Bringt Radfahren einen nennenswerten Kalorienverbrauch?
Ich meine mit Radfahren keine Geländetouren und auch keine Rennradtouren. Ich meine Radfahren in haushaltsüblicher Form. Also Radtouren, Einkaufstouren mit dem Rad oder einfach mal ein wenig Radfahren zum Zeitvertreib. Meint ihr, dass diese Art Rad zu fahren einen nennenswerten Kalorienverbrauch hat? Die Zahlen, die man in diesen Kalorientabellen findet sind doch Zahlen für Radsportler, oder? Ich kann gesundheitlich nur gemütliches Fahrrad fahren. Wie sehen da die Zahlen für den Kalorienverbrauch aus?
Es kommt immer drauf an wie du Rad fährst, wenn du schneller fährst, verbrennst du mehr Kalorien, wenn du langsam fährst verbrennst du weniger Kalorien. Im Internet gibt es viele Rechner die dir das ausrechnen können, wie viel du genau verbrennst. Wichtig sind hier die Angaben von Gewicht und Körpergröße. Im Schnitt müssten es aber ganz grob gerechnet bei einer Stunde Radfahren 300- 500 Kalorien sein.
Wenn man nur langsam und ohne sportlichen Ehrgeiz mit dem Rad fährt, ist der Mehrverbrauch an Kalorien nur sehr gering. Wenn man dann auch noch winzige Strecken von wenigen Kilometern zurücklegt, dürfte der Energieverbrauch geringer sein als wenn man die Strecke langsam zu Fuß geht. Die 300 bis 500 Kalorien, die gerne als Energieverbrauch pro Stunde angegeben werden, beziehen sich meistens auf eine Geschwindigkeit von ungefähr 15 Kilometern pro Stunde. Das ist schon sehr langsam, aber viele Leute fahren sogar noch langsamer und wenn man dann nicht einmal eine Stunde durchgehend bei weitgehend konstanter Trittfrequenz strampelt, wird man schon den minimalsten angegebenen Verbrauch kaum erreichen.
Falls du mit dem Radfahren Kalorien verbrennen willst, müsstest du schon eine ganze Weile fahren oder insgesamt etwas ambitionierter radeln. Einen nennenswerten Kalorienverbrauch wirst du nicht erzielen, wenn du viermal in der Woche fünf Kilometer bei geringer Geschwindigkeit zum Supermarkt fährst. Da sind dann andere Sportarten sinnvoller, sofern du sie ausüben kannst. Aber insgesamt ist ein bisschen Bewegung noch besser als gar keine, nur sollte man nicht zu viel erwarten.
Das kommt darauf an, was du unter nennenswert verstehst. Ein 80 kg schwerer Mensch verbraucht beim gemütlichen Rad fahren (<15 km/h) in einer Stunde ca. 320 kcal. Ich finde das durchaus nennenswert. Nur muss man dann eben auch diese Zeit auf dem Rad verbringen. Bei leichter Belastung (18.5-21 km/h) steigt der Wert schon auf 480 kcal/h und bei 24-28 km/h verdonnerst du schon ca. 960 kcal. Vorausgesetzt, du lutscht nicht im Windschatten herum oder fährst mit Rückenwind oder bergab.
Wer also bereit ist, die 5 Minuten zum Supermarkt wirklich flott zurückzulegen und dann auch wieder 5 Minuten zurück, der kann dabei schon 160 kcal verdonnern. Das wären gute 4 km, die man dabei zurücklegt. Mein Supermarkt liegt nur ca. 300 Meter entfernt. Das macht gerade mal ca. 20 kcal. Bei mir keine Alternative.
