Drohende Versorgungslücke im Alter, macht ihr euch verrückt?

vom 07.01.2013, 22:07 Uhr

Es ist ja nichts Neues, dass viele im Alter mit wenig Geld da stehen und eben Versorgungslücken aufweisen. macht ihr euch da verrückt oder lasst ihr es einfach auf euch zukommen? Denkt ihr, dass schon keiner ohne was dastehen wird? Wann denkt ihr, wird wohl keiner mehr so richtig Rente bekommen oder auch die Menschen, die viel verdient haben dann an der Altersarmutsgrenze liegen? Wie sehr denkt ihr schon jetzt an das Alter und wie alt seid /wart ihr, als ihr angefangen habt daran zu denken und auch vorzusorgen?

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» Diamante » Beiträge: 39361 » Talkpoints: 83,81 » Auszeichnung für 39000 Beiträge



Ich bin 21 und denke schon daran, für das Alter vorzusorgen. Andererseits denke ich, dass man es eh nicht verhindern kann, dass es so kommt, dass wir im Alter alle etwas weniger zu leben haben. Die Regierung muss sich da langfristig eine Lösung überlegen.

» Sunaika » Beiträge: 323 » Talkpoints: 3,50 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich habe im letzten Jahr mich ein wenig abgesichert und einen Riestervertrag abgeschlossen. Damit kann ich zumindest einigermaßen die Versorgungslücke schließen. Und später in der Rente 100 Euro mehr auf dem Konto zu haben, macht schon einiges aus. Aus heutiger Sicht werden die Renten ja in 20 Jahren höchstens Hartz-IV-Niveau haben, aber darüber scheint sich wohl keiner Gedanken zu machen.

» kowalski6 » Beiträge: 3381 » Talkpoints: 299,09 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Diamante hat geschrieben:und eben Versorgungslücken aufweisen.

"Versorgungslücke" ist ein schöner Begriff aus der Versicherungswirtschaft, welche damit werbewirksam Produkte verkaufen kann, welche diese ominöse und lustiger weise genau zu berechnende "Versorgungslücke" schließen können soll. Es geht hier also eigentlich nur um eine Begrifflichkeit aus dem Repertoire der Marketingabteilungen der Versicherungen.

In Wirklichkeit ist es schlicht so, dass offenbar im Alter einzelnen Personen das Geld für ein würdevolles Rentnerdasein fehlt. Ich spreche ja jetzt auch nicht von einer "Versorgungslücke" oder "Einkommenslücke", wenn noch vor dem Ende des Monats mein Gehalt aufgebraucht wurde.

Hier kann man sich natürlich frühzeitig Gedanken machen. Aber die eingeschlagene Richtung (weg vom Solidarprinzip) läuft ja immer auf eine kapitalgedeckte "Versorgung" hinaus. Und da kann der Rat nur lauten, im Alter Reich zu sein. Sich auf "Finanzprodukte" zu verlassen, ist mindestens naiv. Zeigt aber wie wirksam die Werbeversprechen der Versicherungsindustrie sind - immer flankiert von Mahnungen aus der Politik von Politikern, die in enger Beziehung zu eben jener Versicherungswirtschaft stehen. Leider übersieht man gerne, dass die Risiken hier ja trotz allem vorhanden sind und im Zweifel doch von der Gesellschaft getragen werden. Die Gewinne gehen an die Versicherungen, die Verluste trägt der Steuerzahler.

Natürlich muss man sich selbst auch überlegen, wie es im Zweifel im Alter weiter gehen soll. Das "sozialverträgliche Frühableben" ist jedenfalls in meinen Augen eine eher schlechte Lösung. Und man kann natürlich mit dem Sparen anfangen. Aber parallel sollte man sich bewusst machen, dass es nicht stimmt, dass das Solidarprinzip am Ende ist, sondern dass dieses nur am Ende sein soll, weil hier bestimmte Interessen entsprechende Eingaben machen! Die Rente wird schlicht kaputt gemacht und man soll auf die "Privatwirtschaft" setzen. Wie schnell real die Renteneinlagen (egal ob über eine Versicherung oder durch betriebliche Vereinbarungen) aber auch weg sein können, zeigt sich nicht nur in den USA, sondern durchaus auch in den Krisenländern der EU.

