Die negativen Seiten des Sportvereins

vom 10.01.2011, 19:11 Uhr

Immer wieder hört man, wie gut Sport doch sein soll. Sport ist gesund für den Kreislauf, hält fit und sollen gegen alle möglichen körperlichen und auch seelischen Beschwerden helfen. Und damit Menschen möglichst früh mit dem Sport anfangen, wird dies schon bei Kindern gefördert. Und so werden Kinder schon in jungen Jahren in Sportvereine und Kurse gesteckt, die meistens von den Eltern gewählt worden und die oft gar nicht im Interesse der Kinder sind. Auf diesen Punkt gekommen bin ich erst nachdem ich einige meiner Bekannten und ehemaligen Klassenkameradinnen wieder getroffen habe, die früher auch in einem Turnkurs mit mir waren. Ich hatte den Kurs als Kind besucht und fand ihn so furchtbar, dass ich nach wenigen Wochen nicht mehr hingehen wollte. Nun kamen wir zufällig wieder auf dieses Thema zu reden und ich hörte mir die Meinungen der anderen Mädchen zu diesem Thema an. Alle waren sie mit sechs oder sieben Jahren bei dem Kurs angemeldet worden und hatten ihn seitdem regelmäßig zweimal die Woche besucht. Nach einigen Jahren konnten sie dann schon an den Wettkämpfen teilnehmen und haben das auch gemacht. Mit dem Alter wurde dass dann auch immer mehr und mehr und nahm mehr Zeit in Anspruch.

Als ich sie dann auch danach fragte, ob es sich für sie denn im Endeffekt gelohnt hätte und ich den Austritt bereuen sollte, erhielt ich recht überraschende Antworten. Ausnahmslos alle schienen den Besuch des Sportvereins zu bereuen. Als Hauptgrund gaben die meisten die Muskeln an. Selbst diejenigen, die nur einmal die Woche da gewesen waren, hatten mit den Jahren an den beanspruchten Körperstellen Muskeln bekommen. Nach all der Zeit waren die Muskeln dann natürlich auch recht ausgebaut und gehen nicht mehr so leicht weg. Die meisten meiner Bekannten sind dann im Alter von 16 bis 18 Jahren aus dem Sportverein ausgetreten und selbst nach inzwischen fast einem Jahre Auszeit, sind bei so gut wie keiner die Muskeln zurückgegangen. Solche Muskeln sehen an Frauen oftmals nicht besonders schön aus und meine Bekannten meinten alle, dass sie doch recht darunter leiden würden, weil das so ganz und gar nicht schön aussehen würde und sie sich in kurzen Hosen, Röcken oder Tops kaum raus trauen. Durch die Muskeln fühlen sich Frauen oftmals in ihrer Weiblichkeit gestört und ich muss ehrlich sagen, dass das auch ein Grund war, weswegen ich Sportarten viele gemieden habe, von denen man Muskeln hätte bekommen können.

