An Alle Studenten - Studiengebühren bezahlen + Erfahrungen

vom 13.04.2008, 10:37 Uhr

Dieser Threat richtet sich an alle Studenten, die in einem Bundeland leben, in dem Studiengebühren erhoben werden. Erst mal eine generelle Frage: Wie finanziert ihr die Studiengebühren?

Ich zahle 750€ pro Semester, sprich 500€ Studiengebühren plus 250€ Verwaltungsgebühren. Das macht summa summarum 1500€ pro Jahr, die ich mir jeden Monat irgendwo ab sparen muss. Bezahlen Euch das Eure Eltern, geht ihr dafür Arbeiten? Wie bezahlt ihr euch Euer Leben überhaupt? Ich muss neben meinem Jurastudium in Teilzeit arbeiten gehen, um mir eine Wohnung, Lebensmittel und alles leisten zu können. Die Studiengebühren sind da inzwischen auch drin, weil ich ganz gut verdiene, aber es frisst natürlich sehr viel Zeit, die ich eigentlich zum Lernen bräuchte.

Falls ihr einen Nebenjob habt: Wie viele Stunden arbeitet ihr da monatlich? Schafft ihr das zeitlich gut mit dem Studium? Ich muss jetzt versuchen, meine Arbeitszeit ein wenig zu reduzieren, sonst bleibt mein Studium leider viel zu sehr auf der Strecke.

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» Qn » Beiträge: 1539 » Talkpoints: 7,83 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Also ich studiere in Saarbrücken und bezahle pro Semester 629€ für mein Studium. Ich habe das Glück, dass ich sehr nur 5 Minuten von der Uni entfernt im Haus meiner Eltern wohnen kann. Dort habe ich meine eigene Wohnung und brauche nichts weiter zu zahlen. Die Studiengebühren übernehmen größtenteils meine Eltern, auch da habe ich sehr viel Glück.

Dennoch gehe ich arbeiten (40 Stunden pro Monat) und von diesem Geld gebe ich nichts aus, sondern spare es, damit ich meine Studiengebühren und vor allem meinen zwei Auslandsaufenthalte, die ich machen MUSS, finanzieren kann. Ich arbeite als Hiwi (studentische Hilfskraft) an der Uni. So arbeite ich immer direkt vor meinen Seminaren oder eben unmitellbar danach. Das hat den Vorteil, dass mir wenig Zeit verloren geht, weil ich so meine Freistunden zum Geldverdienen benutzen kann. Ich glaube wenn ich diesen Job nicht hätte, könnte ich kaum arbeiten gehen, weil ich oft lange an der Uni bin oder danach noch viel zu machen habe. Auch an den Wochenenden bleibt meist wenig Zeit, weil ich da meist lerne oder sonstige Hausaufgaben mache.

An "Taschengeld" (Unterhalt, meine Eltern sind getrennt und Taschengeld von Mama) bekomme ich rund 300€ und auch den Rest davon lege ich nochmals zurück, da ich eigentlich nicht so viel Geld benötige.

Ich bin mir darüber bewusst, dass ich ein wirklich leichtes Leben als Student habe, was das Finanzielle angeht. Ich lerne zwar sehr sehr viel und habe wirklich sehr gute Noten, aber im Gegenzug dazu, brauche ich mir keine Gedanken über das Geld zu machen. Nur ist es eben wichtig, dass ich spare, damit die Auslandsaufenthalte bezahlt werden können, ich denke die werden sehr teuer werden.

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» Sternhaufen » Beiträge: 217 » Talkpoints: 0,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Wow, das klingt echt super. Ich bin extra zum Studienanfang von Luxemburg hier nach Frankfurt am Main gezogen, weil man bei uns Jura nur sehr schlecht studieren kann, Zudem Hätte ich auch dann nicht zu Hause wohnen bleiben können.

Von meinen Eltern erhalte ich einen geringen Unterhalt, der allerdings im Grunde nicht nennenswert ist. Ich verdiene pro Monat ungefähr 1000€ brutto, davon bezahle ich ja nur 10% Abgaben als Studentin + Versicherung.

Ich brauche das Geld auch tatsächlich für Wohnung und Lebensessentiales, es ist Wahnsinn wie teuer hier im Rhein-Main-Bereich alles ist!

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» Qn » Beiträge: 1539 » Talkpoints: 7,83 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich muss zugeben, dass ich momentan noch komplett von meinen Eltern/ vom Staat finanziert werde. Das heißt ich bekomme BAföG, meine Eltern zahlen die Miete und dazu erhalte ich einen monatlichen Pauschalbetrag überwiesen. Da ich jetzt aber erkannt habe, dass mein Studium weniger Zeitintensiv ist als erwartet, (ich habe eine 2,5-Tage-Woche), suche ich mir gerade einen 400-Euro-Job. Alles anderes würde ich persönlich unfair finden, da ich arbeiten kann. Studiengebühren und Verwaltungskosten betragen bei uns 602 Euro. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Lebenshaltungskosten hier sehr hoch sind und es daher auch nicht einfach ist auf diese Art und Weise finanziell zurecht zu kommen.

