Hartz IV Empfänger sollen Schnee räumen

vom 20.12.2010, 15:12 Uhr

@Punktedieb

Ich denke eher du machst es dir sehr einfach. Ich habe mit Sicherheit kein fertiges Patentrezept ohne Frage. Ich habe nur Denkanstöße mit denen man arbeiten kann, die man abwandeln kann, an einigen Stellen auch muß. Aber wenn man von vorn herein sagt, etwas wird nicht gehen, dann macht man es sich einfach.

Sage mir doch mal welche Qualifikationen jemand mitbringen muss um eine Jugendmannschaft zu betreuen oder besser gesagt, welche Qualifikationen die meisten Jugendtrainer von kleinen Dorfmannschaften mitbringen, abgesehen davon, dass ihr Junge oder Mädchen in der Mannschaft mitspielt? Wenn man eine Profimannschaft trainiert mag es da sicher Vorraussetzungen und Wissen geben um die Mannschaft erfolgreich zu trainieren, aber doch nicht, wenn es darum geht für etwas Abwechslung am Nachmittag zu sorgen. Klar kann das nicht jeder, aber es ist ja auch nicht so, dass es keine Auswahl geben würde, aus denen man Menschen heraussuchen kann, die mit Kindern umgehen können.

Auch im Hort sehe ich keine großen Vorraussetzungen, wenn man Leute dort wirklich nur als Unterstützungskräfte einsetzen würde. Es soll da ja keiner allein mit den Kindern gelassen werden. Aber jemand der mit ein Auge auf die Kinder wirft, wenn der Betreuer gerade sehr mit einzelnen beschäftigt ist wäre sicherlich nicht verkehrt. Dass man da zusätzliche Fachkräfte einsetzt kann ich mir nicht vorstellen, von daher bleibt ja keine große Alternative, wenn man da nicht jemand mit 30-40 Kindern allein lassen will.

Deinen Einwand bei den städtischen Aufgaben verstehe ich erst recht nicht. Du schreibst ja selber es ist kein Geld da um versicherungspflichtige Jobs anzubieten. Ja was bleibt denn dann als Alternative noch übrig. Diejenigen nehmen, die man eh schon bezahlt nur etwas das "Gehalt" aufstocken.

Und was soll denn der Einwand das man das Konzept der Niederländer nicht übernehmen kann? Darum geht es ja auch gar nicht. Die Niederländer sind nur ein Beispiel um zu zeigen, dass das Grundkonzept durchaus unter gewissen Umständen realisierbar ist und gewisse Vorteile gegenüber unserem Konzept (also eher Nicht-Konzept) hat. Man muss es sich halt mal anschauen, ob man davon etwas übernehmen kann, mehr habe ich ja nie geschrieben. Ich hab ja sogar mal geschrieben, dass es auch sein kann, dass man davon nahezu gar nichts übernehmen kann. Aber das kann man eben erst wissen, wenn man es sich angeschaut hat und eben nicht, wenn man es von vornherein ablehnt.

Ich kann mich eben nur sehr für die Grundidee begeistern und denke da steckt viel Potential drin, wenn sich damit Fachleute beschäftigen würden und es gibt sicher auch bessere Beschäftigungsmöglichkeiten als ich angeführt habe.

» Klehmchen » Beiträge: 5021 » Talkpoints: 826,86 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Was verstehst du denn an dem Thema städtische Anlagen nicht? Dort sage ich doch deutlich, das ein enormer Bedarf vorhanden ist. Aber eben kein Geld, um diesen Bedarf durch versicherungspflichtige Jobs zu bedienen. Also wäre das eine Alternative um Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Immerhin macht sich sowas auch besser im Lebenslauf, wenn man die Zeit als beschäftigt angeben kann.

Aber im Bereich Kinder- und Jugendarbeit kann man sich eben nicht einfach dieser Menschen bedienen. Oder was meinst du warum immer mehr sozial engagierte Vereine dazu übergehen, das jeder ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen muss, wenn er diesen Verein mit seiner Arbeit unterstützen will. Man kann es sich einfach nicht mehr leisten unbekannte Leute auf Kinder und Jugendliche loslassen. Da ist einfach zu viel in der Vergangenheit passiert.