Ich habe aus zwei Mädchen in meinem Bekanntenkreis, die als Kinder viel mit Leichtathletik zu tun hatten und auch das wegen der Muskeln, besonders an den Beinen, bereuen. Einige wenige gaben auch an, dass sie im Nachhinein finden, dass der Sport auch zu viel Zeit in ihrer Kindheit beansprucht hat. Wird man schon in jungen Jahren in einem solchen Verein angemeldet, dann gewöhnt man sich daran und dann zieht man die Möglichkeit aus dem Kurs auszutreten, gar nicht mehr in Betracht. Und so bleibt man und nimmt an immer mehr Wettkämpfen teil und da wundert es mich auch nicht, wenn man sich später daran zurück erinnert und findet, dass der Sport zu viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Natürlich will ich damit nicht sagen, dass Sport etwas schlechtes ist, aber meiner Meinung nach sollte man damit nicht übertreiben. Kleine Kinder sind leicht zu überreden und schon stecken sie in irgendwelchen Sportvereinen, obwohl sie das vielleicht gar nicht wollen und später bereuen werden. Einfache Sportarten haben mit Sicherheit keine Nachwirkungen, aber es gibt auch genug Sportarten, die nach jahrelangem Ausüben durchaus Spuren zurücklassen, die man dann eben bereut, wie eben Muskeln. Die Kinder gewöhnen sich daran und integrieren den Sport bereitwillig in ihrem Leben und nehmen Wettkämpfe und dergleichen in Kauf und erst später merken sie, dass es das doch irgendwie nicht gebracht hat und sie vermutlich sogar lieber darauf verzichtet hätten. Ich möchte hier aber nochmal verdeutlichen, dass es mir nicht um irgendwelche Sportkurse geht, in denen man sich austoben und ein bisschen Ball spielen oder Rollen machen kann, sondern wirklich um Kurse, in denen es darum geht den Kindern bestimmte Sportarten, wie in diesem Fall eben Bodenturnen beizubringen, die dann auch auf Wettkämpfen getestet und gemessen werden. Solche Kurse sollten Kinder meiner Meinung nach nur dann belegen, wenn sie wirklich sicher sind, dass sie das wollen und am Besten noch gar nicht in so frühem Alter. Wenn man will, dass das Kind Sport macht, gibt es doch genug alternative einfache Sportvereine, wo nur gespielt wird, dass finde ich in dem Alter angemessener.

» Crispin » Beiträge: 14933 » Talkpoints: 5,72 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich kann dir da nur teilweise zustimmen. Zum Einen finde ich Sport sehr wichtig und finde, dass Kinder schon früh damit anfangen können. Viele Kinder machen viel zu wenig Sport und diese sind dann oftmals übergewichtig. Zum Anderen sollte es ein schöner Zeitvertreib sein. Dass Sport nun zu viel Zeit in Anspruch nimmt, kommt sicherlich auf den Einzelfall an.

Kinder sollten selbst entscheiden dürfen, was für einen Sport sie ausüben. Sie sollten nicht zum Sport gezwungen werden, wenn ihnen das keinen Spaß macht (bei Übergewichtigen sieht das natürlich anders aus). Allerdings sollte dann eine andere Freizeitbeschäftigung für das Kind gefunden werden. Vielleicht möcht das Kind viel lieber Klavier spielen lernen oder etwas ganz anderes machen. Auf diese Wünsche sollte natürlich Rücksicht genommen werden.

Für den Beginn ist sicherlich ein Sport- und Spielkurs nicht schlecht für Kinder. Ich bin zum Beispiel im Sportverein seit ich vier Jahre alt bin. Begonnen habe ich mit "Kinderturnen". Richtiges Turnen war das eigentlich nicht. Wir haben viel gespielt und sonst von allem mal etwas gemacht. Wichtig ist doch eigentlich, dass man sich bewegt. Und dann merkt man ja, ob das einem Spaß macht und interessiert sich vielleicht bald für eine richtige Sportart. Wenn nun ein Kind schwimmt oder Leichtathletik macht, gehören Wettkämpfe meistens dazu. Die meisten Kinder wollen das aber auch. Einfach weil es Spaß macht, sich ab und zu mit anderen zu messen und man natürlich auch gut sein will. Training und Wettkämpfe nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch, aber in meinen Augen ist es eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Besser als den ganzen Tag mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher zu sitzen.

Ob es sich im Endeffekt nun "gelohnt" hat? Sicherlich nicht, weil man ein paar Pokale rumstehen hat, aber in der Regel hatte man Spaß beim Training und Freunde dort. Sollte man keinen Spaß dabei haben und den Sport nur ausüben, weil die Eltern es so wollen, lohnt es sich tatsächlich nicht.

Meiner Meinung nach ist Sport auch gesund, solange man keinen Hochleistungssport betreibt. Auch wenn man zwei oder drei Mal die Woche Training und noch einen Wettkampf hat, muss es nicht gleich ungesund sein. Wenn ich jetzt jeden Tag fünf Stunden trainiere, ist das sicherlich was anderes. Solange man es nicht übertreibt, sehe ich da keine Probleme.

