Wie viel Rückhalt erwartet ihr von eurem Partner?

vom 03.02.2013, 14:33 Uhr

In einer Partnerschaft ist es ja wichtig, dass man sich liebt. Aber es ist auch wichtig, dass man sich gegenseitig akzeptiert und auch unterstützt. Wie viel Rückhalt erwartet ihr aber von eurem Partner? In welchen Dingen ist euch der Rückhalt des Partners wichtig? In welchen Situationen würdet ihr darauf verzichten?

Hattet ihr schon Situationen, in denen euer Partner euch keinen Rückhalt gegeben hat? Wie seid ihr damit umgegangen? Wart ihr vielleicht schon mal in Situationen, in denen euer Partner euren Rückhalt gefordert hat,
ihr ihm den aber nicht geben konntet oder wolltest? Wo zieht ihr die Grenzen?

» Fugasi » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Das ist eine sehr gute Frage, mit der ich mich auch schon öfters beschäftigt habe. Am Anfang meiner Beziehung mit meinem Freund hatten wir große Probleme, weil er immer zwischen mir und seiner Familie stand. Da war einmal ich, in die er unglaublich verliebt war und mit der er eigentlich jede Sekunde verbringen wollte und andererseits seine traditionsreiche Familie, die viel wert auf ein gemeinsames Essen, gemeinsamen Familienurlaub und so weiter legt.

Am besten lässt es sich daran erklären, dass seine Mutter der Meinung war, man sollte erst beieinander übernachten, wenn man zumindest mal einundzwanzig Jahre alt war und eigentlich ja sowieso erst dann, wenn man verheiratet ist. Ich dagegen hätte am liebsten schon nach einigen Wochen mit ihm gemeinsam übernachtet. Anfangs hat mein Freund aber auf seine Mutter gehört und das hat bei uns viel Streit verursacht. Wenn es mir spät abends zum Beispiel schlecht ging und ich ihn gerne bei mir gehabt hätte, konnte er nicht kommen, weil seine Mutter ihn nach dem Abendessen für gewöhnlich nicht mehr aus dem Haus gelassen hat. Das ging sogar so weiter, als er bereits achtzehn war.

Es hat mich ehrlich gesagt schon ziemlich genervt und ich habe ihm das auch immer wieder deutlich gemacht. Letztendlich hat er es dann eingesehen und ist irgendwann eines Abends einfach zu mir abgehauen und hat bei mir ohne die Erlaubnis seiner Eltern übernachtet. Das fand ich unglaublich toll von ihm und das hat mir dann auch das Gefühl gegeben, dass er zu mir steht. Das war wirklich wichtig für mich und das erwarte ich auch von meinem Partner.

Neben der Schwiegereltern-Sache finde ich es auch wichtig, dass man von dem Partner die nötige Unterstützung bei den Hobbys bekommt. Mein Freund spielt zum Beispiel Orgel in der katholischen Kirche und obwohl ich nicht viel von dieser halte, gehe ich ab und zu, wenn er Orgeldienst hat, mit ihn die Kirche, weil es ihm eben Freude bereitet. Ich denke, das ist wichtig, da ich ihm so zeige, dass ich hinter ihm stehe, auch bei Dingen, die ich an sich vielleicht gar nicht so toll finde. Im Allgemeinen erwarte ich von meinem Partner immer so viel Rückhalt, wie ich ihm auch gebe.

» *sophie » Beiträge: 3500 » Talkpoints: -0,39 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich denke, dass Rückhalt in einer Beziehung immer sehe wichtig ist. In einer Beziehung geht es ja auch darum, gemeinsam den Alltag zu meistern und auch sein ganzes Leben miteinander zu verbringen und da muss man sich einfach gegenseitig unterstützen. Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig motiviert und sich auch gegenseitig hilft. Der Partner sollte ja gleichzeitig auch ein guter Freund für einen sein und von Freunden erwartet man ja auch Rückhalt, weshalb das bei meinem Partner nicht anders sein sollte. Immerhin möchte man in einer Beziehung nur das Beste für den Partner und da ist es ja auch normal, dass man ihm helfen und ihn auch unterstützen sollte.