Wobei ich keine Hortgruppen mit 30 und noch mehr Kindern bei einer betreuenden Person kenne. Da gibt es ja Personalschlüssel und wenn man nicht genug Personal hat, dann muss man die Gruppen eben reduzieren. Alles andere würde grobe Verstösse gegen gültige Gesetze bedeuten. Achja und setz mal jemanden, der über Jahre zu Hause ist, in einer Kindergruppe ein. Die Leute sind diesem Trubel doch in den seltensten Fällen wirklich gewachsen.

Und was die Konzepte von Nachbarländern angeht. Schau dich doch mal um, was es gebracht hat, bei den Dingen, die nur Ansatzweise übernommen wurden. Wie oft wurden uns Konzepte mit hoher Mehrwertsteuer und niedrigen Lohnnebenkosten als die Wunderwaffe schlechthin propagandiert. Nun wurden vor Jahren die ersten Schritte in diese Richtung gemacht. Aber wirklich gebracht hat es doch gar nicht. Demzufolge kann man da ganz klar behaupten, das man eben nicht andere Konzepte übernehmen kann.

» Punktedieb » Beiträge: 16584 » Talkpoints: 91,03 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Punktedieb hat geschrieben:Was verstehst du denn an dem Thema städtische Anlagen nicht? Dort sage ich doch deutlich, das ein enormer Bedarf vorhanden ist. Aber eben kein Geld, um diesen Bedarf durch versicherungspflichtige Jobs zu bedienen. Also wäre das eine Alternative um Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Immerhin macht sich sowas auch besser im Lebenslauf, wenn man die Zeit als beschäftigt angeben kann.

Gut habe ich dann falsch verstanden. Aufgrund deiner insgesamt sehr ablehnenden Haltung hörte es für mich so an, als wenn du da echte sozialiversicherungspflichtige Vollzeitjobs haben möchtest und sich das nicht realisieren lässt, also passiert gar nichts. Also sind wir da ja schon einer Meinung und ich denke, dass sich der Mehraufwand da sicher in Grenzen halten würde. Man müsste ja pro Monat und Arbeitslosen nur etwas mehr Geld einsetzen und nicht gleich ein komplettes Bruttogehalt zusätzlich ausgeben. Dafür hätte man aber auch einen Mehrwert. Wenn man sich anschaut wie lange zum Beispiel Schlaglöcher auf eine Reparatur warten, weil nicht nur das Material und etwas Geld fehlt, sondern vielerorts einfach auch die Manpower um zumindest Notreparaturen zu tätigen um größere Schäden zu vermeiden, ließ sich da ja auch Geld sparen.

Aber im Bereich Kinder- und Jugendarbeit kann man sich eben nicht einfach dieser Menschen bedienen. Oder was meinst du warum immer mehr sozial engagierte Vereine dazu übergehen, das jeder ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen muss, wenn er diesen Verein mit seiner Arbeit unterstützen will. Man kann es sich einfach nicht mehr leisten unbekannte Leute auf Kinder und Jugendliche loslassen. Da ist einfach zu viel in der Vergangenheit passiert.

Naja aber nicht als Trainer einer Mannschaft. Wenn ich mir da gerade auf dem Land anschaue, was man da nimmt, allein um überhaupt jemanden zu haben, da denke ich wird sich unter der Arbeitslosen schon jemand finden lassen, der nicht völlig fehl am Platz ist. Und wie schonma oben gesagt, kommt da eben auch dem Sachbearbeiter der Arge eine wichtige Aufgabe zu. Er sollte schon einschätzen, ob es Sinn macht und zur Not eben eine Stelle nicht besetzen, wenn es keine vernünftigen Leute dafür gibt.

Wobei ich keine Hortgruppen mit 30 und noch mehr Kindern bei einer betreuenden Person kenne. Da gibt es ja Personalschlüssel und wenn man nicht genug Personal hat, dann muss man die Gruppen eben reduzieren. Alles andere würde grobe Verstösse gegen gültige Gesetze bedeuten. Achja und setz mal jemanden, der über Jahre zu Hause ist, in einer Kindergruppe ein. Die Leute sind diesem Trubel doch in den seltensten Fällen wirklich gewachsen.

