Welche Situationen lösen bei euch Panikgefühle aus?

vom 20.01.2012, 13:14 Uhr

Wirkliche Panik kenne ich nur von den Momenten, die sich abspielen, wenn ich dabei bin, in einen OP-Saal gefahren zu werden und weiß, dass mir nun eine Narkose und dann eine mehrstündige Operation bevorsteht. Ich habe diese Situationen nun schon einige Male mitgemacht und kann nicht sagen, dass meine Panik sich verringern würde, sondern es ist eher das Gegenteil der Fall und ich denke, dass sich bei mir in diesem Punkt auch niemals eine Routine einschleifen wird, obwohl mir das manchmal ganz recht wäre.

Aufgrund einer Erbkrankheit wurde ich nun seit meinem achten Lebensmonat beinahe zwanzig Mal operiert und ich erinnere mich vor allem an viele operative Eingriffe in meiner Kindheit, aber auch solche in meiner Jugend, die auch nicht wirklich einfacher oder kürzer wurden, was ihre jeweilige Dauer anbelangte. Die Schmerzen nach den jeweiligen Operationen und die vielen Einschränkungen, die ich dann wochen- und teilweise auch monatelang nach einer Operation noch hatte, waren es aber nie, was mich so panisch hat werden lassen. Vielmehr war mein Problem wirklich die Angst vor der Narkose als etwas, das ich nie wirklich einordnen konnte und gleichzeitig auch die sozusagen erweiterte Angst davor, dass während der Narkose bei der eigentlichen Operation etwas schieflaufen könnte, das mein Leben beendet, sodass ich aus der Narkose gar nicht mehr erst aufwache.

So hatte ich schon als Kind das Gefühl, mich von meinen Eltern und meinen Schwestern schon vor der Operation quasi für immer verabschieden zu müssen, aber ich habe das so nie direkt gesagt, sondern eher so empfunden. Mit dieser Angst darum, dass ich nicht mehr aufwachen, sondern einfach während der Narkose sterben könnte, musste ich dann alleine klarkommen, denn ich habe das vor der jeweiligen Narkose so nie geäußert. Ich hatte immer Bedenken, dass meine Eltern oder meine Schwestern sich dann ähnliche Ängste machen könnten und ich fand es schwer genug, sie meinerseits zu ertragen. Das muss man nun keiner weiteren Person antun. Irgendwann, als ich dann wirklich kurz vor einer Narkose fast soweit war, meinem Vater zu bitten, mich augenblicklich nach Hause zu bringen, habe ich nach der betreffenden Operation dann mal dieses Problem angesprochen. Damals hatte ich zur Beruhigung Valium bekommen und einen absoluten Horrortrip erlebt, den ich auch bis heute nicht vergessen habe, obwohl er nun mittlerweile auch schon wieder immerhin sechzehn Jahre zurückliegt.

Ein solches Gefühl von unglaublich großer Angst, die von einer unsäglichen Hilf- und Machtlosigkeit umwickelt wird, kenne ich nicht in auch nur annähernd ähnlicher Form aus anderen Situationen, sondern wirklich nur von diesen Operationen her. Ich hoffe, dass ich diese Angst durch eine versuchte Rationalität irgendwann in den Griff bekomme, denn seit ich während der letzten Narkose einen Asthmaanfall hatte, ist diese Panik noch um ein Vielfaches gestiegen. Dieses Erlebnis hat mich noch deutlich mehr beeinflusst, was diese Empfindung der Panik angeht, jedenfalls in Bezug auf meine nächste Operation, auf die ich mich nun auch alles andere als freue und der ich auch dementsprechend gar nicht locker entgegengehen kann.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Es gibt sehr viele Situationen, die bei mir Angstgefühle auslösen. Ich weiß nicht, ob man das wirklich Panik nennen kann. Ich war, glaube ich, erst einmal in einer richtigen Panikreaktion. Ich zähle hier mal auf, was andere vielleicht auch als Paniksituation bezeichnen würden.

Ich habe eine panische Angst vor Spinnen. Mein damaliger Freund wollte mich einmal ein bisschen ärgern, als eine dicke, schwarze Hausspinne über unserem Bett an der Decke krabbelte. Er tat so - oder wollte es wirklich ich weiß es nicht -, als ob er die Spinne mit einem Stock dazu bringen wollte, herunterzufallen. Ich bin schreiend, am ganzen Körper zitternd aufgesprungen und habe mich nicht mehr im Griff gehabt. Wenn mein Freund mir mit der Spinne hinterhergelaufen wäre, hätte ich ihn (nicht die Spinne) wahrscheinlich mit dem nächstbesten Gegenstand erschlagen. Mein Freund erkannte aber Gott sei Dank den Ernst der Lage, weil ich wohl sehr bleich war und am ganzen Körper zitterte. Ich war noch lange sauer auf ihn, obwohl er sich entschuldigt hatte.

