Sprechanlage oder persönliches Aufrufen des Patienten?

vom 21.11.2011, 12:28 Uhr

Heute morgen hatte ich einen Termin bei einem Chirurgen. Um 9.15 Uhr hatte ich den Termin, jedoch war ich um 8.55 Uhr schon dort, da man mir am Telefon sagte, das ich schon um 9 Uhr dort sein sollte.

Das komplette Wartezimmer war schon so voll, das nur noch 1 Sitzplatz frei war, auf den ich mich setzte. Nach und nach wurden die Patienten per Sprechanlage aufgerufen, jedoch hatten viele ältere Patienten Probleme ihren Namen anhand der Sprechanlage zu hören, denn es klang sehr störend. Ich hatte selbst Probleme meinen Namen zu hören, jedoch wusste ich, anhand voriger Aufrufe von Patienten, das man gut zuhören muss, um seinen Namen zu hören. Obwohl der Name 2x hintereinander aufgerufen würde, gab es im Wartezimmer unheimlich Probleme, denn es saßen zu 90% nur ältere Menschen im Zimmer, die dann immer nachfragen mussten oder ihnen geholfen werden musste.

Ich bevorzuge da doch lieber die Variante, des persönlichen Aufrufens der Arzthelferinnen. So haben auch ältere Patienten die Möglichkeit ihren Namen zu hören ohne Probleme und falls niemand reagiert auf den Namen, kann die Arzthelferin immer noch etwas lauter den Namen rufen, sodass auch ältere Menschen, die Probleme mit dem Gehör haben, ihn mitbekommen. Ich finde es zudem sehr unpersönlich, wenn man per Sprechanlage aufgerufen wird.

Wird daran gespart oder haben die Arzthelferinnen für das persönliche Aufrufen keine Zeit mehr? Was findet ihr besser, per Sprechanlage aufgerufen zu werden oder persönlich?

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» SybeX » Beiträge: 3896 » Talkpoints: 11,19 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich kenne es von zum Beispiel der HNO-Klinik auch so, dass die Patienten durch die Anlage aufgerufen werden und ich persönlich konnte es da auch kaum verstehen. Allerdings lag das vermutlich daran, dass die Arzthelferin sich auch nicht wirklich darum bemüht hat, verständlich zu reden. Sie hat es tatsächlich geschafft zu nuscheln und sehr schnell zu sprechen. Die Patienten wurden zwei Mal durch diese Anlage aufgerufen und wie du berichtet hast: viele hatten Mühe, ihren Namen wohl zu verstehen und besonders die älteren Herrschaften sind eben darum sitzen geblieben.

Wie soll man auch reagieren, wenn man seinen Namen gar nicht hört. Jedenfalls kam dann eine gehetzte Helferin raus und fragte noch einmal persönlich, ob Frau oder Herr X / Y denn da sein. Meistens waren sie es auch. Da kann man nun aber wirklich auch gleich persönlich die Leute aufrufen, finde ich. Sicherlich sind das dann jedes Mal 10 Meter, aber bevor man die Arbeit zweimal macht, kann man das auch gleich so erledigen. In richtig großen Kliniken mag das dann aber auch noch einmal anders aussehen. Da geht es vom Weg her teilweise dann gar nicht anders.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Ich gehe zu Ärzten, bei denen es beides gibt. Bei einem, da gibt es eben auch diese Sprechanlage im Wartezimmer. Da habe ich mich auch schon gefragt, warum man nicht den Patienten persönlich aufruft, da die Theke direkt daneben ist. Aber so ist es wohl bequemer. Das Problem bei dieser Sprechanlage ist, dass man kaum seinen Namen versteht. Es geht nicht nur mir so, dass ich kaum etwas verstehe.. Wenn die Sprechanlage an geht, dann hört man schon vorher ein kurzes Rauschen und dann herrscht auch schon Stille in dem Wartezimmer. Doch dann hört man nur meistens ein komisches Gemurmel, sodass sich alle Patienten im Wartezimmer, fragend angucken und fragen, wer nun gemeint ist. Niemand steht also auf, sodass die Durchsage nochmals kommt. Dann hört man immer nochmals genauer hin und kann dann einen Namen verstehen. Ich habe auch schon der Sprechstundenhilfe Bescheid gegeben, dass man wirklich kaum etwas verstehen kann und wieso das nicht geändert wird, oder man persönlich den Patienten abholt.

