Leben retten oder Geld kassieren bei der Blutspende
Mein Freund war gestern mal wieder bei der Blutspende und wir haben uns ein bisschen darüber unterhalten. Wir beide kennen einige Leute, die nur dorthin gehen, um eben etwas Geld zu verdienen. Eigentlich finde ich das nicht so gut, da man eben auch selber mal Blut brauchen könnte und irgendwie bereichert man sich an so etwas nicht, finde ich zumindestens. Allerdings ist es wohl auch so, dass es einige "Anbieter" gibt, die dann das Blut teuer weiter verkaufen und sich quasi damit eine goldene Nase verdienen, was ich auch ziemlich verwerflich finde.
Deswegen würde mich mal interessieren ob ihr bei Vereinen Blut spendet, wo ihr Geld bekommt? Warum habt ihr euch dafür entschieden? Wisst ihr etwas darüber, wie euer Verein weiter mit den Spenden verfährt und ob sie daran viel verdienen? Würdet ihr auch Blut spenden gehen, wenn es dafür kein Geld geben würde?
So ganz kann ich dein Problem nicht verstehen, dass man für eine Blutspende Geld erhält. Gut vielleicht entspricht es nicht wirklich dem Begriff Spende, sondern eher einem Verkauf von Blut, aber an sich wird durch dieses kleine Handgeld dazu beigetragen, dass wesentlich mehr Blut gespendet wird und evtl. damit Leben gerettet werden können.
Blut ist ein sehr wertvolles Gut und wenn dein Körper in der Lage ist dieses in guter Qualität herzustellen, warum soll man dann nicht auch selbst davon profitieren und dieses Gut verkaufen dürfen. An sich sind 15€-20€ oder wie viel man erhält auch nicht wirklich viel wenn man bedenkt, dass man dafür gesundheitliche Einschränkungen für eine bestimmte Zeit hinnehmen muss.
Dazu kommen auch nur Kosten für Anfahrt und ein Zeitaufwand in dem man entweder Freizeitbeschäftigungen nachgehen oder eben Geld verdienen hätte können. Wenn man es genau nimmt wird das Geld das man erhält ja sogar so deklariert, da es lediglich eine Aufwandsentschädigung darstellt.
Wenn ich mich nicht irre können ganz normale Spenden auch von der Steuer abgesetzt werden, was zwar an sich nicht das gleiche, aber schon vergleichbar ist. Menschen helfen sich nur noch selten ohne Gegenleistung. Von daher finde ich es ganz in Ordnung, dass Leute dazu motiviert werden zu helfen.
Ich verstehe wirklich nicht wo dein Problem liegt. Es geht doch darum möglichst viel Blut zu bekommen und wenn man den Leuten einen Anreiz dafür gibt, bekommt man eben tendenziell mehr. Außerdem gibt es auch Menschen, die so spenden ohne Gegenleistung. Wenn man sich aber mit solchen Sachen über Wasser hält und beispielsweise keine Sozialleistungen in Anspruch nimmt ist es doch aber eine gute Sache. Ich kenne es gerade von Schülern, Studenten und Arbeitslosen, das sie dort hingehen und sich so eben eine kleine Stütze holen.
Man nimmt ja auch körperliche Anstrengung auf sich und auch wenn du es moralisch verwerflich findest für sein Blut Geld zu nehmen finde ich das absolut in Ordnung. Einem geliebten Menschen kann man ja auch jederzeit sein Blut ohne Gegenwert spenden und wenn man das Geld nicht annimmt, ist es doch auch in Ordnung. Es ist doch eigentlich nur wichtig, dass wir diese Spenden bekommen und die Gegenleistung ist in meinen Augen eine geringe, wenn man damit Leben retten kann. Der Anreiz bringt ja viele zum Spenden, die es sonst nicht machen würden. Wenn man nicht betroffen ist, denkt man da eben nicht dran oder macht es einfach nicht.
Dein Problem kann ich auch nicht verstehen. Da spenden ein paar Leute in deinem Bekanntenkreis Blut, weil sie dafür Geld bekommen. Was spricht dagegen? Sie sehen das Geld als Hauptgrund an, aber tun doch real etwas sehr wichtiges. Wie man die Sache betrachtet und was einem persönlich dabei wichtig ist, ist doch persönliche Einstellungssache.
Übrigens tun sie dabei nicht nur etwas für die Patienten, die eine Blutkonserve benötigen und für ihren Geldbeutel, sondern auch für ihren Körper. Denn wer regelmäßig Blut spendet, bildet auch Blut schneller nach. Somit ist der eigene Körper für den Ernstfall schon im Training.
Und ich selbst habe auch schon Geld für meine Blutspenden bekommen. Damals kam dann nämlich das DRK gar nicht mehr zu uns in den Ort und es hat dann eine andere Organisation übernommen, die eben 10 Euro pro Spende bezahlt hat.
Grundsätzlich halte ich das Blutspenden für etwas Gutes. Ich würde es auch gern tun, aber meine letzte Erfahrung beim Blutspenden war eher schlecht, auf gut Deutsch: mir wurde richtig schlecht und ich wäre fast umgekippt.
Die Anreize für mich Blut zu spenden wären einerseits die Hilfe für Menschen, die Blut brauchen, andererseits aber auch der finanzielle Aspekt. Ich sehe das Geld dann auch eher als "Entschädigung".
Deshalb kann ich am Spenden auch nichts Schlimmes sehen. Es ist freiwillig und als "Belohnung" bekommt man auch noch Geld, also warum nicht? Manch' einer handelt deshalb zwar aus niederem moralischem Moment, hilft aber im Gegenzug Menschen, die in einer Notlage sind.
