Welche Situationen lösen bei euch Panikgefühle aus?
Immer wieder liest man (auch hier) von Menschen, die Panikgefühle bekommen. Es gibt verschiedene Arten von Panikattacke oder Panikgefühle. Der eine bekommt Panik, wenn ein Gewitter im Anmarsch ist und der andere, wenn er eine Spinne sieht. Wieder andere bekommen Panik, wenn sie alleine sind und andere wieder, wenn auf einmal sehr viele Menschen entgegenkommen. Dann kann der eine oder andere auch noch Panik bekommen, wenn er in engen Räumen ist und wieder ein anderer bekommt Panik, wenn er einen großen leeren Raum betritt.
Gibt es Situationen, die bei euch eine Panik auslösen? Gibt es Menschen, die sowas gar nicht kennen und praktisch furchtlos durchs Leben gehen? Wann habt ihr die größte Panik gehabt oder kennt ihr das Gefühl überhaupt nicht?
Wenn jemand nicht rumschreit, wenn ein kleines Spinnchen in der Ecke sitzt ist er oder sie deshalb doch noch lange nicht furchtlos. Ich bin zum Beispiel ein rational denkender Mensch und da ich weiß, dass ich in einem Land lebe, in dem Spinnen ungefährlich sind, sehe ich dann auch keinen Grund zur Panik. Genauso ist es mit Menschenmenge. Die mag ich nicht besonders, aber ich weiß, dass sie mir nichts tun, solange alles geordnet zugeht, was die Regel ist.
Trotzdem habe ich heute Morgen einen Termin abgesagt, weil es mir bei dem Glatteis zu gefährlich war mich hinters Steuer zu setzen. Wenn ich "furchtlos" wäre, hätte ich mir darüber wohl kaum Gedanken gemacht.
Vor direkten Panikattacken muss ich wohl keine Angst haben. Ich habe auch normalerweise kein Problem mit Spinnen. Aber habe ich ein seltsames Kribbeln unter der Kleidung am Rücken und das Gefühl, dass dort eine kleine Spinne sich verkrochen haben könnte, dann bekomme ich etwas Ähnliches wie ein Panikgefühl und ziehe sofort alles aus, um nachzusehen. Ansonsten wird es mir komisch, wenn ich durch eine stille, dunkle Straße abends nach Hause gehe und ich habe das Gefühl, dass in jeder Nische, Einfahrt oder Tür, oder hinter jedem Baum das Grauen lauert. Das schnürt mir dann die Kehle zu und ich muss schnell sehen, dass ich heim komme. Ich werde dann zwar ausgelacht, aber auch wenn ich mir selbst sage, dass es albern ist, sich so anzustellen, das nützt nichts.
Ich würde nicht so schnell Panik kriegen. Und wenn dann nur, wenn was wirklich schlimmes passiert und nicht wenn ich eine Spinne sehe. Ich mag Spinnen zwar nicht, aber deswegen würde ich noch lange keine Panik kriegen. Anders wäre es, wenn ich auf einmal Einbrecher in meinem Haus wären.
Bisher war das aber zum Glück noch nie der Fall. Deswegen weiß ich gar nicht, wie es sich richtig anfühlt. Aber ehrlich gesagt, kann ich darauf auch verzichten.
Ich bekomme immer dann Panik, wenn ich den begründeten Verdacht habe, dass sich in meiner Nähe irgendwo Schlangen aufhalten. Ich bin einmal von einer Schlange gebissen worden als wir in der Schule einen Schlangenführer oder wie man den nennt zu Besuch gehabt haben. Der hatte zum Glück nur ungftige Schlangen mit genommen und auch ein Paar kleine Behälter mit kleineren Schlangen und so eine groß gelbliche. Keine Ahnung, wie diese Schlangenarten heißen. Wir durften dann auch die kleineren Schlangen streicheln und ich habe meine Hand in den Plastikkäfig gehalten und die Schlange zu berühren, und da hat sie einfach zugeschnappt. Es hat nicht sehr doll geblutet, aber es tat weh und es war das einzige Mal, dass ich von einem Tier gebissen worden bin. Nun leben aber ja nicht allzu viele Schlangen hier in der Gegend frei, ich habe zumindst noch nie eine gesehen, aber in einem Zoo oder bei fremden Leuten zu Besuch habe ich immer Angst davor, dass um die nächste Ecke herum eine Schlange auf mich wartet.
Dabei macht es auch gar keinen Unterschied, ob die Schlange nun hinter Glas ist oder nicht. Und auch, wenn ich draußen bin und irgendwo im Laub auf dem Boden etwas raschelt und sich bewegt verfalle ich leicht in Panik, obwohl das total irrational ist, denn hier gibt es eben keine wild lebenden Schlangen!
Bei mir nur das direkte Menschenmassauflauf-Ding - also da bekomm ich immer irgendwie ein beklemmendes Gefühl, weil ich dann Angst habe nicht weg zu kommen und mich zu befreien, egal ob etwas passiert oder nicht. Aber ich umgeh das immer - bei Konzerten steh ich entweder hinten oder seitlich, in komplett überfüllte Busse steig ich nicht ein - alles geht, ich sehe das gelassen.
