, dieses Naschwerk so zu nennen. Von daher wird es sicherlich auch einige gedankenlose Leute geben, die einfach unhinterfragt Fidschi sagen, weil ihre Eltern und Großeltern das auch schon so gemacht haben. Es wird aber sicher auch eine ganze Menge Leute geben, die ganz politisch korrekt Asia-Laden sagen und trotzdem etwas gegen einzelne oder alle Asiaten haben. Und Asiate wäre ja nicht der erste Begriff, der über die Jahre irgendwann nicht mehr neutral, sondern negativ konnotiert ist.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12158 » Talkpoints: 172,49 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Alten Leuten nehme ich so eine Sprache ja auch nicht übel, das wollte ich noch einmal sagen. Da denke ich mir oft, dass sie es sich eben über lange Jahre angewöhnt haben, und gerade alte Menschen tun sich bei Veränderungen schwer. Mein alter Vater beispielsweise sagt mittlerweile auch Euro, aber die ersten Jahre nach der Umstellung hat er auch immer noch D-Mark gesagt. Er ist aber auch geistig noch ziemlich flexibel, vielleicht anderen Menschen fällt es schwerer. Sofern es also nicht böse gemeint ist, und das denke ich in dem Fall nicht, habe ich damit kein Problem.

Sofern ich bei einem asiatischen Laden nicht gerade Plakate in der jeweiligen Schrift der Muttersprache des Betreibers sehe, weiß ich meist auch nicht ganz sicher, ob es nun ein vietnamesischer, thailändischer oder chinesischer Laden ist. Es sei denn, ich höre die Betreiber telefonieren oder miteinander reden. Optisch lässt es sich auch nicht sicher sagen, aus welchem Land nun jemand genau kommt. Und dass jemand, der sich mit unterschiedlichen asiatischen Sprachen gar nicht auskennt, da erst recht nicht durchblickt, kann ich gut nachvollziehen.

Ich spreche, sofern ich nicht weiß, welchem Land genau ich einen Laden zuordnen soll, meist von "Asia-Läden". Es gibt auch Leute, die sagen "Asia-Shop". Ist auch eine schöne kurze Variante, finde ich. "Ich gehe zum Asiaten" habe ich als Variante für Restaurants auch schon gehört. Das finde ich jetzt, allein von meinem individuellen Gefühl her, nicht schlimm, sondern noch eher neutral. Und definitiv auch schöner als "Fidschi-Laden" oder sowas.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


@trüffelsucher: Den Begriff Migranten gab es damals in der ehemaligen DDR nicht und er wäre auch nicht zutreffend, im Westen hätte man auch eher Gastarbeiter gesagt. Die waren ausschließlich in der DDR um zu arbeiten und auch gegebenenfalls um eine Ausbildung zu machen. So handelte es sich nach meinem Wissen fast ausschließlich um Vietnamesen, Mosambikaner und Angolaner. Gerade die Afrikaner sorgten schon echt für Aufruhr, teilweise aber waren die Probleme auch schon vorher absehbar. Das muss man sich mal vorstellen was das für eine Kleinstadt von vielleicht 6000 Einwohnern bedeutet wenn 100 Schwarzafrikaner im besten Mannesalter von 18-24 Jahren mitten in der Stadt für Jahre einquartiert werden und vergisst die Frauen auch mit in das Land zu holen.

Ansonsten gab es natürlich auch Studenten aus diesen Ländern, aber das waren nicht so viele und möglicherweise wurden auch welche medizinisch behandelt die auf Grund der Bürgerkriege einer Versorgung bedurften. Die wohnten aber eher unter den Studenten oder befanden sich in den Kliniken und da gab es auch keine wirklichen Probleme. Echte Migranten sind mir nur aus der Zeit von ca. 1974 bekannt als Pinochet in Chile putschte. Damals emigrierten viele und kamen auch zum Teil in die DDR.

Um noch einmal auf die Schwarzafrikaner und auch den heute noch verwendeten Begriff der „Fidschis“ zurück zu kommen, ich sehe das damalige unüberlegte Handeln unserer Regierung als eine der hauptsächlichen Ursachen für die doch heute immer noch überdurchschnittlich verbreitete Fremdenfeindlichkeit im Osten Deutschlands. Fast jeder Jugendliche der damals auf sich hielt fühlte sich berufen dagegen zu sein und Konflikten mit diesen Gastarbeitern nicht unbedingt aus dem Weg zu gehen, vor allem bei den beliebten Discos am Wochenende. Damals kam auch die Skinhead-Bewegung auf wo die ganz hart gesottenen ihre Erfüllung fanden, aber auch so herrschte unter der Bevölkerung eigentlich nur eine Meinung, nämlich dass diese Leute hier nicht zu suchen hatten. Dazu kamen auch noch falsche Gerüchte wie zum Beispiel dass sie Westgeld bekommen oder auch dass sie nach Westberlin reisen durften. Das stimmte natürlich alles nicht, aber es führte eben zu der Ablehnung in allen Bevölkerungsschichten.

Diese Jugendlichen von damals sind heute im gesetzten Alter und ich denke einmal das von diesen Erinnerungen noch sehr viel in den Köpfen steckt und deshalb eher rechts gewählt wird. Auch deren heutige Kinder werden es nicht anders kennen wenn zu Hause bei den Eltern immer noch von Fidschi gesprochen wird. Anders kann ich mir das nicht erklären, denn hier im Osten Deutschlands gibt es nämlich so gut wie keine Migranten und wenn in einem Schuljahrgang ein farbiges Kind dabei ist dann ist das schon viel.

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» hooker » Beiträge: 7181 » Talkpoints: 21,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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