Bei Kindern schon bei kleiner Übergewichtigkeit handeln?
Mein kleiner Cousin, 6 Jahre alt hat einen kleinen Speckbauch und der Kinderarzt meinte auch, dass er gerade noch in der Norm ist. Meine Tante ist nun total aus dem Häuschen. Sie verbietet sämtliche Süßigkeiten und treibt ihn förmlich zum Sport an. Sie turnt mit ihm und er muss nun auch viel Fahrrad fahren. So wie der Arzt wohl gesagt hat, wäre er nicht wirklich viel zu dick, sondern hat nur ein klein wenig Übergewicht.
Nun meint meine Mutter, dass der Junge ja auch noch wächst und dann würde sich das Gewicht schon richtig verteilen. Mein Cousin war eigentlich immer zwischendurch ein wenig moppelig. Aber dann war er auch wieder schlank, weil er einen Schuss gemacht hat und ordentlich gewachsen ist. Bevor er so einen Schuss macht, isst er auch immer sehr viel und hat auch Hunger.
Denkt ihr, dass man bei Kindern schon bei kleinem Übergewicht handeln sollte oder denkt ihr, dass man da bis zu einem gewissen Alter warten sollte? wie gesagt, es ist wirklich nur sehr wenig.
Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf so eine Aussage von einem Arzt reagiert. Man sollte das nicht einfach ignorieren. Aber oft reicht es, wenn man es dann beobachtet und dann hat sich das Problem bald durch so einen Wachstumsschub erledigt. Aber auch wenn man mehr tun will, kommt es doch sehr auf das Wie an.
Ich würde mit meinem Kind niemals turnen und wirklich Fettverbrennungs-Workout machen. Es reicht doch, wenn man für´s Wochenende öfter mal Fahrradtouren plant und darauf achtet, dass das Kind nicht immer vorm Fernseher sitzt. Also ich würde einfach die normale, kindliche Bewegungslust fördern. Aber ohne Stoppuhr und Lektionen. Einfach so nebenbei. Und das ist dann auch nicht schlimm, wenn wirklich der Wachstumsschub kommt, oder?!
Mein Kind würde gar nicht wissen, dass es abnimmt. Ich würde mit ihm auch gar nicht darüber reden. Es liegt in der Kontrolle der Eltern, wie viel die Kinder sich bewegen und was sie essen. Ich finde es ganz übel, diesen Körperkult auf Kinder auszuweiten. Es mag gesundheitlich von Vorteil sein, nicht übergewichtig zu sein. Aber meiner Meinung fördert man dann auch, dass das Äußere als wichtig angesehen wird. Und das würde ich versuche, bei meinem Kind so lange wie möglich hinauszuzögern. In der Pubertät kommt das früh genug und wird dann durch die Medien bis zur Perversion getrieben.
Ich finde auch, dass man es nicht ignorieren sollte. Ich muss dabei sagen, dass der Arzt schon ziemlich Recht hat. Ich sehe es auch oft, dass dies nämlich von Eltern verharmlost wird und man immer sagt "Ach, er wächst ja noch". Ja, natürlich wächst das Kind noch, aber wenn es sich weiter so ernährt, weiterhin mit Übergewicht. Diese Aussage von Eltern finde ich immer sehr amüsant. Ich habe es in meiner Kindheit aber auch oft genug gehört. Besser gesagt, haben es meine Eltern früher auch oft gesagt.
In meiner Kindheit war es nämlich so, dass ich immer extrem mager war. Doch irgendwann hatte ich eine Phase, in der ich richtig zugelegt habe. Mein Bauch wurde runder und runder. Meine Eltern wollten dies auch nicht wirklich einsehen und haben es auch immer verharmlost und munterten mich immer mit den Worten auf, dass ich ja noch wachsen werde. Mit großer Freude kann ich sagen, dass ich zum Glück meinen Eltern in dieser Hinsicht nicht vertraut habe.
