Wäre ein Trainerwechsel der Nationalelf sinnvoll?

vom 29.06.2012, 07:48 Uhr

Wie in einem anderen Thread bereits diskutiert wurde, bekommt die deutsche Elf kein Bein mehr auf die Erde, was den Titel betrifft. Es wurde vor einiger Zeit ja auch schon hier im Forum diskutiert, ob es überhaupt der Trainer Schuld ist, wenn die Mannschaft "versagt". Für mich hat gestern Jogi Löw klare Fehlentscheidungen gebracht. Die Aufstellung der Mannschaft war schlecht gewählt gegen eine so starke Mannschaft wie die Italiener.

Andere Trainer sind schon gefeuert worden, nachdem sie ein Turnier in den Sand gesetzt haben. Jogi Löw ist nun schon seit Jahren ein "Pechtrainer" und schafft es nicht die Nationalelf zu einem Titel zu führen. Sollte er eurer Meinung nach abgesetzt werden? Sollte ein anderer Trainer die Nationalelf in 2 Jahren zum Weltmeister führen? Was denkt ihr? Wer würde sich als Trainer eigenen und wen würdet ihr zutrauen, dass er es schafft die Deutsche Mannschaft zu einem Titel zu bringen?

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» Diamante » Beiträge: 41857 » Talkpoints: 9,96 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Will man denn jetzt jeden Trainer feuern, der es nicht schafft, eine Mannschaft zum Meister zu machen? Es kann nur eine Mannschaft gewinnen, sind deswegen alle anderen Mannschaften und Trainer schlecht? Da gewinnt eine Mannschaft 16 Pflichtspiele hintereinander (waren es 16?) da kann man doch nicht dem Trainer einen Vorwurf machen, der seine Existenz als Trainer ernsthaft in Frage stellt. Gott ja, er hat vielleicht gestern erst eine falsche Entscheidung getroffen, hinterher weiß man es immer besser. Aber schließlich hatte er auch den Mut, diesen Fehler frühzeitig einigermaßen zu korrigieren. So what? Es ist und bleibt ein Spiel mit Unwägbarkeiten und nicht irgendwas, was man nur gut genug steuern muss, um ans Ziel zu kommen.

Ich finde, zum Gewinnen gehört auch immer das Verlieren und Menschen machen natürlich auch Fehler. Es ist auch ein Erfolg in Turnieren überhaupt so weit zu kommen und so eine Rolle zu spielen. Was ist das für ein Reflex, da gleich jeden auf die Abschussliste zu setzen. Ich bin kein großer Fußballfan und fern von irgendwelchen nationalen Großgefühlen. Im Gegenteil, mir geht diese ganze Erhöhung des Fußballs zum nationalen Schicksalsereignis so was von mächtig auf den Zeiger (Resultat: siehe Wolfsburg). Letztlich hat Löw aber in den letzten Jahren eine tolle und junge Mannschaft geformt und es macht (meistens) auch Spaß da zuzuschauen. Den Gedanken an einen Wechsel finde ich absurd. Italien war eben gestern besser - basta. Mir schmeckt die Pizza bei unserem Italiener auch weiterhin.

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» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Kann man wirklich sagen, dass ein Turnier "in den Sand gesetzt" wurde, wenn man das Halbfinale erreicht hat? Ich denke, nein! Auch wenn man Deutschland ist und nach den Leistungen der vergangen Jahre berechtigte Ansprüche auf einen Titel hat. Es "nur" bis ins Halbfinale geschafft zu haben, ist deswegen noch lange nicht schlecht und den Trainer, der jahrelang gute Arbeit geleistet hat, jetzt zu feuern wäre für mich völlig unverständlich.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich finde, dass Jogi Löw bisher sehr gute, wenn nicht sogar überragende Arbeit geleistet hat, auch wenn die Mannschaft den Titel noch nicht geholt hat. Zu Beginn waren die Spieler noch sehr jung und mussten sich ihre Erfahrung erstmal holen, aber sie waren und sind noch jung genug, damit es noch dazu kommt. Jogi Löw hat nur diese eine Aufstellung falsch entschieden, wobei er nicht alleine dafür verantwortlich ist, denn mit ihm zusammen grübeln mehrere darüber, wie sie vorgehen sollten.

