Kontakt zu Mitpatienten suchen oder eher meiden?
Als Jugendliche war ich zweimal im Krankenhaus, in Mehrbettzimmern. Die Patienten waren alle viel älter als ich, so haben sie mich zwar in Gespräche mit einbezogen, aber ansonsten in Ruhe gelassen.
Seit 10.2007 war ich viermal im Krankenhaus. Das erste Mal aufgrund eines Unfalls knapp zwei Monate. Bis auf zwei Wochen hatte ich ein Einzelzimmer und die Patientin, die dann zu mir aufs Zimmer kam, war so krank, dass sie kaum etwas sagte. Die nächsten zwei Krankenhausaufenthalte waren auch noch auf den Unfall zurückzuführen. Es war ein anderes Krankenhaus mit Dreibettzimmern und Patienten, die sich redlich bemühten, mich in Gespräche zu verwickeln. Ich habe mich mit ihnen unterhalten, weil man nicht nur immer lesen kann. Wurde es mir zu viel, habe ich das Zimmer verlassen.
Um durch das Schnarchen der anderen Patienten überhaupt einschlafen zu können, habe ich mir Ohropax geben lassen und natürlich eine Schlaftablette. Mein letzter Aufenthalt im Krankenhaus war im September d.J. Ich lag in einem Zweibettzimmer. Die Mitpatientin hat sehr viel erzählt und war froh, dass ich ihr zuhörte und mich mit ihr unterhielt. Sie war sehr nett. Nur hatte ich einige Schwierigkeiten, sie zu verstehen, da sie Thüringer Dialekt sprach und noch nicht lange in NRW wohnte.
Krankenhausaufenthalte sind natürlich nicht so schön. Aber man kann sich nicht ganz abschotten, sonst würde man einen Menschen sehr beleidigen. Wenn es um eine mir unangenehme Patientin ginge, würde ich auch nur das Notwendigste sagen.
Natürlich muss man nicht direkt eine große Freundschaft schließen, aber ich denke schon, dass man sich nicht komplett ignorieren sollte. Wer so eine Ignoranz gegenüber seinen Mitmenschen zeigt, sollte dann vielleicht lieber auf ein Einzelzimmer upgraden.
Meine Oma ist das genaue Gegenteil, sie verkündet regelmäßig, dass sie keinesfalls allein in ein Zimmer möchte, wenn sie mal ins Krankenhaus muss. Wobei das gar nicht bedeutet, dass sie unbedingt Anschluss sucht.
Bei mir war es ähnlich, als ich im Krankenhaus war. Ich lag zwei Tage alleine im Dreibettzimmer und als dann OP-Kleidung an den anderen Betten bereit gelegt wurde und klar war, dass neue Patienten kommen, war ich erst einmal neugierig, wer wohl zu mir gelegt wird. Ein wenig hoffte ich auch auf ein bisschen Ablenkung, da es mir in den zwei Tagen Einzelhaft recht gut ging und ich nicht unter Schmerzen litt und mit Schlaf- oder Beruhigungstabletten behandelt wurde. Ich schaue daheim kein Fernsehen, deshalb wollte ich auch nicht den ganzen Tag fernsehen und durchgehend lesen fiel mir irgendwann auch schwer.
Da ich nicht einmal Essen bekam, gab es nichts zu tun für mich und ich war schon froh, als meine Mitpatientinnen da waren. Diese war dann auch recht interessant und gerade der erste Tag und Abend als es uns allen drei gut ging, war zusammen angenehmer. Am nächsten Tag nach den ersten Operationen sah es dann schon etwas anders aus. Aber auch dabei war es angenehmer, dass man in wachen Momenten eben nicht allein da lag, sondern andere Menschen in der Nähe waren.
Vielleicht ist das etwas anderes, wenn man Familie und Freunde hat, die quasi durchgehend anwesend sind. Das war aber selbst bei dem Kind, welches mit mir im Zimmer war nicht der Fall, so dass sie nach ihrer Operation aus dem Aufwachraum ins Zimmer kam und nur ich und meine Mitpatientin da waren. Zwar noch benebelt von den Schmerzmittel gab es dann schon ein bisschen Smalltalk.
Ich war bis jetzt zum Glück nur ein mal in meinem Leben etwas länger im Krankenhaus. Es war ein stationärer Aufenthalt über 10 Tage. Ich war damals 16 und musste noch auf die Kinderstation, was mir so gar nicht gepasst hatte. Ich hatte keine Lust auf diese nervtötenden Kinder. Zum Glück bekam ich ein Zimmer in der hintersten Ecke. Die ersten beiden Tage hatte ich da meine Ruhe. Die Kinder, die man in das Zimmer brachte, waren meist nur ganz kurz da und sind meist nach ein paar Stunden schon wieder in ein anderes Zimmer verlegt wurden.
Am dritten Tag begann dann mein kleiner Albtraum. Es kam ein Junge in mein Zimmer, den ich von der Schule her kannte. Ich wusste nicht genau warum er da war, aber scheinbar hat er wieder irgendwelche Tabletten genommen und sollte nun etwas beobachtet werden. Auf jeden Fall hat er den ganzen Tag nur geredet und geredet. Ich konnte ihn absolut nicht leiden und das war auch auf der Schule so. Auch wenn man ihn sagte, dass er doch mal ruhig sein soll kam das bei ihm nicht an.
Mir ging es so schon richtig dreckig. Mir wurden die Mandeln entfernt, aber nach der Operation kam es noch zu einer Infektion, die mich richtig runter gezogen hat. Da kam dieser Nervenpinsel mehr als ungelegen. Meine Erfahrung diesbezüglich ist also mehr als negativ. Weitere konnte ich noch nicht sammeln, aber ich da optimistisch, weil es fast nicht schlimmer kommen kann. Man hofft natürlich nicht, dass man bald wieder im Krankenhaus landet, aber man weiß ja nie, was das Leben für einen bereit hält.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-198787-10.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr 4048mal aufgerufen · 18 Antworten · Autor: anlupa · Letzter Beitrag von Wibbeldribbel
Forum: Alltägliches
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2163mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3424mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo? 2219mal aufgerufen · 2 Antworten · Autor: Nurse · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Fingernägel, Haut & Haare
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo?
- GM Aktien: jetzt wieder investieren? 1685mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: T. Patrick · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Geldanlage
- GM Aktien: jetzt wieder investieren?