Muskeln finde ich persönlich auch nicht so schlimm, wenn man nicht gerade wie ein Bodybuilder aussieht.

» SuperGrobi » Beiträge: 3880 » Talkpoints: 4,29 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Das ist aber schon heftig, was du da schreibst. In einer Zeit, in der gerade Kinder (und nicht nur die) immer mehr verfetten, immer bewegungsunfähiger werden und in der sich Lehrer beschweren, dass neben der fehlenden Aufmerksamkeit auch die soziale Kompetenz der Kinder immer weiter abnimmt, ziehst du gegen eines der wenigen Institute ins Feld, die in Bezug auf all diese Dinge integrativen Charakter haben - also gegen den Sportverein.

Dabei ist mir schon klar, dass du wohl eher auf den "schrecklichen Muskelzuwachs" abzielst und nicht so sehr auf "Vereine" an sich. Das ist allerdings abstrus. Wo bitte sind denn diese muskulösen Kinder und Erwachsene?

Und das auch noch bei von dir behauptetem nur einmaligem Training in der Woche. Zumal die Abläufe und Tatsachen so nicht der Realität entsprechen. Muskeln bilden sich leider enorm schnell zurück, sobald man aufhört einen Muskel zu trainieren. Und Muskelaufbau - also Masseaufbau in wahrnehmbarer Form - ist enorm schwierig, anstrengend und dauert Jahre. Von einem mal Training die Woche passiert überhaupt nichts, selbst wenn du bei diesem einen Mal (unsinnigerweise) schwere Gewichte stemmen würdest.

Was du vermutlich meinst, sind die Eltern, die ihre Kinder schon frühzeitig in den Leistungssport reindrücken. Natürlich, wenn ein Kind das nicht von sich aus will, bin ich auch dagegen. Man sollte dem Kind aber durchaus vielfältige Reize bieten, das Kind soll probieren und wenn es Gefallen findet, auch ruhig intensiver in einen Sport einsteigen.

Eine Sportart wie "Turnen" ist dann natürlich auch ein extremes Beispiel, weil hier früh angefangen werden muss, wenn man erfolgreich sein will. Ja und wenn die Eltern das wollen - wird eventuell das Kind später leiden.

Aber jetzt mal ernsthaft: Ich kenne da kaum Kinder, denen irgendwas in der Hinsicht droht und ich kenne auch keine Erwachsenen - speziell Frauen - die irgendwelche Probleme mit "zuviel Muskulatur" hätten. Das Gegenteil ist der Fall, wenn heute jemand ein körperliches Problem hat, hat das eher mit Fettleibigkeit und deren Folgen zu tun. Und warum? Weil eben ein Leben lang der Hintern nicht bewegt wurde.

Du hast dir also ausgerechnet eine sehr kleine Klientel rausgepickt und warnst deshalb etwas sehr allgemein vor Sport. Ich kann diese überkandidelten Eltern auch nicht leiden, auch nicht die Männer, die beim Fußball ihre 6-jährigen Jungs zusammenschreien, aber eines haben diese Jungs sicher nicht, ein muskuläres Problem.

» Meerbuscher » Beiträge: 422 » Talkpoints: -5,02 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Mangelnde Bewegung ist leider nur ein Aspekt, den es als Übergewichtiger zu beachten gilt. Ich schätze man kann rumhüpfen und laufen so viel man will, wenn man das durch schlechte Ernährung wieder kaputt macht, ist es nicht der Sport, der fehlt. Außerdem würde ich in dem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass die allerwenigsten Menschen, die mit Übergewicht ein Problem haben, auch solche Sportvereine zurückgreifen, sondern sich viel eher auf Fitnessstudios, Heimtrainer oder Joggen konzentrieren, ist es nicht so? Ich habe in meinem Beitrag das Problem mit dem Übergewicht aber ganz bewusst weggelassen, denn das ist ein anderes Problem.

