Unsympathische Ärzte - Sich nicht von ihnen behandeln lassen

vom 27.11.2012, 10:08 Uhr

Jeder hat es sicherlich schon einmal erlebt, dass man zu einem unbekannten Arzt musste, meistens dann zu einem Facharzt, der einem dann auf Anhieb unsympathisch war. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich dann mit solchen Ärzten sehr schwer tue. Ich bringe dann nicht das Vertrauen entgegen, was vielleicht nötig wäre und lasse mich von einem so unsympathischen Arzt dann auch nur widerwillig und ungern untersuchen. Ich bin auch mal auf einen Arzt gestoßen, den ich schon nicht leiden konnte, weil er einfach schrecklich arrogant war. Mich stört es daher sehr, wenn ich zu einem Arzt muss, den ich eben unsympathisch finde und mich dort dann behandeln lassen muss.

Mein Partner dagegen sagt, dass der den Arzt nicht heiraten oder als Freund haben möchte, sondern nur behandelt werden will und ihn dann eh nicht wieder sieht. Er ist da eben anders als ich. Ich finde es schwierig mit einem Arzt offen zu sprechen, den man schrecklich unsympathisch findet oder eben einfach nicht leiden kann. Ich habe dadurch auch schon Behandlungen abgebrochen und mir einen anderen Arzt gesucht.

Wie ist es bei euch? Geht ihr nach Sympathie bei einem Arzt? Oder ist euch das egal? Es macht doch die Sache um einiges leichter, wenn man den Arzt nett findet oder seht ihr das anders?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich finde nicht, dass es eine Rolle spielt, ob ich einen Arzt unbedingt als nett bezeichnen kann, aber ich bin der Meinung, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen dem behandelnden Arzt und seinem Patienten unabdingbar ist. Aus diesem Grund würde ich ebenfalls einen Arzt, den ich neu kennenlerne und der mir überaus unsympathisch ist, nicht mehr aufsuchen, sondern mir einen anderen Arzt suchen. Sympathie ist für mich die Grundlage dieses Vertrauensverhältnisses und die Basis alles entstehenden Vertrauens, das ich zu einem Arzt zwingend benötige. Besonders zu meinem Hausarzt, der mich mittlerweile seit Jahren behandelt, habe ich eine wirklich gute Vertrauensbasis und ich kann mir nicht vorstellen, diesen Arzt zu wechseln, eben aufgrund meines Vertrauens in ihn als Person und als Facharzt.

Umgekehrt ist es allerdings so, dass ich mich schwer damit tue, einem Arzt das notwendige Vertrauen entgegenzubringen, wenn er mir unsympathisch ist. Damit mir jemand unsympathisch ist, muss er allerdings bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen und Charakterzüge offenbaren, die eine vernünftige Arzt-Patienten-Beziehung meiner Meinung nach ohnehin schwierig machen, wenn nicht gar unmöglich. Vor allem solche Ärzte, die einen unangemessenen Tonfall anwenden und die sich nicht auf vernünftige Gespräche einlassen, die einem nicht in die Augen sehen können, wenn sie mit einem sprechen und die deutlich machen, dass sie nicht am Patienten und seinem Wohlergehen interessiert sind, sondern daran, bald den nächsten ins Sprechzimmer rufen zu können, sind mir in der Regel unsympathisch.

Ich wüsste nun nicht, wie ich mit einem solchen Arzt über eine geeignete Asthma-Therapie sprechen sollte oder wie ich ihm Fragen zu meiner nächsten Operation stellen sollte, weil ich all das einfach fehl am Platz finden würde. Aus diesem Grund käme ein solcher Arzt für mich auch tatsächlich keinesfalls in Frage, weil ich ihn als ungeeignet betrachten würde, jedenfalls für mich als Patient.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Das wird wohl vielen so gehen, dass sie dann den Arzt nicht mehr aufsuchen werden. Es ist im Grunde nichts anderes, als bei anderen Menschen, die man nicht leiden kann. Diese meiden wir ja auch und wollen nichts damit zu tun haben. Bei Ärzten ist es noch extremer, denn ich brauche Vertrauen und muss mich von ihm behandeln lassen.

Ich habe schon das ein oder andere Mal den Arzt nicht mehr aufgesucht. Und da wir freie Ärztewahl haben, ist es ja auch egal, zu welchem Arzt ich dann gehe. Man geht offener miteinander um und kann bei einem Arzt über alles reden, wenn man ihn nett findet. Im anderen Fall wäre man verkrampft und ist wohl nur froh, wenn man schnell wieder raus ist.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich ziehe es durchaus in Betracht, einen unsympathischen Arzt zu wechseln, wenn ich mich einfach dort unwohl und nicht ernst genommen fühle. Leider hat man nicht in allen Bereichen die Möglichkeit, sich den Arzt auszusuchen und entsprechend muss man nehmen, was kommt. Da bleibt es mir oder generell einem anderen Patienten vermutlich nichts anderes übrig, als sich behandeln zu lassen. Auch, wenn die Auswahl im Umkreis doch sehr gering ist, wird man es wohl in Kauf nehmen müssen, sich entweder von diesem Arzt behandeln zu lassen oder man muss eine lange Wegstrecke auf sich nehmen, was auch nicht wirklich jeder Person passt.