Aber meinst du denn das es richtig ist, als Lösung dann die Reduzierung und Streichung von Hortplätzen zu favorisieren? Und nicht jeder ALGII-Empfänger sitzt seit 10 Jahren zu Hause, es gibt da ja auch welche, die aus ähnlichen Jobs kommen oder erst seit 1,5 oder 2 Jahren zu Hause sind. Man muss dann eben schauen, dass man vorher wieder aussucht, ob man dafür fähige Leute hat. Und Aufbaukurse zur Vorbereitung kann man ja auch geben, allemal besser als der zwanzigste sinnlose Bewerbungskurs bei dem nichts gemacht wird.

Und was die Konzepte von Nachbarländern angeht. Schau dich doch mal um, was es gebracht hat, bei den Dingen, die nur Ansatzweise übernommen wurden. Wie oft wurden uns Konzepte mit hoher Mehrwertsteuer und niedrigen Lohnnebenkosten als die Wunderwaffe schlechthin propagandiert. Nun wurden vor Jahren die ersten Schritte in diese Richtung gemacht. Aber wirklich gebracht hat es doch gar nicht. Demzufolge kann man da ganz klar behaupten, das man eben nicht andere Konzepte übernehmen kann.

Was haben wir denn wirklich übernommen mit dem Ansatz wirklich ein Konzept zu übernehmen? Haben wir denn jemals ein Konzept mit hoher Mehrwertsteuer und niedrigen Lohnnebenkosten ernsthaft ausprobiert? Wir haben im Prinzip weder das eine noch das andere. Die Mehrwertsteuer wurde etwas erhöht, liegt aber teilweise noch deutlich unter dem Niveau anderer Länder, um Löcher im Haushalt zu stopfen.

Und auch nur das war der einzige Sinn dieser Erhöhung. Man kann es halt nur besser verkaufen, wenn man im Gegenzug etwas verspricht, was man sowieso nie halten will. Man kann also vielmehr ganz klar behaupten, dass sich unsere Politiker nie ernsthaft mit anderen Konzepten auseinandergesetzt haben.

» Klehmchen » Beiträge: 5021 » Talkpoints: 826,86 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich sehe es eben auch immer unter dem Gesichtspunkt, dass ich persönlich auch nicht für vielleicht 100-150 Euro mehr im Monat jede Woche 40 Stunden arbeiten würden, statt gar nicht zu arbeiten. Da wäre der finanzielle Zuverdienst gemessen an dem was man dafür leisten müsste in einem zu schlechten Verhältnis. Wenn es dann aber nur noch 10-15 Stunden mehr sind, würde sich diese Verhältnis zu Gunsten der Annahme des Jobangebotes verschieben.

Für diese Ein- Euro- Jobs muss man aber, um auf einen Verdienst von 100 bis 150 Euro zu kommen, auch 100 bis 150 Stunden arbeiten. Das sind dann keine 10 bis 15 Stunden mehr.

Und leider sortieren die Argen eben nicht nach dem Standpunkt aus, der und der ist geeignet für Job X. Die verteilen die Arbeit zum Teil wahllos. Hauptsache die "Klienten" können genügend Bewerbungen vorlegen. Da wird zum Teil auch gar nicht danach geschaut, ob der Suchende für diesen Job überhaupt in der Lage ist. Psychologische Gutachter, ärztliche Dienste und ähnliches die von den Argen "bemüht" werden, sind ein Hohn. Das zum Thema die Argen wissen, wer Arbeiten will und wer nur zu faul ist. Das zum Thema, die Argen können entscheiden, wer geeignet ist, in einem Kindergarten zu arbeiten etc.