Meerbuscher hat geschrieben:Dabei ist mir schon klar, dass du wohl eher auf den "schrecklichen Muskelzuwachs" abzielst und nicht so sehr auf "Vereine" an sich. Das ist allerdings abstrus. Wo bitte sind denn diese muskulösen Kinder und Erwachsene?

Das du jetzt gerade keine solchen Menschen kennst, muss nichts heißen. Ich kenne mehrere Bespiele und ich kann dir durchaus versichern, dass Frauen Muskeln an sich nicht als schön und erstrebenswert ansehen und das es einem durchaus jahrelang nachhängen kann, wenn man seit der Kindheit Leichtathletik oder so gemacht hat, so schnell verschwindet das nicht. Und dabei meine ich keine überdimensionalen Bodybuildermuskeln, sondern einfach durchtrainierte Körperteile, die einen Körper nun mal um einiges weniger weiblich aussehen lassen und mit dem Frauen nun mal ihre Probleme haben können. Jungen leiden unter diesem ''muskulären Problem'' natürlich nicht, dass ist klar.

Das die Muskeln nicht von einmal in der Woche kommen ist mir auch klar, nur hat der Turnkurs schon zweimal in der Woche stattgefunden, wie in meinem Beitrag nachzulesen ist und Vorbereitungen auf Wettkämpfe oder Übungen zu Hause, die für solche Vereine erforderlich sind, kommen auch noch hinzu. Ich sehe diese Sportvereine nur als negativ, wenn man Kinder in jungem Alter hineinsteckt und sie dann an die ganzen Wettkämpfe und so gewöhnt, so dass sie es am Ende selbst doch bereuen. Und da ich es von betroffenen Personen selbst gehört habe, weiß ich, dass es so ist und zweifel es auch nicht an.

» Crispin » Beiträge: 14933 » Talkpoints: 5,72 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Crispin hat geschrieben:Mangelnde Bewegung ist leider nur ein Aspekt, den es als Übergewichtiger zu beachten gilt. Ich schätze man kann rumhüpfen und laufen so viel man will, wenn man das durch schlechte Ernährung wieder kaputt macht, ist es nicht der Sport, der fehlt.
Mangelnde Bewegung ist DER Aspekt überhaupt (sehen wir mal von krankhaften Stoffwechselstörungen ab). Solange du z. B. nur ein durchschnittlich sinnvolles Hobby-Ausdauertraining mit etwa vier- bis fünfmaligem Training die Woche betreibst - also z. B. im Laufbereich ca. 40 km in der Woche läufst, dann kannst du dir in der Woche mal locker (als ca. 80 kg schwerer Mann) fast 3000 kcal mehr reinhauen. Nein: Wer sich bewegt, kann sich ganz einfach mehr Schokolade leisten. Man muss sich schon sehr schlecht - oder besser - hochkalorisch ernähren, wenn man bei fünfmal Ausdauertraining die Woche noch zunehmen will. Von dem Training bekommt man zumindest mal so gut wie keinen Massezuwachs.

Crispin hat geschrieben:Außerdem würde ich in dem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass die allerwenigsten Menschen, die mit Übergewicht ein Problem haben, auch solche Sportvereine zurückgreifen, sondern sich viel eher auf Fitnessstudios, Heimtrainer oder Joggen konzentrieren, ist es nicht so?
Es ist aber doch keine Frage des Sportvereins oder der Örtlichkeit überhaupt, es ist eine Frage des Trainings, ob man Muskelmasse gewinnt. Wie schwierig das ist und wie schwierig das zu halten ist, kann dir jeder Gewichtstemmer in der Muckibude bestätigen.

Crispin hat geschrieben:Ich habe in meinem Beitrag das Problem mit dem Übergewicht aber ganz bewusst weggelassen, denn das ist ein anderes Problem.
Aber es relativiert deine Problematik. Wenn nun mal 60% der Bevölkerung übergewichtig (und bei den Frauen waren es 50%) sind und dazu noch KInder mit 15-20% betroffen sind, dann frage ich mich, an welchen Haaren man das von dir angesprochene Problem herbeiziehen muss.