Also ein wirkliches "Problem" habe ich damit nicht. Aber ich finde es einfach schade, dass so viele nur zu Blutspenden gehen, weil sie damit Geld verdienen und es ihnen quasi egal ist, dass sie damit auch anderen helfen. Das kommt wahrscheinlich auch immer darauf an, welche Spender man eben kennt. Wenn ich aber von meinen Bekannten höre, dass sie sich total darüber aufregen, weil ihnen für einmal das Geld entgangen ist, wenn sie mal schlechtere Blutwerte haben, finde ich das schon etwas komisch. Denn das ist eben für mich nur ein netter "Nebeneffekt" und nicht der Hauptgrund, weshalb man Blut spenden sollte.
Vor allem geht es mir aber auch darum, dass man immer wieder von bestimmten Vereinen hört, die das Blut am Ende nicht den Bedürftigen zukommen lassen, sondern es selber eben teuer verkaufen, um sich daran zu bereichern. Deswegen auch die Frage dazu, wie man den entsprechenden Verein ausgewählt hat und was man über dessen Anwendungszwecke weiß.
Welche Ansichten man dabei hat, hat aber etwas mit dem Alter zu tun. Wir haben damals während meiner Ausbildung fast alle Blut gespendet, sobald wir volljährig waren. Damals gab es zwar noch kein Geld, aber gut gefüllte Beutel mit diversen Lebensmitteln. Die allein haben uns gereizt, weil eben richtig teure Dinge dabei waren, die wir uns so nicht unbedingt leisten konnten.
Dass wir mit unserer Blutspende auch anderen Menschen geholfen haben, war uns damals recht egal. Wir fanden es immer recht lustig, wenn wir quasi als Klasse da zur Blutspende anrückten und auf den Pritschen sogar noch Witze gemacht haben, so das alle Anwesenden lachen konnten.
Warum sollte man es nicht nur wegen des Geldes tun? Ich finde das nicht weiter schlimm. Man weiß ja schließlich nicht, wer die Spende dann später bekommt und die Tatsache, einer völlig unbekannten Person zu helfen, stellt wahrscheinlich nicht für jeden einen wirklichen Anreiz dar. Das Blut wird gebraucht und unter welchen Beweggründen es gespendet wurde, ist doch völlig egal.
Ich darf nicht spenden, aus einem meiner Meinung nach recht übertriebenen Grund, aber ich würde mich über das Geld natürlich auch freuen, das gebe ich gerne zu. Wenn ich für die Spende zum Beispiel einen Gutschein für ein leckeres Essen bekommen würde, wäre das für mich auch okay, aber ob ich es ohne Gegenleistung tun würde, weiß ich nicht. Immerhin belastet man seinen Körper mit diesem Blutverlust ja doch ein wenig. Man sollte sich für eine gewisse Zeit nicht anstengen und kann sich durchaus auch mal schlapp fühlen. Das sind schon Einschränkungen, für die man durchaus ein wenig entschädigt werden kann.
Was bitte ist denn das für eine Logik, dass man kein Geld annehmen darf, wenn man Menschen mit etwas hilft? Dann dürfte es nach der selben Logik weder eine Berufsfeuerwehr geben, die Leben retten noch dürften Notärzte bezahlt werden. Das wäre doch reichlich an den Haaren herbei gezogen.
Vielleicht ist das ja auch die Logik die unter anderem dahinter steckt, dass Berufsgruppen wie Krankenpfleger, Hebammen, Erzieher, Altenpfleger und so weiter ein sehr niedriges Gehalt bekommen. Soll da etwa der Gedanke Menschen geholfen zu haben das fehlende Einkommen kompensieren? Denkbar wäre es ja immerhin.
Verwerflich finde ich es nur, wenn man Spenden geht, obwohl man derzeit zum Beispiel krank ist und eigentlich nicht spenden sollte und darüber hinweg sieht nur um die Kohle zu kassieren. Das Blut wird ja dann vernichtet und man hat eigentlich betrogen.
Aber mal ehrlich. Kann man da wirklich von Bereichern reden? Wie oft im Jahr kann man den Blut spenden? Als Frau besteht wohl eine Wartezeit von etwa 13 Wochen zwischen zwei Spenden, die man nicht unterschreiten sollte. Das macht rein rechnerisch maximal vier Spenden pro Kalenderjahr. Männer kommen vielleicht auf 5 Blutspenden. Das macht dann, wenn man etwa zwanzig Euro pro Spende bekommt 80 bis 100 Euro pro Jahr an Zubrot für das Spenden. Reich wird man da wirklich nicht.
Letztlich muss ich auch sagen, dass durch das Spenden schon Aufwand hat. Je nach Wohnort hat man eine mehr oder weniger lange Anfahrt, man verliert Zeit und der Körper wird geschwächt. Außerdem hat man einen gewissen Mehrbedarf an gesunden eisenhaltigen Nahrungsmitteln, damit die eigene Gesundheit nicht leidet. Bei Frauen ist es teilweise sogar sinnvoll, den Blutverlust durch die Spende mit guten Eisentabletten abzufedern. Die kosten bekanntlich auch Geld. Von daher würde ich das Geld eher als Aufwandsentschädigung sehen, als als Einkommensquelle.
Durch Blutspenden können Leben gerettet werden. Auch wenn jemand für gespendetes Blut etwas Geld bekommt, rettet er mit dem gespendeten Blut Leben. Entweder oder kann es hier nicht geben. Wenn einige Vereine das Blut teuer weiter verkaufen, warum sollten dann die Spender das Blut umsonst spenden? Dann wäre es von vorneherein besser, diese Vereine nicht mit Blutspenden zu betrauen.
Das wenige Geld, was die Blutspender bekommen, ist eine Aufwandsentschädigung für die Mühe, die man in Kauf nimmt bei einer Spende. Ich finde, das ist gerechtfertigt.
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