Eine ähnliche Angst habe ich vor Wespen. Ich schlage wild um mich, wenn eine Wespe in meiner Nähe ist, obwohl ich weiß, dass das falsch ist. Diese Angst habe ich mittlerweile durch die Kinder ein bisschen in den Griff bekommen. Wenn eine Wespe im Zimmer ist, bleibt mir zum Schutz der Kinder ja nichts anderes übrig, als sie am Fenster mit einem Schuh zu erschlagen. Das schaffe ich gerade noch, das Fenster in Gegenwart der Wespe zu öffnen, wäre zu viel, obwohl das ja eigentlich tierliebender ist.

Wenn viele Leute zusammen sind und ich mitten drin bin, bekomme ich auch Panik. Bei großen Veranstaltungen muss ich immer weit hinten oder außen sein und mir einen Fluchtweg überlegen. Solche Ansammlungen meide ich aber, wenn es geht. Inmitten einer Menschenmenge bekomme ich weiche Knie.

Eine wirkliche Panikattacke hatte ich einmal bei einem Kletterkurs. Ich habe diesen Kurs gemacht, obwohl ich wusste, dass ich nicht schwindelfrei war. Ich dachte, ich könnte mich daran gewöhnen. Beim ersten Aufstieg auf einen Felsen, der gar nicht so hoch war, bin ich mitten drin nicht mehr weitergekommen. Ich habe heruntergeschaut und plötzlich fing ich an zu zittern, und zwar so heftig, dass die Beine richtig geschlottert haben. Der Kursleiter hat mich zwar angeschrien, das ich hochklettern solle und auf keinen Fall hinunterschauen dürfe, aber ich konnte mich nicht bewegen. Gott sei Dank war ich gesichert, das Seil wurde angespannt, so dass ich fest drin hing, aber das Abseilen habe ich auch nicht geschafft. Sobald das Seil, locker wurde, habe ich noch mehr gezittert. Ich war starr und konnte mich nicht von der Stelle bewegen. Mein damaliger Freund ist zu mir geklettert, hat aus Seilen eine Art Geländer gebaut und mich irgendwie heruntergebracht. Den Kurs habe ich natürlich sofort abgebrochen.

Ab diesem Erlebnis wurde meine Höhenangst noch schlimmer. Ich kann immer noch nicht auf Balkone, die höher als im zweiten Stock liegen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich bekomme Panik, wenn ein größeres Insekt in meiner Nähe ist. Sitzt beispielsweise eine große Schnake oder eine Heuschrecke auf mir, bekomme ich sofort Schweißausbrüche, fange an zu zittern und muss plötzlich weinen. Das war schon immer so und wir mit den Jahren sogar immer schlimmer. Manchmal wache ich nachts sogar im Halbschlaf auf und bilde mir ein, ein Insekt würde im Zimmer herumfliegen, was natürlich unmöglich ist, da es stockfinster ist und ich sowieso nichts sehen kann. trotzdem springe ich jedes Mal mit wummerndem Herzen auf, und stürze stolpernd aus der Tür. Den Raum kann ich dann erst wieder betreten, wenn meine Mutter es ausgiebig untersucht und für Insektenfrei erklärt hat.

Eine andere Situation in der ich Panik bekomme, sind Momente voller Stille. Als in der Schule Klassenarbeiten geschrieben wurden und es so leise war, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, geriet ich immer wieder in Panik und bekam vor Angst sogar Bauchschmerzen und fing an zu schwitzen und konnte mich so natürlich gar nicht mehr konzentrieren.Wenn das Fenster auf war und ich auch am Fenster saß, ging es gleich schon viel besser. Leider war das im Winter aber nicht möglich.

Ich finde absolute Stille einfach sehr erdrückend. Bei mir im Zimmer muss einfach immer Radio oder Fernsehen laufen, da ich mich sonst sehr unwohl fühle. Auch im Wartezimmer beim Arzt muss ich immer Musik mit dem Handy hören, da ich solch eine gezwungene Stille einfach furchtbar finde es es so auch nicht lange im Raum aushalte.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Es ist vielleicht etwas peinlich das zu schreiben, aber einen Tag vor jedem Referat bekomme ich immer eine Panikattacke. Die Referate, die ich in meinem Leben gehalten habe, kann ich vermutlich an meinen zwei Händen abzählen. Früher habe ich mich noch so gut es ging davor gedrückt und habe lieber eine schlechte Note bekommen. Im Studium ist es allerdings manchmal Prüfungsvoraussetzung und ich komme leider nicht mehr drum rum. Am schlimmsten ist es für mich, alleine da vorne stehen zu müssen. Sobald ich ein Referat mit jemand anderem zusammen halten darf, ist es noch einigermaßen erträglich.

So kriege ich seit vielen Jahren regelrecht einen Nervenzusammenbruch am Tag vor dem Referat. Ich weiß nicht, warum das so ist. Manchmal denke ich, dass ich das einfach brauche, um am nächstes Tag so kaputt wie möglich zu sein, sodass ich das selber nicht richtig mitbekomme, was ich da eigentlich erzähle. Es ist nicht so, dass ich schüchtern bin und sonst bin ich auch nicht auf den Mund gefallen und kann einen Tisch ganz gut alleine unterhalten aber bei Referaten ist es doch irgendwie etwas anderes.