Die meisten Ärzte, die ich besuche, handhaben es aber so, dass man persönlich abgeholt wird. Das finde ich auch immer noch besser, zudem man dann direkt zu dem jeweiligen Behandlungszimmer begleitet wird. Irgendwie gibt das dann doch mehr Sicherheit und vertrauen. Was es aber auch gibt, dass die Sprechstundenhilfe einen von der Theke aus ruft. Auch das kann man manchmal gar nicht verstehen, da auch noch die Türe des Wartezimmers geschlossen ist. Ich traue mich manchmal gar nicht, eine Zeitung zu lesen, da man dann erst recht nichts mit bekommt, da man dann vertieft in die Zeitung ist.

Bei einem meiner Ärzte ist es so, was ich noch besser finde, dass direkt der Arzt persönlich ins Wartezimmer kommt und die Patienten abholt. Da wird sich wenigstens richtig Zeit für einen genommen und man wird auch direkt freundlich begrüßt. Es ist also dann nicht so, dass man dann ins Behandlungszimmer kommt, wo entweder gar kein Arzt ist oder er hinter seinem Schreibtisch sitzt und einen von dort aus die Hand gibt.

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» senny » Beiträge: 2589 » Talkpoints: 9,37 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bei meinem Hausarzt gibt es die kombinierte Variante. Man wird zuerst via Sprechanlage aufgerufen und circa eine halbe Minute später noch einmal durch die Arzthelferin. Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass nur die Sprechanlage verwendet wird, aber auch nur, wenn Hochbetrieb in der Praxis herrscht. Da es eine Gemeinschaftspraxis ist, ist die Sprechanlage auch von Nutzen, so brauchen die Arzthelferinnen nicht immer zum Wartezimmer zu kommen und jemanden aufzurufen. Die Sprechanlage ist dort auch eine der Art, wo man alles sehr gut versteht, nur manche Älteren tun sich teilweise etwas schwer.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Mir ist das eigentlich egal, ich finde nicht, dass eine persönlichere Atmosphäre oder so aufkommt, nur weil die Arzthelfern die ganze Zeit von ihrem Schreibtisch zum Wartezimmer latschen muss und wieder zurück. Und wenn ältere Patienten nichts hören, dann muss sie sich wohl oder übel doch dazu bequemen aufzustehen und ihnen Bescheid zu geben, nur sehe ich eigentlich keinen Grund, wieso es nicht auch über eine ordentliche Sprechanlage laufen sollte.

Ein bisschen mehr investieren sollte man hier wohl eher in die Sprechanlage und nicht in die Arzthelfer. Ganz ehrlich, man kann doch wohl schlecht extra eine Arzthelferin einstellen, damit sie die Patienten aufruft oder? Bei meinem Zahnarzt ist das beispielsweise so, dass sich beide Ärzte eine Praxis teilen und an dem Schreibtisch sitzen dann zwei Assistentinnen. Da ist sehr viel Betrieb und daher müssen beide sitzen bleiben und die Patienten nach und nach abarbeiten und Anrufe annehmen, was halt so zu tun ist, da wäre gar keine Zeit aufzustehen und die Patienten persönlich aufzurufen.

Allerdings funktioniert die Sprechanlage dort auch wirklich einwandfrei und man versteht alles sehr gut. Würde man nun aber darauf bestehen, dass die Patienten persönlich aufgerufen werden, müsste man vermutlich wirklich jemanden extra dafür einstellen, da die beiden genug zu tun haben und das wäre wohl alles andere als sinnvoll. Hier finde ich schon, dass man da ruhig sparen kann, eine gute Sprechanlage macht es auch, wo ist schon das Problem. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man wie in deinem Fall eine rauschende Sprechanlage hat, aber das Problem müsste sich wohl auch lösen lassen, vielleicht sollte man da die Arzthelferinnen einfach mal drauf ansprechen.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Bislang kannte ich es nur aus einer einzigen Praxis so, dass es dort eine Sprechanlage gibt. So toll ist es nicht gewesen, weil es sich bei dieser Sprechanlage schon um ein etwas älteres Teil gehandelt hatte und man da auch bei absoluter Stille im Wartezimmer kaum ein Wort verstanden hatte. Auch war es problematisch, wenn man selbst Probleme mit dem Hören hatte, so dass letztendlich doch jemand in das Wartezimmer kommen musst, um den Patienten in Empfang zu nehmen.