Zum Thema Ein- Euro- Jobber im Kindergarten. Ich grinse auch hier mal vor mich hin. Auch das gibt es bereits. Hier werden in einigen Kindergärten Ein- Euro- Jobs gemacht. Keine reinen Erziehungssachen, aber die Ein- Euro- Jober dürfen durchaus mal nach den Kindern schauen, wenn Not am Mann ist. Und auch hier meine Frage: Warum kann man diese Arbeitsstellen, für die es ja eindeutig Bedarf gibt, nicht mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen vergeben? Hätte eine Menge Vorteile. Aber statt dem wird hier ja angeregt, man könnte die Arbeitsplätze auch komplett mit Hartz 4 Empfängern besetzen. Auch hier merke ich mal an, dass die Ein- Euro- Jobs an sich nicht als Dauerlösung gedacht waren. In der Regel werden nur Zeitverträge vergeben. Ich meine sechs bis maximal zwölf Monate. Danach stehen die Leute quasi wieder auf der Straße. Und ganz ehrlich? Ich empfinde es nicht als richtig, meine Kinder in einen Kindergarten zu geben, in der ein der Art hoher Personalwechsel stattfindet. Ich halte die Stabilität für die Kinder wichtig. Und jeder der nun denkt, ach das macht nichts, sollte sich mal Gedanken für sich selbst machen, wie man selbst es mit Ärzten zum Beispiel erlebt. Vielen Menschen ist eine konstante Anbindung an einen Arzt wichtig, weil der ja auch eine Vertrauensfunktion hat. Und ich möchte damit nun nicht sagen, bevor mir die Worte im Mund umgedreht werden, dass man Ärzte durch Hartz 4 Bezieher austauschen soll. Ich will daran verdeutlichen wie wichtig auch uns Erwachsene konstante Personen sind.

Sportvereine etc. Thema für sich. Auch hier, wenn jemand das freiwillig machen möchte, warum auch nicht. Aber zu sagen, jeder Hartz 4 Empfänger muss sich ein Ehrenamt suchen, halte ich für falsch. Und für noch falscher erachte ich es, wenn man sagt, Hartz 4 Bezieher sollen halt eine Sportmannschaft betreuen.

Aber im Bereich Kinder- und Jugendarbeit kann man sich eben nicht einfach dieser Menschen bedienen. Oder was meinst du warum immer mehr sozial engagierte Vereine dazu übergehen, das jeder ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen muss, wenn er diesen Verein mit seiner Arbeit unterstützen will. Man kann es sich einfach nicht mehr leisten unbekannte Leute auf Kinder und Jugendliche loslassen. Da ist einfach zu viel in der Vergangenheit passiert.

Wenn man solche Erwägungen in Betracht zieht, dürfte es auch kein Problem sein, auch hier ein polizeiliches Führungszeugnis zu fordern. Ich kann den Einwand als Gegenargument nicht verstehen.

Achja und setz mal jemanden, der über Jahre zu Hause ist, in einer Kindergruppe ein. Die Leute sind diesem Trubel doch in den seltensten Fällen wirklich gewachsen.

Nicht jeder Hartz 4 Empfänger ist schon seit Jahren daheim. Und nicht jeder Hartz 4 Empfänger kann deshalb mit Trubel nicht umgehen. Ich verweise hier mal auf Mütter mit mehreren Kindern, die aufgrund des Alters der Kinder und so weiter auf Hartz 4 angewiesen sind. Die wären für so eine Tätigkeit durchaus geeignet.

Zur Umwandlung von Ein- Euro- Jobs in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten. Man nehme einen Hartz 4 Empfänger, Single, wohnhaft in einer Großstadt. Der kostet den Staat monatlich etwa 1000 Euro ( ich gehe von einer Wohnung von etwa 300 Euro Kaltmiete plus Heizkosten und anderen Leistungen und den 360 Euro die man bekommt aus). Also alleine von dem drumherum noch, kommt man wohl mit 1000 Euro nicht hin. Wenn dieser nun einen Ein- Euro- Job mit sagen wir 300 Euro im Monat macht, kostet dieser Job den Staat auch noch mal um die 500 Euro. Somit sind wir bei etwa 1500 Euro die ein Ein- Euro- Jobber den Staat kostet. Wenn der Staat nun den Job als sozialversicherungspflichtigen Job vergeben würde und einen Bruttolohn von sagen wir halt 1500 Euro ansetzen würde, wäre der Klient mit dem Nettolohn aus dem Hartz 4 Bezug raus. Klar fallen für den Staat noch die Lohnnebenkosten an. Aber ein Teil fließt ja durch die Steuern wieder in die Staatskasse rein. Und auch an anderen Punkten hätte der Staat davon nur nutzen. Unter anderem durch die höhere Kaufkraft.

