Dem Arzt auch Details über Privatleben offenlegen?
Ich finde es sehr gut, dass der Arzt so genau nachfragt. ich denke es ist heute echt selten, dass sich ein Arzt noch so viel zeit für seine Patienten nimmt. Für die Erkältung war das Wissen jetzt zwar nicht erforderlich, aber für spätere Erkrankungen sind solche Informationen teilweise schon wichtig. Vieles kommt ja auch vom Stress und da braucht man Hintergrundinformationen um so etwas beurteilen zu können. Bei mir kam sowas gar nicht in Frage. Ich habe den gleichen Hausarzt wie meine Eltern, daher hat dieser schon alle Informationen die er braucht. Ich würde auf jeden Fall bei diesem Arzt bleiben, denn er scheint seinen Beruf sehr ernst zu nehmen und diesen gewissenhaft auszuführen.
Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn sich ein Hausarzt ein etwas genaueres Bild von seinen neuen Patienten beschaffen will, denn vielleicht braucht er diese Informationen für die aktuelle Behandlung nicht, kann sie aber gut gebrauchen, wenn einmal ein Notfall ansteht und der Patient selber vielleicht gar nicht in der Lage ist, sie selber zu geben in dem Moment. Zum Beispiel wenn der Patient in der Praxis einen Zusammenbruch erleidet und dann Angehörige benachrichtigt werden müssen. Dann ist es schon wichtig, dass der Hausarzt weiß, ob es noch lebende Eltern gibt, ob es Geschwister gibt, eine Ehefrau, Kinder und so weiter.
In gewissen Situationen muss man einfach seinem Arzt private Dinge erzählen, damit er eine richtige Diagnose geben kann und eine vernünftige Einschätzung der Lage bekommt. Spätestens da sollte man wirklich einiges auf den Tisch legen. Aber auch dann ist es doch nicht schlecht, wenn der Arzt schon einen gewissen Anteil an Grundinformationen besitzt und sich nicht dann komplett neu in die Zusammenhänge einbringen muss.
Dass der Arzt einige private Details wissen möchte, das wäre für mich noch kein Grund um den Mediziner zu wechseln. Es scheint sich ja nicht um sehr intime Details zu handeln, sondern eben um gewisse Grundinformationen, die ja auch relativ unverfänglich sind und da sehe ich nicht ein, dass man sie seinem Arzt nicht geben sollte und dass man sich dieser Befragung verweigern sollte.
So etwas habe ich nun auch noch nicht erlebt. Dass man entsprechende Fragen stellt, wenn es möglicherweise um eine Krankheit geht, bei der Vererbung eine Rolle spielt, ist normal und verständlich. Aber das kann man meiner Meinung nach eben dann tun, wenn es wirklich erforderlich ist und nicht, wenn sich der Patient wegen einer simplen Erkältung in Behandlung begibt.
Es ist ja auch noch lange nicht gesagt, dass man bei diesem Arzt dann Stammpatient wird. Es kann auch sein, dass man bei der nächsten Krankheit wieder zu einem anderen geht. Ich würde solche Informationen jedenfalls ungern herausgeben, wenn sie aktuell nicht notwendig sind.
LittleSister hat das schon recht gut beschrieben. Ohne darauf einzugehen, weil fachlich absolut richtig, habe ich lediglich zu ergänzen, dass jeder Arzt nicht nur aufgrund von Erbkrankheiten oder besonderen genetischen Besonderheiten eine Familienanamnese macht, sondern auch, um andere Schäden und Ursachen zu finden. Ein Orthopäde ist zum Beispiel strikt darauf angewiesen mehr über seinen Patienten zu erfahren, welche Hobbys er hat, welchen Beruf er ausübt und was für Gewohnheiten er habt. Ein Internist wird auch die Essgewohnheiten erfragen wollen, so wie ein Neurologe eventuell auch andere Dinge und Informationen angewiesen ist.
Auch ich als Physiotherapeut und damit kleiner Zehntel-Arzt sozusagen stelle viele persönliche Fragen. Da ich viele Rückenpatienten habe, muss ich Dinge erfragen, wie die berufliche Haltung, was für ein Bett man hat und auch welche Aktivitäten man unternimmt, bei denen man ungewohnte Bewegungen gemacht, eingeschlossen Sex und vieles mehr. Je mehr man von einem Patienten weiß, desto exakter kann man auf diesen eingehen, deshalb finde ich es enorm wichtig, einen guten Kontakt zu den Patienten zu haben. Meine Patienten merken anhand meiner Einstellung zu der ganzen Sache auch schnell, dass ich das wirklich wichtig finde und benötige, um eine möglichst effektive Therapie zu planen.
Wenn ich beim Arzt bin erzähle ich nicht nur wie ein Wasserfall, was ich mir vorstellen könnte und wie was wo weh tut, sondern beantworte erschöpfend sämtliche Fragen und unterstütze die Überlegung meiner Ärzte, damit sie einen bestmöglichen Einblick in meine Krankengeschichte bekommen. Wenn ich mich dagegen stemmen würde, wäre die ganze Geschichte nur halb so viel wert, dann müsste ich gar nicht hingehen. Du hast doch das Interesse daran, dass du gesund wirst, also musst du dem Arzt auch bestmöglich helfen, indem du alle Fragen gut und erschöpfend beantwortest.