Auch kommt es bei mir darauf an, wie oft ich zum Arzt muss. Werde ich zum Beispiel nur einmal von einem Arzt untersucht, kommt es schon dazu, dass ich dieses eine Mal über mich ergehen lasse. Ebenfalls ist die Behandlung im Krankenhaus nun einmal kein Wunschkonzert, sodass man es dort auch in Kauf nehmen muss, abgesehen davon, dass man dann irgendwelche dubiosen Ratschläge mit auf dem Weg bekommt. Aber da stehe ich drüber. Einmalige Termine sind bei mir auch anders gewichtet, als regelmäßige Ärzte.

Natürlich ist es irgendwie auch davon abhängig, ob und wie gut der Arzt sonst ist. Es gibt für mich auch mehrere Abstufungen und ich habe eine recht hohe Toleranzgrenze. Aber wenn ich nicht nur Antipathie verspüre, sondern ich auch noch so abgelehnt werde oder man mich einfach nur für dumm verkaufen will, mir keine Meinung zugesteht, wechsle ich den Arzt. Wie moin! bereits schrieb, zwischen Arzt und Patient muss es ein Vertrauensverhältnis geben und meines Erachtens nach kann dies nicht entstehen, wenn man sich persönlich nicht mag beziehungsweise sich einfach nicht sympathisch ist. Sicherlich kommt es auch auf das Problem an, aber grundsätzlich ist die Überlegung vorhanden, den Arzt dann zu wechseln.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Mir ist das auch schon mal passiert. Ich musste zu einem Urologen, weil etwas mit meiner Harnleiter nicht in Ordnung war. Der Arzt wurde mir auch explizit empfohlen und ich konnte ihn von Anfang an nicht ausstehen, wenn ich ehrlich bin. Im Prinzip sollte er mich auch nur untersuchen, aber die Chemie stimmte einfach nicht und ich muss einem Arzt auf jeden Fall vertrauen können, um mich gut aufgehoben zu fühlen. Das war in dem Fall aber einfach nicht möglich und ich habe mir daraufhin auch einen anderen Arzt gesucht. Ich musste dann zwar mehr als doppelt so lange fahren, aber das war mir dann auch egal. Mit dem anderen Arzt kam ich deutlich besser klar und er war mir auch viel sympathischer. Der erste Arzt war irgendwie so überheblich und fand sich wohl besonders toll. So etwas kann ich nicht haben.

Aus diesem Grund bin ich auch schon seit Jahren beim selben Hausarzt. Ich bin vor 5 Jahren in einen anderen Stadtteil gezogen, aber nachdem ich die Ärzte in der Nähe kennengelernt hatte, bin ich recht schnell wieder zu meinem ursprünglichen Hausarzt zurückgegangen. Nun muss ich über eine Stunde mit dem Bus hinfahren, wenn mein Mann das Auto dabei hat, aber das ist es mir auf jeden Fall wert. Ich muss mit einem Arzt eben offen reden können und er muss sich auch Zeit für mich nehmen und mich nicht einfach so abfertigen, wie es leider immer mehr Ärzte tun. Wenn ich einem Arzt nicht vertrauen kann, gehe ich nicht mehr hin. Das Vertrauen ist in meinen Augen einfach das A und O. Wenn das nicht vorhanden ist, interessiert mich auch die fachliche Kompetenz des Arztes reichlich wenig. Klar muss ich ihn auch nicht heiraten, aber ich muss mich wohl fühlen, sonst funktioniert das einfach nicht!

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Zu Fachärzten musste ich noch nicht allzu oft und wenn, dann hatte ich eigentlich immer das Glück, einen halbwegs sympathischen zu erwischen. Von unsympathischen Ärzten lasse ich mich aber auch sehr ungern behandeln, das geht vermutlich fast jedem so.