Seitdem ich aber auch aufgrund meines Umzugs andere Ärzte habe, ist es so, dass ich persönlich aufgerufen werden. Es ist sogar auch teils der für mich verantwortliche Arzt, der mich dann aufruft, was ich auch nicht schlecht finde. Hierbei ist es eine Gemeinschaftspraxis mit mehreren Ärzten und dort habe ich die Erfahrung gemacht, dass jeder Arzt dort seinen Patienten aufruft. Auch meine Hausärztin holt den Patienten selbst ab, wenn es um einen Termin beim Arzt und nicht um eine Blutabnahme oder dergleichen geht. Lediglich in einer Klinik, in der ich zur Voruntersuchung aufgrund einer Operation war, war es so, dass man per gut funktionierender Sprechanlage aufgerufen wurde.

Interessant finde ich aber die Methode bei einem Allgemeinmediziner, der hier praktiziert. Dort gibt es keine Termine, sondern nur offene Sprechzeiten. Man kommt in diese Praxis hinein und befindet sich in einem schlauchähnlichem Wartezimmer. Eine Anmeldung befindet sich erst nach der Türe und der Witz an der ganzen Sache ist, dass man sich da nicht mal anmeldet muss. Irgendwann kommt die Sprechstundenhilfe und man muss sich dann da äußern, was man möchte. So etwas finde ich völlig daneben und muss nicht sein.

Solange die Sprechanlagen einwandfrei funktionieren, finde ich es auch vollkommen in Ordnung, wenn sie angewandt werden. Gibt es mit den Sprechanlagen Probleme, weil man zum Beispiel selbst schlecht hört oder es nur noch rauscht, finde ich es besser, darauf zu verzichten und den Patienten dann selbst abzuholen. Ob es nun eine Sprechstundenhilfe macht oder der Arzt den Patienten holt, ist egal - man sollte sich nur verständlich machen.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Ich kenne beides und finde natürlich den persönlichen Aufruf auch viel besser und verständlicher. Bei meiner früheren Hausärztin wurde man immer durch die Sprechanlage aufgerufen, obwohl eigentlich die Praxis nicht so groß war, so dass die Arzthelferinnen auch hätten persönlich kommen können. Allerdings war dort die Sprechanlage in Ordnung und man verstand immer, wenn man aufgerufen wurde. Auch die älteren Patienten hatten mit der Methode keine Schwierigkeiten.

Seitdem habe ich so etwas aber nicht mehr erlebt. Ich kenne nur noch Ärzte, bei denen man persönlich aufgerufen wird, was ich auch besser finde. Nicht nur wegen dem besseren Verständnis, sondern auch weil es doch persönlicher ist und meistens wartet dann schon die Arzthelferin auf einen und zeigt einem, wo man hin soll.

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Wenn die Sprechanlage in der Praxis keine "Tröte" ist, die man für ein paar Euro im Baumarkt bekommt, ist es auch so, dass man die Arzthelferin verstehen kann. Wenn es so eine billige "Tröte" ist, wo man nur nuscheln hört, dann sollte man darauf lieber verzichten. Ich war schon bei Ärzten, da konnte man aus der Sprechanlage genauso die Namen verstehen, wie als wenn die Arzthelferin in das Wartezimmer gekommen wäre. Ich habe aber auch schon Sprechanlagen bei Ärzten erlebt, die wirklich allenfalls als Babyfon zu gebrauchen waren, weil es da nur drauf ankommt, dass man merkt, dass das Baby schreit.

