Welche Opfer bringt ihr für euer Aussehen?
Ich hatte dieser Tage eine ähnliche Unterhaltung mit einer Bekannten, es ging darum wie mühsam es ist, sich täglichen und wöchentlichen Beauty-Routinen zu unterwerfen. Am Ende fiel dann natürlich, neben dem Klagen, wie angenehm es doch wäre, einfach natürlich wunderschön zu sein, der gute alte Satz, ''wer schön sein will, muss eben leiden''.
Ganz so weit will ich dann doch nicht gehen, aber trotzdem habe ich mich kritisch selbst hinterfragt, welche Opfer ich für äußerliche Attraktivität zu bringen bereit bin. Manche Leute opfern ja zum Beispiel das Rauchen, um ihre Haut zu schonen. Andere machen sich aufwendige Gurkenmasken oder haben eine mehrstufige Beautyroutine, gehen regelmäßig in ein Spa oder dergleichen. Was ist mit euch?
Als ich noch jung und dumm war, habe ich zumindest viel Zeit für meine Schönheit geopfert. Ohne Schminke, Curling mit dem Lockenstab und Ausprobieren verschiedener Outfits ging da gar nichts.
Körperlich gelitten habe ich oft durch Schuhe, die entweder zu klein oder zu unbequem waren. Auch in Hosen, mit denen ich wegen des engen Bundes nicht mehr bequem sitzen konnte, habe ich mich hineingequetscht. Außerdem habe ich im Frühsommer oft gefroren, weil ich mir viel zu früh im Jahr kurze Röcke angezogen hatte. Nach einer schlimmen, chronischen Blasenentzündung bin ich diesbezüglich vorsichtiger geworden.
Mittlerweile schließe ich Kompromisse. Natürlich will man attraktiv sein, aber ich würde mich nicht mehr in hochhackige Schuhe quälen, sondern eine bequeme, aber trotzdem schicke Variante wählen. Mit Schminke bin ich auch sehr viel sparsamer und die Haare haben einen pflegeleichten Schnitt. Bauchfrei und Mini geht in meinem Alter eh nicht mehr, sodass dieses Problem wegfällt.
Ich denke da eigentlich, dass weniger mehr ist und laufe im Alltag nie besonders zu gekleistert herum. Ich trage täglich etwas Make up auf, um eine Hautkrankheit zu verdecken und manchmal dann auch Kajal und Wimperntusche. Wenn ich Lust habe, ziehe ich auch schon mal einen Lidstrich und trage etwas dezenten Lidschatten auf. Pulli und Jeans trage ich dann auch meistens. Meine Haare sind offen oder zu einem Zopf gebunden. Zu besonderen Anlässen mache ich dann mal eine andere Frisur und trage auch stärkeres Make up auf. Dann suche ich mir auch sehr gerne ein Outfit zusammen. Das würde ich aber alles noch als normal einstufen und nicht sagen, dass ich dafür leiden müsste.
Wobei ich wirklich etwas leide, ist das Augenbrauen zupfen. Ich mache das selbst und das kann unter Umständen ja schon mal ganz nett weh tun. Seit kurzem färbe ich auch meine Wimpern. Das ist allerdings nicht schmerzhaft oder ähnliches. Aber es ist ein bisschen blöd, dann einige Zeit das eine Auge geschlossen zu halten, wenn die Farbe einwirkt und dann eben anschließend nochmal das andere Auge. Aber das ich wirklich richtig leiden muss, um irgendwie schön zu sein, hat es noch nicht gegeben.
Ich muss gestehen, dass ich der Schönheit wegen schon das eine oder andere Opfer bringe. Beispielsweise stehe ich unter der Woche immer sehr früh auf um genügend Zeit zu haben um mich fertig zu machen. Das kann doch recht lange dauern, wenn ich mich schminke und meine Haare zu einer Frisur machen möchte. Zudem kommt, dass ich wirklich viel Geld für die Schönheit ausgebe. Regelmäßig decke ich mich in der Drogerie mit neuer Schminke und Pflegeprodukten ein. Das geht doch schon ziemlich ins Geld. Auch zum Friseur gehe ich relativ oft. Das Solarium nutze ich auch hin und wieder.