Mit der Zeit wurde ich zwar etwas größer, aber mein Bauch war weiterhin ziemlich dick und ich habe mich alles Andere als wohl gefühlt. Irgendwann habe ich dann extrem viel Sport getrieben und habe mein Essen ein bisschen eingestellt, sodass ich endlich dünn wurde. Dünn, wurde ich zwar, aber mein Bauch ist bis Heute meine Problemzone Nummer 1. Ich möchte meinen Eltern in diesem Sinne nicht die Schuld in die Schuhe schieben, aber ich hätte mir eher gewünscht, wenn diese sich anders verhalten hätten. Gesünderes Essen oder einfach geschaut, dass ich mehr Sport mache.
Das ist nämlich auch mein Tipp an dieser Stelle für die Eltern, die so etwas verharmlosen. Natürlich muss man dem Kind nicht alles verbieten. Man sollte halt nur darauf achten, dass es alles in geregelten Maßen ist. Gerade kleinen Kindern kann man einfach verbieten Süßigkeiten zu Essen (bzw. weniger). Ältere Kinder würden darauf erst gar nicht hören. Oder einfach das Kind dazu animieren, mehr nach Draußen zu gehen und Sport zu treiben oder sich einfach nur bewegen, was heutzutage in der jungen Generation ja ein riesiges Problem ist (wir bedanken uns an dieser Stelle an die technologische Entwicklung!). Ansonsten fällt mir noch ein, dass man das Familienessen ein bisschen umstellt. Etwas weniger und einfach gesünder, wirkt da meistens schon Wunder!
Ignorieren sollte man solche Hinweise sicherlich nicht. Aber man sollte auch nicht in ein Extremverhalten verfallen. Und wer sein Kind kennt, wird wissen, ob das ein Dauerzustand ist oder eben mit Wachstumsphasen zusammen hängt. Bei meinen Töchtern haben sich solche Phasen nie durch eine auffällige Gewichtszunahme bemerkbar gemacht. Wobei auch nur eine von ihnen vor einem Schub auch sehr viel gegessen hat.
Wenn man nun das Kind so extrem scheucht, dann läuft man Gefahr, dass es ein falsches Körperbewusstsein entwickelt. Ich selbst hatte mit einer Tochter im Kleinkindalter die Phase, dass sie leicht über der Norm lag. Die Kinderärztin sagte damals nur, dass man einfach mal den nächsten Termin abwartet. Wenn es sich bis dahin normalisiert hat, dann sind das eben gelegentliche Verschiebungen keine weiteren Sorgen bereiten sollten.
Ich bin der Meinung, dass man das Übergewicht nicht gänzlich ignorieren sollte. Man sollte es eher erst einmal eine Weile beobachten. Wenn es längerfristig so bleibt oder sogar noch mehr Übergewicht dazukommt, dann kann man ja handeln.
Aber bei Kindern halte ich, es sei denn, extremes Übergewicht herrscht vor, auch eher unnötig, einen richtigen Diätplan einzuhalten oder wirklich ein fest geplantes Sportprogramm zu machen. Kinder lieben es, zu spielen. Dann geht man eben regelmäßig raus und spielt Fußball, Volleyball oder irgendein anderes Spiel, bei dem man sich viel bewegt. Nebenbei sollte man bei der Ernährung auf eine geringere Kalorien-Zufuhr achten, aber ich denke, dann sollte das alles auch gar kein Problem mehr darstellen.
Am schlimmsten ist es aber meines Erachtens, wenn Eltern ihren Kindern für ihren Körper irgendwelche Vorwürfe machen. Ich sehe da nicht nur das Problem, dass Kindern damit ein falsches Körperbild oder vielleicht auch allgemein eine Überbewertung von Äußerlichkeiten vermittelt wird. Fasst noch schlimmer kommt es mir vor, dass unter solchen ständigen Beschuldigungen, zu dick zu sein, das Selbstwertgefühl nicht gerade steigen wird.
Viele Kinder wollen von ihren Eltern anerkannt und geliebt werden. Wenn immer Kritik am Aussehen geübt wird, bekommt ein Kind möglicherweise das Gefühl, ungeliebt zu sein. Der Frust kann dann in viele Richtungen negative Auswirkungen haben. Beispielsweise könnte es auch erst recht dazu führen, dass ein Kind mehr Süßes ist, gewissermaßen als Seelentröster. Und damit wäre das Problem des Übergewichts definitiv nicht gelöst, im Gegenteil. Mit Gemecker ist also niemandem geholfen.
