Kann ein Gesundheitsforum den Besuch beim Arzt ersetzen?
Ich halte Gesundheitsthemen in Foren und Chats für sehr kritisch. Erinnert mich immer an eine Diskussion an einem Samstagmorgen in einem Elternforum. Eine junge Mutter schilderte die Erkrankung ihrer Tochter. Auch Erkältung oder so was in die Richtung. Sie sagte auch klar, dass sie am Samstag ihren Kinderarzt nicht erreicht. Es kamen sehr viele Tipps und Ratschläge. Teilweise wurden auch Medikamente genannt. Keiner, absolut keiner fragte mal, wie alt die Tochter überhaupt ist. Und da kamen Ratschläge die für Babys ziemlich gefährlich sein können. Und es kamen Ratschläge die sich widersprochen haben und so weiter. Die junge Mutter hat auch alles mögliche ausprobiert. Wobei später andere User in dem Elternforum von den Tipps abrieten. Der Beitrag wurde irgendwann gesperrt. Keine Ahnung wie es dem Kind heute geht. Gegen Ende des Thread stellte sich nämlich heraus, dass das Kind erst ein paar Monate alt ist.
Klar können diverse Hausmittelchen helfen, aber sie sind zum Teil auch mit Vorsicht zu genießen, wenn man die betreffende Person nicht kennt. Heiße Milch mit Honig ist sicherlich ein Klassiker. Sehr hilfreich wenn die anderen Person eine Laktoseintoleranz hat. Klar weiß die betroffene Person das, aber nervig sind so Tipps dann trotzdem. Und da fallen sicherlich noch mehr einfache Hausmütterchentipps mit rein.
Ein Forum oder ein Chat ersetzt keinen Arzt. Das kann man drehen und wenden wie man möchte. Bei schwierigeren Erkrankungen braucht man eh Medikamente, die man in der Regel ohne Rezept gar nicht bekommt.
Es kommt doch immer darauf an, zu welchem Problem man Hilfe sucht. Wenn ich Durchfall habe und auf Medikamente verzichten will, kann ich schonmal nachfragen, was andere für Hausmittel anwenden. Denn bekanntlich hilft nicht jedes Hausmittel bei jeder Person gleich. Also kann man durchaus schonmal auf solche Foren zurückgreifen und erst bei länger andauernden Beschwerden dann einen Arzt kontaktieren.
Und aus eigener Erfahrung mit meinen Töchtern weiss ich, das zu einem Problem mehrere Aussagen kamen. Die Kinderärztin meinte, das man nur aufpassen muss, ob die verabreichte Nahrung auch vertragen wird und die Hebamme hat die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Und man sagt ja nicht umsonst oft genug, das man bei drei besuchten Ärzten, am Ende vier Meinungen hat ![]()
Denke auch man muss unterscheiden. Kleinigkeiten bei denen ich sowieso nicht zum Arzt gehen würde gucke ich mir schon auch mal im Internet an, weil man immer mal wieder ganz gute Tipps findet, aber genauso auch mal sinnloses ausprobiert, was ich aber nicht weiter schlimm finde.
Wenn ich wirklich Schmerzen habe, beziehungsweise das Gefühl habe ich hab etwas bedenklicheres dann werde ich immer erst den Arzt aufsuchen. Immerhin gibt es einen Grund warum Ärzte Medizin studieren und sich ihr Wissen nicht in Gesundheitsforen anlesen!
Ich google auch erstmal, wenn mir etwas Neues an mir auffällt und ich mir das nicht erklären kann. Da ich aber sowieso alle 2 Wochen bei meinem Hausarzt vorstellig werden muss, habe ich gar kein Problem damit, dort meine Beschwerden zu erwähnen und werde dann entsprechend behandelt, falls das nötig sein sollte.
Natürlich kann man erstmal im Internet nach seinen Beschwerden forschen und dann erst zum Arzt gehen, wenn es nicht besser wird. Aber gar nicht zum Arzt zu gehen, finde ich schon sehr fahrlässig. Immerhin gibt es bei vielen Symptomen mehrere Möglichkeiten, was man denn nun haben könnte und das kann von einer harmlosen Sache bis zu einer schweren Krankheit gehen. Für Leute, die aus Faulheit nicht zum Arzt gehen, habe ich kein Verständnis. Man muss ja nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich zum Arzt rennen, aber wenn man Beschwerden hat und die gehen einfach nicht weg, macht man es damit auch nicht besser. Im Gegenteil, häufig werden die Beschwerden schlimmer und wenn man dann doch mal zum Arzt geht, ist es oftmals schon weit fortgeschritten, was nicht nötig gewesen wäre.
