Sich tagtäglich über Krebsrisiko Gedanken machen?
Krebs ist wohl eine der furchtbarsten Erkrankungen, die es gibt und viele machen sich ja auch Gedanken darüber, ob sie Krebs bekommen. Ich taste auch täglich meine Brust ab, damit ich einen eventuellen Knoten schnell behandeln lassen kann. Aber es ist auch schon schrecklich, wenn man sich wirklich tagtäglich Gedanken darüber macht.
Da meine Tante und auch andere Verwandte schon an Krebs verstorben sind, macht man sich noch mehr Gedanken. Ich versuche aber dennoch nicht ständig daran zu denken. Eine Freundin von mir ist da noch extremer. Sie geht nicht zu der jährlichen Kontrolle zum Frauenarzt, sondern sie geht vierteljährlich und zahlt es auch aus eigener Tasche. Sie macht sich wirklich täglich darüber Gedanken. Sie liest viel über Symptome und Beschwerden und wenn irgendwas ist, was sie beunruhigt, ist sie beim Arzt.
Macht ihr euch auch so viel Gedanken darüber, ob ihr Krebs bekommen könntet? Tastet ihr täglich die Brust beim Duschen ab oder achtet ihr besonders auf körperliche Veränderungen auf der Haut?
Ich finde, bei derlei Krankheiten sollte man die Balance zwischen Panikmache und Vorsorge finden. Es gibt nämlich noch andere schlimme Krankheiten außer Krebs und viele Krebsarten machen sich erst dann bemerkbar, wenn es für eine Heilung zu spät ist. Man kann also gar nicht alle möglichen Krebsrisiken durch Aufpassen und Vorsorgeuntersuchungen abdecken.
In meiner Familie gibt es beispielsweise genau so einen Fall, sprich, eine relativ seltene Form von Krebs, für die es weder Vorsorgeuntersuchungen noch Symptome gibt. Wenn diese Art Tumor Beschwerden macht, ist sie für gewöhnlich schon nicht mehr zu heilen. Deshalb bin ich natürlich dafür, dass die gängigen Vorsorgemaßnahmen wie auf Muttermale achten, Brust regelmäßig untersuchen (lassen) und die allseits beliebte Darmspiegelung nicht vernachlässigt werden.
Aber sich verrückt machen bringt sowieso nichts. Außerdem finde ich es manchmal leicht schizophren, wenn sich Leute furchtbar Gedanken über Krebs machen, aber trotzdem bräunen auf Teufel komm raus oder die Nikotinsucht nicht überwinden können. Besonders skeptisch bin ich gegenüber "Doktor Google" und ähnlichen Informationsquellen, die oft nur Panik und Halbwissen verbreiten oder irgendwelche Mittelchen verkaufen wollen und den Menschen daher Angst machen.
Ich werde daher die empfohlenen Untersuchungen machen lassen, wenn ich das jeweils entsprechende Alter erreiche und ansonsten mache ich mir keine Gedanken über irgendwelche möglichen Prognosen und Diagnosen. Das versaut mir nur die Laune.
Solche Menschen wie du sie beschreibst kenne ich auch (leider) nur zu gut. Natürlich ist Krebs eine gefährliche Krankheit, die man mit Sicherheit auch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass man sich nicht durch irgendwelche kranke Gedanken über Krebs verrückt machen sollte. Wie es schon von "Gerbera" gesagt wurde, halte ich sehr viel auch einfach nur für Panikmache, eben genau dadurch bedingt, dass heute jeder einfach ins Netz gehen kann, dort irgendwelche Symptome angibt, der er zu haben scheinen glaubt - Und dann kommt wieder das gefährliche Halbwissen von irgendwelchen Menschen, die mal ein fünftel Semester Medizin studiert haben, die automatisch meinen, dass dies ganz bestimmt Krebs sei.
Wenn man dann zum Beispiel auch noch dem glauben schenkt, was sonst noch so über Krebs und deren Erreger in den Medien gesagt wird, dann ist man doch kein lebensfähiger Mensch mehr. Welches Lebensmittel könnte man doch noch essen? Ich würde jetzt mal behaupte, egal welches Lebensmittel man mit dem Zusatzbegriff "Krebs" googelt, wird ein Artikel zu sehen bekommen, wo behauptet wird, dass dieses Lebensmittel unter Umständen das Krebsrisiko erhöht. Wahrscheinlich bekommt man auch durchs Atmen Krebs, da so viele Menschen mit dem Auto fahren, etc.
Natürlich soll man zu regelmäßigen Kontrollen, aber dann reicht es doch auch, oder nicht? Krebs kommt denke ich nicht von heute auf Morgen, einfach so über Nacht. Wenn man regelmäßig zu Untersuchungen geht wird man hier Veränderungen feststellen. Wer sich nicht untersuchen lässt ist wiederum selbst Schuld, und wenn man es bekommt und früh erkennt, ist auch noch lange nicht gewährleistet, dass man dies in den Griff bekommt - Wenn man Krebs hat, hat man (erst mal) Krebs.