» derpunkt » Beiträge: 9825 » Talkpoints: 352,78 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Verrückt mache ich mich da nicht, aber ich habe schon vorgesorgt um im Alter nicht nackt dazustehen. Im Prinzip habe ich meine persönliche Vorsorge so kalkuliert dass ich auch ohne Rente beziehungsweise Pension überleben würde wenn es darauf ankommt. Die große Unbekannte ist aber die Inflation, es weiß einfach niemand was das Geld in etlichen Jahren effektiv wirklich noch an Wert besitzen könnte.

Ich habe nun das sehr große Glück recht gut zu verdienen und ich weiß dass es auch so bleiben wird wenn ich nicht allzu viel Blödsinn auf Arbeit mache. Die kommenden Pensionsansprüche als Staatsdiener sind mir im Groben bekannt, auch wenn es hier unter Umständen auch noch zu unerwarteten erheblichen Kürzungen kommen könnte (siehe Griechenland). Ich habe ordentlich etwas in Wertpapieren angelegt und mache das auch weiterhin so, ich habe ein schuldenfreies Haus, eine kleine Lebensversicherung und ansonsten bin ich doch recht genügsam was meine Ausgaben betrifft. Ich denke dass wird schon passen. An Rentenansprüchen erwarte ich nichts, das sind wohl nach den neuesten Mitteilungen meiner Rentenstelle so etwas um die 150 Euro. Da meine Frau und ich auch privat versichert sind könnte da noch auf Grund der ständigen Kostenexplosionen der große Hammer kommen, aber da kann immer noch notfalls ein günstigerer Tarif gewählt werden.

Ich betreibe meine Altersvorsorge eigentlich schon seit der Wende recht kontinuierlich, also so ab 1990 ungefähr. Die Zeit spielt da einfach für mich auch wenn es an der Börse ständig auf und ab geht. Anfangs konnte ich nur geringere Beträge zur Seite legen, so ein Haus muss ja auch erst einmal renoviert und modernisiert werden. Auch wollte man sich die Welt anschauen und einige moderne technische Sachen kaufen auf die man jahrelang verzichtet hatte. Mittlerweile spare ich mehr und das merkt man auch deutlich am vorhandenen Guthaben.

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» hooker » Beiträge: 7155 » Talkpoints: 9,66 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Natürlich mache ich mir Gedanken über meine Versorgung im Alter. Ich bin 27 Jahre alt und denke, dass man sich auf die staatliche Absicherung allein nicht verlassen sollte. Meiner Meinung nach wird auch in den kommenden Jahrzehnten niemand am Hungertod aufgrund von fehlenden Sozialleistungen sterben.

Ich denke zukünftig werden nur viel mehr Menschen auf die zusätzlichen Sozialleistungen des Staates zurückgreifen müssen. Wer sich im Alter "auch mal was leisten möchte" wird definitiv nicht um eine private Vorsorge herum kommen. Das ist natürlich leicht gesagt. Ich merke ja selber das es äußerst schwierig ist den einen oder anderen Euro beiseite zu legen. Meist werden diese angesparten Beträge ja dann doch für aktuelle Ausgaben benötigt.

Ich halte auch wenig von Versicherungen. Daher versuche ich durch fondsgebundene Ansparpläne meine Altersvorsorge aufzustocken. Hier habe ich jederzeit volle Kontrolle, keine Sperrfristen oder ähnliches. Es ist für mich eines der sinnvolleren Instrumente zum Ansparen. Denn hier sehe ich auch jederzeit wie viel Euro tatsächlich verfügbar sind und welchen Zuwachs ich erhalte und erhalten habe.