Natürlich kann ich nicht erwarten in einem Forum mein gebrochenes Bein geheilt zu bekommen, aber bei relativ banalen Beschwerden ist das Internet doch öfters ganz hilfreich. Ich hatte vor Kurzem eine ziemlich heftige Reaktion auf Insektenstiche und habe dann erst mal im Internet nachgeschaut. Dort wurde eine rezeptfreie Cortisonsalbe empfohlen und der Apotheker hat mir auch bestätigt, dass diese Salbe oft gegen Insektenstiche verschrieben wird. Oder wenn ich eine Erkältung habe schaue ich auch schon mal, was andere Leute so dagegen unternehmen.
Ich muss allerdings sagen, dass ich meinen Körper inzwischen recht gut kenne und wenn sich meine Erkältung nicht mit Omas Hausmitteln behandeln lässt, warte ich dann auch nicht ewig, bis sich vielleicht doch eine Wirkung einstellt.
Ich sehe das ganz ähnlich, auch ich habe schon derlei Erfahrungen gemacht. Ich muss ja zugeben, dass ich selbst auch immer gerne im Internet schaue, wenn ich etwas habe. Das tue ich zum einen, weil ich einfach neugierig bin und mich frage, ob es möglicherweise eine eindeutige Diagnose gibt und ich an sich nichts schlimmes habe und zum anderen aber auch, weil ich beispielsweise nicht doof gucken möchte, wenn der Arzt mir sagt, Sie haben XY. Ich finde es dann schon besser, halbwegs zu wissen womit man es zu tun hat, auch wenn der Arzt natürlich eh mehr darüber weiß und man seine Fragen an ihn stellen sollte, aber nicht selten komme ich auch gezielt schon mit meiner ''Eigendiagnose'' an und frage den Arzt, ob er mich darauf untersuchen könnte.
Dennoch war es bei mir jetzt noch nicht soweit, dass ich mir nur Tipps im Internet gesucht hätte und den Arztbesuch ganz weggelassen hätte. Das gilt übrigens nicht nur für mich, wenn beispielsweise eines unserer Tiere etwas hat und ich finde im Internet etwas, dann gehe ich auch zum Arzt und teile ihm das mit und befolge bestenfalls nur irgendwelche harmlosen Erstehilfetipps von seriösen Seiten.
Dennoch ist auch mir häufiger schon aufgefallen, dass es teilweise sehr unseriöse und amateurhafte Antworten gibt in solchen Foren. User stellen Fragen und erwarten an sich hilfreiche oder zumindest ernst gemeinte Antworten und bekommen stattdessen irgendwelche Scherze an den Kopf geknallt oder Antworten von irgendwelchen Erbsenhirnen, die nicht den blassesten Schimmer haben und irgendwelche gefährlichen Lügen im Internet verbreiten. Um sich über bestimmte Krankheiten zu informieren, finde ich ehrlich gesagt dann bestimmte Websites und Lexikas doch um einiges hilfreicher, als Foren, allein einige wirklich Themenbezogene Foren gebe manchmal was her, wenn hier Menschen schreiben, die wirklich von diesen Krankheiten betroffen sind.
Natürlich kann ein Arzt in einem Gesundheitsforum eine sehr gute Prognose abgeben, wenn er zuvor von dir alle relevanten Informationen erhalten hat - aber eine zuverlässige Diagnose wirst du nie bekommen, weil sich erstens jede Krankheitssymptomatik unterscheidet und zweitens eine Krankheit nicht nur durch ein Gespräch diagnostiziert wird, sondern durch Tests, Blutuntersuchungen und/oder bildgebende Verfahren.
Es wäre zu schön, wenn man auf eine dieser Homepages gehen könnte, seine Symptome eingibt und die Krankheit rausbekommt, die man hat. Die bestehenden Ärzteforen sind da schon etwas exakter und oft kann man aufgrund der Informationen die Gebiete dermaßen gut eingrenzen, dass man auf so etwas ähnliches wie eine Diagnose kommt. Doch selbst, wenn man die Krankheit wüsste, man könnte sich die Therapie nicht selbst verschreiben, keine Medikamente, Infusionen oder ähnliches. Dafür müsste man eh zum Arzt und wenn man schon da ist, kann man ihn auch einfach seinen Job machen lassen, anstatt eine unsicher abgegebene Prognose als bare Münze zu nehmen.
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