Traurig oder froh, wenn Besuch wieder weg ist?

vom 01.08.2013, 07:51 Uhr

Ich hatte kürzlich zwei verschwägerte Cousinen zu Besuch. Sie waren zwar hauptsächlich bei meinem Ex-Mann, aber sie haben bei mir übernachtet, weil ich mehr Platz habe. Sie waren sehr nett, und ich habe mich auch gefreut, sie nach langer Zeit einmal wiederzusehen, aber trotzdem war ich froh, als sie nach drei Tagen wieder fuhren. Wir haben zwar das übliche Theater am Bahnhof gespielt, dass es schade sei, dass sie nicht länger bleiben könnten usw., aber ich hatte das Gefühl, dass ihnen die drei Tage auch reichten und sie sich wieder auf ihr eigenes Bett freuten.

Ich vertrage Besuch nur kurz. Ich bin grundsätzlich immer froh, wenn er wieder fährt, selbst wenn er nur für einen Tag da war. Auch netten Besuch halte ich, ohne mich eingeengt zu fühlen, nur ein paar Stunden aus, obwohl wir eine große Wohnung haben.

Wie geht es euch damit? Seid ihr auch grundsätzlich froh, wenn Besuch wieder fährt? Gibt es Gäste, bei denen ihr bereut, wenn sie wieder fahren? Ist das Abschiedstheater am Bahnhof oder Flughafen nur bei mir gespielt? Seid ihr wirklich traurig, wenn ein mehrtägiger Besuch wieder fährt?

» anlupa » Beiträge: 10996 » Talkpoints: 25,28 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Ob man aufrichtig traurig ist, hängt ja in erster Linie vom Besuch selbst ab. Das kann nicht generell gesagt werden und es mag fälle geben, bei denen man wirklich froh ist. Aber dann gibt es auch kein "Theater" bei der Verabschiedung sondern man wünscht eine gute Reise und damit hat sich die Sache dann auch. Anders wenn es sich um einen Menschen handelt, der einem besonders wichtig ist und den man lieber nahe bei sich haben wollen würde. Da kann es schon zu traurigen Verabschiedungen kommen, die dann ehrlich gemeint sind.

» derpunkt » Beiträge: 9830 » Talkpoints: 355,28 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Das kommt eben ganz darauf an, um wen es sich dabei handelt. Wenn meine Eltern mal bei mir zu Besuch kommen, ist es schon schade, dass sie nicht länger als ein Wochenende bleiben können, weil sie logischerweise arbeiten müssen. Andererseits ist es aber auch ganz schön, wenn jeder Besuch irgendwann wieder weg ist, schließlich möchte man ja auch irgendwann wieder seine Privatsphäre zurück. Das gilt dann auch für die Eltern, schließlich ist man nicht ohne Grund von Zuhause ausgezogen. Wirkliches Abschiedtheater veranstalte ich eigentlich nicht. Man verabschiedet sich ganz einfach und freut sich auf das nächste Wiedersehen.

» niglfox » Beiträge: 109 » Talkpoints: 64,28 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich bin grundsätzlich froh, wenn mein Besuch wieder verschwindet. Dabei ist es auch völlig egal, wie gern ich den Besuch habe, wie lange er da war und wie eng man in der Zeit aufeinander saß. Ich bin einfach froh, wenn ich wieder meine Ruhe habe.

Eine sehr gute Freundin von mir sehe ich nur alle zwei Jahre mal. Und trotzdem lasse ich sie nicht bei mir übernachten und freue mich, wenn sie nach ein paar Stunden wieder nach Hause fährt. Es tut mir dann schon auch leid, dass sie traurig ist und ich mich freue, aber so ist es nunmal. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich mich nicht gefreut habe, dass sie da war. Im Gegenteil, ich freue mich sehr wenn sie kommt. Dennoch ist Besuch zu haben eben anstrengend für mich.

Meine Eltern sehe ich ein oder zwei mal im Jahr. Die bleiben zwei bis drei Nächte, übernachten im Hotel und machen auch viel alleine, das heißt, wir sehen uns nur ein paar Stunden pro Tag. Ich bin jedesmal verdammt froh, wenn sie wieder weg sind. Für mich ist es einfach Stress pur, mich nach anderen richten zu müssen und Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Aus dem Grunde kenne ich auch keine Traurigkeit beim Abschied, sondern einfach nur das Gefühl, endlich wieder Ruhe und Freiheit zu haben.