Ein anderer Punkt, bei dem ich wahnsinnige Angst bekomme, ist, wenn man mit dem Flugzeug in Turbulenzen gerät. Ich bin schon so oft geflogen, dass ich das eigentlich gewohnt sein sollte, aber es macht mich jedes Mal so fertig, dass ich nur noch am Heulen bin. Vor allem auf Langstreckenflügen glaube ich manchmal sterben zu müssen.

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich habe so bescheuert viele Ängste, das ist schon fast krank. Ich hab Höhenangst, aber nur beim klettern oder so , wenn ich weiß, dass ich sicher bin, dann hab ich keine Höhenangst mehr, wenn ich aber irgendwo ziemlich hoch stehe, dann fängt die Erde unter mir plötzlich an sich zu bewegen, und zu wackeln. Deswegen falle ich auch ständig irgendwo runter, was natürlich nicht besonders hilfreich ist, wenn man dagegen etwas tun will. :D

In Achterbahnen oder so habe ich damit aber wirklich keine Probleme, da weiß ich ich hänge wo dran, und ich kann weder abrutschen, noch runterfallen. Und ich habe Platzangst, und teilweise Angst in Menschenmassen, also wenn ich in großen Menschenmassen bin, bekomme ich manchmal Panik manchmal nicht, wenn ich noch freie Stellen sehe, dann nicht, wenn es ein geschlossener völlig überfüllter Raum ist dann schon. Platzangst hab ich ziemlich krass. In einem Gruselkabinett war mal ein Raum, da sind die Wände ein ganzes Stück nach innen gekommen. Ich hab mich auf den Boden gelegt, hab geheult und geschrien, und hatte total Panik, und hab auch nicht aufgehört zu schreien, bis die Tür des Raumes endlich auf war.

Und ich habe Riesenangst vor Spinnen, aber welches Mädchen hat das nicht, die Dinger sind einfach ekelhaft, und wenn ich mir vorstelle, wie eine Spinne über meinen Rücken läuft, dann läuft es mir diesen auch ziemlich kalt herunter.

» jojoteufel » Beiträge: 10 » Talkpoints: 4,20 »


Ich hatte mal eine kleine Panikattacke vor knapp drei Jahren, als ich noch mit einem jüngeren Mädchen im Schwesternwohnheim wohnte und mir mit ihr ein winzig kleines Zimmer teilen musste. Wir haben uns nicht gut vertragen und sie ging mir auf die Nerven. Ich bin einfach langsam verrückt geworden dort mit ihr in dem Kämmerchen.

Ich habe Unruhe bekommen, wenn sie nachmittags durchweg RTL anguckte mit allen entsprechenden Sendungen, ich bekam bei ihrem Radiosender Unruhe, Radio Energy, ich wurde unruhig, wenn sie mit ihrer übertriebenen Babystimme auch nur etwas mehr als nötig sprach, ich wurde unruhig, wenn sie demonstrativ am Tisch mitten im Zimmer saß und darauf wartete, dass ich sie bespaße, ich wurde schrecklich unruhig, wenn ich den Badezimmermülleimer öffnete und sie ihre benutzten Tampons unverpackt dort drinnen stapelte, ich drehte vor Unruhe fast durch, wenn sie morgens ihren Wecker eine halbe Stunde lang aller 5 Minuten vorklingeln ließ bevor wir aufstanden.

Ich wurde unruhig, wenn sie immer ganz genau dann etwas tat, was gerade nicht zu meinem Tagesgeschehen passte. Sie lernte, wenn ich Musik hören wollte, sie schaute laut RTL, wenn ich lernen wollte, sie ging ins Bett, wenn ich nicht müde war, sie blieb bis tief in die Nacht wach, wenn ich hundemüde war. Und immer musste nachts das Fenster zu sein. Sie lebte rücksichtslos und manchmal mit purer Absicht genau gegen mich und vor sich hin, das hat mich unübertrieben wahnsinnig gemacht!

Eines Tages ist mir das echt einfach zu viel geworden, ich weiß nicht, was genau der Auslöser war, sicher hat sie wieder eines ihrer Gegenteilspielchen gespielt, da war sie kaum aus dem Haus gegangen, da habe ich schlimmes Herzrasen bekommen, bin unfassbar unruhig geworden, meine Atmung wurde ganz schnell, ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten, ich bin zu Boden gegangen, ich habe gezittert und wusste: Ich muss hier raus. Das habe ich dann auch getan und seitdem hatte ich so etwas nie wieder. Fazit: Ich bekomme also Panik, wenn ich mit 16 jährigen Teenies und ihren Eigenarten in engen Räumen dauerhaft leben muss. Das ist die Vorhölle. Das kann kein Mensch verkraften.

» Mandragora » Beiträge: 1763 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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