Wie viel Rückhalt ich von meinem Partner erwarte, kann ich jedoch gar nicht pauschal sagen, da das sicherlich immer ganz auf die Situation darauf ankommen sollte. So sollte mein Freund mich nicht unbedingt vor anderen Leuten verteidigen, wenn ich wirklich einmal Mist gebaut habe und wenn es gerechtfertigt ist, dass jemand auf mich sauer ist. Immerhin sollte mein Partner auch ehrlich zu mir sein und wenn ich etwas nicht Gutes gemacht habe, dann sollte er mir das offen sagen können. Zudem möchte ich auch gerne einige Sachen selbst klären und ich denke, dass man ab einem gewissen Alter auch dazu in der Lage sein sollte, für sich selbst verantwortlich zu sein, weshalb man dann auch nicht die ganze Zeit jemanden braucht, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.

Bei wirklich wichtigen Sachen, bei denen man sich auch explizit Unterstützung vom Partner wünscht, sollte er allerdings auch für einen da sein und einem auch helfen. Gemeinsam lassen sich manche Sachen auch viel leichter und schneller schaffen und es ist auch einfach schön, zu wissen, dass es jemanden gibt, der hinter einem steht. Von daher ist Rückhalt gerad in schwierigen Situationen auch sehr wichtig.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34383 » Talkpoints: 18,29 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ich kann mir unter dem Begriff in Bezug auf eine Partnerschaft gar nicht so viel vorstellen. Da geht es mir ähnlich wie bei der oft erwähnten "Unterstützung" - ich bin glücklicherweise körperlich und psychisch in passabler Verfassung und meistere meinen Alltag etwa so gut wie der Durchschnitt. Unterstützung bedeutet für mich, dass ich alleine nicht zurechtkomme und Hilfe brauche. Was ja keine Schande ist und beispielsweise im Krankheitsfall auch bei mir schon vorgekommen ist, aber im Allgemeinen sehe ich meine Partner nicht als meinen Betreuer, der mich in Alltagsdingen "unterstützt".

Und Rückhalt? Ich setze es ehrlich gesagt schlicht und ergreifend voraus, dass mein Partner nicht das Weite sucht, wenn es mal schwierig wird und wir die Probleme und Misslichkeiten im Alltag ebenso wie kleinere und größere Katastrophen gemeinsam meistern. Das ist in meinen Augen das Minimum, was man von einer Beziehung im traditionellen Sinne erwarten kann - dass man nicht mit runtergelassenen Hosen alleine dasteht, wenn der Wind mal etwas schärfer weht. Das finde ich gar nicht gesondert erwähnenswert. Wenn mein Partner das nicht nach seinen individuellen Möglichkeiten liefern kann, bin ich alleine besser dran.

» Gerbera » Beiträge: 10819 » Talkpoints: 4,26 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Also ich erwarte erst mal nicht nur Akzeptanz von meinem Partner, sondern vor allem Respekt. Denn was nutzt die große Liebe, wenn man sich nicht gegenseitig respektiert? Und was bedeutet dann Rückhalt? Soll der Partner sämtliche Pläne ohne Vorbehalt unterstützen? Wenn ja, dann ist er kein Partner, sondern ein Ja-Sager, der sich nicht traut sachliche Kritik zu üben.

Ansonsten wünsche mir von meinem Partner dann Unterstützung, wenn sie nötig ist. Aber ich das einfach zu erwarten wäre dann doch wieder recht einseitig. Ich bin ja Selbstständig und manage meinen Geschäft ohne Angestellte. Wir haben auch Kunden, die mit Getränken beliefert werden, weil sie selbst nicht mehr so gut unterwegs sind. Wenn da eine Lieferung nach Geschäftsschluss ansteht, freue ich mich, wenn mein Mann das komplett übernimmt oder zumindest hilft. Aber ich erwarte es nicht, da es ja durch seinen Job gar nicht immer möglich ist.

Erwartungen sind meiner Meinung dazu da, dass sie enttäuscht werden. Denn man baut sich da innerlich eine Art Hürde auf, die ein anderer überwinden soll. Wenn man dann dazu aber nicht in Lage ist, die sogenannten Erwartungen zu erfüllen, dann macht sich schnell Enttäuschung breit. Wenn ich also Unterstützung vom meinem Partner möchte, sollte ich das klar formulieren, aber nicht einfach erwarten.