Ich bewundere wirklich jeden Studenten, der es neben seinem Studium, was ja eigentlich ein echter Vollzeitjob ist, noch schafft arbeiten zu gehen. Das halte ich eigentlich auch für sehr wichtig. Je schneller man lernt, auf eigenen Beinen zu stehen, desto besser!

» kahuna » Beiträge: 15 » Talkpoints: 7,03 »



Ich komme aus Bawü und muss pro Semester 611€ bezahlen. Unser damaliger Rektor war bei der Einführung der Studiengebühren der Meinung, man solle doch lieber 1000€ pro Semester zahlen, das könne jeder Student aus der Portokasse zahlen, eine Party pro Woche weniger et voila schon hat man die Studiengebühren eingespart.

Ich arbeite nebenher auf 400€ Basis und wohne noch zu hause und muss dort auch nichts abgeben. Die letzten Studiengebühren habe ich von meiner Mutter sogar gesponsert bekommen, aber normalerweise zahle ich sie und meine Mutter gibt mir ein bisschen was dazu.

Mein Nebenjob läuft am Wochenende, so komme ich zumindest nicht mit meinem Stundenplan in Konflikte, Stunden sind es 31 im Monat. Da ich aber in der Pflege arbeite, bekomme ich trotz dieser verhältnismäßig wenigen Stunden ein gutes Gehalt. Nur vor Prüfungen komme ich manchmal in Schwierigkeiten, wenn ich genau davor arbeiten muss, da der Job körperlich schon sehr anstrengend sein kann.

» Freya » Beiträge: 13 » Talkpoints: 6,27 »


Ich bin mittlerweile Ex-Studentin, aber vielleicht darf ich ja trotzdem mitreden.

Wobei ich das Glück hatte, um die Studiengebühren noch drumherum zu kommen, da ich in dem Semester, in dem sie eingeführt wurden, meinen Abschluss gemacht habe und durch eine Sonderregelung für die Übergangszeit (bei Studienbeginn war a) ja noch keine Rede von Studiengebühren und b) habe ich als Diplomandin die Hochschule nicht viel "Betreuungsaufwand" gekostet) das Geld wiederbekam.

Allerdings hatten wir mit am Schluss knapp 300 € auch schon einen recht happigen Semesterbeitrag zu leisten.

Mein Studium habe ich folgendermaßen finanziert: Meine Eltern haben meinen Wohnraum und den Semesterbeitrag gezahlt, fand ich insgesamt fair, da ich keinen Anspruch auf BAföG hatte alles andere habe ich durch's Jobben finanziert.

Zu Höchstzeiten waren das ca. 80 Stunden im Monat in zwei Jobs, später habe ich dann einen Job aufgegeben, weil dann Vollzeitpraktika anstanden und damit nur noch ein Nebenjob ging.

Zum Schluss war ich dann bei relativ normalen 40 bis 60 Stunden im Monat - mehr wäre auch irgendwann nicht mehr gegangen, weil mein Studium wirklich auf Minimum 40 Stunden in der Woche ausgelegt war mit viel Anwesenheitspflicht und so Nettigkeiten wie Samstagsvorlesungen.

Bezahlung der Jobs war recht durchschnittlich, so um die 8 € in der Stunde.

» Ladybug » Beiträge: 95 » Talkpoints: -1,45 »


Ich sitze in NRW. Studiengebührenpreise muss ich wohl nicht noch mal wiederholen, das übliche. Und das haben bisher netterweise meine Eltern gezahlt, ebenso wie die Miete (hab keine reichen Eltern, Arbeiter und Hausfrau, aber ich habe liebe Eltern). Was ich aber in Zukunft nicht mehr strapazieren will, weil ich meine Regelstudienzeit überschritten hab und ich will, dass ich mir dann den Rest selber finanziere.

Hab das Glück, dass ich eine Frau bin und dazu noch recht offen, also verdiene ich mein Geld mit Sex. Allerdings nur virtuellem (man muss sich ja in so nem Gewerbe Grenzen setzen, damit man die Verhältnismäßigkeiten nicht aus den Augen verliert). Sprich: SMS-Sex, Unterwäscheverkauf und andere Dinge, die Fetische bedienen und Camsex. Allerdings bin ich nicht so geschäftstüchtig bzw wirtschaftlich, dass ich davon leben könnte (und ich hab eigentlich keinen ausschweifenden Lebensstil). Also bin ich grad dabei mir noch einen Job zu suchen, nämlich Nachhilfe.

Da ich nicht mehr so viele Kurse an der Uni habe, kommt das zeitlich alles ganz gut hin.