Verantwortungsbewusste Menschen geben ihren Kindern doch normalerweise keine übergroßen Mengen an Süßigkeiten, sondern vielleicht heute eine Hand voll Gummibärchen und übermorgen einen Schokoriegel. Das verursacht sicher kein extremes Übergewicht, wenn die Ernährung sonst gesund und ausgewogen ist. Wenn es schon immer so war, dass der Junge ein bisschen angesetzt und dann einen Wachstumsschub hingelegt hat, dann wird es dieses Mal eben auch wieder sein und man sollte das Kind deshalb keineswegs auf Diät setzen und/oder zu mehr Sport zwingen.
Nach Ursachen suchen sollte man sicherlich, wenn ein Kind wirklich stetig zunimmt und das eben nicht durch Wachstumsschübe wieder ausgeglichen wird. Auf keinen Fall sollte man das vor dem Kind zu sehr thematisieren, schon gar nicht, wenn es erst 6 Jahre alt ist. Dadurch baut man einfach nur Druck auf, der sich am Ende eher negativ auswirken kann.
Natürlich kann sich die Mutter mal überlegen, ob das, was sie so kocht, nicht vielleicht zu viele Kalorien hat und ob sie das vielleicht ein wenig ändert. Aber wenn da alles im grünen Bereich ist, würde ich eher zum Abwarten tendieren.
Ich denke ich würde das davon abhängig machen, wie groß das Übergewicht ist und wie sich das Kind ernährt. Ich meine, wenn das Kind die ganze Zeit über schon sehr pummelig ist und nur Süßigkeiten in sich reinstopft, während es sich kaum bewegt und nur vorm Computer oder der PlayStation sitzt, dann würde ich auf jeden Fall handeln. Es gibt ja auch viele Beispiele, wo die Eltern beide übergewichtig sind und das Kind dann auch, ich glaube in einer solchen Situation würde ich sofort handeln, weil einfach die Gefahr besteht, dass das Kind schon eine Veranlagung zum Übergewicht hat und es vielleicht sogar als normal ansieht, weil die Eltern beide auch übergewichtig sind.
Wenn man Kind leichtes Übergewicht hätte, würde ich auf jeden Fall auf die Ernährung achten und nicht darauf hoffen, dass sich das beim nächsten Wachstumsschub wieder gibt. Als Mutter käme ich mir dann irgendwie verantwortungslos vor und ein wenig auf die Ernährung zu achten schadet ja nicht und ist kein großer Aufwand. Ich würde einfach darauf achten, dass das Kind vielleicht nicht unbedingt jeden Tag was süßes essen muss und dass es sich ausreichend bewegt, es vielleicht in einer Sportgruppe und so weiter anmelden.
Einfach abzuwarten und zu hoffen, dass sich das wieder gibt, halte ich nicht für das richtige. Menschen sind bekannterweise ja Gewohnheitstiere und wenn ein Mensch jetzt seine ganze Kindheit über übergewichtig ist, wie groß ist dann bitte die Wahrscheinlichkeit, dass es als Jugendlicher oder Erwachsener auf einmal schlank wird? Sehr gering! Abgesehen davon fällt es solchen Personen schwerer abzunehmen, weil sie einfach daran gewöhnt sind, übergewichtig zu sein. Wenn man jahrelang dünn war und dann zugenommen hat, kann man sich vermutlich noch eher zum Abnehmen motivieren, als wenn man noch nie schlank gewesen ist. Das ist nur meine Meinung zu dem Thema. Mit dem Alter wird das Übergewicht auch nicht besser und bevor es beginnt dem Kind zu schaden, würde ich schon versuchen wollen, dagegen etwas zu unternehmen.
Ich finde es richtig, dass man auch bei geringem Übergewicht anfängt, dagegen an zu steuern, auch wenn es sich vielleicht mit dem nächsten Wachstumsschub von selbst erledigen könnte. Was ich in dem von dir geschilderten Fall erschreckend finde, ich die Tatsache, dass Süßigkeiten gänzlich verboten wurden und Sport eine zentrale Rolle einnimmt. Süßigkeiten gehören nun mal zum Leben und mir tut das Kind echt leid, wenn es nicht mehr naschen darf. Da ist in meinen Augen die Wahrscheinlichkeit, dass es das zu gegebener Zeit dann heimlich tut, nicht gerade gering.