Noch mal zu den Trainermaßnahmen. So gedanklich ist die Idee, zumindest was die Sicherheit der Kinder betrifft, sicherlich sinnvoll. Wer würde schon von Herrn X. der seit Jahren in dem Verein aktiv ist ein Führungszeugnis verlangen. Das kann man bei Hartz 4 Empfänger durchaus eher machen. Trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, ob jemand so was machen will, sollte immer noch eine freiwillige Leistung sein.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Na jemanden für 1.500 Euro Brutto einzustellen ist aber ein Verlustgeschäft. Denn die Lohnnebenkosten übersteigen die zu zahlenden Steuern um einiges. Dazu dann noch den Lohnsteuerjahresausgleich einkalkuliert, dann zahlt diese Person keine Lohnsteuer mehr. Und eventuell stehen dieser Person dann noch andere Leistungen, wie Wohngeld zu. Also verdient der Staat nicht wirklich etwas daran.

@Klehmchen

Weil du ja so gern die Langzeitarbeitslosen in Sportvereine stecken willst. Glaubst du wirklich das sich Vereine da fremde Leute vor die Nase setzen lassen? Selbst im ländlichen Bereich wird man das mit Vereinsmitgliedern irgendwie abdecken. Da eher nimmt man fremde Leute für die Platzpflege. Nur geht es dann wieder los, das der eine Teil das nicht machen will, die nächsten Kandidaten keine Möglichkeit haben dort hin zu kommen etc. Selbe Problematik wie bei dem Schnee schaufeln. Und man wird die Leute darüber nicht in versicherungspflichtige Jobs bekommen.

Und die Ein-Euro-Jobber, welche es in Kindergärten, Schulen und Horte gibt sind doch für Reinigungsarbeiten eingestellt. Mancher noch als Unterstützung für den Hausmeister, wenn die Einrichtung da noch jemanden hat, der ständig vor Ort ist. Und ein ganz kleiner Teil wird für Büroarbeiten gebraucht.

Und ja, ich halte es für richtiger wenn man weniger Plätze für die Kinderbetreuung anbietet, als wenn da unqualifizierte Leute sich um die Kinder kümmern. Denn es gibt nunmal genug Vorschriften und Gesetze und diese sind auch nicht in einem vierwöchigem Crashkurs zu vermitteln, wenn staatliche geprüfte Erzieher eine Ausbildung von drei Jahren nachweisen müssen.

» Punktedieb » Beiträge: 16584 » Talkpoints: 91,03 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Ich habe mich bewusst auf einen Hartz 4 Bezieher bezogen der Single ist. Wenn der ein Bruttoeinkommen von 1500 Euro hätte, liegt der mit seinem Nettoeinkommen garantiert über dem Satz, bei dem ihm Wohngeld zustehen würde.

Klar kostet den Staat ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz, bei dem der Angestellte 1500 Euro verdienen soll, noch andere Abgaben. Nur fallen dafür auch Kosten weg, die der Staat mit Hartz 4 Beziehern hat. Und auch andere Institutionen kämen das zu Gute. Stichwort Kaufkraft. Je mehr Menschen einen Job haben, mit dem sie mehr als den Hartz 4 Satz verdienen, um so mehr Geld läuft in die Wirtschaft. Und unter anderem auch in das Gesundheitssystem.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


LittleSister hat geschrieben:
Ich sehe es eben auch immer unter dem Gesichtspunkt, dass ich persönlich auch nicht für vielleicht 100-150 Euro mehr im Monat jede Woche 40 Stunden arbeiten würden, statt gar nicht zu arbeiten. Da wäre der finanzielle Zuverdienst gemessen an dem was man dafür leisten müsste in einem zu schlechten Verhältnis. Wenn es dann aber nur noch 10-15 Stunden mehr sind, würde sich diese Verhältnis zu Gunsten der Annahme des Jobangebotes verschieben.

Für diese Ein- Euro- Jobs muss man aber, um auf einen Verdienst von 100 bis 150 Euro zu kommen, auch 100 bis 150 Stunden arbeiten. Das sind dann keine 10 bis 15 Stunden mehr.

Das hast du falsch verstanden. Wenn man davon ausgeht, dass man bisher seinen ALGII-Satz für einmal in der Woche zur Arge gehen bekommt und dann nur 100-150 Euro mehr für eine Vollzeitstelle, ist es hanebüchen anzunehmen, dass es viele Leute geben wird die das freudestrahlend annehmen. Wenn nun aber eh vielleicht 20 oder sogar 30 Stunden einer Arbeit nachgegangen werden muss um überhaupt Anspruch auf eine Sozialleistung zu bekommen, dann arbeitet man dann eben im neuen Vollzeitjob pro Woche nur 10-max. 20 Stunden mehr als vorher. Da lohnt es sich eher auch bei nur geringen Aufschlägen einen neuen Job anzunehmen.