Meiner Meinung nach ist Joachim Löw einer der besten Bundestrainer bisher und ich finde nicht, dass man ihn deshalb feuern sollte, weil es noch keinen Titel gab. Ich finde im Gegenteil, dass es durchaus bemerkenswert ist, dass die Mannschaft immer so weit kommt und nicht schon früher ausscheidet, das ist auch ein Verdienst. Auch wenn den natürlich mal wieder niemand sehen will, weil man immer nur an das Endergebnis denkt, aber nie an den Weg der dorthin führt.

Immerhin hat die Mannschaft 16 Pflichtspiele gewonnen, das ist nicht wenig und das hat auch der Trainer zu verantworten. Die gestrige Fehlentscheidung ist die eines Menschen, der auch mal Fehler macht. Und die Spieler haben auch ihren Teil dazu beigetragen. Man kann ein Spiel niemals vorhersehen und meiner Meinung nach kann man dem Trainer jetzt nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Die Mannschaft ist dennoch sehr gut und ich finde, dass es nicht schlimm ist, dass wir den Titel nicht gewonnen haben. Wir haben sehr gut gespielt und das genügt auch.

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» Vampirin » Beiträge: 5984 » Talkpoints: 31,56 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Eine Mannschaft, die zu den vier besten Mannschaften in Europa gehört bekommt "kein Bein mehr auf die Erde"? Ich kann ja verstehen, dass du vielleicht mehr erwartet hast und, dass du jetzt enttäuscht bist, aber ein bisschen mehr Realitätssinn wäre schon angebracht. Und was die "klare Fehlentscheidung" betrifft - wenn die Mannschaft gestern gewonnen hätte, würdest du jetzt wahrscheinlich schreiben, wie mutig und innovativ die Personalentscheidungen doch waren. Außerdem fällt mir jetzt spontan auch kein Bundestrainer ein, der aufgrund eines knapp verlorenen Halbfinales gefeuert wurde, an wen denkst du denn da?

Jogi Löw hat das ganze Turnier über gute Arbeit geleistet und als Möchtegern-Bundestrainer auf dem heimischen Sofa sollte man sich vielleicht einfach mal ein bisschen zurücknehmen und diese Leistung anerkennen. Und man sollte sich, auch wenn es schwer ist, auch einfach mal eingestehen, dass der Mann wahrscheinlich mehr Ahnung von seinem Job hat als man selber. Und wenn man das nicht kann - an der Kölner Sporthochschule werden doch regelmäßig Lehrgänge angeboten, es steht doch jedem frei seine Lizenz zu machen und zu zeigen, dass er es besser kann.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25530 » Talkpoints: 136,58 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Ähnliches wurde im Thread Trainerwechsel immer sinnvoll? schon einmal diskutiert, wenn auch nicht konkret zum Thema Bundestrainer nach dem verlorenen EM-Halbfinale.

Objektiv betrachtet hat Joachim Löw wohl nicht wirklich versagt. Er hat dazu beigetragen, dass die deutsche Nationalmannschaft an der EM teilnahm, die Vorrunde wurde gemeistert und auch das Viertelfinale. Lediglich das Halbfinale wurde verloren. Immerhin gehört die deutsche Nationalmannschaft damit immer noch zu den vier besten Mannschaften Europas und hat damit 12 andere qualifizierte Mannschaften hinter sich gelassen. Ob man da von kein Bein mehr auf die Erde bekommen sprechen sollte, ist aus meiner Sicht mehr als fragwürdig. Auch die Bezeichnung Pechtrainer trifft es nicht, da man Glück und Pech dann doch nur schwer beeinflussen kann.

Im übrigen denke ich, wie schon im oben verlinkten Thread erwähnt, dass man erst einmal analysieren sollte, worin der das Ausscheiden im Halbfinale begründet liegt statt gleich erst einmal Trainer und Spieler in Frage zu stellen.

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Joachim Löw ist meiner Meinung nach ein guter Trainer. Er trainiert die Mannschaft und spielt nicht, daher kann man auch nicht verlangen, dass eine Mannschaft die einen guten Trainer hat, auch gewinnt.