» Surftap » Beiträge: 7 » Talkpoints: 4,68 »


derpunkt hat geschrieben:Die Rente wird schlicht kaputt gemacht und man soll auf die "Privatwirtschaft" setzen.


Aber wie genau soll sie denn funktionieren? Klar wird es weiter das Solidarprinzip geben und jeder wird eine Rente bekommen. Aber das Niveau wird eben sinken, weil es schlichtweg nicht bezahlbar ist. Im Grunde kommt ja auf 2 Arbeitnehmer die Beiträge zahlen 1 Rentner der Beiträge kassiert. Und wenn man sich anschaut wann heute in Rente gegangen wird (deutlich vor 65 bzw. 67 Jahren) und dann immer mehr Menschen wirklich alt werden, muss man sich eben überlegen wir man dann die Rente finanziert.

Dementsprechend muss man ja entweder die Beiträge erhöhen oder das Rentenniveau senken, wenn nicht das Renteneintrittsalter weiter erhöht werden soll. Das ist an sich ja simple Mathematik über die an sich auch nicht dauernd philosophiert werden muss, sondern die einfach nur mal von Fachleuten durchgerechnet werden muss.

Deswegen sind wir aber trotzdem nicht plötzlich alle arm im Alter. Was natürlich richtig ist, dass man mit seiner Rente weniger Geld haben wird als mit dem bisherigen Lohn. Aber das ist ja nun nichts neues und keine Erfindung der letzten Jahre. Und da hast du sicherlich mit der Kritik am Wort "Versorgungslücke" recht. Das versucht einem ja einzureden, dass wir alle im Alter verhungern werden.

Aber man muss sich eben frühzeitig überlegen, wieviel Geld man denn für seinen Lebensstil im Alter braucht. Und da muss man dann eben auch sagen, dass das nicht nur ein Problem für Geringverdiener sind, die ja augenscheinlich gerade von Produkten wie der Riester Rente eher gar nichts haben, sondern ein Problem für die Besserverdiener, die nicht viel sparen, sondern ihr gut verdientes Geld auch wieder gut verleben. Den fehlt im Alter dann plötzlich eine Menge Geld.

Also verhungern wird schon keiner. Aber da ich meinen Lebensstil im Alter halten will, pack ich jeden Monat was bei Seite und spare über eine Zusatzversicherung was für die Rente an. Selbst wenn dabei am Ende gerade mal statt Rendite nur ein Inflationsausgleich rauskommt, habe ich das Geld im Alter zusätzlich, weil ich es jetzt nicht ausgeben kann. Ist eben eine Ansparmöglichkeit, wo man nicht mal ganz einfach so sein Konto für irgendwelche Anschaffungen plündern kann.

» Klehmchen » Beiträge: 3525 » Talkpoints: 176,07 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Mein Partner und ich machen und schon seit Jahren darüber Gedanken und haben auch entsprechend vorgesorgt. Selbst wenn wir gar keine Rente bekommen würden, könnten wir noch sehr gut viele Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte, überleben. Ich mache mir daher gar keine Sorgen um das Alter, da ich weiß, dass ich genug abgesichert bin, auch unbeeinflusst von der Inflation. Da gibt es bestimmte Strategien, um dieser zu entgehen, man muss nur wissen, wie man es anstellt und entsprechend agieren.

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» Täubchen » Beiträge: 19573 » Talkpoints: 1,89 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Klehmchen hat geschrieben:Deswegen sind wir aber trotzdem nicht plötzlich alle arm im Alter. Was natürlich richtig ist, dass man mit seiner Rente weniger Geld haben wird als mit dem bisherigen Lohn. Aber das ist ja nun nichts neues und keine Erfindung der letzten Jahre. Und da hast du sicherlich mit der Kritik am Wort "Versorgungslücke" recht. Das versucht einem ja einzureden, dass wir alle im Alter verhungern werden.

