Ist es schwierig, im Ausnahmefall ein Rezept zuzuschicken?
Beim Einsortieren meiner täglichen Medikamente stellte ich fest, dass ich von einer Sorte Tabletten nur noch wenige hatte, die nur bis Sonntag reichen würden. Meine Ärztin hat die Praxis in der Stadt und ich wohne in einem Außenbezirk, einige Kilometer entfernt. Da es mir nicht besonders gut ging und ich auch Probleme mit meinem Knie hatte, rief ich an und bat darum, mir ein Rezept zuzuschicken. Das ist nicht üblich bei mir.
Die Antwort der Mitarbeiterin war, dass das nicht geht. Ich sagte ihr, dass ich das Geld für die Briefmarke beim nächsten Besuch zahlen würde. Ich bin seit Jahren als Patientin bei der Ärztin und kenne auch die Mitarbeiter gut. Trotzdem meinte sie: „Frau Doktor … hat noch kleine Briefmarken besorgt.“ Außerdem sagte sie noch, dass sie für das Rezept unbedingt die Chipkarte benötige. Auf meinen Einwand, dass sie wisse, dass ich seit Jahren bei der KKH versichert sei, meinte sie nur, das es aber nicht ginge. Ich habe dann nur noch gesagt, warum sie nicht sofort sagen würde, dass niemand Lust hat, zum Briefkasten zu gehen, dann hätte sie sich die weitere Diskussion sparen können.
Ich habe mich also heute zur Praxis begeben. Es war ziemlich leer und selbst die Ärztin kam zur Theke und sprach mich an. Ich sehe schlecht aus, ob ich zu ihr ins Behandlungszimmer kommen wolle. Das habe ich abgelehnt mit den Worten, dass ich froh wäre gleich wieder zu Hause zu sein, ich wollte nur das Rezept abholen, das sie mir gestern nicht zuschicken wollten. Daraufhin bekam ich das Rezept und keiner sagte mehr etwas. Habt ihr schon einmal ein Rezept zugeschickt bekommen? Ging das ohne Probleme? Mir ist klar, wenn das jeder machen würde, dass es zu teuer würde, stets das Porto zu bezahlen. Aber sie hätten es ja von mir zurückbekommen.
Rezepte zuschicken machen die meisten Ärzte nicht, die Erfahrung hab ich auch schon machen müssen. Aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit, die weder eine Briefmarke braucht, noch sonst etwas. Sie hätte das Rezept in die Apotheke faxen können, die hätten Dir deine Tabletten dann ausgehändigt. Wenn Du das nächste Mal in der Praxis gewesen wärst, hättest Du das Original Rezept ja mitnehmen können. Versuch doch beim nächsten Mal, die Sache so zu regeln.
Ich kann das bei den Arztpraxen schon verstehen, es ist ja nicht nur das Geld für die Briefmarke, sondern auch der Aufwand, die Post zum Briefkasten zu bringen. Da spielt aber auch noch ein Sicherheitsaspekt eine Rolle, es kann immer mal vorkommen, dass Post verschwindet, gestohlen wird oder aus sonstigen Gründen nie beim Empfänger ankommt. Du würdest dann immer noch ohne Medikament dastehen und das Rezept würde im schlimmsten Fall sogar von jemand anderem eingelöst werden. Je nachdem welches Medikament es ist, kann das unangenehme Folgen haben. Per Fax kann gewährleistet werden, dass das Rezept da hinkommt, wo es hin soll, nämlich in die Apotheke.
Das ist eine gute Idee. Ich habe nicht gewusst, dass so etwas möglich ist. Wenn die Apotheke das macht, ist das doch ein guter Weg für einen solchen Fall. Danke für den Tipp.
Warst du denn diese Quartal schon beim Arzt? Wenn du dieses Quartal noch nicht beim Arzt warst, kann es durchaus ein Problem wegen der Chipkarte gewesen sein. Da hätte man dir das Rezept auch nicht mit Hilfe eines Faxgerätes verschickt. Ich kenne es zumindest so, dass ohne Chipkarte gar nichts passiert. Eventuell wird man mal behandelt, aber Rezepte für Medikamente werden nur ausgestellt, wenn die Chipkarte bereits eingelesen wurde.
Wenn es dir schlecht ging, warum hast du dich dann nicht von der Ärztin behandeln lassen? Sie hat es dir ja immerhin angeboten. Da hätte man vielleicht auch in Ruhe besprechen können, was man machen kann, wenn du wieder das Problem hast und nicht genügend Medikamente vorrätig hast.