Benutzeravatar

» CCB86 » Beiträge: 1958 » Talkpoints: 39,88 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ehrlich gesagt hasse ich Besuch auch und ich bin froh, dass meine Mutter genauso denkt und wir daher nur selten Besuch bei uns haben, der länger als ein paar Stunden bleibt. Wenn jemand mal für ein paar Stunden vorbei kommt, dann ist das alles kein Problem und da man den Besuch meistens auch selbst einlädt, verbringt man meistens dann ein paar schöne Stunden miteinander. Aber bei Besuch, der wegen einer langen Anfahrt zum Beispiel über Nacht oder sogar mehrere Tage bleibt kann ich ehrlich gesagt gar nicht ausstehen.

Ich mag es nicht, meinen Tagesablauf umzustellen und mir Gedanken darüber zu machen, was man kochen kann, damit es auch jeder mag, ob man für den Besuch nicht noch einen Kuchen backen soll, und so weiter und so fort. Es gibt so viele Dinge, die man beachten muss und letztendlich habe ich das Gefühl, dass es immer so viel Arbeit gibt, wenn ein Besuch kommt, dass man den Besuch selbst gar nicht genießen kann. Für manche ist das sicher übertrieben, aber ich kann das einfach nicht gebrauchen und deswegen bin ich dann auch froh, wenn der Besuch wieder weg ist.

Die teilweise ewig dauernden Verabschiedungen gefallen mir auch nicht. Klar, man umarmt sich kurz, wünscht sich gegenseitig alles Gute und lässt noch Grüße für den ein oder anderen ausrichten, aber viel mehr gibt es doch auch gar nicht zu sagen. Das ewig hinauszuziehen finde ich wirklich lästig und ich hasse es, wenn die Leute dann ständig noch ein neues Gesprächsthema finden, anstatt einfach in das Auto zu steigen und zu gehen. Bisher hatten wir zum Glück noch keinen Besuch, den wir an den Flughafen fahren mussten, das wäre auch viel zu weit von uns aus. Beim Bahnhof hat man dann ja den Vorteil, dass früher oder später der Zug kommt und die Leute dann einsteigen müssen.

Das Geschriebene wirkt jetzt wahrscheinlich so, als wäre ich nicht gastfreundlich. Das bin ich aber durchaus, nur ist es eben wirklich zum Großteil gespielt und nicht ehrlich.

» *sophie » Beiträge: 3503 » Talkpoints: -0,11 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich muss gestehen, dass ich auch immer wieder froh bin, wenn der Besuch wieder geht, wenn er bei mir übernachtet hat. Dabei ist es völlig egal, ob es sich dabei um eine Freundin, Verwandte oder sogar um meinen Partner handelt. Ich bekomme zwar wirklich sehr gerne Besuch und mag es auch, andere Leute um mich herum zu haben, doch so lange am Stück kann ich Besuch einfach nicht ertragen.

Ich habe absolut kein Problem damit, wenn jemand mich am Nachmittag besucht und dann auch über Nacht bleibt. Das finde ich sehr angenehm und ich mag es auch, viel Zeit mit jemandem zu verbringen. Allerdings wird es mir dann bereits gegen Mittag zu viel und ich brauche einfach eine Pause und möchte dann allein sein. Ich brauche dann den restlichen Tag einfach für mich und möchte dann auch in der nächsten Nacht allein sein, bevor ich mich wieder auf neuen Besuch einlassen kann, da ich sonst eine Krise bekomme.

Auch wenn mein Partner bei mir ist, ist es so, dass ich es niemals wollen würde, dass er zwei Tage hintereinander bei mir schläft. Da würde ich mir furchtbar eingeengt vorkommen und ich würde mich dann auch nicht wohl fühlen. Dabei ist es natürlich etwas anderes, wenn man zusammen wohnt, da jeder seinen eigenen Aktivitäten nachgehen kann und auch selbst entscheiden kann, wann er ins Bett geht. Wenn es aber jedoch so ist, dass man Besuch hat, muss man die meiste Zeit ja doch zusammen verbringen. Und so viel Nähe ertrage ich eben auch nur einen Tag, bevor ich wieder meine Ruhe brauche. Das ist auch gar nicht böse gemeint, aber ich bin einfach ein Mensch, der auch viel Zeit für sich selbst braucht, da er sich sonst überhaupt nicht wohl fühlt.