Bei mir sind es oft die Insekten. Ich weiß nicht woran es liegen könnte, dass ich panische Angstzustände bekomme, wenn ich auch nur die kleinsten Tierchen sehe. Oftmals sind es Spinnen, die in mir ein Gefühl hochkommen lassen, welches ich nicht beschreiben kann. Es ist als ob mein Herz stehen bleiben würde.
Ebenfalls kann ich mir nicht erklären, wieso ich sie sofort als erstes erblicke. Egal wo ich bin, ich sehe Insekten immer als erstes. Ich bringe es aber nicht übers Herz, sie dann umzubringen, sodass ich dann meinen Mann holen lasse, der sie dann lebend in die Natur zurückbringt.
Ich habe eine panische Angst vor Hühnern! Ich weiß gar nicht, woher diese Angst kommt, denn als ich noch klein war bin ich immer mit in den Hühnerstall gegangen und von einen Tag auf den anderen habe ich panische Angst gehabt und kann mich jetzt einem Hühnerstall nicht auf zwanzig Meter nähern und ich kann auch kein Gebäude oder Gehege betreten, von dem ich weiß, dass darin einmal Hühner gewesen sind.
Als Beispiel: Bei meinen Großeltern waren vier verschiedene Hühnerställe, zwei davon mit großen Außengehegen, eines mit einem kleinen Außengehege und einer ganz ohne Gehege, dass war der Stall für die Aufzucht. In diesem lebte mein Kaninchen, dass ich nicht mehr besuchen konnte, seit ich Angst vor Hühnern habe. Deswegen musste sich in den letzten Jahren meine Großmutter alleine darum kümmern und ich konnte auch nicht mehr mit ihrem Kaninchen spielen. Dann waren irgendwann wegen mir alle Hühner verschwunden und es waren nur noch die Pfauen geblieben. Das war mir auch bewusst, trotzdem konnte ich mich den Pfauen nicht nähern, da ich Angst hatte, das Hühner kommen könnten. Die großen Außengehege wurden abgerissen und die Häuschen als Lager verwendet. Ich konnte diese nie betreten und war nur einmal in einer der Hütten drin, das ist jetzt zwei Jahre her, um einen Holzscheit zu holen. Ich habe nur einen Fuß hinein gesetzt und mich gestreckt, um an einen Scheit zu kommen. Trotzdem musste ich den Kopf hinein strecken. Die ganze Aktion hat nur wenige Sekunden gedauert, aber ich war hinterher schweißgebadet und kurz vorm heulen, weil ich einfach Angst hatte. Und das total irrational, denn es war schon seit zehn Jahren kein Huhn mehr in diesem Häuschen drinne. Der andere Stall wurde komplett abgerissen und auf dem Grundstück wurde ein Gartenhaus errichtet. Ich konnte diesen Boden erst dann betreten, als er gepflastert worden war und fühle mich auf der dazu gehörenden Terrasse auch irgendwie nicht sicher. Dabei sind auch dort seit zehn Jahren keine Hühner mehr und das Gebäude wurde ganz neu errichtet. Aber das bloße Wissen, dass auf diesem Fleck einmal Hühner gestanden, gelegen und gelaufen haben, reicht aus, um mir Angst zu machen.
Auf unserer Studienfahrt nach Italien sind wir über eine antike Straße entlang gelaufen. Ich habe mich dabei mit zwei Freunden unterhalten und habe dann irgendwann eine Spannung wahrgenommen. Kurze Zeit später hörte ich ein Rascheln im Gebüsch und sah daraufhin ein Huhn. ich konnte mich nicht mehr bewegen und habe aufgehört zu atmen, denn ich war total unter Schock. Der Grund: Ich wusste einfach nicht wohin ich fliehen konnte! Ich hatte mittlerweile entdeckt, dass ich von einer ganzen Seite nach vorne und zur Seite von Hühnern umgeben war, die theoretisch in meine Richtung kommen könnten. Und nach hinten wurde ich auf der engen Straße durch meine Mitschüler eingeengt. Von der anderen Seite hatte ich keine Informationen, deshalb habe ich mich dorthin nicht getraut und wusste nicht mehr, was ich machen soll. Mein Freund, dem ich im Vorfeld erklärt hatte, dass ich Angst vor Hühnern habe, hat zum Glück schnell reagiert und mich zur nächsten sicheren Straßenecke getragen, wo ich in tränen ausgebrochen bin und so stark gezittert habe, dass ich kurz zusammengebrochen bin und ich bin kopflos umher gerannt, weil ich nicht wusste, wo ich sicher bin und richtige Panik hatte. Total irrational. Ich bin dann erst einmal mit einem Wagen in ein Krankenhaus gebracht worden.
