Würdet ihr einem Familienmitglied eine Niere spenden?

vom 12.01.2013, 20:02 Uhr

Ich habe vor ein paar Wochen eine Sendung gesehen, bei der es um Dialyse bei Kindern ging. Eine Niere des einen Kindes war komplett hinüber und die andere hatte nur noch ein paar Prozent Leistungsfähigkeit. Jedenfalls habe ich mich sofort gefragt, warum die Eltern nicht eine Niere spenden. Im Laufe der Sendung hat sich dann aber heraus gestellt, dass die Mutter nur noch eine Niere hat. Der Vater hatte dann Angst um sich und seine Familie. Wenn ihm etwas passieren würde und er nur noch eine Niere hätte, dann könne er sich auch nicht mehr um seine Tochter kümmern.

Ich persönlich fand das aber schon etwas merkwürdig. Diese Kinder sind eben schon ganz schön eingeschränkt und mit einer Transplantation kann man das ändern. Kinder müssen zwar nicht so lange auf ein Organ warten, aber immer noch viel zu lange. Ich würde ohne zu zögern meinem Kind sofort eine Niere spenden, wenn es sein müsste.

Und ich würde auch meinen Eltern oder Geschwistern eine Niere spenden. Sicherlich ist das auch für den Spender riskant, aber ich würde es dennoch machen. Wie sieht das bei euch aus? Würdet ihr einem direkten Verwandten eine Niere spenden oder hättet ihr dann auch zu viel Angst, dass euch etwas passiert?

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge



Ich halte es für unwahrscheinlich, dass du jetzt entscheiden kannst, was du tun würdest, wenn es wirklich so weit wäre. Natürlich sagt man, ich würde es sofort tun. Momentan würde ich das auch bestätigen, aber es kommt ganz auf die Situation an. Wie sind die Chancen eine andere Niere zu bekommen? Wird die Niere gut angenommen werden? Wie lange kann der Mensch noch ohne Spenderorgan überleben? All sowas wird man dann abwiegen müssen.

» Sunaika » Beiträge: 323 » Talkpoints: 3,50 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich habe diese Sendung oder Reportage zwar nicht gesehen, aber ich kann die Reaktion des Vaters auch nicht verstehen. Immer hin ist es doch so, dass doch erst einmal geprüft wird, ob die Niere des Vaters bei dem Kind "passt" und dann werden doch auch die gesundheitlichen Risiken für den Vater von den Ärzten abgewogen, und wenn die Ärzte grünes Licht geben würden, dann sollte der Vater für die Zukunft nichts zu Bedenken haben und kann ruhig mit einer Niere weiter leben. Die Ärzte würden doch nicht ein Menschenleben aufs Spiel setzen, um dafür eventuell ein anderes zu retten.

Ich würde sofort, ohne nachzudenken, meinen Kindern eine Niere spenden, wenn sie es denn dringend benötigen würden. Ich würde meinen Kindern auch sofort jedes andere Organ spenden, was ich besitze, wenn sie es denn wirklich dringend benötigen würden und das Leben meiner Kinder so eingeschränkt wäre oder sogar in Lebensgefahr schweben würden.

Aber allgemein würde ich nicht jedem Familienmitglied eine Niere oder ein Organ von mir spenden. Es kommt wirklich darauf an, welches Familienmitglied es benötigt und wie wichtig das Organ auch für mein Leben ist. Wenn es jetzt ein ganz wichtiges Familienmitglied ist und ich auch eine gute Bindung zu dem Familienmitglied habe und das Organ, was benötigt wird, mich persönlich nicht richtig einschränkt, dann würde ich es sicherlich machen. Aber, wenn es ein Familienmitglied ist, wozu ich eigentlich gar kein Kontakt habe und so gut, wie gar nicht, kenne und es dann auch noch ein Organ ist, was ich dringend benötige, weil ansonsten meine Lebensfähigkeit eingeschränkt wäre, dann würde ich mir es sicherlich zwei Mal überlegen. Immer hin habe ich Kinder, für die ich auch weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen möchte und wenn das nicht gewährleistet ist, dann würde ich es auch nicht machen.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Familien halten zusammen in guten und in schlechten Zeiten. Ich würde für ein anderes Familienmitglied ohne zu zögern eine Niere spenden. Angst davor hätte ich auch keine, denn eine Niere spenden geht in der Regel gut aus.

Natürlich ist das jetzt einfacher zu sagen, als wenn man tatsächlich vor der Entscheidung steht eine Niere zu spenden. Man macht sich immer Sorgen, dass etwas schief gehen könnte. Ich fände es aber viel schlimmer wenn man es nicht tut und irgendwann zu dem Zeitpunkt zurückblickt und sich Vorwürfe macht.