Auch die Sache mit dem Sport finde ich krank. Ja, man sollte dafür sorgen, dass das Kind sich bewegt. Aber mehr als auf das Ergebnis sollte man darauf achten, dass es Spaß dabei hat, denn der Spaß ist auf Dauer die größte Motivation. Und nur ein Kind, das es gelernt hat, mit Nahrung und Sport verantwortungsvoll und freiwillig umzugehen, kann in meinen Augen ein gesunder Erwachsener werden.
Ich denke es ist wichtig, in so einem Fall nicht direkt in Panik zu verfallen und alles zu verbieten. Das führt nur dazu, dass das Kind dann heimlich oder bei Freunden mehr Süßes isst. Vielleicht sollte man sich eher mal überlegen, ob man im Tagesablauf oder im Alltag etwas ändern kann. Zum Beispiel gesünder kochen und Süßigkeiten einmal am Tag zum Beispiel als Nachtisch erlauben.
Zusätzlich viel Bewegung. Auch hier alte Gewohnheiten überdenken. Nicht so viel mit dem Auto fahren, sondern mehr mit dem Fahrrad oder zu Fuß unternehmen. Aber so, dass das Kind auch noch Spaß hat. Eine Anmeldung im Sport-Verein ist sicherlich auch vorteilhaft.
Ich denke aber auch, dass Kinder noch viel wachsen und ein kleines Übergewicht nicht von Dauer sein muss.
Ja, Kinder können in dem Alter deines Cousins noch viel wachsen. Ja, es wächst sich vielleicht wieder heraus. Aber Tatsache ist eben, dass in unserer heutigen Zeit sehr viele Kinder schon in sehr jungen Jahren an Übergewicht leiden, was später, wenn sie erwachsen sind, zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann. Die Kinder in der heutigen Zeit bewegen sich oftmals viel zu wenig und essen oftmals auch einfach die verkehrten Lebensmittel. Das liegt zwar in der Natur der Kinder, dass sie gerne Süßigkeiten haben möchten, aber als Elternteil steht man doch eigentlich in der Pflicht, dem Kind nicht alles zu geben, was es möchte, auch wenn das manchmal grausam für das entsprechende Elternteil sein kann, denn gerade traurige Kinderaugen können manchmal schon an gewisse Grenzen führen.
Im Falle deines Cousins würde ich sicherlich dem Arzt glauben, wenn er sagt, dass das Kind bereits mit sechs Jahren Übergewicht hat. Mir wäre es egal, wie viel es ist, ob es nur ein oder zwei Kilogramm sind oder gleich zehn oder mehr. Ich würde auch versuchen, mein Kind in den Normalbereich zu bringen und nicht auf sein Glück zu hoffen, dass sich das Gewicht wieder einreguliert, wenn das Kind einen Schub in die Höhe macht. Gesundheit ist etwas sehr Wichtiges, wenn nicht das Wichtigste im Leben eines Menschen überhaupt und wenn man schon im Kindesalter einen Grundstein Richtung Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und sonstige Krankheiten legt, indem man das Kind nicht versucht in die richtige Richtung zu lenken, dann ist das sicherlich nicht das, was Eltern für ihre Kinder tun sollten.
Insofern verstehe ich deine Tante auch, wenn sie das Kind zu mehr Bewegung antreiben möchte und es mehr oder weniger auf Diät setzen möchte bzw. versucht die Süßigkeiten zu reduzieren. Klar dürfte sein, dass man Kindern Süßigkeiten nicht komplett verbieten darf, aber man sollte sie eben zu einem vernünftigen Umgang damit erziehen und das Ganze in Maßen dem Kind geben und nicht in Massen. Irgendwann werden es einem die Kinder sicherlich danken, wenn sie später nicht mit Fettleibigkeit und dergleichen kämpfen müssen, sondern schlank durchs Leben laufen können.
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