Um gut auszusehen widme ich auch viel Zeit für meine Fingernägel. Diese lackiere ich spätestens alle zwei Tage neu. Dafür kaufe ich mir auch regelmäßig neue Nagellacke.
Wie auch die meisten anderen Frauen gehe ich natürlich auch wahnsinnig gerne shoppen und halte immer nach Kleidung Ausschau, die mir steht und meine Vorzüge betont. Dabei kommt es doch hin und wieder vor, dass ich mir etwas kaufe, das überhaupt nicht bequem ist. Ich besitze beispielsweise mehrere Jeans, die so eng sind, dass ich nicht richtig darin sitzen kann. Selbst darin einfach nur zu laufen ist nicht sonderlich angenehm, da sie doch recht stark kneifen. Dafür gefallen sie mir aber sehr gut und ich trage sie trotzdem. Auch Schuhe besitze ich unfassbar viele, die einfach nur unbequem, dafür aber wahnsinnig schön sind. Dabei kommt es auch nicht selten vor, dass ich mir die Füße sogar blutig laufe.
Ich leide gar nicht für meine Schönheit, sowas ist für mich indiskutabel. Ich werde meine Gesundheit durch Stress und andere Faktoren nicht aufs Spiel setzen, nur um einem imaginären Schönheitsideal näher zu kommen, welches uns durch die Medien vorgegeben wird und dem viele Menschen dumm und blind folgen. Meine Haut ist absolut in Ordnung und ich verwende daher auch kein MakeUp oder sonstige Mittel, dadurch verstopfen letzten Endes nur die Poren und schön sieht es meiner Meinung nach auch nicht aus, selbst bei gekonnter Anwendung finde ich es eher künstlich.
Irgendwelche Torturen was die Haare angeht lasse ich auch nicht über mich ergehen, da ich meine Haare sehr schön finde und sie daher auch niemals färben würde oder so. Auch würde ich an sich niemals auf die Idee kommen, meine Füße in Schuhe hineinzuzwängen, die mir nicht passen oder die meinen Fuß deformieren (Stöckelschuhe oder Schuhe mit spitzen Zehen). Ich finde auch nicht, dass man in solchen Fällen für seine Schönheit leidet, denn immerhin wird man von diesen ganzen Eingriffen, wie Sonnenbank, Bräunungscreme, Haarefärben und eben auch Stöckelschuhe, im Endeffekt nur hässlich. Einen Sinn sehe ich darin daher nicht, es ist eher kontraproduktiv.
Ich bin früher sehr gerne ins Solarium gegangen. Jetzt merke ich aber, dass meine Haut etwas schlaffer wird. Ich kriege an den Augen kleine Falten aber auch an der Stirn sind einige kleine Dellen zu erkennen. Deswegen habe ich das Solarium auch aufgegeben, weil ich meine Haut schonen wollte. Des weiteren treibe ich drei mal in der Woche Sport, weil ich noch einige Kilos los werden muss. Da geht natürlich auch schon viel Zeit drauf.
Klar, jeder will gut aussehen, aber dafür zu leiden, finde ich falsch. In der Pubertät verbringen die meisten Mädchen viel Zeit mit Schminken, Klamotten etc., weil das für sie eine ganz neue Welt ist. Aber ich finde es nicht richtig, wenn das im Erwachsenenalter noch weiter geht. Das man mal ein wenig mehr Zeit in sein Styling investiert - okay. Aber für sein Aussehen zu leiden, indem man sich in umbequeme Klamotten quält etc halte ich für unsinnig.