Ärzte, die Wert darauf legen, dass man die Namen gut verstehen kann, werden auch eine vernünftige Sprechanlage kaufen. Ansonsten ist es mir schon passiert, dass ich aufgestanden bin als ich noch nicht aufgerufen wurde, weil ich dachte, dass es mein Name war. Diejenige, die gemeint war, hat ihren Namen nicht verstanden und blieb sitzen. Wenn es also keine vernünftige Sprechanlage ist, dann habe ich das persönliche Aufrufen schon lieber. Denn wenn man was liest und dann auch noch auf die Sprechanlage achten muss wie ein Luchs, dann hat man auch keine Lust mehr.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Auch ich habe bisher beide Aufrufmethoden kennen gelernt und bin der Meinung, dass der persönliche Aufruf auf alle Fälle besser ist. Der Grund liegt natürlich in erster Linie darin, dass es verständlicher ist. Liest man beispielsweise in einer Zeitung und ist etwas abgelenkt, so achtet man meiner Meinung nach nicht auf eine schlecht eingestellte und blechern klingende Sprechanlage. Zudem kommt das Gefühl der Massenabfertigung auf, welche ich persönlich wirklich schlimm finde. Man sollte doch noch eine persönliche Bindung zum Patienten aufbauen, welche durch diese technische Anlage auf jeden Fall wegfällt.

Besonders für ältere Damen und Herren ist eine solche Umgewöhnung nur schwer verständlich und so kam es nicht selten vor, dass diese gar nicht auf die Sprechanlage reagierten. Erst als die Arzthelferin den Raum betrat und den Patienten persönlich aufrief wurde dieser aufmerksam und ging mit. Zudem kommt die Unwissenheit, in welchen Raum man sich begeben soll hinzu. Wurde man damals von der Arzthelferin direkt in den Behandlungsraum geführt, so wird heute durch die Sprechanlage lediglich die Zahl des Raums genannt, was eine Suche unausweichlich macht. Wenn es nach mir gehen würde, dann sollte die Sprechanlage komplett ausrangiert werden.

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» Ringwraith » Beiträge: 544 » Talkpoints: 1,13 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Sprechanlagen haben meiner Ansicht nach den großen Nachteil, dass dort häufig nur einmal durchgesagt wird, wer nun aufgerufen wurde und diese Ansage nicht wiederholt wird. Wenn man also als wartender Patient im Wartezimmer kurz, aber doch lang genug abgelenkt ist, vielleicht, weil man in eine Zeitschrift vertieft ist, bekommt man die Durchsage auch als gut hörender Mensch nicht immer so mit, dass man sich angesprochen fühlt. Eine Arzthelferin, die den Raum betritt, bekommt allerdings natürlich sofort mit, dass niemand reagiert und wird mit der Wiederholung ihres Aufrufs vermutlich nicht allzu lange warten.

Als weiterer Aspekt fällt mir ein, dass ich Sprechanlagen in Wartezimmern nicht nur äußerst unpersönlich finde, sondern mir in solchen Praxen, die Sprechanlagen verwenden, auch tatsächlich immer vorkomme als würde ich ein Teil auf einem Fließband sein, das nun an die Reihe kommt, um bearbeitet zu werden. Mir ist zwar klar, dass ein Arzt sich natürlich jeden Tag um reihenweise Patienten kümmert, aber ich mag es trotzdem bedeutend lieber, wenn mein Arzt mich kennt und ich mich nicht jedes Mal neu vorstellen muss. Als Gedächtnisstütze hat er meine Akte, und einen guten Arzt macht für mich eben neben seiner Fachkompetenz auch aus, dass ich mich dort ernst genommen fühle, wozu für mich eine persönliche Art durchaus wichtig ist.

Insofern finde ich es bei meinem Hausarzt auch besonders angenehm, dass er zwar nicht immer, aber doch verhältnismäßig häufig selbst ins Wartezimmer geht, um den nächsten Patienten aufzurufen. Er steht dann auch nicht nur am Eingang des Wartezimmers, sondern kommt schon auf den jeweiligen Patienten zu, was einem wiederum den Eindruck verschafft, dass er eben sehr wohl weiß, wer nun welcher Patient ist. Auch mein Frauenarzt ruft seine Patienten persönlich auf, er ist allerdings etwas distanzierter. Aber dieses persönliche Erscheinen des Arztes im Wartezimmer ist für mich nicht nur persönlicher, sondern vermittelt mir auch den Eindruck, dass der Arzt sich nicht für einen besseren Menschen hält, der in seinem Arztzimmer sitzen bleibt, während seine Angestellten alles für ihn erledigen.

Ich fühle mich wohl grundlegend wertgeschätzter, wenn ich von einem Menschen aus dem Wartezimmer abgeholt werde, wobei ich es als ein Zeichen von Respekt mir gegenüber empfinde, wenn dieser Mensch eben mein behandelnder Haus- oder Facharzt höchstpersönlich ist.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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