Natürlich gibt es das Problem von Kindern im Leistungssport - und das gerade im von dir angesprochenen Bereich des Bodenturnens, aber das ist doch ein verschwindend geringer Teil der Kinder, die da von ihren Eltern frühzeitig verheizt werden. Daraus eine im Prinzip allgemeine Warnung gegen Sportvereine zu machen, ist etwas abseitig.

Was du da von der Angst der Frauen vor Muskeln erzählst, kenne ich zu gut. "Was kann ich denn für meine Figur tun ... aber bloß nichts, wo ich so dicke Muskeln aufbaue?", aber keine dieser Frauen hat mir jemals irgendwelche unschönen Muskelpakete zeigen können. Gerade bei Frauen dauert es ewig, bis was an der Muskulatur passiert, auch wenn die ständig das Gegenteil behaupten - nur sieht ein Außenstehender leider nichts - verzerrte Wahrnehmung. Auch in den Muckibuden (und da baut man die Muskulatur auf) werden von Frauen i. d. R. viel zu geringe Gewichte bewegt, um da sichtbare Erfolge oder eben Misserfolge zu erzielen.

Wer natürlich jahrelang Leistungssport betreibt (und das heißt mind. 6-8 Einheiten die Woche), bekommt je nach Sportart unterschiedlich ausgeprägte (definierte) Muskulatur (und natürlich ist das auch genetisch bedingt). Die hält sich aber nicht ewig, wenn man nicht mehr trainiert, im Gegenteil - oder hat einer den Stein der Weisen gefunden? Frauen haben auf grund ihres Hormonhaushaltes aber oft mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Und wieviele Leistungssportler - v. a. -innen gibt es denn? Daraus bastelst du eine Warnung vor dem Sportverein?

Ob eine Frau im Allgemeinen sich nun mit dicken Muskelpaketen (welche Frau hat das?) oder definierter Ausdauermuskulatur unweiblich fühlt, das ist doch individuell unterschiedlich. Und auch Männer mögen mal das eine, mal das andere an einer Frau. Daraus eine Warnung vor dem Sportverein zu konstruieren finde ich nicht passend.

Du willst im Grunde darauf hinaus, dass Eltern darauf achten sollten, ihre Kinder nicht zu früh mit Leistungssport zu überfordern, oder so zu erziehen, das ein Kind Leistungssport für normal hält. Ob ein Kind das später mal bereut, das weiß man doch sowieso nicht vorher. Ich z. B. hätte es toll gefunden, wenn meine Eltern mich bei meinem Sport viel frühzeitiger gefördert hätten. Und ich bereue, dass sie das nicht getan haben. Ich meine, wenn man spürt, dass das Kind das gerne freiwillig macht, dann darf ein Kind auch mehr Zeit in den Sport investieren. Und ehrlich, an unweibliche Muskeln würde ich dabei zuletzt denken (ne, eher gar nicht).

» Meerbuscher » Beiträge: 422 » Talkpoints: -5,02 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Zum einen bauen Muskeln schneller ab, als einem lieb ist. Also nach einem Jahr ohne Training sollten die Muskeln, welche allein durch den Sport entstanden sind, alle weg sein. Nicht umsonst bekommt man heute nach längerer Schonung von diversen Körperteilen eine Physiotherapie um die Muskeln langsam wieder zu trainieren.

Also müssen die Veränderungen anderer Natur sein. Und ich kann nur von mir selbst sprechen, aber während unserer Ausbildung, welche körperlich schwere Arbeit war, haben wir Mädchen alle eine körperliche Veränderung durchgemacht. Kleider vom Abschluss der Schule passten nach wenigen Monaten im Schulterbereich nicht mehr, da wir dort zugelegt hatten. Aber auch nach Ende unserer Ausbildung blieb das so und das hatte eher was mit Veränderungen Im Knochenbau zu tun.