Ich bin über dieses Thema recht erstaunt, denn ich kenne es von meinen Eltern so, dass ihnen die Rezepte für ihre Medikamente, die sie ständig brauchen, immer zugeschickt bekommen. Wir wohnen auch in einem kleinen Dorf und kommen nicht immer zum Arzt. Und außerdem ist es lästig, immer wieder nur für die Standard-Medikamente und Hilfsmittel zum Arzt gehen zu müssen. Das einzige Rezept, was nicht auf diesem Weg zugeschickt wurde, war ein Rezept über ein Medikament, was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Das wurde in die Apotheke geschickt, wo es dann zusammen mit dem Medikament abgeholt werden konnte,
Es kommt immer auf den Arzt an. Manche Praxen haben kein Problem damit, Rezepte an die Patienten zu schicken, aber andere Praxen machen es grundsätzlich nicht. Dass deine Versichertenkarte noch nicht eingelesen war, ist schon ein Argument, weil viele Praxen ohne die Karte gar kein Rezept drucken können, weil der Computer dann blockiert. Die Argumente mit den Briefmarken, die ja auch Geld kosten, höre ich in der Apotheke auch immer wieder, aber trotzdem gibt es auch genug Praxen, die bereit sind, uns oder dem Patienten das Rezept zu schicken.
Die Idee, das Rezept an die Apotheke zu faxen, ist zwar nicht schlecht, aber auch die Apotheke braucht ja das Originalrezept, um es einzureichen. Deswegen müsste die Praxis es dann an die Apotheke schicken, was ja mangels Briefmarken anscheinend nicht möglich war. Manche Praxen machen es auch so, dass die Patienten dort Briefmarken hinterlegen, womit ihnen dann die Rezepte zugeschickt werden können. So etwas ist aber natürlich nur dann sinnvoll, wenn so etwas öfter gemacht wird.
Mein Arzt musste mir auch schon ein Rezept zuschicken, weil ich wegfahren musste und meine Tablette, die ich täglich nehme, nicht mehr in der Menge vorhanden wär, wie ich sie gebraucht hätte. Ich war vorher schon da und kenne den Arzt mittlerweile ja auch schon ganz gut und so hat er das gerne gemacht. Mein Arzt ist da eigentlich recht zugänglich, bei einigen anderen Patienten hat er aber schon das Rezept an die Apotheke geschickt und die mussten es dann direkt in der Apotheke holen. Das kommt aber immer auf den Arzt mit an.
Der Hausarzt von mir und meinen Eltern schickt auch Rezepte zu. Meine Mutter nimmt dies öfter in Anspruch. Sie hat eigentlich immer beim Arzt Briefmarken hinterlegt, die kommen dort in die entsprechende Karteikarte. Man muss halt schon wegen der Karte einmal im Quartal da gewesen sein, sonst geht es bei ihnen auch nicht. Und es geht nur bei Medikamenten die man regelmäßig nimmt. Aber das war bei dir ja wohl der Fall. Ich kann das nicht verstehen und finde es schade. Auch für viele ältere Leute wäre dies bestimmt sehr angenehm gerade im Winter, wenn Schnee liegt oder Glatteis ist.
Das Verhalten in jener Praxis ist insofern nachvollziehbar, als dass man dort nun einmal im Quartal die Krankenkassenkarte einlesen lassen muss, ehe man ein Rezept erhält. Es wäre durchaus machbar gewesen, wenn Du die Karte hättest zusenden können, aber dann wäre sie auch nicht vor morgen angekommen und das Rezept wäre zu spät unterwegs zu Dir gewesen. Also hat die Praxis ganz normal reagiert, auch, wenn sie Dich dort schon seit sehr langem kennen.
Ich bekomme Rezepte von meinem Diabetologen auch nur dann zugesandt, wenn sie in der Praxis die Karte bereits im Quartal hatten, meine Hausarztpraxis hingegen schickt mir gar nichts zu und da muss ich auch erst einmal selbst hinfahren. Die Vorgehensweise kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen, aber muss ich akzeptieren.
Also bei uns geht das auch nicht das man sich ein Rezept zuschicken lässt. In der Arztpraxis muss jedes Mal die Chipkarte gesteckt werden ansonsten können sie das Rezept nicht herausgeben. Ich rufe zwar manchmal an das sie ein Rezept herrichten sollen und ich es dann abholen kommen, aber selbst da brauche ich zuerst die Chipkarte damit sie mir das Rezept geben dürfen. Und ich vermute dass es bei euch auch so ist. Schlimmstenfalls hole ich mir ein Rezept beim Arzt in der Nähe, das war bei uns auch noch nie ein Problem. Mein Arzt ist ja auch knapp zwanzig Kilometer von mir entfernt und wenn ich nicht fahren kann, dann gehe ich einfach zu dem der mir am nächsten seine Praxis hat.
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