Die Frage ist, was man als "nennenswert" ansieht. Natürlich verbraucht man auch beim ganz gemütlichen Radfahren viel mehr Kalorien, als wenn man die Strecke im Auto oder mit dem Bus zurücklegt. Allerdings glaube ich, es hätte den gleichen gesundheitlichen Effekt, die Strecke einfach zu Fuß zu gehen. Der ganz normale Fußweg wird bei vielen Leuten völlig unterschätzt, weil gehen eben nicht als "Sport" gilt, aber es ist halt dennoch körperliche Betätigung. Generell gilt ja, lieber so ein bisschen Bewegung als gar keine. Und du könntest ja durchaus mal am Wochenende eine kleine Radtour einplanen, das müssen ja keine 100 Kilometer sein, 20 würden völlig ausreichen, in gemütlichem Tempo. Ich würde zwar nicht erwarten, dass du davon gleich sonderlich viel abnimmst, aber zumindest für den Kreislauf wäre das super.
Also ich gehe jeden Tag eine Stunde joggen. Ich versuche, jeden Tag um sechs Uhr aufzustehen und dann diese Stunde joggen zu gehen. Ich fahre kein Fahrrad, da es selbstverständlich gut für die Beinmuskulatur ist, aber man nimmt viel weniger ab, als wenn man joggen würde. Ich bin momentan noch in der Phase, dass ich abnehmen möchte und nicht meine Beine trainieren möchte!
petertreter hat geschrieben:[...]Ich fahre kein Fahrrad, da es selbstverständlich gut für die Beinmuskulatur ist, aber man nimmt viel weniger ab, als wenn man joggen würde. [...]
Einspruch euer Ehren! Das ist in dieser Pauschalität natürlich überhaupt nicht haltbar. Man kann jede Bewegung des Menschen auf Basis ihres Energieumsatzes bewerten und natürlich auch miteinander vergleichen. Man verwendet dafür das sog. Maß des Metabolischen Äquivalents (MET).
Ein Lauf mit einem Tempo von etwa 6:19 min/km entspricht dabei einem MET von 10. Ein etwas schnellerer Lauf in ca. 5:27 min/km wird mit einem MET von 11 angesetzt. Ein MET von 10 würde auf dem Rad etwa einem Tempo von 21-24 km/h entsprechen. Das heißt, gleiche MET bedeutet auch identischen Kalorienverbrauch. Es ist also alles nur eine Frage der Dosis und der Dauer.
Was man da jetzt als anstrengender empfindet, den Lauf in 6:19 min/km oder 23 km/h auf dem Rad, das ist eine Frage des Trainings, des Talents, des Körperbaus und der Gewöhnung.
Wenn ich im Fitnessstudio auf dem Rad saß, habe ich ungefähr 300 kcal in der Stunde verbraucht. Hinterher ist der Stoffwechsel auch erhöht, das heißt, dass man hinterher auch noch Fett verbrennt. Es kommt aber darauf an, wie du fährst. Du kannst von "gar nicht mehr als zu Fuß" bis zu "500 kcal pro h" verbrauchen. Eine allgemeingültige Aussage kann man nicht treffen.
anlupa hat geschrieben:Wenn ich im Fitnessstudio auf dem Rad saß, habe ich ungefähr 300 kcal in der Stunde verbraucht. Hinterher ist der Stoffwechsel auch erhöht, das heißt, dass man hinterher auch noch Fett verbrennt.
Die Energiemengen, die dem sog. Nachbrenneffekt zugeordnet werden, sind nach meinem Kenntnisstand für den fitnessorientierten Gesundheitssportler so ziemlich zu vernachlässigen. Wenn du da überhaupt was erreichen willst, dann musst du tief in den leistungsorientierten Sport einsteigen. Wir reden hier aber z. B. von "Radfahren in haushaltsüblicher Form". Das hat Diamante süß gesagt. In der sportwissenschaftlichen Literatur wird das unter dem Thema "excess post-exercise oxygene consumption" oder kurz EPOC, diskutiert. Hier wirst du weitere Informationen finden können. Kurz: Ein erhöhtes EPOC - vor allem im abnehmrelevanten Bereich - wird nur im Athletenbereich toleriert, für den Freizeitsportbereich können wir das vernachlässigen. Ich weiß, in Zeitschriften steht gerne was anderes, vor allem wenn es um Fett, Diäten und Abnehmen geht. aber die machen eben auch gerne aus einer Mücke einen Elefanten.
anlupa hat geschrieben:Es kommt aber darauf an, wie du fährst. Du kannst von "gar nicht mehr als zu Fuß" bis zu "500 kcal pro h" verbrauchen.