Den Fragen kann ich nun an sich auch nichts schlimmes abgewinnen und denke, dass sie eben wirklich dazu dienen, damit sich der Arzt ein Bild von seinem neuen Patienten machen kann. Der Arzt geht ja davon aus, dass der Patient nun dauerhaft in seine Praxis kommt und daher finde ich diese Fragen schon eher normal und legitim. Immerhin könnte er so Hinweise auch eine Krankengeschichte des Patienten bekommen, was irgendwann dann mal wichtig werden könnte.
Gut, der Arzt hätte dies nun nicht wegen der Erkältung fragen müssen, aber wenn der Patient nun schon einmal da ist, kann ja auch eine Akte angelegt werden und diese Dinge darin festgehalten werden. Es macht den Arzt in meinen Augen irgendwie sympathischer, da er sich ja auch Mühe zu geben scheint und den Patienten nicht etwa nur wegen der Erkältung abfertigt und wieder nach Hause schickt. Allerdings gibt es sicherlich auch Ärzte, die private Fragen, die sie wirklich nichts angehen. Diese würde ich dann auch nicht beantworten. So etwas habe ich selbst auch schon erlebt. Ich habe deswegen sogar einmal den Arzt gewechselt, weil mich der Arzt mehr Private Dinge gefragt hat, als nach meinen Beschwerden zu fragen und mich deswegen zu behandeln. Das sollte natürlich auch nicht sein.
Es ist leider selten geworden, dass ein Arzt sich die Zeit nimmt seinen Patienten richtig kennenzulernen. Dabei ist es sehr wichtig auch um die privaten Umstände zu wissen. Ein Mann, der zu Hause kleine Kinder hat ist sicherlich auch mehr im Stress als ein Single. Solche Sachen können schon interessant sein und für den Arzt ist das sicherlich auch wichtig. Zumal man sich da mehr fallen lassen kann, wenn man alles gesagt hat. Ich denke nicht, dass man hierbei von einem schlechten Arzt reden kann.
Wie man es macht ist es verkehrt. Die Leute wollen doch auch eine gewisse Beziehung zu ihrem Arzt haben und ihm vertrauen können. Da finde ich es schon angebracht, dass man sich auch mal über Private Sachen unterhält. Das macht man ja mit Freunden auch so. Der Arzt hat natürlich den Ganzen Tag Laufkundschaft und es ist nicht so toll für ihn, absolut nichts über seine Patienten zu wissen. Anderswo beschweren sich die Leute, dass der Arzt zu wenig Zeit hat und sich nicht genügend mit seinen Patienten auseinandersetzt.
Ich finde das absolut sympathisch und toll dass der Arzt sich für einen interessiert. Das ganze Gerede über Datenschutz kotzt mich sowieso langsam an. Wenn jemand was verheimlichen will dann macht er sich natürlich sorgen, was über ihn herausgefunden wird. Aber jeder normale Bürger sollte froh sein, dass seine Daten gefiltert und weiterverwendet werden. zumindest was die Sicherheit des Staates betrifft. Zumal sowieso nur Leute mit der höchsten Sicherheitsüberprüfung und Freigabe an unsere Daten kommen.
Wie viele Anschläge und Attentate, Morde und Gewaltverbrechen durch das abhören und verarbeiten von Daten verhindert worden sind. Und wenn du so was nicht vor hast warum dann die Aufregung. Dann kann man den Geheimdienst ja auch gleich Polizei nennen wenn jeder weiß was der andere über ihn weiß. Als wirklich.
Ich finde derartige Fragen durchaus legitim. Als ich noch ein Kind war, musste ich solche Fragen nicht beantworten, weil meine damalige Hausärztin auch die Familie gut kannte und mich hat praktisch aufwachsen sehen.
Sogar bei meiner neuen Gynäkologin musste ich bei meinem ersten Besuch nach meinem Umzug einen Fragebogen ausfüllen. Darin stand dann eben auch ob ich verheiratet bin und Kinder habe oder eben sämtliche Fragen zu verfrühten Todesfällen oder Erbkrankheiten. Ich musste auch Allergien oder Unverträglichkeiten angeben. Ich finde das gut und richtig so, denn so weiß sie eben, wie sie am Besten reagieren kann. Es gibt ja auch bestimmte Medikamente, die man bei einer erblichen Vorbelastung durch Bluthochdruck beispielsweise nicht nehmen darf. Mein Großvater hat beispielsweise Probleme mit Bluthochdruck und gerade, wenn man die Pille nehmen möchte, muss man in dieser Hinsicht gesund sein. Daher achtet sie besonders auf Puls und Blutdruck, wenn ich zur Untersuchung hingehe, damit ich nicht überraschend irgendwelche Komplikationen bekomme.
Ich finde, dein Bekannter stellt sich total an. Es ist ja nicht so, dass der Arzt seine liebste Sexstellung hören wollte oder anderes zu intimes Zeug, was bei einer Behandlung nicht helfen würde. Ich halte die gestellten Fragen durchaus für angebracht und würde es begrüßen, wenn das viel mehr Ärzte machen würden.
Eine Diagnose findet oft nicht nur unter Erkennung der tatsächlichen Symptome statt, daher denke ich dass das Privatleben eine wichtige Rolle spielt. EIn Arzt ist eine Vertrauensperson, aber man sollte wiederum nur private DInge des Lebens offenlegen die der Diagnose behilflich sind.
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