» Punktedieb » Beiträge: 17527 » Talkpoints: 63,09 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich eine der Personen bin, die einen gewissen Rückhalt einfach als Grundvoraussetzung einer gesunden Beziehung sehe. Einen Partner, der bei jeder Kleinigkeit das Weite sucht, ist bei mir ganz einfach an der falschen Adresse. Es muss ja von Beginn an klar sein, auch ohne den beliebten Hochzeitsslogan: “Bis das der Tod uns scheidet“, dass man in einer gut funktionierenden oder intakten Beziehung durch „dick und dünn“ gehen können muss.

Eine intakte Beziehung hat für mich auch immer etwas von einer sehr gut funktionierenden Freundschaft, gleichwohl die Gefühle zueinander eine andere Hausnummer sind. Ich erwarte ganz einfach schlichtweg, dass mein Partner mir den Rücken deckt, wann immer ich es benötige ohne darum bitten zu müssen. Gleichzeitig erwarte ich jedoch seine uneingeschränkte Ehrlichkeit mir gegenüber, wenn ich daneben liege oder wenn er/sie einfach ganz anderer Meinung ist.

Unterstützung erwarte ich generell weniger. Ich kann glücklicherweise noch behaupten, dass ich in allen gesundheitlichen Lebenslagen sehr passabel unterwegs bin. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich nicht unbedingt erzwingen wollen, dass mir mein Partner den Hintern abwischen muss, wenn es mal hart auf hart käme.

Rückhalt und Unterstützung sind zwei große Worte. Das eine sollte selbstverständlich sein, wobei auch ich erwarte, dass man mich natürlich schon in gewisser Weise unterstützt. Jedoch habe ich in gewissen Situationen auch Verständnis dafür, wenn die Unterstützung endet. Es kommt wohl immer auch auf die eigene Sichtweise an und die des jetzigen Ist-Zustandes einer Beziehung. Wenn etwas im Argen liegt, wird das mit dem Rückhalt wohl leider für viele auch dann wiederum schwieriger werden.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 6064 » Talkpoints: 31,91 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Ich finde die Bedeutung von Rückhalt in einer Partnerschaft relativ schwer zu definieren, da es für mich ein sehr vielschichtiger Begriff ist. Zum einen wurde hier häufig das Thema Ehrlichkeit genannt, was definitiv eine Art von Rückhalt ist und für mich in einer Beziehung an der obersten Stelle steht - allerdings ist es nicht die Art von Rückhalt die ich im Gesamten unter diesem Begriff verstehe. Viel eher zeichnet sich für mich Rückhalt damit aus, dass mein Partner in bestimmten Situationen zu mir steht.

In meinen früheren Beziehungen war es leider so, dass mir immer wieder der Rückhalt fehlte. Ein gutes Beispiel sind zahlreiche Besuche bei meinen Ex-Schwiegereltern. Hier wurden Themen kommuniziert, bei welchen ich genau wusste, dass mein Exfreund meinen Standpunkt vertritt oder diesen sogar ins Leben gerufen hat. Er hat dann jedoch in diesen Situationen nichts gesagt, um sich eine Diskussion zu ersparen oder sogar gelogen und ist mir damit in den Rücken gefallen - hier hat mir eindeutig der Rückhalt gefehlt und das erwarte ich seither deutlich mehr in Beziehungen.

Auch bedeutet Rückhalt für mich, dass mein Partner mich in meinen Entscheidungen unterstützt und mir ein ehrliches Sicherheitsgefühl gibt. Das heißt nicht, dass er meine Entscheidungen für gut heißen oder teilen soll. Aber wenn mir etwas wichtig ist und nichts von seiner Seite oder aus Sicht der Beziehung dagegen spricht, finde ich es erstrebenswert, dass beide Parteien sich einander unterstützen. Das heißt in diesem Fall, dass man sich auch einmal gegenseitig den Rücken freihält und der anderen Person den nötigen Raum dafür lässt ohne einen zu starken Besitzanspruch zu stellen.

» bambi7 » Beiträge: 1194 » Talkpoints: 46,51 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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