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» Tiffekk » Beiträge: 165 » Talkpoints: 5,57 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Also erstmal muss ich sagen, ich verstehe immer noch nicht, warum wir Studiengebühren zahlen müssen. Die Professoren machen immer Werbung dafür, indem sie sagen: "Gäbe es keine Studiengebühren, könnten wir diese oder jene Übung nicht machen" Aber wie war das denn vor den Studiengebühren, gab es die Professoren nur für die Forschung und nicht für die Lehre. Lernten die Studenten alles alleine?? Also kurz gesagt bin ich gegen die Studiengebühren.

Letztens las ich in der Zeitung, dass sie vielleicht abgeschafft werden, dafür aber alle Absolventen der Universität, die im Jahr mehr als 30.000 € verdienen pro Semester um die 370€ zahlen sollen. Also wirds im Endeffekt nicht besser. Naja ich hoffe es wird nicht teurer als es schon ist. Ich bin jetzt im 2. Semester und konnte bis jetzt alles selber bezahlen, da ich vor dem Studium erstmal ein Jahr arbeiten war. Aber so langsam geht mir auch das Geld aus, also heißt es auch für mich, dass ich einen Nebenjob brauche oder meine Eltern anpumpen muss. Aber ich glaube irgendwie werde ich das schon hinbekommen...

» morph2999 » Beiträge: 107 » Talkpoints: 5,31 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich bin jetzt keine Studentin mehr, habe aber aus eben diesen Finanziellen Gründen aufhören müssen. Angefangen zu Studieren habe ich im Oktober 2004, da waren noch keine Studiengebühren erhoben. Allerdings lag der Semesterbeitrag mit 280€ recht hoch (fand ich). Bafög hab ich einen kleinen Teil bekommen und von meinen Eltern das Kindergeld dazu. Mehr ging von der Seite meiner Eltern wirklich nicht, da ich nicht das einzige Kind bin, was sie zu unterstützen haben/hatten und es nur einen verdienst gibt.

Von dem Geld hab ich dann mein WG-Zimmer finanziert, das Auto, verschiedene Versicherungen, Handy/Telefon, Essen/Trinken und Bedarf zum Studium (Bücher, etc). Ich habe von Beginn des Studiums versucht einen Nebenjob zu machen, aber allein die Grundvorlesungen haben meine ganze Woche ausgefüllt. Sprich jeden Tag Vorlesung, zwischendrin mal eine oder zwei Stunden frei weil ein Prof. krank war. Aber sonst Power-Studium von morgens 8 Uhr bis Nachmittags um 17 Uhr und an zwei Tagen die Woche sogar von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr. Dann die Vorlesungen nacharbeiten, andere Vorbereiten, Hausarbeiten schreiben, für Prüfungen lernen.

Irgendwann war mir das alles zu viel und die Geldsorgen haben mich einfach fertig gemacht. Nach reiflicher Überlegung hab ich dann nach 3 Semestern abgebrochen und bereue es bis heute nicht. Schön für die, die bei den Eltern wohnen können/dürfen und vor allem die Möglichkeit haben, nebenher arbeiten zu gehen. Ich gehe dann eben jetzt wieder Vollzeit arbeiten, denn ich hab vor dem Studium einen Beruf gelernt.

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» P-P » Beiträge: 3246 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Von den Geldsorgen kann ich auch so ein Liedchen singen. Bin auch jedes Semester mit 750€ dabei. Ich bekomme ja Gottseidank noch Bafög, weil meine Eltern mich absolut nicht unterstützen können. Als Bafögempfänger habe ich ja das Glück, dass ich die Studiengebühren als Kredit bezahlt bekomme. Immer hin habe ich auf diesem Wege jetzt schon Schulden im Gegenwert eines Kleinwagens am Hintern.

Ob das so ein schöner Berufsstart wird, weiß ich allerdings auch noch nicht. Allerdings ist es wirklich ein riesiges Problem, dass ich neben dem Bafög nur läppische 340€ im Monat nebenher verdienen darf. Und das ist wirklich ein Witz! Ich frage mich nämlich jeden Monat aufs neue, wie ich es schaffen soll alles zu bezahlen. Und das in der Großstadt. Der Semesterbeitrag bringt mich jedesmal in arge Bedrängnis.

Mal ganz ehrlich: Da bekommen Hartz 4 Empfänger mehr Geld. Ich hab das mit einer guten Freundin, die das empfängt, verglichen. Und ich bekomme es ja noch nicht mal geschenkt, es sind ja schließlich Schulden. Von einem tollen Party-Studentenleben hab ich nie was mitbekommen. Wer kann sich denn so was leisten? Ich bin wirklich heilfroh, wenn ich da bald durch bin.

» jessi-bär » Beiträge: 13 » Talkpoints: 0,82 »


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