Warum gab man im MA Kinder in die Obhut von Heiligen?
Den Namenstag feierte man in vielen Gegenden Deutschlands größer als den Geburtstag und mit Geschenken. Das machen die katholische Christen. Im 11./12. Jahrhundert, also im Mittelalter, suchten die Menschen nach einem Schutz für ihre Kinder und wählten sich einen Heiligen der katholischen Kirche als Schutzpatron aus. Sie hofften, wenn das Kind den Namen des Heiligen bekommen würde, dass dieser das Kind dann vor Gefahren bewahren und es beschützen würde. So bekam das Kind den Namen desjenigen Heiligen, der an dem Geburtstag gestorben war und dessen Wirken und Handeln dem Kind als Vorbild dienen sollte. Aber nicht immer gab man dem Kind den Namen eines Heiligen.
So streng geht das heute nicht mehr zu. Ich habe zum Beispiel noch nie meinen Namenstag gefeiert und trage auch nicht den Namen eines Heiligen, der an meinem Geburtstag gestorben ist. Ich sehe auch im Feiern des Namenstages keinen Sinn. Zumindest ist er mir abhanden gekommen. Ich frage mich jedoch, warum die Menschen auf die Idee kamen im Mittelalter, ihre Kinder in die Obhut eines Heiligen zu geben? War der Anlass die hohe Kindersterblichkeit der damaligen Zeit? Oder welchen Grund könnt ihr euch sonst vorstellen?
Im Mittelalter war der kirchliche Glaube ja auch wesentlich intensiver als heute. Wer damals nicht an Gott glaubte, dem wurde ewige Verdammnis prophezeit. Alles war nicht mit dem logischen Menschenverstand zu erklären war, wurde als Zauber, meist als schlechter, angesehen. So wurden eben auch Heiler (Männer wie Frauen) des Hexens bezichtigt, wenn sie Menschen heilten, wo angesehene Alchimisten schon aufgegeben hatten.
Sie auch in dem Buch "Die Päpstin", wo sie eine Mutter davor bewahrte als Leprakranke abgestempelt zu werden. Einfache hygienische Maßnahmen haben da schon geholfen, um sie zu heilen. Wie viel Heilkraft in der Sauberkeit liegt, war damals noch nicht bekannt und man scheute oftmals das Wasser.
Heute ist man im denken weiter, kann viele vermeintliche Phänomäne aus der damaligen Zeit auch wissenschaftlich erklären. Und der Einfluss der Kirche auf die Menschen ist wesentlich geringer geworden. Wobei dazu auch ein Martin Luther beigetragen hat, der gerade der katholischen Kirche sehr hohe finanzielle Verluste einbrachte durch seine Aufklärung.
Dieser Brauch stammt vielleicht aus dem Mittelalter. Aber da das Christentum in meinen Augen auch viel Aberglaube beinhaltet, wird diese Tradition wohl bei einigen Christen nie abbrechen. So haben die Kinder meiner Schwester alles Namen von Heiligen und meine Schwester und ich auch. Wenn der erste Name bei vielen dann kein Heiligenname ist, wurde noch zu meiner Kindheit der zweite Name ein Heiligenname und da war es auch nicht selten, dass ein Junge dann als zweiten Namen den Namen Maria bekam.
Derjenige, der als Christ lebt und daran glaubt, der hat auch den glauben, dass es einen Schutzengel gibt. Und daran sieht man eben auch den Aberglauben im christlichen Glauben.
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