Das ist untertrieben. Die 500 kcal/h entsprechen auf dem Rad einer "leichten Belastung". Das wäre ein Tempo von ca. 15-18 km/h. Eine 80 kg schwere Person verbraucht in der Stunde etwa diese Energiemenge. Wenn du dir aber "die Kante gibst", also Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h fährst, dann liegst du schon bei weit über 1200 kcal. Wir reden aber nicht vom Fahrrad im Fitnessstudio, das ist eine ganz andere Geschichte.
Richtlinie2 hat geschrieben:Die Energiemengen, die dem sog. Nachbrenneffekt zugeordnet werden, sind nach meinem Kenntnisstand für den fitnessorientierten Gesundheitssportler so ziemlich zu vernachlässigen
Der Nachbrenneffekt sollte nicht verachtet werden. Man verbrennt nicht sonderlich viel mehr, vor allem in Relation zu dem während des Sports verbrannten Kilokalorien, aber der Stoffwechsel anregende Effekt ist das eigentlich bemerkenswerte daran. Verdauung und Verarbeitung der im Anschluss aufgenommenen Nahrung erfolgt wesentlich schneller.
Richtlinie2 hat geschrieben:Wenn du dir aber "die Kante gibst", also Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h fährst, dann liegst du schon bei weit über 1200 kcal.
Weit über 1200 Kilokalorien pro Stunde? Ist das dein Ernst? In welchem Traum findet denn so etwas statt? Versteh mich nicht falsch, man kann natürlich Schätzungen abgeben, die nicht ganz richtig sind, aber man sollte sie nicht als Wahrheit verkaufen. Ich habe in meiner Laufbahn viele Leistungssportler betreut und bin selbst erfolgreicher Leistungssportler gewesen. Ein Kalorienverbrauch von weit über 1200 Kilokalorien ist durch Rennradfahren egal welchen Tempos nicht möglich, es sei denn, du fährst mit 50 km/h durch und wiegst 90-110 Kilogramm. Dann wäre es eventuell möglich diese Marke zu brechen. Das ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Ich habe in der Leichtathletik bei maximal intensiven Belastungstrainings knapp 1300 Kilokalorien verbraucht pro Stunde und an diese Intensität kommt man auf einem Rad nicht heran. Das ist für die Fragestellung aber unwichtig, ich wollte es dennoch aufklären.
Durch gemütliches Radfahren wird man zwar keinen großartigen Kalorienverbrauch haben, aber die Bewegung ist dennoch gut für dich. Auch wenige hundert verbrannte Kilokalorien sind gut für den Körper, für das Herz und für den Kreislauf. Kombiniert mit einem gelegentlichen Spaziergang ist das eine Ertüchtigung, die besser ist, als auf der Couch zu sitzen oder immer nur Auto zu fahren. Um Zahlen zu nennen, müsste man wissen wie groß und alt du bist, wie viel du wiegst und wie schnell du wie viel Fahrrad fährst, aber du wirst in einer halben Stunde vermutlich knapp 100 bis 150 Kilokalorien verbrennen.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-190587.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2156mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3420mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo? 2216mal aufgerufen · 2 Antworten · Autor: Nurse · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Fingernägel, Haut & Haare
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo?
- GM Aktien: jetzt wieder investieren? 1683mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: T. Patrick · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Geldanlage
- GM Aktien: jetzt wieder investieren?
- Pflanzen Krankheiten - Tipps zur Behandlung 1885mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: Käffchen2 · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Garten & Pflanzen
- Pflanzen Krankheiten - Tipps zur Behandlung