Wie gesagt für mich spricht nichts dagegen eine Niere zu spenden. Das hat auf mich ja keinerlei Auswirkungen. Ich brauche nur eine Niere. Bei anderen Organen müsste ich mir wohl mehr den Kopf zerbrechen, wenn es zum Beispiel um ein Herz ginge, würde die Entscheidung garantiert nicht so leicht fallen. Irgendwo denkt jeder Mensch auch an sich selbst.

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» marc25341 » Beiträge: 297 » Talkpoints: 0,77 » Auszeichnung für 100 Beiträge



In einer solchen Situation sagen die meisten sofort ja, ohne nachzudenken. Aber ich denke, dass es erst einmal darauf ankommt, wie dringend die Spende ist und wie lange sich das hinauszögern lässt. Es ist noch lange nicht gesagt, dass eine Spenderniere eines Familienmitglieds passt und es ist durchaus möglich, dass eine besser passende gefunden wird.

Natürlich werden sich die Ärzte alle Mühe geben, aber auch bei einer Transplantation kann man nicht grundsätzlich sagen, dass alles gut geht und der Spender überlebt, wie das hier geschrieben wird. Kein Arzt kann dafür bürgen, dass jeder wieder aus der Narkose erwacht. Dafür reagiert jeder Körper anders. Man kann es nur hoffen, dass es in überwiegenden Fällen gut geht.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich denke auch, dass ein Vater grundsätzlich bereit sein sollte eine Niere zu spenden. Nun ist es aber hier eine besondere Situation. Ich denke, dass der Vater einfach abwarten wollte, bis seine Tochter eine Niere bekommt, um seiner Frau helfen zu können, wenn diese eine Niere benötigt. Sicherlich ist das fragwürdig, aber ein Kind bekommt eben auch schneller eine Niere, gerade wenn es so schlecht um das Kind steht.

Ob ich eine Niere spenden würde, kommt irgendwo auf die Situation an. Sicherlich sagt man im ersten Moment ja, aber was ist, wenn mehrere Personen betroffen sind? Oder man sich mit der Person nie verstanden hat? Es spielen immer mehrere Aspekte mit hinein. Für mein Kind würde ich in jedem Fall eine Niere spenden.

Man kann aber nicht immer mit dem Moralfinger auf andere Menschen zeigen. Der Mann wird sicherlich seine Gründe haben und ihm wird das Leid seiner Tochter auch nicht egal sein. Wer nicht spenden will, ist nicht automatisch ein schlechter Mensch.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Leider bin ich gerade in der Situation, dass diese Frage für mich aktuell werden könnte. Seit fast zwei Monaten muss mein Vater zur Dialyse, nachdem seine Nieren ihren Dienst komplett eingestellt haben. Noch ist die Frage nach einer Spende allerdings nicht auf dem Tisch, weil sein Gesundheitszustand insgesamt viel zu schlecht ist, als dass er eine Transplantation überstehen würde. Und ob sich der Zustand überhaupt noch einmal bessert, ist ungewiss.

Die Frage nach einer Spende einer Niere habe ich mir aber schon vor gut einem Jahr gestellt, als bekannt wurde, dass mein Vater Probleme mit den Nieren hat und die Werte nicht allzu gut sind. Und da war ich wirklich am Überlegen. Das Verhältnis zu meinem Vater war nämlich nie das allerbeste. Wir hatten immer starke Differenzen, weil wir leider beiden einen Dickkopf haben und mit dem gerne durch die Wand wollen.

Allerdings ist es auch schwer, ihn leiden zu sehen. Was er gerade durchmacht, wünsche ich keinem. Ich muss allerdings dazu sagen, dass dieser aktuell schlechte Zustand mit anderen Krankheiten zu tun hat und nicht mit den Nieren. Eine frühere Spende und Transplantation hätte also auch nicht geholfen. Wären es jedoch die Nieren, die ihm jetzt alle Probleme bereiten würden, würde ich mich zumindest testen lassen, ob ich als Spender in Frage komme. Und ich denke, dass ich danach mich erst einmal genau informieren würde, was es für mich bedeuten würde und welche Risiken für mich bestehen. Denn wer weiß - vielleicht besteht bei mir ja auch eine Anfälligkeit für Nierenversagen wie bei meinem Vater.

Wenn ich alles insgesamt abwäge, dann bezweifle ich, dass es zu einer Spende kommen würde. Denn alles in allem sprechen doch recht viele Aspekte dagegen. Und schließlich käme hinzu, dass mein Vater mit ziemlicher Sicherheit eine Spende ablehnen würde. Aber wer weiß - wenn der Zeitpunkt kommen würde, in dem die Frage nach einer Transplantation doch aktuell werden würde, würde ich mich vielleicht doch dafür entscheiden. Es ist immer eine Frage, wie dringend derjenige eine Niere braucht und wie gut der Spender darauf verzichten kann.