Ich finde es immer etwas eigenartig, wenn jemand für seine "Schönheit" "leidet". Beides habe ich absichtlich in Gänsefüßchen gesetzt, da Schönheit immer noch Ansichtssache ist und ob man dafür leiden muss, ist auch so eine Frage. Ist es denn Leid, wenn man eine gewisse, auch mal aufwändigere Routine hat? Ich weiß nicht, ob das so ist.
Ich selbst habe gewisse Dinge, auf die lege ich Wert. Dazu gehört meine tägliche Gesichtscreme, dazu gehört das Augenbrauen zupfen, hier und da mal ein Peeling, etwas Creme hier und da. Aber viel mehr mache ich da auch nicht. Ich finde das übertrieben und brauche es nicht. Im Leben gibt es irgendwie wichtigeres, als sich nur über sein Äußeres Gedanken zu machen.
Wenn ich hier lese, dass einige sich in viel zu kleine Sachen zwängen, finde ich das schon bedenklich. Eine zu enge Hose ist nämlich nicht nur unbequem sondern sieht auch extrem bescheuert aus. Der Gang ist darin anders, je nach Schnitt kommen beim Laufen Quetschfalten (bevorzugt unter dem Hintern) vor und nicht zu vergessen der Rettungsring, der oben aus dem Bund herausquillt. Außerdem sieht man es sofort, dass die Hose eigentlich mindestens eine Nummer größer gekauft hätte werden müssen. Ich finde es lächerlich sich da hineinzuquetschen und sich einzureden, dass dies schön oder sexy ist.
Eine Bekannte hat ihre Hosen früher im Liegen geschlossen, weil es im Stehen überhaupt nicht ging. Auch sie hat sich den Bauchbereich im Sitzen extrem eingequetscht, was sicherlich nicht gesund sein kann. Und obwohl sie sehr schlank gewesen ist, hatte sie diesen Rettungsring. Und nein, man kann ihn nicht gekonnt kaschieren. Egal ob mit weiteren Oberteilen oder Strickjacken darüber. Man sieht es von hinten. Spätestens wenn es windig wird oder man sich mal vorbeugt. Viele merken auch gar nicht, dass zu enger Jeansstoff auch das Gegenteil bewirken kann und die Beine dadurch noch schlimmer aussehen können. Das sehe ich auch ständig an unserer Auszubildenden. Diese ist zwar schlank, trägt aber auch oft zu enge Hosen. Auch da sieht man immer wieder den Rettungsring und die tollen Beine, die sie im Sommer auch durchaus zeigen konnte, sehen in einigen zu engen Jeanshosen aus als wenn sie extreme Cellulite hätte. So etwas passiert eben wenn man die Beine bzw. den "Speck" zu sehr zusammenquetscht.
Auch das mit den Schuhen werde ich wohl nie verstehen. Von den völlig ungesunden Formen mal abgesehen scheint die Schuhgröße für viele ein Problem zu sein. Wenn ich schon höre, dass man seine neuen Schuhe erst einlaufen muss bzw. dass die Schuhe nur drücken, weil sie neu sind, rolle ich schon unbewusst mit den Augen. Das ist einfach lächerlich und was bitte ist an einem Schuh, der eine oder eine halbe Nummer größer ist nun hässlicher? Ich trage auch hohe Schuhe, kaufe sie aber so, dass sie vom ersten Tag an nicht drücken. Da macht es mir auch nichts aus, wenn ich mein Wunschmodel dann auch mal eine Nummer größer nehmen muss. Ich habe sogar Winterschuhe, die extra Platz für richtig dicke Socken haben. Da habe ich kein Problem mit und auch mein Ego leidet nicht darunter, wenn ich statt einer 39 eben eine 40 nehmen muss. Das mache ich vor allem auch bei offenen Schuhen, weil es total bescheuert aussieht, wenn das Fußbett zu knapp oder gar zu kurz ist. Vorne und hinten sollten schon ein paar Millimeter sein. Und nein, mir ist nach dem angeblichen Einlaufen noch kein hoher Schuh ständig vom Fuß gefallen. Wenn man sie durch für die jeweilige Größe zu große Füße nicht ständig extrem dehnt, werden die auch nicht so weit bzw. leiern die nicht so aus, dass man sie verliert.
