Multiple CAP auf den Zähnen-was ist das und was dagegen tun?

vom 18.01.2013, 20:11 Uhr

In meinem Arztbrief steht, dass ich multiple CAP auf den Zähnen hätte. Ich kann aber keine sinnvolle Erklärung für die Abkürzung mit google finden. Ich muss mich einer endodontischen Behandlung unterziehen und vor allem Zahn 17 ist total mit CAP versehen. Ich denke, dass ist die Zahnfleischentzündung, bin mir aber nicht sicher?

Wer hat das schon einmal gehabt und wie war die Behandlungserfahrung? Was ist CAP und was wird dagegen am besten unternommen? Was passiert, wenn man die CAP nicht in den Griff bekommt? Muss der Zahn dann gezogen werden?

» celles » Beiträge: 8677 » Talkpoints: 4,08 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Eine multiple CAP steht für "chronische, apikale Parodontitis". Um es auf Deutsch zu sagen, Du hast mehrere Entzündungen an den Wurzelspitzen Deiner Zähne.

Mit einer endodontischen Behandlung (Wurzelbehandlung) wird das Innere Deines Zahnes gereinigt, der Nerv entfernt und dann gefüllt. Die Bakterien an der Wurzelspitze, die für eine CAP verantwortlich sind, werden durch diese Behandlung abgetötet und Dein Zahn kann im besten Fall noch viele Jahre im Mund verbleiben.

In einigen Fällen kann es passieren, dass die Bakterien nicht vollständig abgetötet werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn eine Wurzelbehandlung nicht professionell genug gemacht wird. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass bei einer Wurzelbehandlung die von den Kassen gezahlte Variante meist nur wenige Jahre hält, die Selbstzahler-Methode dagegen deutlich länger.

Wenn die Wurzelbehandlung nicht erfolgreich ist, kann als weitere Therapie eine Wurzelspitzenresektion erfolgen. Bei diesem Eingriff wird die Wurzelspitze von außen gekappt, hierzu muss der Zahnarzt ein kleines Loch in den Knochen bohren. Der Herd (die CAP) wird auf diese Weise ausgeräumt, aber auch hier gibt es keine Erfolgsgarantie.

Meine persönliche Erfahrung mit CAP und Wurzelbehandlungen geht dahin, dass es maßgeblich darauf ankommt, wie die Behandlung durchgeführt wird. Du solltest darauf achten, dass Kofferdam verwendet wird (ein Gummituch, womit Dein Zahn während der Behandlung trocken gelegt wird). Optimal ist eine elektronische Längenmessung der Wurzelkanäle und eine Füllung mit flüssigem Guttapercha (Kautschuk).

Die Behandlung selbst ist entgegen vieler Annahmen gar nicht schlimm, es gibt gute Betäubungen, die eine Wurzelbehandlung schmerzfrei machen. Es dauert halt nur etwas, zwei Stunden habe ich meist gesessen. Wenn die CAP überhaupt nicht in den Griff zu kriegen ist, auch mit einer Wurzelspitzenresektion nicht, bleibt als endgültige Lösung wirklich nur noch die Extraktion. Wenn alles richtig gemacht wird, hast Du aber gute Chancen, Deinen Zahn behalten zu können.

» Jess0708 » Beiträge: 715 » Talkpoints: 47,47 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Das ist zum Ausdrucken und richtig Gutverstehen. Ich las mit viel Dank und Freude die Erklärung von Dir und frage mich aber noch immer, warum man die Wurzelbehandlung im privaten Bereich machen lassen sollte. Es klingt so für mich, als ob der Zahnarzt bei schlechterer Kassenbezahlung sich nicht wirklich die Mühe nehmen würde, das ordentlich zu machen.

Auch bei Privatbehandlungen gibt es keine Garantie, aber die Sicherheit, mehrere tausende Euros beim Zahnarzt zu lassen. In erster Linie geht es darum, einen Arzt zu finden, der sein Fach kann und auch in der Arbeit perfekt arbeiten will. Ich habe es so verstanden, dass für einen Zahn so fünf bis sechs Sitzungen vonnöten sein werden und wenn ich denke, dass ich das alles privat zahlen müsste, dann wird mir schwummrig. Bis jetzt habe ich beim Zahnarzt über die Jahre hinweg so 10.000 Euro gelassen. :uebel:

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Ich kann da natürlich nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen, wenn Du Glück hast und findest einen guten Endodontologen, der sich mit seinem Fach auskennt, dann kannst Du auch mit der Kassenversion Erfolg haben. Die Mühe des Zahnarztes macht echt viel aus.

Was die Kosten angeht, ich habe im Unterkiefer für eine Endo-Behandlung des siebten Zahns 550 Euro gezahlt, mit allem. Die Anzahl der Sitzungen hängt davon ab, wie schnell deine Entzündung heilt. Es wird ein Medikament in die Wurzelkanäle gefüllt, dann wirst Du erst einmal nach Hause geschickt. Meist wartet man dann so ein bis zwei Wochen ab (provisorisch wird der Zahn natürlich gefüllt) und schaut dann auf dem Röntgenbild wie die Entzündung aussieht. Wenn es gut läuft, reichen auch zwei Sitzungen. So oder so wünsche ich Dir viel Glück bei der Behandlung.

» Jess0708 » Beiträge: 715 » Talkpoints: 47,47 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich war heute bei der Zahnärztin und die hat den Zahn aufgemacht. Nachdem der tot war, habe ich nichts gespürt. Erst wie sie zur Entzündung kam, nahm ich etwas wahr. Es schmeckte langsam immer mehr nach Fäulnis oder nach Entzündung. Sie hat alles ausgefeilt, gespült, die alte Wurzelkanalfüllung entnommen und alle drei Wurzelkanäle gefüllt. Wenn das keine Linderung bringt, dann empfiehlt sie eine Extraktion. Ich bin nächste Woche wieder Spülen. In der Zwischenzeit habe ich als Antibiotikum Ospamox 100 Gramm bekommen. Im Moment spüre ich keine Ausstrahlungen zum Ohr oder in den Kopf, nur den behandelten Zahn und das nur ganz leicht. Mal sehen, ich hoffe, die Entzündung wird bald kleiner und ich werde nichts mehr spüren. :roll:

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Der Befund sagt vorherrschende CAP 17 sowie CAP 25. Er spricht von einer fraglichen Fraktur des Zahns 16. Die Ärztin deutet auf eine mäßig CAP 15 sowie 24 und 26 halb-buccal hin. Ich habe auch rechts eine deutlichere Sinusitis, als auf der linken Seite. Bis jetzt wurde mal die CAP 17 am Dienstag in Angriff genommen und am nächsten Dienstag nochmals gespült. Zahn 16 ist eine Krone OHNE Wurzelbehandlung und Zahn 15 eine Krone mit Wurzelbehandlung. Die anderen Zähne muss ich erst laut Zahnschema deuten. Es wurde eine so genannte Low-Dose Dental CT des Oberkiefers gemacht, wobei ich den Begriff selber nicht ganz verstehe.

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