Joachim Löw hat meiner Meinung nach mehrmals ein gutes Händchen bewiesen und gute Entscheidungen getroffen. Er geht öfter mal Risiken ein, mit dessen Entscheidung er aber meistens richtig gelegen. Er hat bewiesen, dass er die Spieler gut einschätzen kann und sind wir mal ehrlich er hat auch unsere Spieler ein bisschen normaler werden lassen. Erinnert man sich mal an frühere Interviews der Spieler, waren diese immer mal hochnäsig nun nicht mehr. Er hat gezeigt, dass kein Spieler so hochnäsig sein kann, weil er dann ersetzt wird, er setzt auf Teamspiel. Meiner Meinung nach ist dieser Trainer der Beste und das Beste, was uns passieren konnte.

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» Ramones » Beiträge: 42565 » Talkpoints: 32,23 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



Ich finde das überheblich, wenn ein selbst ernannter Fußballexperte die Leistungen der Nationalelf und ihres Trainers in dieser Weise herabwürdigt. Selbst bei der Ankunft auf dem Flughafen in Frankfurt jubelten die Fans. Das Erreichen des Halbfinales ist schon eine besondere Leistung, die man würdigen sollte. Kann man da wirklich davon sprechen, dass man kein Bein mehr auf die Erde bekommt? Das ist eine Fehleinschätzung, wie sie nur vorkommt, wenn jemand keine Ahnung hat.

Joachim Löw hat eine junge, dynamische Mannschaft aufgebaut. Dass er mit dem Einsatz gestern danebengelegen hat, kann durchaus vorkommen und ist ärgerlich. Er hat bereits die volle Verantwortung dafür übernommen. Trotzdem hat er viel geleistet mit seiner Mannschaft. Es muss ihm erst mal jemand nachmachen, 16 mal hintereinander gegen die besten Teams Europas zu gewinnen. Die anderen Mannschaften haben ebenfalls ihre Aufgaben gemacht und kommen nicht aus Hintertupfingen. Auch sie wollen gewinnen. Warum ist der Gedanke an ein verlorenes Halbfinale der deutschen Mannschaft so schwer zu ertragen?

» Cid » Beiträge: 20031 » Talkpoints: 0,14 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Selbst ich habe durch die Nachrichten mitbekommen, dass die deutsche Nationalmannschaft sehr viele Spiele in Folge gewonnen hat und bei dieser Europameisterschaft nur gestern von der italienischen Mannschaft geschlagen wurde. Und ich schaue mir so etwas nicht einmal an. Da frage ich mich, wie andere User offensichtlich auch, wie du darauf kommst, dass die Mannschaft scheinbar eine Niederlage nach der anderen einfährt. Offensichtlich war die Mannschaft nicht so schlecht, wie du sie hier darstellst. Siehst du die deutsche Nationalmannschaft irgendwie als einzig legitimen Gewinner einer Welt- oder Europameisterschaft? Die anderen Teams schlafen sicher auch nicht und versuchen, das Beste aus sich herauszuholen. Und wenn dann eine andere Mannschaft besser ist, dann ist das einfach so. Das muss nicht einmal am Trainer liegen, sondern an der Mannschaft insgesamt und auch an der Stärke der anderen. Allerdings kann man ja in diesem aktuellen Fall nicht behaupten, dass die Mannschaft schon seit längerer Zeit versagt. Ganz offensichtlich war das ja nicht so, sonst hätte die deutsche Mannschaft das Halbfinale nicht einmal erreicht!

Ob der Trainer sich bei der Aufstellung falsch entschieden hat, können Fans nicht wirklich beurteilen, denke ich. Das ist so ein Stammtisch-Geschwätz, das nach verlorenen Fußballspielen ständig angezettelt wird. Wäre die Mannschaft anders aufgestellt worden, hätte sie vielleicht trotzdem verloren und dann wäre trotzdem die gleiche Leier von der falschen Aufstellung in Kombination mit dem beliebten Trainer-Bashing gekommen. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, so einfach ist das. Die Spiele sind so angelegt, dass es nur einen Gewinner geben kann, aber man kann die Mannschaft, die dann zwangsläufig verliert, nicht als Versager abstempeln - schon gar nicht, wenn man es selbst nicht besser machen würde.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14237 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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