Ich kann irgendwie riechen oder anders merken, wo Hühner sind und wo nicht. Ich bin schon einige Male auf einen ganz fremden Hof oder in ein ganz fremdes Haus gekommen, wo ich manchmal schon mehrere Minuten vor der Ankunft ganz sicher war, dass dort Hühner sind. Dann schicke ich immer meine obligatorische Begleitung vor, um die Lage auszukundschaften. In der Regel brauche ich dann auch gar nicht mehr aussteigen, da tatsächlich Hühner vorhanden sind. manchmal heißt es, dass sie eingesperrt sind und dann steige ich auch mit aus, bin aber sehr vorsichtig und spähe um jede Ecke und halte immer alle Büsche und Winkel genau im Auge. Meistens ist es so, dass just in dem Moment, in dem ich auftauche, ganz zufällig ein Huhn ausgebrochen ist, woraufhin ich Panik bekomme und Hals über Kopf fliehe. Da kann es auch sein, dass ich mich so schnell es geht in mein Auto rette, die Zentralveriegelung abschließe und ein Paar Kilometer weiter fahre bis ich mich sicher fühle. Meine arme Begleitung kennt das schon und ist daran gewöhnt, mich suchen zu müssen. Diese Person hat aber viel Verständnis für mich, worüber ich sehr dankbar bin.
Ich kriege übrigens auch Panikzustände bei toten Hühnern. mit Kopf und Federn kann ich sie nicht einmal ansehen, aber auch in der gefrorenen Form aus der Tiefkühltruhe mache ich einen Bogen um sie und fasse sie auf gar keinen Fall an. Das könnte ich nicht ertragen. ich esse auch keine Geflügelprodukte außer Eier. Und die Eier fasse ich auch nur mit Handschuhen und spitzen Fingern an, ich finde sie einfach eklig. Und wenn noch eine Feder oder Hühnermist an den Eiern ist, dann tausche ich die ganze Packung bei einem Nachbarn ein. Das bereitet mir ein ganz großes Unbehagen.
Ich habe teilweise Panik, wenn ich in Räumen mit vielen Menschen zusammen bin (Klassenzimmer, Uni, Kino, Konzerte), besonders dann, wenn die Menschen recht still sind und sich voll auf das Geschehen vorne konzentrieren, wie eben in meinen genannten Beispielen. Ich habe dann Angst, irgendwie unangenehm aufzufallen oder eben die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen und im "Fall der Fälle" nicht mehr rauszukommen. Ich habe das aber einigermaßen im Griff.
Es hilft mir sehr, wenn ich genau weiß, wie lange eine Veranstaltung dauert und wann ich wieder "frei" bin. Außerdem beruhigt es mich, am Rand und in der Nähe der Ausgänge zu sitzen; letztere sollten auf jeden Fall gut zu erreichen sein und nicht etwa versperrt durch herumsitzende Leute oder so. Ich versuche die Panikgefühle erst gar nicht richtig aufkommen zu lassen, sondern eben mit genannten Aspekten gleich gegenzusteuern. Das musste ich mir aber erst antrainieren und hat nicht immer so gut geklappt. ![]()
Ich gehe im Sommer gerne schwimmen und mache auch Urlaub am Meer. Ich finde es auch angenehm im Wasser zu sein aber sobald ich den Boden nicht mehr spüre, steigt in mir Panik auf. Nicht, dass ihr das falsch versteht. Im Schulsport gab es auch bei uns den Schwimmunterricht aber mehr als Seepferdchen war für mich nicht drin. Und schon da war es für mich ein Horror, den Ring aus dem Wasser holen zu müssen. Für das nächste Abzeichen musste man ihn am anderen Ende des Beckens, also da wo es schön tief gewesen ist, raufholen. Ich wäre da niemals unten angekommen. Auch beim Duschen kann ich es nicht haben, wenn mir das Wasser so über das Gesicht läuft, dass ich keine Luft mehr bekomme. Woher diese Angst vor Wasser kommt, kann ich gar nicht sagen. Es war halt schon immer so. Sobald der Boden weg ist, scheint mich die Kraft in den Armen zu verlassen.
Dann gibt es noch Situationen, die ich mittlerweile gut im Griff habe. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich nicht genug Sauerstoff bekomme. Früher bin ich da richtig panisch geworden was in so einer Situation natürlich völlig daneben gewesen ist. Denn je mehr ich versucht habe tief einzuatmen umso mehr habe ich mich verkrampft und das Gefühl gehabt überhaupt keine Luft mehr zu bekommen. Manchmal hat der bloße Gedanke daran dieses Verkrampfen ausgelöst. Jetzt wo ich darüber schreibe und daran denke, muss ich mich zusammenreißen. Mittlerweile reicht es aber die Augen zu schließen, mich zu konzentrieren und innerlich selber zu beruhigen. So werde ich recht schnell wieder ruhig und vor allem atme ich normal weiter. Irgendwann ist das Gefühl dann einfach weg.
Da ich ältere Geschwister habe, haben diese mir als Kind natürlich auch die schrecklichsten Geschichten erzählt. Ich weiß noch genau wie verkrampft ich manchmal in meinem Bett gelegen und mich nicht getraut habe mich umzudrehen und hinter mich zu schauen. Davon ist aber nichts geblieben. Ich weiß nun, dass keiner unter meinem Bett hockt und mich nachts holen kommt. ![]()
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