Natürlich weiß ich ähnlich wie du, dass viele Sachbearbeiter Dienst nach Vorschrift machen. Das ist aber kein Problem eines neuen Konzepts, dass ist ein aktuelles Problem, dass wir auch haben, wenn wir nichts ändern. Da muss angesetzt werden, völlig egal wie man weiterverfährt. Wenn man nur um die Statistik zu schönen Arbeitslose zu sinnlosen Lehrgängen schickt, dann sollte man darüber nachdenken, ob man die Sachbearbeiter nicht viel schneller austauscht.

@Punktedieb

Also ich kenne sehr viele ländliche Sportvereine die ihre Trainerstellen eben nicht mehr mit ehrenamtlichen Leuten abdecken können, mit Mitgliedern des eigenen Vereins erst recht nicht. Ganz zu schweigen davon, dass es vielerorts ohne ein Bus- oder Taxiunternehmen als Sponsor kaum mehr möglich ist zu Auswärstspielen zu fahren. Die wären froh, wenn sie jemand finden würden, der sich zwei-dreimal die Woche um eine Mannschaft kümmern könnte.

» Klehmchen » Beiträge: 5021 » Talkpoints: 826,86 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Die Gemeinden sollten meiner Meinung nach die Möglichkeit bekommen eine bestimmte Zahl von Hartz-IV-Empfänger für öffentliche Arbeiten zu übernehmen. Man müsste nur das Budget umschichten, dass die Gemeindekassen auch die Kosten, die normalerweise für Hartz - IV anfallen, auf das Gehalt anrechnen können. Dann würden die Gemeinden praktisch auch nur einige hundert Euro mehr zahlen, hätten dafür aber einen Menschen aus der Arbeitslosigkeit geholt und öffentliche Arbeiten verrichtet. Dann sind es meinentwegen 3 Euro die Stunde die der Staat zusätzlich an Lohn zahlt, der ehemalige Sozialhilfegeldempfänger hätte dann aber 1500 Euro Einkommen.

Auf diese Weise könnte man dann auch Leute für die Räumarbeiten im Winter, für Forstarbeiten, Reinigungsarbeiten an öffentlichen Plätzen wie in Parks und andere Arbeiten freimachen. Bisher machen das z.B. in der Gemeinde Eitorf Ein-Euro-Jobber, nur wegen dem verteilten Budget ist damit aber Niemandem wirklich geholfen. Für circa 300-400 Euro mehr im Monat hätte der Staat stattdessen einen motivierten Arbeitnehmer im Dienste des Staates statt 1-Euro-Jobber die morgens betrunken zur Arbeit kommen (ich habs bei nem Praktikum erlebt).

Grundsätzliches Problem für solch unqualifizierte Tätigkeiten: Das Lohnniveau ist ohnehin so gering, dass man selbst mit einer Vollzeitbeschäftigung kaum über Hartz-IV-Niveau kommt. Das weiß ich, weil ich momentan eine Beschäftigung suche die ich bis zum Beginn meines Studiums ausüben kann. Wenn man allerdings nicht gerade wie ich unter 25 ist und somit ohnehin kein Hartz-IV bekommt, lässt sich der Großteil der Bevölkerung, seien wir mal ehrlich, doch nicht dazu herab die ganze Woche zu arbeiten um dann am Ende ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben. Man müsste also das allgemeine Lohnniveau für ungelernte Tätigkeiten erhöhen.

» TuDios » Beiträge: 1480 » Talkpoints: 5,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich halte von solchen Vorschlägen überhaupt nichts. Zum ersten dürfte die Mehrzahl der Bezieher von Hartz IV dazu überhaupt nicht fähig sein, weil man eben nicht ohne Grund in Hartz IV kommt und über 3 Stunden arbeitsfähig zu sein, ist der letzte Witz.

Was eher notwendig wäre, ist ein Dritter Arbeitsmarkt und kein Verdrängen sozialversicherungspflichtiger Arbeit durch Aufstocker.

» Juri1877 » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 25.05.2015, 23:54, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

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