Habt ihr euch schon mal Selbstverletzungen beigebracht?

vom 03.05.2013, 20:07 Uhr

So wirklich habe ich mir noch nie Selbstverletzungen beigebracht. Nur aus Langeweile hab ich mir mal früher z.B. eine Nadel unter die Haut gesteckt oder mich mit einem Metalldraht ein bisschen angeritzt, allerdings nur die ganz obere Hautschicht. Es ging mir dabei auch nicht darum mich zu "verletzen", sondern nur um dieses Gefühl auf der Haut.

Interessant wird es aber, wenn man den Begriff der Selbstverletzung ausweitet. Dann stellt sich nämlich heraus, dass so ziemlich jeder fast permanent Selbstverletzung betreibt, in dem er raucht, trinkt oder sich zu wenig bewegt. Meiner Meinung ist das mindestens genauso krankhaft wie sich zu ritzen. Nur erfordert es eben weniger Überwindung.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Mich selbst zu verletzten würde für mich niemals eine Option darstellen. Ich habe jahrelang mit einer suizidalen Mutter gelebt und würde meinem Umfeld dieses niemals zu muten. Allerdings ist es eben nicht nur das was mich abschreckt, sondern schlichtweg schon der Gedanke wie absurd es mir erscheint meinen eigenen Körper zu verletzten. Warum sollte ich dies tun? Ich versuche mich halbwegs gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu machen, weniger Cola und Süßigkeiten zu konsumieren, rauche nicht, trinke keinen Alkohol. Warum sollte ich dann damit anfangen, meinen Körper zu verletzten? Ich möchte mich nicht selbst entstellen und ich hätte enorme Hemmungen davor mir etwas an zu tun.

Ich könnte ein Messer oder irgendetwas gar nicht auf meinen Körper richten. Dafür wäre ich ein viel zu großer Feigling. Ich mag nicht einmal scharfe Gegenstände besitzen. Scharfe Messer dürfen einfach gar nicht in meiner Wohnung sein. Mein Freund musste sein scharfes Messer in eine extra Schublade und Verpackung packen, damit es überhaupt bei mir in der Wohnung sein darf. In der Küche aber dulde ich es nicht. Ich würde also eher alles tun um mich ja nicht zu verletzten.

Allerdings habe ich öfter auch im privaten Bereich Menschen kennen gelernt, die sich Schmerzen zufügen, selbst das Leben zerstören, oder eben auch selbst körperlich verletzten. Meine Mutter geht heute nicht mehr den Weg de3r körperlichen Gewalt, aber sie verletzt sich anders. Und ich verstehe es nicht und werde Menschen, die dies tun auch niemals verstehen. Für mich wäre es keine Option. Ich empfinde es immer noch als befremdlich und verstehe nicht wenn Menschen Schneidedruck verspüren, oder Suizidgedanken haben. Ich hoffe auch, dass ich es niemals verstehen werde, denn ich denke man kann es nur wirklich verstehen, wenn man es selbst erlebt.

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» pichimaus » Beiträge: 2016 » Talkpoints: 6,99 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich kann mir das für mich nicht vorstellen, weil ich angst davor hätte mir weh zu tun. Ich kenne aber jemanden, der Borderline hat und da ist es leider sehr oft schon passiert, aber seid einigen Jahren nicht mehr. Er hat es in den Griff bekommen und ritzt sich nicht mehr. Damals wollte er sich auch ein paar Mal umbringen, hat sich jeden Tag geritzt, aber dank Therapien und Gesprächen hat er es nun im Griff. Bei ihm war es das Innere, das er selber nicht Gefühle empfinden konnte und wenn dann nur sehr übertrieben und extrem. Er hat sich geritzt um sich zu spüren. Das klingt blöd, aber besser kann ich es nicht beschreiben.

Er hat sich selber beispielsweise in jede Frau verliebt, die in seinem alter war und ihm begegnet ist. Das war aber nur dieses Suchen nach Gefühlen und keine Liebe und wenn er dann in einer Beziehung war hat er geklammert um die Gefühle festzuhalten. Das gelang ihm aber natürlich nicht und dann ritzte er sich wieder um wieder etwas zu spüren, zu fühlen. Er hatte schon so eine innere Leere, die hat er heute auch noch, aber er kann damit umgehen. Diese Menschen haben einfach zu wenig Glückshormone im Körper.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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