Benutzeravatar

» Prinzessin_90 » Beiträge: 30169 » Talkpoints: 150,10 » Auszeichnung für 30000 Beiträge


Selbstverständlich bin auch ich froh, wenn der Besuch wieder weg ist. Immerhin kann man sich niemals so frei entfalten in seinen eigenen vier Wänden, wenn noch andere da sind. Natürlich kommt es auch darauf an, wer da jetzt zu Besuch kommt. Ist die Person mehr mit mir auf einer Wellenlänge, dann kann die oder derjenige auch gerne ein bisschen länger bleiben. Ist es aber jemand den man nur auf Grund des familiären Zusammenhalts bei sich unterbringt, der aber grundlegend verschieden ist, dann kann der oder diejenige gerne auch nach ein paar Stunden schon wieder gehen.

Klar liebt man seine Familie, dafür ist es Familie, aber meine Familie kann ich mir eben nicht auf Grundlage meiner Interessen raussuchen, wie ich es bei meinen Freunden mache. Von daher ist Familie zwar jederzeit gern gesehen, darf aber auch jederzeit gern ohne Übernachtung wieder heim. Schade finde ich dann an und für sich nur, dass man so wenig Zeit miteinander verbringt, weil die Interessen so verschieden sind.

» Darkness » Beiträge: 307 » Talkpoints: 3,60 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich denke, dass es maßgeblich auf den Besuch ankommt, ob man ihn vermisst oder froh ist, wenn er wieder weg ist. Es gibt durchaus Gäste, die man auch länger haben könnte, weil sie kaum Umstände machen und ihr Aufenthalt einfach nur äußerst angenehm ist, ich kenne es aber auch, dass man froh ist, wenn manche Gäste weg sind. Ich bin gerne Gastgeber, aber manche Gäste nerven auf lange Sicht einfach, weil sie einen anderen Rhythmus haben oder so fordernd sind. Davon kenne ich aber zum Glück nicht so viele Menschen und so bin ich meistens eher traurig, wenn meine Gäste gehen.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 37057 » Talkpoints: 11,15 » Auszeichnung für 37000 Beiträge


Bei mir kommt es auch auf den Besuch an, ob ich froh oder traurig bin, wenn dieser wieder fährt. Es gibt durchaus Personen, die ich gerne als Besuch bei mir empfange und bei denen ich dann wirklich traurig bin, wenn sie wieder gehen müssen, auch wenn der Besuch anstrengend war. Aber ich muss zugeben, dass ich mich meistens auch ein Stück weit darüber freue, meine Wohnung nicht mehr mit den Gästen teilen zu müssen. Zumindest bei Übernachtungsgästen ist es bei mir auch so, dass ich mich schnell eingeengt fühle und dann das Gefühl habe, in meiner eigenen Wohnung nicht mehr so schalten und walten zu können, wie ich es sonst kenne.

Wenn Besuch nur einen Tag oder einige Stunden bleibt, kann ich mich eher darauf einstellen und schon Dinge vorbereiten. Das ist bei mehreren Übernachtungen schon schwierig und zwischendurch brauche ich dann auch mal zeit für mich. Beim Abschied bin ich aber meistens schon wirklich traurig, dass die Zeit wieder vorbei ist und der Gast wieder abreisen muss. Das ist also nicht gespielt. Wenn ich den Besuch eingeladen habe, dann habe ich das ja schon getan, weil ich mich auch auf und über den Besuch dieser Person gefreut habe.

» Barbara Ann » Beiträge: 25988 » Talkpoints: 19,44 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Obwohl ich genügend Platz habe, Gäste unterzubringen, wäre es mir doch zu viel, gleich zwei Cousinen auf einmal zu beherbergen. Es sind zwei verschiedene Menschentypen, die auch beide eben verschieden voneinander sind. Beiden gerecht zu werden, wäre mir zu viel des Guten. Das würde ich auch nicht so wollen.

Besuch für ein paar Stunden, wenn ich ihn selbst eingeladen habe, das ist für mich in Ordnung. Aber Besuch, der sich selbst einlädt, dann Stunde um Stunde bleibt oder gar noch über Nacht, nein, den möchte ich nicht haben. Ich hatte mal einen Besuch, der mehrere Wochen da blieb. Das Chaos ist jetzt noch wieder ganz beseitigt. Nie wieder!

Über manchen Besuch freue ich mich wirklich riesig und dann ist meine Abschiedstraurigkeit auch ehrlich gemeint. Ich könnte allerdings niemals falsche Tränen beim Abschied am Bahnhof/Zug vergießen, Solch ein Abschied ist ja meist nicht für ewig und den kann man auch ganz neutral gestalten. Aber falsche Worte könnte ich nun nicht sagen beim Abschied.

» Cid » Beiträge: 20034 » Talkpoints: 0,42 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Zurück zu Allgemein

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

^