» SonjaB » Beiträge: 2710 » Talkpoints: 6,28 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich denke ob man das wirklich machen würde kann man erst entscheiden wenn es wirklich zu dieser Situation kommt. Das ist eine so weitreichende Entscheidung dass man das nicht einfach so aus dem Bauch heraus sagen kann. Ist zumindest meine Meinung. Ich denke meinem eigenen Kind würde ich vielleicht schon eine spenden aber wie gesagt, da muss man wirklich in der Situation sein um so etwas entscheiden zu können. Es ist ja auch nicht ungefährlich für den Spender und wie du in deinem Beispiel schreibst kann ich den Vater auch verstehen. Wer kümmert sich dann um die Tochter wenn auch die Mutter nicht mehr richtig kann. Es ist einfach jetzt zu sagen ich mache es, aber wenn es dann darauf ankommt müssen viele Dinge überlegt werden. Ich vermute mal das es keine einfache Entscheidung ist.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ich finde, dass diese Frage sehr schwierig zu beantworten ist. Zwar würde ich jetzt spontan die Frage mit Ja beantworten, doch wie es wirklich aussehen würde, wenn es denn so wäre, dass ein Familienmitglied eine Niere bräuchte, weiß ich nicht. Von daher möchte ich mich da auch nicht mit meiner Antwort festlegen.

Jemandem eine Niere zu spenden, bedeutet nicht nur einfach eine Operation, nach der man sich einfach erholt und wieder normal ins Leben zurück kommt. Vielmehr bedeutet so eine Operation und das Spenden einer Niere eine erhebliche Einschränkung des ganzen Lebens für den Spender. So wird der Spender sein ganzes Leben lang Medikamente nehmen müssen. Ebenfalls darf der Spender keinen Sport machen und sich nicht anstrengen. Joggen gehen oder Achterbahnen fahren ist da nicht drin. Ebenso wird der Spender immer Probleme und Schmerzen haben, sobald er sich doch ein wenig anstrengt. So kann der Spender auch nur noch leichte Arbeiten erledigen und womöglich gar nicht in seinem Beruf weiterarbeiten dürfen. So wird der Spender auch niemals unbeschwert leben können, da er die Folgen dieser Spende jeden Tag seines Lebens spüren wird.

Ich denke, dass es für den Spender auch schlimm ist, sein Leben eben so einschränken zu müssen. Es ist ein schwerer Schritt zu sagen, dass man für jemand anderen bereit ist, sein jetziges Leben komplett aufzugeben. Trotzdem würde ich es wohl für meine Eltern tun.

Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Entscheidung des Vaters in der Reportage gar nicht so falsch. Immerhin hat die Mutter nu noch eine Niere und ist somit gesundheitlich stark eingeschränkt. Von daher ist es eigentlich wichtig, dass in der Familie eben wenigstens eine Person ist, die eben gesund ist und sich im Zweifelsfall um die Kinder kümmern kann, wenn es die Mutter aufgrund von Schmerzen gerade nicht kann.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge


Meinem eigenen Kind würde ich sofort eine Niere spenden. Aber auch als leibliche Mutter muss man erstmal überhaupt als Spender infrage kommen. Über eventuelle Konsequenzen in der Zukunft würde ich in diesem Moment nicht nachdenken. Auch meinem Partner würde ich ohne zu zögern ein Organ spenden, wenn es denn möglich wäre. Natürlich ist es da sehr unwahrscheinlich, ein passender Spender zu sein.

Bei allen anderen Familienmitgliedern würde ich mir schon weitergehende Gedanken machen. Geschwister habe ich keine, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Würde mein Vater eine Spenderniere brauchen, würde ich mir das schon genau überlegen und es auch mit ihm besprechen. Es kann ja sein, dass er sagt, dass ich meine Niere behalten soll, weil ich noch jung bin und ganz unrecht hätte er damit ja nicht. Insofern würden wir vielleicht erstmal abwarten, ob sich ein anderes Spenderorgan findet und ich würde vielleicht erst im letztmöglichen Moment spenden. Meiner Mutter würde ich, so hart das jetzt auch klingt, vermutlich keine Niere spenden, da sie krankheitsbedingt schon jetzt eine geringe Lebenserwartung hat. Außerdem hatte ich immer eine schwierige Beziehung zu ihr, da weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob ich so selbstlos sein könnte.

Zum Rest meiner Familie, also zur gesamten Verwandschaft ist meine Bindung nicht eng genug, als dass ich ihnen ein Organ spenden würde. Im Prinzip habe ich zu niemandem großartig Kontakt und da kann man so etwas, denke ich, nicht erwarten.

Natürlich sind das alles nur theoretische Überlegungen und ich weiß nicht, wie ich im Ernstfall tatsächlich handeln würde. Nur bei meinem Kind und meinem Partner bin ich mir sehr sicher, dass ich es genauso machen würde, wie ich es geschrieben habe. Ich würde mich auf jeden Fall testen lassen und wenn es passen sollte, auch ohne zu zögern spenden.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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