Diese Veränderungen kamen halt einerseits durch die Ausbildung, aber auch, weil unsere körperliche Entwicklung noch gar nicht abgeschlossen war. Und so ist das auch bei den sportlichen Aktivitäten. Es spielen da mehrere Dinge für die Veränderung des Körpers zusammen.

Das man nun als Kind von den Eltern dahin gezwungen wird, ist halt nicht wirklich sinnvoll. Ich selbst wurde von meinen Eltern da nicht gelenkt und durfte immer selbst entscheiden. Und bei meinen Kindern mache ich dies auch so. Sie haben im ersten Schuljahr Tischtennis ausprobiert, weil es sie interessiert hat. Dabei habe ich nur als Vorgabe gemacht, das sie es über mehrer Wochen testen, da man nach einmal Training nicht sagen kann, ob es einem wirklich liegt oder eben nicht.

Aber erzwingen tue ich da nichts, auch wenn sie der Nachbar gern im Handball hätte, weil sie recht gross sind für ihr Alter. Nun sind sie seit Schuljahresbeginn in der Arbeitsgemeinschaft Muscal und haben dort die nötige Bewegung durch die Tänze. Es muss nicht immer der Sportverein sein und sie haben sich halt selbst ausgesucht, ob sie daran teilnehmen möchten oder nicht.

» Punktedieb » Beiträge: 16642 » Talkpoints: 100,66 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Ich finde auch, dass Du, Crispin, da einfach viel zu einseitig an die Sache heran gehst. Klar haben Sportvereine nicht nur positive Seiten, das ist unbestritten. Allerdings sind die Argumente die Du vorbringst, keine wirklichen negativen Seiten.

Zu den Eltern, die die Kinder in die Sportvereine schicken. Da bin ich dann wohl auch so ein Exemplar. Ich habe meinen Kleinen auch durch diverse Sportvereine geschickt und wir haben inzwischen knapp 10 Sportarten ausprobiert, bis das dabei war, was dem Kleinen Spaß macht. Dabei habe ich auch, wie Punktedieb schon begründete, Wert darauf gelegt, dass mindestens drei, wenn nicht gar fünf, Trainingsstunden besucht wurden, weil man sonst schlecht beurteilen kann, ob der Sport Spaß macht. Natürlich haben wir zuvor die Sportarten gemeinsam ausgewählt und dann besucht. Nur, was sich dem Namen nach gut anhört, muss es auch nicht in Wirklichkeit sein.

Und irgendwie wird auf der einen Seite gern gefordert, man möge sein Kind fördern. Aber es ist doch in vielen Bereichen so, dass man Kinder anleiten muss und auch für sie entscheiden muss. Viele Dinge können gerade jüngere Kinder auch gar nicht wissen und es gehört meines Erachtens durchaus auch zur Pflicht der Eltern, Dinge außerhalb des Horizontes der Kinder diesen zu erklären und sie auch an diesen Dingen teilhaben zu lassen. Zwar ist es eine schöne Vorstellung, dass die Kinder das alles dann freiwillig tun – aber mal ehrlich, dass ist doch Utopie.

Der Muskelzuwachs ist sicherlich gerade für junge Mädchen nicht schön. Allerdings verliert man Muskeln extrem schnell und diese wieder aufzubauen ist nicht ganz so einfach. Daher denke ich einfach, dass diese körperlichen Veränderungen auch ohne den Sport zu Stande gekommen wären. Nur kann man das im Nachhinein ja nicht mehr feststellen. Und weil man nun auf einmal festgestellt hat, dass der Sportverein ja eigentlich doch blöd ist, schiebt man diese Veränderungen auch gleich mal auf den Sport.