Aber auch ich "leide" für mein Aussehen. Allerdings insofern, dass ich für gewissen Sachen eben Zeit aufwenden muss, die ich lieber anders nutzen würde. Mir sind oft schon die 30-40 Minuten für das Haare tönen zu viel und auch das Nägel machen ist eher etwas was sein muss. Und dabei ist mein Nägelprogramm schon minimal gehalten. Ich habe weder Kunstnägel noch beklebe ich sie mir. Sie werden nur in kurz gepflegter Form gebracht und evtl. auch mal poliert. Aber da muss ich schon extreme Langeweile haben. Auch beim Friseur muss es für mich schnell gehen. Schnell schneiden ohne langes Gerede, Massage und was die sonst noch alles anbieten. Auch für Solarium und solche Sachen habe ich weder die Geduld noch gefällt mir die künstliche Bräune.
Ich möchte auch nicht leiden für die Schönheit. Warum auch? Ich trage das, was ich möchte und fühle mich darin hübsch und je nach Anlass auch anständig hergerichtet. Das heißt dann mal eine schicke Stoffhose oder ein Kleid. Dazu Pumps mit sehr wenig Absatz, da ich nichts hasse, als ich Schuhen nicht laufen zu können. Am Liebsten trage ich eh flache Schuhe, ganz ohne Absatz. Aber Mittlerweile habe ich sehr schöne und bequeme Modelle von Esprit gefunden und die trage ich sogar gerne mit den 3cm Absatz. mehr geht wirklich nicht.
Zu enge Hosen, die am Bauch einschneiden, mag ich nicht, da ich gerne bequem sitze. Also achte ich darauf, dass sie angemessen sitzen und nichts quetscht oder klemmt. Auch kann ich meine Hosen im Stehen schließen und muss mich weder hinlegen noch die Luft anhalten.
Was Oberteile angeht, so muss ich eh immer etwas über meine normale Größe kaufen, da ich im Kreuz relativ breit gebaut bin und dazu noch eine größere Oberweite habe. Da bleibt es nicht aus, mal eine Größe größer zu nehmen, denn wie eine Presswurst mag ich nicht aussehen. Und meinen Speck am Bauch muss ich auch nicht wirklich betonen, denn lieber kaschiere ich ihn ein wenig mit fließenden Materialien.
Friseurbesuche sind bei mir so alle 6-10 Wochen mal drin, weil ich nicht viel öfter gehen möchte. Früher hab ich mir dann nur die Spitzen schneiden lassen, da hat es ausgereicht, wenn ich alle 6 Monate mal zum Friseur bin. Heute trage ich einen stufigen Schnitt, den muss mal leider öfter nachschneiden. Aber meist gönne ich mir beim Friseur dann das Zupfen der Augenbrauen, denn dort lasse ich eine anständige Form zupfen und brauch dann zu Hause nur nacharbeiten.
Aber als Leiden verstehe ich das auch noch nicht.
So alles in Allem denke ich, bin ich da eher unkompliziert. Unter der Woche kein Make Up, keinen Nagellack, keine aufwendige Frisur und auch kein Outfit außer Jeans und Shirts oder eben Arbeitskleidung. Dafür nehme ich mir dann am Wochenende einiges mehr an Zeit zum Haare entfernen, ab und an Make Up oder eben eine anständige Fön- oder Flechtfrisur. Nur unter der Woche zur Arbeit brauche ich das eben alles nicht. Und da investiere ich dann meine Zeit lieber in Unternehmungen mit meinem Mann.
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