Bedenke aber mal dabei, wie viele Arbeitnehmer und Jobs es gibt mit steuerfreien Zuschlägen. Seit Jahren ist es in Mode von Gewerkschaften und Arbeitgebern, dass der Arbeitnehmer mehr Netto in der Tasche hat. Das wird viel und gerne über steuerfreien Arbeitslohn gemacht. Nur für diesen wird auch keinerlei soziale Abgabe geleistet, sprich damit spart man sich nichts für seine Rente an.

Nehmen wir einen LKW Fahrer der im Monat seine 2500 Netto hat wenn er im Fernverkehr arbeitet, meistens sogar noch mehr um die 3000. Was meinst du was daraus steuerpflichtig ist und was steuerfrei? Der Steuerfreie Anteil daraus macht 50% aus, sprich im Endeffekt zahlt er für sich und seine Rentenpunkte aus 1500 Euro im Monat. Das dieser damit nicht weit kommt, sollte klar sein und das er dann weniger als 50% seines Einkommens aus Gehalt und Lohn bekommt als Rentner, auch keine Seltenheit. Die Reihe der Jobs lassen sich ellenlang fortführen, Außendienstmitarbeiter, alle Fahrtätigkeiten, Schichtarbeiter usw. sind davon betroffen.

Nur weiß das jemand oder hat sich darüber mal informiert? Die Versicherungen erzählen einem das gelbe vom Ei, damit sie verkaufen. Rechnen angebliche Lücken aus, die kleiner sind als die Tatsache ganz ohne Inflation. Da auch hier die Steuerfreien Angelegenheiten nicht berücksichtigt werden und viele Versicherungsmenschen davon auch nichts wissen. Zeigt man es ihnen auf, dann fallen fast die Augen heraus aber weitergeben an die Kunden nur in der Form, dass sie mehr verkaufen können.

Meine Altersvorsorge steht, ich werde meinen minimalen Anteil der gesetzlichen Rente nicht erhalten da zu wenig Beitragsjahre. Ich erhalte meinen Anteil aus der Pensionskasse, diversen Versicherungen und auch aus meinem eigenen Unternehmen, in welchem ich in entsprechende Policen einbezahle bzw. was Verträge geregelt haben. Weitere Einkunftsquellen aus Vermietung und Kapitaleinkünften runden das ganze ab, denn nur auf ein Pferd zu setzen bei der Dauer der Jahre bis es soweit ist, wäre dumm. Es kann auch alles nichts bringen bei entsprechenden Ereignissen, wie sie schon mal geherrscht haben in der Vergangenheit.

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» Sorae » Beiträge: 19445 » Talkpoints: 66,99 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Sorae, du erzählst doch eigentlich nichts neues und nichts großartig anders als ich. Ich bin da ja auch durchaus bei dir. Man muss sich breit aufstellen und dann geht das schon.

Auch dass der normale Arbeitnehmer weniger als 50 Prozent Rente von seinem Arbeitslohn bekommt ist doch nichts neues. Das ist doch schon ewig so. Da muss man doch jetzt nicht aus allen Wolken fallen und so tun als ob jetzt akut plötzlich alle verhungern werden. Und wenn dein Fernfahrer da 1000 Euro direkt durchgereicht bekommt aus seinen steuerfreien Zusatzverdiensten, dann soll er doch einfach mit einem Teil davon vorsorgen. Hätte er das ordentlich versteuert, dann wären doch auch bloß 600 oder 700 Euro davon übergeblieben.

Also ein bisschen Eigenverantwortung darf doch schon sein. Andernfalls kann man auch einfach das ganze System kippen und es komplett Steuerfinanzieren. Ob man damit dann aber besser fährt weiß ich auch nicht.

» Klehmchen » Beiträge: 3525 » Talkpoints: 176,07 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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