Bringt Radfahren einen nennenswerten Kalorienverbrauch?
Nun, ich bin ja bekannt dafür, um keine Antwort verlegen zu sein. Uns sei sie noch so verdreht. Aber bitte:
benutzer7 hat geschrieben:Richtlinie2 hat geschrieben:Die Energiemengen, die dem sog. Nachbrenneffekt zugeordnet werden, sind nach meinem Kenntnisstand für den fitnessorientierten Gesundheitssportler so ziemlich zu vernachlässigen
Der Nachbrenneffekt sollte nicht verachtet werden. Man verbrennt nicht sonderlich viel mehr, [...]
Eben. Die 50 kcal schenke ich dir. Mal exemplarisch für dich, denn es scheint dich ja zu interessieren, aus der Zeitschrift für Sportmedizin
ein Artikel. Hier geht es um gesundheitsorientiertes Fitnesstraining für "Normalsterbliche". Beachte auch dort die Literaturauswertung diverser Studien. Hier hat man für die 45-minütige Belastung durchschnittliche Mittelwerte von 107 kJ mit einer Standardabweichung von 74 kJ festgestellt. Das wären nach 45 Minuten zwischen 8 und nicht mal 50 kcal. Der Artikel schlussfolgert hier: Keine wesentliche Erhöhung des Tagesumsatzes beim gesundheitsorientierten Fitnesstraining. benutzer7 hat geschrieben:[...]aber der Stoffwechsel anregende Effekt ist das eigentlich bemerkenswerte daran. Verdauung und Verarbeitung der im Anschluss aufgenommenen Nahrung erfolgt wesentlich schneller.
Und davon hat man was? Guten Stuhlgang?
benutzer7 hat geschrieben:Richtlinie2 hat geschrieben:Wenn du dir aber "die Kante gibst", also Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h fährst, dann liegst du schon bei weit über 1200 kcal.
Weit über 1200 Kilokalorien pro Stunde? Ist das dein Ernst? In welchem Traum findet denn so etwas statt?
Z. B. im von der Sportmedizin anerkannten und auch in der heutigen Leistungsdiagnostik verwendeten Compendium of Physical Activities von Ainsworth et al. Selbstverständlich handelt es sich dabei um Schätzungen und nicht um individuelle Messwerte. Die liegen, abhängig von vielen anderen Faktoren höher oder niedriger. Da wären z. B. Geschlecht, Fettanteil, Gewicht, Trainingszustand, Bewegungsökonomie oder äußere Umgebung. Zugegeben, für unsere Diamante ist das in keinster Weise umsetzbar.
Technisch simpel dargestellt ist das Modell der hilfsweisen Energieverbrauchsrechnung mit metabolischen Äquivalenten auf Seiten wie z. B.
hier. Den höchsten MET, den Ainsworth darstellt, ist der von 15.8 bei "bicycling, > 20 mph, racing, not drafting". Bei dem von dir angeführten Beispiel eines europäischen Kairin-Monsters auf der Jagd nach dem Stundenweltrekord im Freien dürften die 1200 kcal/h deutlich übertroffen werden. Und wenn du mal in den Bereich des Hochleistungssports gehst, dann wirst du einige Radfahrer finden, die eine Dauerleistung von ca. 500 Watt und sogar mehr bringen und gebracht haben (Riis, Indurain, Ullrich ...) Und falls du es kannst, dann rechne das mal in Kilokalorien um. Du kommst dann auf einem Ergometer auf Werte von 1800 kcal und drüber. Nichts für Normalsterbliche - zugegeben. Okay, ich rechne mal: 0,5 Kilowatt * 3600 Sekunden / 0,23 / 4,2 = 1863 kcal/h (0,23 ist der mittlere Wirkungsgrad eines trainierten Radsportlers und die 4,2 sind der Umrechnungsfaktor der Joule in Kalorien). Ein guter C-Klasse Fahrer - und da sind wir jetzt nicht im Hochleistungssport - der müsste ca. 4,5 Watt/kg Körpergewicht leisten können. Und da kommst du dann schon auf über 1200 kcal in der Stunde, die der leisten können müsste.
Was da so an Leistung erbracht wird, siehst du schön in
dieser Grafik.benutzer7 hat geschrieben: Ich habe in der Leichtathletik bei maximal intensiven Belastungstrainings knapp 1300 Kilokalorien verbraucht pro Stunde
Das wäre für einen 70 kg schweren Läufer etwa nach einer Stunde der Fall bei einer Endzeit von ca. 1:13 h - rechnen Ainsworth et al., falls du es genauer wissen wolltest.
Ich selbst habe auch über Jahre Radsport betrieben, kenne mich damit also eigentlich ganz gut aus. Ich weiß jetzt zwar nicht, wie viel man durch was abnimmt und wie es da mit den Prozentwerten und Kalorienwerten aussieht, allerdings stimmt es sehr wohl, dass man durch normales Radfahren nicht wirklich viel abnehmen kann. Wenn ich 30 Minuten Rad fahren gehe und 30 Minuten joggen gehe, dann wird Joggen einfach mehr bringen, da hier der ganze Körper gefordert ist.
Wenn ich normal Radfahre, meine ich damit, lockeres fahren mit ca. 20km/h. Wenn ich mich mit 30km/h fortbewege, mag das zwar höher klingen, im Endeffekt kommt es aber eher auf die Zeit an, die man unterwegs ist. Wenn man 2 Stunden oder länger mit recht Konstantem, hohen Tempo fährt, ist es klar, dass man hier mehr abnehmen wird. Natürlich kommt es auch auf das Streckenprofil an, bergige Strecken fordern den Körper einfach mehr, als wenn man einfach Berg ab / gerade aus fährt.
Ich kann das wie gesagt ganz gut aus Erfahrung sagen, da ich ein bisschen abgenommen habe, aber nicht so sehr. Es kommt also eher auf die Fahrzeit an, je mehr man fährt, desto mehr verbrennt man dabei. Natürlich wird dabei auch Fett in Muskelmasse verwandelt, aber im Prinzip wird man an den Problemzonen schon schlanker. Aber auch hier gilt: Regelmäßigkeit ist wichtig, wer 1mal die Woche fährt und dann 2 Wochen Pause braucht, wird dadurch kaum effektiv abnehmen können.
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