Bei uns in der Familie haben auch einige krebs gehabt. Mein Papa hat ein sehr hohes Hautkrebsrisiko und muss 2-mal im Jahr zur Kontrolle. Also es spielt daher schon eine Rolle bei uns in der Familie, aber ich bin der Meinung sich deswegen verrückt zu machen bringt überhaupt nichts. Da verpasst man nur das Leben. Menschen die sich generell nur Sorgen und Gedanken machen und alles schlecht reden bzw. schlecht sehen, tun mir schon richtig leid. Ich denke man kommt weiter im Leben und lebt auch besser, wenn man an das positive denkt. Was gibt es schönes im Leben? Was macht das leben lebenswert?
Klar sind Untersuchungen wichtig und man sollte diese auch wahrnehmen. Aber ganz ehrlich so wie deine Freundin alle 3 Monate zum Arzt und das auch selber bezahlen erscheint mir doch sehr übertrieben. Da lebt man doch in ständiger Angst.
Wenn man sich so verhält, muss man aufpassen, dass man kein Hypochonder wird, denn diese kennzeichnet unter anderem die große Angst, an einer schlimmen Krankheit wie Krebs oder HIV zu erkranken. Generell neige ich wohl schon dazu, mir schnell überzogene Sorgen um meine Gesundheit zu machen, was vermutlich einerseits Teil meiner Erziehung ist und andererseits auch in meiner Vorgeschichte liegt, denn es ist nicht so abwegig bei mir, dass ich irgendwann an einer schlimmeren Krankheit erkranke. Bisher halten sich meine Erkrankungen noch in Grenzen, aber sie sind vorhanden und auch zum Teil chronisch. Dennoch versuche ich, die Ruhe zu bewahren.
Nicht zuletzt habe auch ich eine familiäre Vorbelastung, denn meine Oma ist damals an Hautkrebs erkrankt und auch gestorben, außerdem habe ich den hellen Hauttyp meiner Mutter geerbt und neige auch zu Sonnenbränden. Dennoch versuche ich, hier ebenfalls ruhig zu bleiben und mich den üblichen Vorsorgen zu unterziehen, die bei einer entsprechenden Vorbelastung ohnehin engmaschiger sind.
Was das Brustkrebsrisiko angeht, so habe ich allerdings bisher etwas erlebt, das mich wirklich verärgert hat. Irgendwann wurde mir nämlich ein Knoten in der Brust diagnostiziert und von verschiedenen Gynäkologen bestätigt. Es handelte sich um einen gutartigen Knoten, der sich jederzeit wandeln kann und dann ein bösartiger Tumor wäre, der also aus diesem Grund regelmäßig kontrolliert werden musste. Ich habe sieben Jahre lang mit der Befürchtung gelebt, dass ich irgendwann an Brustkrebs erkranken. Auf Anraten einer speziellen Ärztin, der ich meine Angst mitgeteilt habe, bin ich dann zu einem ganz besonderen Gynäkologen gegangen, der hier in der Gegend wohl große Aufklärungsarbeit rund um das Thema Brustkrebs leistet. Er verfügt über die neueren Instrumente und einen hochauflösenden Ultraschall, sodass ich mich dort vorgestellt habe. Während dieser Behandlung habe ich dann erfahren, dass dieser Knoten in Wirklichkeit gar kein Knoten ist, sondern lediglich – oberflächlich betrachtet – so aussieht wie ein Knoten. Ich habe mir das alles erklären lassen und war anschließend zwar erleichtert, aber auch sehr verärgert, man kann sich vermutlich denken, weshalb.
Schon aus diesem Grund und eben der Tatsache, dass man heute gute diagnostische Möglichkeiten und auch Behandlungsspektren hat, versuche ich, mich in nichts hineinzusteigern, sondern die richtigen Fachleute aufzusuchen und auch gerne mal einen Arzt zu wechseln, wenn ich mich fachlich oder menschlich nicht gut aufgehoben fühle. Reine Angstmache finde ich nicht richtig und auch nicht förderlich.
Ich habe auch Fälle von Krebs in der Familie, was wohl leider in fast jeder Familie der Fall ist. Ich versuche allerdings den Gedanken daran, dass ich auch mal an Krebs erkranken könnte, zu verdrängen. Man würde ja wahnsinnig, wenn man wirklich jeden Tag daran denkt und ich denke auch, dass es übertrieben ist, als Frau die Brust täglich abzutasten. Man bekommt ja während des Zyklus auch hin und wieder kleine Knoten in der Brust.
Ich gehe regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen und halte mich eben sehr genau daran. Aber ich denke, dass es im Normalbereich ist und ich da eben nicht übetreibe.
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