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich drehe den Spieß mal um: Guck dir doch mal die Frauen an, die jahrelang sehr erfolgreich im Sport waren und dafür täglich mehrere Stunden trainiert haben. Natürlich haben die Muskeln. Nach der aktiven Zeit gehen die Muskeln jedoch langsam zurück. Die diese Leute jedoch so an den Sport gewöhnt sind und in der Regel auch Spaß daran haben, halten sie sich trotzdem noch fit durch Freizeitsport. Diese Frauen sehen dann auch mit 40 Jahren noch super aus. Da würden sich andere Frauen wünschen, dass sie im Leben mehr Sport gemacht hätten und auch so eine super Figur haben, der Hintern noch knackig ist und die Haut an den Armen noch nicht herunterhängt.

» SuperGrobi » Beiträge: 3880 » Talkpoints: 4,29 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


SuperGrobi hat geschrieben:Ich drehe den Spieß mal um: Guck dir doch mal die Frauen an, die jahrelang sehr erfolgreich im Sport waren [...] Diese Frauen sehen dann auch mit 40 Jahren noch super aus. Da würden sich andere Frauen wünschen, dass sie im Leben mehr Sport gemacht hätten und auch so eine super Figur haben, der Hintern noch knackig ist und die Haut an den Armen noch nicht herunterhängt.


Das geht mir jetzt aber ein wenig einseitig gegen das weibliche Geschlecht. Wenn ich die meisten meiner Altersgenossen sehe (und "die meisten" stimmt sogar in meiner Altersklasse), dann weiß ich genau, was die schon lange nicht mehr gemacht haben. Und an der Stelle sollte man dann gleich mal auf die fetten Bäuche der Herrschaften hinweisen, die da schlabberig über die Gürtel quellen.

Aber bitte der Vorwürfe nicht zuviel. Zumal man auch nicht vergessen sollte: Gerade am Körperbau und der körperlichen Entwicklung ist vieles genetisch bedingt. Da hilft dann auch Sport nicht immer gegen Alterungsprozesse. Aber schaden wird es den meisten wohl kaum.

Komisch ist, wir sind ein Volk der Sportvereinsfreunde, aber gleichzeitig sind wir so ziemlich die fetteste Gesellschaft in Europa. Also irgendwas läuft da falsch.

» Meerbuscher » Beiträge: 422 » Talkpoints: -5,02 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Meerbuscher hat geschrieben:Das geht mir jetzt aber ein wenig einseitig gegen das weibliche Geschlecht.

Mein Beitrag hat ja im Grunde wegen der Muskeln auch nur die negativen Seiten des Vereinssports für Frauen aufgezählt, Männer waren da ja gar nicht im Spiel. Trotzdem finde ich die hier angebrachten Argumente immer noch nicht wirklich überzeugend, denn Muskeln an Frauen sind für mich nach wie vor nichts schönes. Um fit uns gesund zu bleiben braucht man solchen Leistungssport nicht, und auch nicht um mit 40 noch gut auszusehen. Sport ist nicht das Mittel gegen alles, ich weiß dass viele Männer sehr viel von Sport halten und es ihnen Spaß macht Bällen hinterher zu jagen und Gewichte zu heben, aber wenn wir hier schon so ausführlich über Übergewicht reden: Übergewicht kommt immer noch vom falschen Essen!

Man kann auch unsportlich und schlank und gut gebaut sein, wenn man die Kalorienmenge dem Energiebedarf entsprechend anpasst und nicht bei McDonalds einzieht. Dafür muss man als Kind nicht schon in solche Vereine gesteckt werden und täglich Sport machen, weil man sonst verfettet und hässlich wird.

Meerbuscher hat geschrieben:Komisch ist, wir sind ein Volk der Sportvereinsfreunde, aber gleichzeitig sind wir so ziemlich die fetteste Gesellschaft in Europa. Also irgendwas läuft da falsch.

Wie ich schon sagte, man kann so viel durch die Gegend hoppeln und Hüpfen wie man will, wenn man sich so ernährt wie das viele Deutsche heutzutage machen, hilft auch das nicht gegen die Gewichtszunahme.

» Crispin » Beiträge: 14933 » Talkpoints: 5,72 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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