Wir haben hier in der Stadt einen Allgemeinarzt, den ich absolut nicht ausstehen kann, wegen seiner unsympathischen Art. Den habe ich einmal kommen lassen, als er Nachtdienst hatte, und das hat mir absolut gereicht. Ich war ja schließlich krank und er hatte nichts besseres zu tun, als sich darüber aufzuregen, dass ich keine 10€ passend hatte, und mir direkt ein Inkassoverfahren anzudrohen, falls ich das Geld nicht innerhalb der nächsten Tage in der Praxis vorbeibringe. Klar, wenn ich noch so fit gewesen wäre, dass ich mitten in der Nacht zur Bank gehen könnte, dann hätte ich auch keinen Arzt gebraucht. Dieser Arzt soll auch eher oberflächlich sein und nicht wirklich auf die Patienten eingehen. Hauptsache, er macht seine Arbeit und bekommt dafür Geld, so kommt es einem jedenfalls vor. Diese Meinung habe ich auch schon von anderen gehört, die mal bei ihm waren. Sollte ich nochmal nachts einen Arzt brauchen und der hat Dienst, dann verzichte ich lieber.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich finde es auch wirklich schwer, einem Arzt, der mir unsympathisch ist, irgendwie Vertrauen gegenüber zu bringen. Es geht ja schließlich um sehr persönliche Dinge und nicht nur um den Kauf eines Elektrogeräts oder so. Ich möchte das Gefühl haben, auch ernst genommen zu werden und ich mag arrogante Menschen nicht sonderlich. Daher habe ich mir auch schon manchmal einen neuen Arzt gesucht, wenn ich da einfach an jemanden geraten war, der nicht dem entsprach, was ich mir vorgestellt habe.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich sehe es auch wie du, weil es mir auch sehr wichtig ist, dass ein Arzt mir sympathisch, oder zumindest nicht völlig unsympathisch ist. Natürlich muss ich den Arzt nicht heiraten und sehe einen Facharzt so schnell meist auch nicht wieder, aber trotzdem fällt es mir sehr schwer, einem Arzt zu vertrauen, wenn ich ihn als Mensch unsympathisch finde. Vertrauen ist aber für mich auch die Grundlage dafür, dass ich bereit bin, dem Arzt von meinen Problemen zu berichten und auch dafür, der Diagnose später zu glauben. Darum wäre es für mich auch schwierig, mich von einem Arzt behandeln zu lassen, den ich unsympathisch finde.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich gehe allgemein nur ungern zu Ärzten, die ich nicht kenne. Doch am Ostersonntag blieb mir der Gang dorthin nicht erspart. Ich hatte heftige Zahnschmerzen und hätte das keine weitere Stunde ausgehalten. So musste ich zu dem Notdienst, der gerade Bereitschaft hatte. Aussuchen konnte ich mir in dem Fall keinen Arzt. Bei dem Schmerz war mir aber auch egal, wer mich behandelt. Diese Zahn-Operation hätte ich von jedem Zahnarzt ausführen lassen, egal ob mir der Arzt sympathisch wäre oder nicht.

Allerdings hatte ich Glück. Der Zahnarzt, ein junger Mann, der mich operierte, war wirklich sehr nett und versuchte alles, um mir nicht zusätzlich weh zu tun. In dem Fall hatte ich wirklich Glück im Unglück. Meistens hatte ich keine gute Erfahrungen mit Zahnärzten gemacht, da anscheinend doch vielen das Verständnis von Zahnarztangst fehlt.

» Sternchen* » Beiträge: 2805 » Talkpoints: 2,97 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Bei Notfällen und zur Erstversorgung würde ich aber darauf verzichten noch lange Diskussionen über mögliche persönliche Befindlichkeiten zu führen, da sollte nur die schnelle und kompetente Behandlung im Vordergrund stehen. Mögliche Antisympathien müssen da ganz einfach Beiseite geschoben werden.

Anders sieht es aber aus bei den normalen Arztterminen die man so hat. Ich würde da abwägen. Wenn mein Allgemeinmediziner der Einzige weit und breit ist zu dem ich gehen kann dann würde ich in den sauren Apfel beißen und mich in seine Sprechstunde setzen. Wenn ich krank bin dann will oder kann ich nicht noch ewig mit dem Auto fahren, außerdem kostet das auch noch zusätzliches Geld.

Ich persönlich bin immer noch auf der Suche nach einem neuen Zahnarzt. Mein alter Zahnarzt mit dem ich immer sehr zufrieden war ist im Ruhestand, mit seiner Nachfolgerin schwimme ich einfach nicht auf einer Wellenlänge. Ich war zwar dort und das auch sehr oft weil ich eine neue Brücke brauchte, aber es hat einfach nicht gepasst. Ich zog das durch weil ein Wechsel kompliziert wegen der Abrechnung und der bereits erfolgten Arbeiten ist, aber als sie dann nach jedem Besuch auf Barzahlung bestand war für mich die Frau gestorben.

Für mich war da einfach das Vertrauensverhältnis gestört, das ist für mich bei einem Arzt sehr wichtig. Meiner Frau ging es ähnlich mit ihrem Frauenarzt. Ihr alter Facharzt ist im Ruhestand, der neue den sie sich ausgekuckt hat passt ihr auch nicht. Er ist wohl grob und unpersönlich und sie kommt damit nicht klar. Gerade hier bei solchen doch heiklen Dingen sind das Vertrauensverhältnis und die Sympathie bei einem Arzt besonders wichtig.

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» hooker » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 50,84 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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